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Fetale Geburtsstörungen

Von

Julie S. Moldenhauer

, MD, Children's Hospital of Philadelphia

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Unter einer fetalen Geburtsstörung versteht man eine anomale kindliche Größe oder Lage, die zu einer schwierigen Geburt führt. Die Diagnose ergibt sich aus Untersuchung, Ultraschall oder aus der Erklärung für eine verstärkte Wehentätigkeit. Die Therapie besteht aus Handgriffen und Maßnahmen zur Lageänderung des Feten, in operativer vaginaler Geburt oder Kaiserschnitt.

Fötale Dystokie kann auftreten, wenn der Fötus Folgendes ist

  • Zu groß für die Beckenöffnung (fetopelvine Disproportion)

  • Abnormal positioniert (z. B. Verschlussprothese)

Die normale Haltung ist eine vordere Hinterhauptslage.

Relatives Missverhältnis

Durch vorgeburtliche klinische Einschätzung der Beckenmaße und Sonographie und bei protrahiertem Geburtsverlauf ist an die Diagnose der fetopelvischen Disproportionierung zu denken.

Wenn die verstärkte Wehentätigkeit einen normalen Geburtsfortschritt bewirkt und das Kind < 5000 g bei Frauen ohne Diabetes oder < 4500 g bei Frauen mit Diabetes wiegt, kann die Geburt sicher fortgesetzt werden.

Wenn der Geburtsfortschritt in der 2. Geburtsphase nur langsamer als erwartet verläuft, muss abgeschätzt werden, ob eine operative vaginale Entbindung (durch Zange oder Saugglocke) sicher und angemessen ist.

Hintere Hinterhauptslage

Die häufigste Haltungsanomalie ist die hintere Hinterhauptslage.

Der kindliche Nacken ist dabei gewöhnlich leicht deflektiert; daher muss ein größerer Durchmesser des Kopfes das kleine Becken passieren.

Viele hintere Hinterhauptslagen erfordern eine operative vaginale Entbindung oder einen Kaiserschnitt.

Gesichts- oder Stirnlage

In Gesichtslage ist der Kopf weit überstreckt, und die Position wird durch die Lage des Kinns definiert. Wenn das Kind dorsal liegt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich der Kopf dreht und die Entbindung vaginal erfolgt, was einen Kaiserschnitt erforderlich macht.

Die Stirnlage dreht sich normalerweise spontan inSchädel- oder Gesichtslage.

Beckenendlage

Die zweithäufigste Lageanomalie ist die Beckenendlage (das Gesäß führt vor dem Kopf). Es werden mehrere Typen unterschieden:

  • Reine Steißlage: Die fetalen Hüften sind gebeugt und die Knie gestreckt (spitze Lage).

  • Vollkommene Steißlage: Der Fetus scheint mit gebeugten Hüften und Knien zu sitzen.

  • Einfache oder doppelte Fußlage: Ein oder beide Beine sind vollkommen gestreckt und liegen vor dem Steiß.

Die Beckenendlage ist in erster Linie deshalb ein Problem, weil der vorangehende Teil nur als gering dilatierender Keil wirkt, wodurch es im weiteren Geburtsverlauf zu einer Einklemmung des Kopfes, oft mit Kompression der Nabelschnur, kommen kann.

Eine Nabelschnurkompression verursacht möglicherweise eine fetale Hypoxämie. Der kindliche Kopf kann die Nabelvene komprimieren, wenn der Nabel des Kindes im Introitus sichtbar wird, vor allem bei Erstgebärenden, deren Beckengewebe noch nicht durch vorausgegangene Geburten vorgedehnt wurde.

Zu den Prädispositionsfaktoren für Beckenendlage gehören

Bei vaginaler Geburt kann eine Beckenendlage das Risiko erhöhen für

Komplikationen zu verhindern, ist effektiver und einfacher, als sie zu therapieren, daher muss eine Lageanomalie vor der Geburt erkannt werden. Normalerweise erfolgt ein Kaiserschnitt in der 39. SSW oder wenn sich die Frau unter der Geburt befindet, obwohl eine externen Kopfwendung vor der Geburt, meistens in der 37. oder 38. SSW, das Kind in einigen Fällen in Schädellage bringen kann. Diese Technik beinhaltet leichten Druck auf das mütterlich Abdomen, um den Fetus zu positionieren. Hierbei kann eine einmalige Dosis eines kurzwirksamen Tokolytikums (Terbutalin 0,25 mg s.c.) bei einigen Frauen hilfreich sein (Anm. d. Red.: In Deutschland ist Terbutalin nicht als Tokolytikum zugelassen). Die Erfolgsrate liegt bei 50–75%.

