Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Mastalgie (Brustschmerzen)

Von

Mary Ann Kosir

, MD,

  • Professor of Surgery and Oncology
  • Wayne State University School of Medicine
  • Karmanos Cancer Center

Inhalt zuletzt geändert Jan 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.

Mastalgie (Brustschmerzen) ist weit verbreitet und kann lokalisiert oder diffus und einseitig oder beidseitig auftreten.

Ätiologie

Lokalisierte Schmerzen in der Brust werden in der Regel durch eine fokale Erkrankung wie eine Raumforderung, z. B. Brustzyste) oder eine Infektion (z. B. Mastitis, Abszess) verursacht. Die meisten Mammakarzinome verursachen keine Schmerzen.

Diffuse beidseitige Schmerzen können durch Mastopathie oder selten durch diffuse beidseitige Mastitis verursacht werden. Allerdings kommen diffuse beidseitige Schmerzen sehr häufig bei Frauen ohne auffällige Mammabefunde vor. Die häufigsten Ursachen sind

  • Hormonelle Veränderungen, die eine Proliferation des Brustgewebe herbeiführen (z. B. während der Lutealphase oder der frühen Schwangerschaft, bei Frauen mit Östrogen- oder Gestageneinnahme)

  • Große, hängende Brüste, die das Cooper’sche Ligament dehnen

Abklärung

Anamnese

Die Anamnese der aktuellen Erkrankung sollte das zeitliche Auftreten des Schmerzes und seine Natur (fokal oder diffus, einseitig oder beidseitig) berücksichtigen. Der Zusammenhang zwischen chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen und der Phase des Menstruationszyklus sollte ermittelt werden.

Bei der Überprüfung der Organysteme sollte nach Symptomen gesucht werden, die auf eine Schwangerschaft (z. B. Vergrößerung des Abdomens, Amenorrhö, morgendliche Übelkeit) oder auf eine Mastopathie (z. B. Vorhandensein vieler Raumforderungen) hinweisen.

Die Anamnese sollte Erkrankungen, die diffuse Schmerzen verursachen können (z. B. Mastopathie), und die Einnahme von Östrogenen und Gestagenen berücksichtigen

Körperliche Untersuchung:

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Brust und die angrenzenden Regionen, wobei auf Anomalien wie Hautveränderungen, einschließlich Rötungen, Ausschlag, Überbetonung der normalen Hautstrukturen und Ansätze eines Ödems, gelegentlich als Peau d’orange (Orangenhaut) bezeichnet sowie auf Zeichen einer Infektion, wie Rötung, Wärme und Schmerzempfindlichkeit, geachtet wird.

Warnzeichen

Die folgenden Befunde sind von besonderer Bedeutung:

  • Zeichen einer Infektion

Interpretation der Befunde

Das Fehlen von auffälligen Befunden deutet darauf hin, dass der Schmerz durch hormonelle Veränderungen oder großen, hängenden Brüsten verursacht wird. Pathologische Befunde können auf andere spezifische Störungen hinweisen.

Tests

Bei unerklärlichen und bis zu einigen Monaten andauernden Schmerzen sollte ein Schwangerschaftstest gemacht werden, insbesondere auch dann, wenn weitere Symptome oder Zeichen einer Schwangerschaft vorliegen.

Andere Tests sind selten indiziert—nur wenn durch die körperlichen Befunde ein Verdacht auf eine andere Störung besteht, die abgeklärt werden muss.

Behandlung

Bei menstruationsabhängiger Mastalgie sind meist Paracetamol oder NSAR wirksam. Bei starken Schmerzen kann kurzzeitig mit Danazol oder Tamoxifen behandelt werden. Diese Arzneimittel hemmen Östrogen und Progesteron. Die Einnahme muss beendet werden, wenn Östrogen oder ein Gestagen eingenommen wird.

Bei schwangerschaftsabhängigen Brustschmerzen können feste, stützende Büstenhalter oder/und Paracetamol hilfreich sein.

Aktuelle Hinweise deuten darauf hin, dass Nachtkerzenöl die Schwere der Mastalgie reduzieren kann.

Wichtige Punkte

  • Diffuse beidseitige Brustschmerzen können meist auf hormonelle Veränderungen oder große, hängende Brüste zurückzuführen sein und weisen keine anomalen körperliche Befunde auf.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN