honeypot link

Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Abklärung der Erkrankungen der Brustdrüse

Von

Mary Ann Kosir

, MD, Wayne State University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jan 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
Quellen zum Thema

Beschwerden im Bereich der Brust (z. B. Raumforderungen, Mamillensekretion, Schmerzen) kommen häufig vor und sind in den USA jährlich für > 15 Millionen Arztbesuche verantwortlich. Auch wenn > 90% der Beschwerden eine gutartige Ursache haben, bleibt das Mammakarzinom immer eine Differenzialdiagnose. Weil das Mammakarzinom häufig ist und vielen gutartigen Erkrankungen ähnlich sehen kann, sollte bei der Abklärung aller Beschwerden und Auffälligkeiten im Bereich der Brustdrüse ein Karzinom sicher ausgeschlossen oder bestätigt werden.

Bewertung

Historie

Die Anamnes beinhaltet folgende Punkte:

  • Dauer der Symptome

  • Bezug der Symptome zu Menses und Schwangerschaft

  • Vorhandensein und Art von Schmerzen, Ausfluss und Hautveränderungen

  • Einnahme von Arzneimitteln, einschließlich Hormontherapie

  • Brustkrebs in der eigenen oder Familienanamnese

  • Datum und Ergebnisse der letzten Mammographie

Untersuchung der Brust

Grundsätzlich ist die Untersuchung der Brust durch Arzt und Patientin gleich.

Die Brüste werden auf Asymmetrie in Form, Brustwarzeninversion (Retraktion), Wölbung und Hautvertiefung untersucht ( Untersuchung der Brust A und B für normale Positionen). Auch wenn ein Größenunterschied zwischen den Brüsten häufig ist, sollte jede Brust eine regelmäßige Kontur haben. Manchmal wird ein tieferliegender Tumor dadurch entdeckt, dass man die Patientin beide Hände gegen die Hüften pressen oder beide Handflächen vor der Stirn zusammenpressen lässt ( Untersuchung der Brust C und D). In diesen Positionen ist die Pectoralismuskulatur angespannt, und es kann eine geringe Eindellung der Haut sichtbar werden, wenn ein wachsender Tumor das Cooper’sche Ligament fixiert hat.

Die Brustwarzen werden gequetscht, um eine Sekretion zu prüfen und, falls vorhanden, ihre Quelle zu bestimmen (z.B. ob sie mehrdrähtig ist).

Untersuchung der Brust

Die Untersuchungspositionen sind folgenden: sitzende oder stehende Patientin (A) mit den Armen an der Seite; (B) mit über den Kopf erhobenen Armen und somit angehobener pektoraler Faszie und Mamma; (C) die Hände sind fest gegen die Hüften gepresst; oder (D) die Handflächen sind vor der Stirn zusammengepresst, sodass die Pectoralismuskulatur angespannt ist. (E) Palpation der Axilla: Der Arm wird wie abgebildet gehalten, um die Pectoralismuskulatur zu entspannen. (F) Die Patientin wird in Rückenlage mit einem Kissen unter der Schulter und mit auf der zu untersuchenden Seite über den Kopf erhobenem Arm untersucht. (G) Palpation der Brust in einem kreisförmigen Muster von der Mamille nach außen.

Untersuchung der Brust

Die axillären und supraklavikulären Lymphknoten werden am einfachsten bei der sitzenden oder stehenden Patientin untersucht ( Untersuchung der Brust E). Das Halten des Patientenarmes während der Untersuchung der Axilla erlaubt eine komplette Relaxierung des Armes, sodass auch tiefe axilläre Knoten getastet werden können.

Die Brust wird zunächst an der sitzenden Patientin getastet, dann erneut in Rückenlage mit dem ipsilateralen Arm über dem Kopf und einem Kissen unter der ipsilateralen Schulter ( Untersuchung der Brust F). Letztere Position wird auch für die Selbstuntersuchung benutzt; die Patientin untersucht ihre Brust mit der kontralateralen Hand. Eine seitliche Lagerung, sodass die Brust auf der Untersuchungsseite nach medial fällt, kann helfen, eine Druckschmerzhaftigkeit der Brustdrüse von einer Druckschmerzhaftigkeit der Brustwand zu unterscheiden, da so die Brustwand getrennt vom Brustdrüsengewebe untersucht werden kann.

