Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Barrieremethoden

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH,

  • Virginia Commonwealth University Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.

Barrieremethoden sind vaginale Spermizide (Schäume, Cremes, Zäpfchen), Kondome, Diaphragmen, Zervixkappen und Verhütungsschwämme.

Spermizide

Vaginalschäume, Cremes und enthalten Substanzen, die eine chemische Barriere gegen Spermien bilden, indem sie die Zellmembranen der Spermien schädigen und so die Befruchtung verhindern. Die meisten Spermizide enthalten Nonoxynol 9 und sind ohne Rezept erhältlich. Diese Präparate ist ungefähr gleich wirksam; die Schwangerschaftsrate beträgt 19% bei idealer und 28% bei typischer (d. h. gelegentlich fehlerhafter) Anwendung.

Spermizide sollten mindestens 10 bis 30 Minuten und nicht mehr als 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide gegeben und vor jedem Geschlechtsakt erneut angewendet werden. Da ihre Effizienz begrenzt ist, werden Spermizide häufig mit anderen Barrieremethoden eingesetzt. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen Spermizide nicht zuverlässig. Auch können spermizide Substanzen eine vaginale Reizung verursachen, die das Risiko einer HIV-Übertragung erhöht. Daher sind Kondome nicht mehr mit Nonoxynol 9 angefeuchtet.

Kondome

Der Gebrauch von Kondomen schützt verringert das Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten, einschließlich für eine HIV-Infektion. Kondome können aus Latex, Polyisopren, Polyurethan, Silikon-Kautschuk und Lammdarm hergestellt werden. Kondome aus Lammdarm sind zwar für Spermien undurchdringlich, aber nicht für viele Viren (z. B. HIV), die schwere Infektionen verursachen können. Daher werden Latex und synthetische (Polyurethan, Polyisopren und Silikonkautschuk) Kondome bevorzugt. Sie schützen auch vor dem humanen Papilloma-Virus, wodurch das Risiko für präkanzeröse Läsionen der Zervix reduziert wird.

Das Kondom ist die einzige reversible Verhütungsmethode für den Mann, außer dem Coitus interruptus, der sehr viel weniger effektiv ist.

Das Kondom für den Mann wird vor der Penetration appliziert; dabei wird die zusammengekniffene Spitze aufgesetzt, wobei sie das Penisende um ca. 1 cm überragen sollte, um das Ejakulat auffangen zu können.

Das Kondom für die Frau ist ein Schlauch mit einem inneren und einem äußeren Ring; der innere Ring wird in die Scheide eingeführt, der äußere Ring bleibt außerhalb und bedeckt das Peritoneum. Es sollte nicht mehr als 8 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und für 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in der Vagina belassen werden. Damit das Ejakulat in dem Kodom gesammelt wird, wird der Penis vorsichtig durch den Außenring geführt.

Beim Entfernen des Penis nach dem Geschlechtsverkehr muss darauf geachtet werden, dass das Kondom nicht ausläuft. Läuft das Kondom aus, rutscht es heraus oder reißt es, sollte eine Notfallkontrazeption angewendet werden.

Bei jedem Koitus wird ein neues Kondom verwendet.

Die Schwangerschaftsrate liegt beim Kondom für den Mann im 1. Jahr unter vorschriftsmäßiger Anwendung bei 2%, aber bei ca. 18% unter typischer (d. h. inkonsequenter) Anwendung und beim Kondom für die Frau bei 5% unter vorschriftsmäßiger Anwendung und bei 21% unter typischer Anwendung.

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine kuppelförmige Gummischale mit einem flexiblen Rand, die über die Zervix und den oberen Bereich sowie der seitlichen Wand der Vagina passt. Sie werden in der Regel mit einem Spermizid verwendet und bilden gemeinsam eine effiziente Barriere für Spermien. Das Spermizid wird vor dem Einsetzen auf das Diaphrama aufgebracht. Nach dem ersten Koitus bzw. vor jedem weiteren Geschlechtsakt sollte zusätzliches Spermizid in die Vagina gegeben werden. Diaphragmen können gewaschen und wiederverwendet werden.

Konventionelle Latex-Diaphragmen gibt es in verschiedenen Größen. Sie werden von einem Arzt in eine Frau eingepasst, so dass es für sie und ihren Partner bequem ist. Nach einer Entbindung oder einer signifikanten Gewichtsveränderung müssen konventionelle Membranen wieder eingesetzt werden.

Eine neue Membran mit einer einzigen Größe (Verhütungssperre mit Einzelgröße oder SILCS-Membran) besteht aus Silikon und wird als Einheitsgröße betrachtet. Es ist weicher und langlebiger als herkömmliche Latexmembranen.

Das Diaphragma sollte für mindestens 6–8 Stunden, aber nicht mehr als für 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in situ bleiben.

Die Schwangerschaftsraten mit herkömmlichen Membranen liegen im ersten Jahr bei ca. 6% bei perfekter Nutzung, bei typischer Nutzung bei ca. 12%. Die Schwangerschaftsraten mit der SILCS-Membran sind ähnlich wie bei einer herkömmlichen Membran (1).

Diaphragmen waren früher weit verbreitet (ein Drittel der Frauen im Jahr 1940), im Jahr 2002 gaben aber nur 0,2% der US-amerikanischen Frauen an, sie zu nutzen. Dieser Rückgang in der Anwendung ist vor allem auf die Entwicklung zahlreicher anderer, effektiverer Verhütungsmethoden zurückzuführen. Ein weiterer Grund mag darin liegen, dass für das Anpassen ein Arzt aufgesucht werden muss und dass unerwünschte Wirkungen (z. B. Schmerzen, vaginale Reizung) auftreten können.

Membranreferenz

  • 1. Schwartz JL, Weiner DH, Lai JJ, et al: Contraceptive efficacy, safety, fit, and acceptability of a single-size diaphragm developed with end-user input. Obstet Gynecol 125 (4):895–903, 2015. doi: 10.1097/AOG.0000000000000721.

Zervixkappe

Die Zervixkappe ist dem Diaphragma in der Form ähnlich, jedoch kleiner und starrer.

Eine spermizide Creme oder ein Gel sollte immer mit einer Gebärmutterhalskappe verwendet werden. Die Zervikalkappe muss vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden und sollte für mindestens 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr und nicht länger als 48 Stunden in situ bleiben.

Die Schwangerschaftsraten bei typischer Anwendung betragen 8% im 1. Jahr; bei Frauen, die geboren haben, liegen die Schwangerschaftsraten höhen, da nach der Geburt ein sicherer Halt schwierig ist.

In den USA ist nur eine Zervixkappe verfügbar. Es gibt sie in 3 Größen (klein, mittel, groß), wobei die Größe in Anhängigkeit einer vorausgegangenen Schwangerschaft gewählt wird. Vor Gebrauch einer Zervixkappe muss eine Gesundheitsassistentin (Anm. d. Übers.: in Deutschland einen Arzt) ein Rezept ausstellen; eine individuelle Anpassung ist nicht erforderlich.

Verhütungsschwamm

Der Verhütungsschwamm wirkt sowohl als Bariere als auch als spermizide Substanz. Er kann ohne Rezept gekauft werden und wird bis zu 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt. Der Schwamm sollte für mindestens 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in situ bleiben. Die maximale Tragezeit sollte nicht länger als 30 Stunden sein.

Die Schwangerschaftsraten bei typischer Anwendung bei Frauen, die nie geboren haben, betragen 12% und bei Frauen, die geboren haben, 24%.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN