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Gestageninjektionen

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH,

  • Virginia Commonwealth University Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Depot-Medroxyprogesteronacetat (DMPA) ist eine langfristig wirksame, injizierbare Zubereitung von Medroxyprogesteronacetat in kristalliner Suspension. Andere Injektionen zur Kontrazeption sind in anderen Ländern verfügbar.

Bei DMPA beträgt die Schwangerschaftsrate im ersten Jahr 0,2% bei perfekter Anwendung und etwa 6% bei typischer Anwendung (d.h. Verzögerungen zwischen den Injektionen).

DMPA kann als i.m. (150 mg) oder als s.c. Injektion (104 mg) alle 3 Monate gegeben werden. Die Einspritzstelle wird nicht massiert, da dies die Resorption erhöhen würde. Effektive kontrazeptive Hormonspiegel im Serum sind in der Regel bereits 24 Stunden nach der Injektion erreicht und bestehen für mindestens 14 Wochen, die Spiegel können aber auch für bis zu 16 Wochen wirksam sein. Wenn der Abstand zwischen den Injektionen > 16 Wochen beträgt, sollte zum Ausschluss einer Schwangerschaft vor der nächsten Injektion ein Schwangerschaftstest gemacht werden. Mit DMPA kann sofort gestartet werden (ein "Schnellstart-Protokoll"), wenn DMPA innerhalb der ersten 5–7 Tage des Menstruationszyklus verabreicht wird. Wird außerhalb dieses Zeitraum begonnen, sollte für 7 Tage zur Sicherheit noch zuätzlich eine andere Kontrazeptionsmethode angewandt werden. DMPS kann auch unmittelbar nach einem spontanen oder induzierten Abort oder unmittelbar nach der Entbindung unabhängig von einem etwaigen Stillen gegeben werden.

Nebenwirkungen

Die häufigste unerwünschte Nebenwirkung ist eine irreguläre Vaginalblutung. Während der 3 Monate nach der ersten DMPA-Injektion haben ca. 30% der Frauen eine Amenorrhö. Weitere 30% haben Schmierblutungen oder (gewöhnlich leichte) unregelmäßige Blutungen über > 11 Tage/Monat. Trotz dieser Blutungsanomalien resultiert daraus meistens keine Anämie. Im Laufe der weiteren Anwendung nehmen die Blutungen tendenziell ab. Nach 2 Jahren haben ca. 70% der Frauen, die DMPA bekommen, eine Amenorrhö. Aufgrund der langanhaltenden Wirkung von DMPA kann die Ovulation um bis zu 18 Monate nach der letzten Injektion verzögert auftreten. Nach einer Ovulation ist die Fertilität gewöhnlich schnell wieder hergestellt.

Eine Gewichtszunahme von 1,5–4 kg während des ersten Jahres der DMPA-Anwendung ist typisch, und die Frauen nehmen auch danach weiter zu. Da angenommen wird, dass die Veränderungen eher auf den Appetit als auf den Metabolismus zurückzuführen sind, rät man gewöhnlich Frauen, die DMPA anwenden wollen, ihre Kalorienaufnahme herabzusetzen und ihren Energieverbrauch zu steigern.

Kopfschmerzen sind ein häufiger Grund, DMPA abzusetzen, wobei die Stärke im Laufe der Zeit eher abnimmt. Die meisten Frauen, die DMPA erhalten, haben keine Kopfschmerzen, und bereits bestehende Spannungskopfschmerzen und Migräne verschlimmern sich meist nicht.

Leichte, reversible Verschlechterungen der Glukosetoleranz und des Lipidprofils können vorkommen.

Obwohl die Knochendichte bei geringen Östrogenspiegeln abnehmen kann, gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Frakturrisiko; eine Knochenszintigraphie wird bei Frauen, die DMPA erhalten, nicht empfohlen. Jugendliche und junge Frauen, die DMPA anwenden, sollten wie jene, die dies nicht machen, 1500 mg Ca und 400 I.E. Vitamin D/Tag einnehmen; falls erforderlich, kann eine Vitaminergänzung eingenommen werden.

Vorteile

Im Gegensatz zu oralen Kombinationspräparaten erhöht DMPA nicht das Risiko für Bluthochdruck. Von Gestagenen wird nicht angenommen, dass sie das Risiko für Thromboembolien erhöhen; es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich das Risiko für Thromboembolien bei DMPA-Anwendung verdoppeln kann. Allerdings ist diese Beziehung nicht gesichert; DMPA gilt derzeit als sicher bei Frauen, bei denen Östrogen kontraindiziert ist.

Das Risiko für Brust-, Ovarial- oder ein invasives Zervixkarzinom wird durch DMPA offenbar nicht erhöht. DMPA reduziert das Risiko von

Es gibt Hinweise darauf, dass DMPA die Zahl der schmerzhaften Krisen bei Frauen mit Sichelzellanämie reduziert.

Für Frauen mit einem Anfallsleiden kann DMPA eine geeignete Option zur Kontrazeption sein.

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