Die Brustdrüse sollte mit der palmaren Oberfläche des 2., 3. und 4. Fingers systematisch in einem von der Mamille bis zu den Außenrändern reichenden kreisförmigen Muster abgetastet werden ( Untersuchung der Brust G). Die genaue Lokalisation und Größe (mit einer Schublehre gemessen) jedes auffälligen Befundes sollte auf einer Skizze der Brust vermerkt werden, die Bestandteil der Patientenakte wird. Ferner sollte die Konsistenz des Befundes beschrieben und festgehalten werden, wie gut oder schlecht er vom umgebenden Gewebe abgegrenzt werden kann. Das Feststellen von Abnormalitäten bei der körperlichen Untersuchung, kann bedeuten, dass eine Biopsie notwendig ist, auch wenn die Bildgebung keine pathologischen Befunde ergibt.

Warnhinweise

Die folgenden Befunde sind von besonderer Bedeutung:

  • Eine Masse, die sich deutlich von anderem Brustgewebe unterscheidet

  • Eine Masse, die an der Haut oder der Brustwand befestigt ist.

  • Eine persistente Masse

  • Anhaltende Brustschwellung

  • Peau d'Orange (Pitting, Falten, Rötung, Verdickung oder Dellen in der Haut der Brust)

  • Schuppige Haut um die Brustwarze

  • Veränderungen in der Form der Brust

  • Veränderungen der Brustwarze (z. B. Retraktion)

  • Eine einseitige Entlastung von der Brustwarze, besonders wenn sie blutig ist und/oder spontan auftritt

Testing

Bildgebende Untersuchungenwerden benutzt für

  • Screening: Prüfung von asymptomatischen Frauen, um Krebs im Frühstadium zu erkennen

  • Diagnose: Evaluation von Brustabnormalitäten (z. B. Raumforderungen, Mamillensekretion)

Alle Frauen sollten auf Brustkrebs untersucht werden. Alle Fachgesellschaften und Gruppen stimmen mit diesem Konzept überein, obwohl sie unterschiedlicher Meinung sind, was das empfohlenen Alter angeht, indem das Screening begonnen werden sollte und was die genaue Frequenz des Screenings betrifft.

Die Empfehlung für ein Mammographie-Screening für Frauen mit durchschnittlichem Risiko variieren, aber im Allgemeinen, beginnt das Screening im Alter von 40 oder 50 Jahren und wird jedes Jahr oder alle zwei Jahre bis zum Alter von 75 Jahren wiederholt, oder bis die Lebenserwartung < 10 Jahre beträgt (siehe Tabelle: Empfehlungen für Brustkrebs-Screening-Mammographie bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko). Die Mammographie ist bei älteren Frauen effektiver, da mit zunehmendem Alter fibroglanduläres Brustdrüsengewebe durch Fettgewebe ersetzt wird und dieses sich leichter von abnormem Gewebe abgrenzen lässt. Die Mammographie ist weniger empfindlich bei Frauen mit dichtem Brustgewebe; einige Staaten ordnen an, dass Patientinnen darüber informiert werden, dass sie dichtes Brustgewebe haben, wenn es durch ein Mammographie-Screening entdeckt wird.

Tabelle
icon

Empfehlungen für Brustkrebs-Screening-Mammographie bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko

Empfehlungen

USPSTF

ACS

AKP

AAFP

ACOG

ACR

NCCN

Initiation Alter (Jahre)

50*

45

50*

50*

40

40

40

Häufigkeit (Jahre)

2

Jährlich bis zum Alter von 54, dann alle 2 Jahre

1–2

2

1

1

1

Endalter (Jahre)

75

Wenn die Lebenserwartung <10 Jahre

75

75

75

75

75

* Frauen im Alter von 40 bis 50: Beratung über Risiken und Nutzen der Mammographie wird empfohlen, und die Untersuchung kann basierend auf Risiko und Präferenzen der Patientin erfolgen.