Querlage

Die Lage des Feten ist quer, mit seiner körperlichen Längsachse eher schräg oder senkrecht als parallel zur mütterlichen Längsachse. Im Falle einer verschleppten Querlage mit führender Schulter muss ein Kaiserschnitt erfolgen, es sei denn, der Fetus ist ein zweiter Zwilling.

Position und Präsentation des Fötus

Gegen Ende der Schwangerschaft bewegt sich der Fötus zur Geburt. Normalerweise ist die Position eines Fötus nach hinten gerichtet (Hinterkopf anterior), Gesicht und Körper sind auf eine Seite angewinkelt und der Hals ist gebeugt, und die Darstellung erfolgt nach Kopf (cephalic).

Eine abnormale Position ist nach vorne gerichtet (Hinterhauptbein) und zu den abnormalen Darstellungen gehören Gesicht, Stirn, Verschluss und Schulter.

Position und Präsentation des Fötus
Position und Präsentation des Fötus

Schulterdystokie

Bei dieser seltenen Gegebenheit handelt es sich um eine Schädellage, bei der die kindliche Schulter hinter der Symphyse nach der Geburt des Kopfes festhängt und so eine vaginale Geburt verhindert. Eine Schulterdystokie wird daran erkannt, dass der Kopf, nachdem er das Perineum passiert hat, scheinbar fest gegen das Perineum zurückgezogen wird (Schildkrötenzeichen).

Zu den Risikofaktoren gehören

Das Risiko für neonatale Morbidität (z. B. Verletzung des Plexus brachialis, Knochenbrüche) und Mortalität sind erhöht.

Wenn die Schulterdystokie erkannt wurde, muss zusätzliches Personal zu Hilfe geholt werden, um verschiedene Handgriffe, mit denen die vordere Schulter gelöst werden kann, wiederholt zu versuchen:

  • Die Oberschenkel der Schwangeren werden stark angebeugt, um den Beckenausgang zu weiten (McRobert-Handgriff). Dabei wird zur Drehung und Befreiung der vorderen Schulter Druck oberhalb der Symphyse ausgeübt. Druck auf den Uterusfundus muss vermieden werden, da dies zu einer Verschlechterung der Bedingungen oder gar zur Uterusruptur führen kann.

  • Der Geburtshelfer führt eine Hand in die hintere Vagina ein und drückt die hintere Schulter in die Richtung, in der das Kind leichter gedreht werden kann (Schraubenhandgriff nach Wood).

  • Der Geburtshelfer führt eine Hand ein, beugt den hinteren Ellbogen und greift den Arm und die Hand über der fetalen Brust, um so den ganzen hinteren Arm des Kindes zu entwickeln.

Diese Handgriffe erhöhen das Risiko einer Fraktur des Oberarms oder Schlüsselbeins. Gelegentlich wird das Schlüsselbein absichtlich in eine Richtung weg von der fetalen Lunge gebrochen, um die Schulter zu lösen. Ein Dammschnitt kann jederzeit durchgeführt werden, um die Handgriffe zu erleichtern.

Wenn alle Handgriffe unwirksam sind, wird der Kopf des Kindes gebeugt und die wesentlichen Bewegungen der Geburt umgekehrt, der Kopf zurück in die Vagina oder den Uterus (Zavanelli-Handgriff) zurückgeschoben; das Kind wird dann durch Kaiserschnitt entbunden

Wichtige Punkte

  • Fetopelvinale Disproportion bewirkt, dass die Wehen langsamer voranschreiten als erwartet in der 2. Phase der Wehen, bewerten Sie Frauen, um festzustellen, ob die operative vaginale Geburt sicher und angemessen ist.

  • Viele hintere Hinterhauptslagen erfordern eine operative vaginale Entbindung oder einen Kaiserschnitt.

  • Bei Steißlage ist der präsentierende Teil ein schlechter dilatativer Keil, der dazu führen kann, dass der Kopf während der Geburt eingeklemmt wird und oft die Nabelschnur zusammengedrückt wird.

  • Bei Steißlage in der Regel Kaiserschnittentbindung in der 39 SSW oder während der Geburt, aber externe cephalische Version ist manchmal erfolgreich vor den Wehen, in der Regel in der 3.7 oder 38. SSW.

  • Sobald die Schulterdystokie erkannt wird, rufen Sie zusätzliches Personal in den Raum und versuchen Sie nacheinander verschiedene Manöver, um die vordere Schulter zu lösen. Wenn diese Manöver nicht erfolgreich sind, legen Sie den fötalen Kopf wieder in die Vagina oder in die Gebärmutter zurück und bringen Sie das Kind durch Kaiserschnitt auf die Welt.

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