Frauen im Alter von ≥ 75: Screening kann durchgeführt werden, wenn die Lebenserwartung gut ist oder der Patient es fordert.

AAFP = American Academy of Family Physicians; ACOG = American College of of Obstetricians and Gynecologists; ACP = American College of Physicians; ACR = American College of Radiology; ACS = American Cancer Society; NCCN = National Comprehensive Cancer Network; USPSTF = US Preventive Services Task Force.

Bei der Mammographie werden niedrigdosierte Röntgenbilder beider Brüste in Weichstrahltechnik in 1 (schräg) oder 2 Ebenen (schräg und kraniokaudal) erstellt. Nur ungefähr 10 bis 15% der auffälligen Befunde haben ihren Ursprung in einem Malignom. Die Aussagekraft einer Mammographie hängt zum Teil von den verwendeten Techniken und der Erfahrung des Befunders ab; mehr als 15% der Befunde können falsch-negativ sein. Zur Unterstützung der Diagnostik werten manche Zentren digitale Mammographiebilder per Computer aus. Solche Systeme werden nicht als alleiniges Diagnoseverfahren empfohlen, sie scheinen aber die Sensitivität zur Erkennung kleiner Malignome durch die Radiologen zu erhöhen.

Eine Brust-Tomosynthese (3-dimensionale Mammographie), durchgeführt mit der digitalen Mammographie, erhöht die Rate der Krebserkennung leicht und verringert die Rate des "Recall-Imaging"; diese Untersuchung ist für Frauen mit dichtem Brustgewebe hilfreich. Allerdings setzt der Test Frauen fast doppelt so hoher Strahlung aus wie eine herkömmliche Mammographie.

Eine diagnostische Mammographie wird für Folgendes eingesetzt:

  • Abklärung von Knoten, Schmerzen und Mamillensekretion

  • Bestimmen Sie Größe und Lokalisation einer Läsion und stellen Sie Bilder des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten dar.

  • Leitfaden-Biopsie

  • Fertigen Sie nach der Operation, ein Aufnahme von der Brust und der ausgeschnittenen Rumforderung an, um festzustellen, ob die Exzision vollständig war.

Bei der diagnostischen Mammographie ist die Darstellung in mehr Ebenen nötig als bei der Vorsorgeuntersuchung. Zu den Aufnahmen gehören vergrößerte Aufnahmen und Punktdruckaufnahmen, die eine bessere Visualisierung von verdächtigen Bereichen bieten.

Sonographie kann benutzt werden, um Folgendes zu prüfen:

  • Diagnostizieren Sie Brustabnormalitäten

  • Bestimmen Sie abnorme axilläre Lymphknoten, die vielleicht eine Stanzbiopsie erforderlich machen

  • Brustkrebsstadium

  • Bewerten Sie die durch MRT oder Mammographie entdeckten Anomalien (stellen Sie z. B. fest, ob sie solide oder zystisch sind)

MRT wird für Folgendes eingesetzt:

  • Diagnostizieren Sie Brustabnormalitäten

  • Vor der Operation genaue Bestimmung der Tumorgröße sowie der Brustwandbeteiligung und der vorhandenen multiplen Tumoren.

  • Identifizieren Sie anormale axilläre Lymphknoten (um zu helfen, das Stadium von Brustkrebs einzuteilen).

Bei Frauen mit hohem Risiko für Brustkrebs (z. B. mit einer BRCA Gen-Mutation oder einem berechneten Lebensdauerrisiko für Brustkrebs von ≥ 20%), sollte das Screening neben klinischer Brustuntersuchung und Mammographie eine MRT enthalten. Zur Vorsorge bei Frauen mit durchschnittlichem oder nur leicht erhöhtem Brustkrebsrisiko gilt die MRT als nicht angemessen.

Wenn Frauen dichtes oder heterogen dichtes Brustgewebe haben, sollte eine ergänzende Screening-Bildgebung (z. B. Sonographie plus Mammographie) besprochen werden.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN