Körperliche Veränderungen mit dem Altern

Vollständige Überprüfung: Apr. 2026 VonRichard G. Stefanacci, DO, MGH, MBA, Thomas Jefferson University, Jefferson College of Population Health | Peer-Review durchMichael R. Wasserman, MD, California Association of Long Term Care Medicine (CALTCM)
Letzte Aktualisierung: Apr. 2026
v1130803_de
Aussicht hier klicken.

Die meisten altersabhängigen biologischen Funktionen erreichen ihr Maximum etwa um das 30. Lebensjahr und nehmen danach linear ab (siehe Tabelle (1); kritisch kann der Rückgang bei Stressbelastung sein, üblicherweise hat er jedoch keinen oder nur geringen Einfluss auf die Alltagsaktivitäten. Daher sind eher Störungen als der normale Alterungsprozess der Hauptgrund für einen Funktionsverlust im Alter.

Der altersbedingte Rückgang kann in vielen Fällen zumindest teilweise auf Lebensstil, Verhalten, Ernährung und Umweltfaktoren zurückgeführt und somit beeinflusst werden. Beispielsweise kann aerober Ausgleichssport einen Abfall der maximalen Leistungsfähigkeit (Sauerstoffverbrauch pro Zeiteinheit oder VO2max), Muskelkraft und Glukosetoleranz bei gesunden, aber vorwiegend sitzenden älteren Menschen verhindern oder teilweise rückgängig machen.

Weniger als 15% der älteren Erwachsenen erfüllen die Empfehlungen für aerobe und muskelstärkende körperliche Aktivität der Leitlinien des U.S. Department of Health and Human Services (HHS) (2). Ältere Erwachsene neigen aus mehreren Gründen dazu, weniger als Menschen anderer Altersgruppen aktiv zu sein, am häufigsten deshalb, weil Krankheiten ihre körperliche Aktivität einschränken.

Körperliche Aktivität für ältere Menschen bietet viele Vorteile, die die Risiken weit übertreffen (z. B. Stürze, Bänderrisse, Zerrungen). Die Vorteile sind (3)

  • Reduziertes Risiko für Gesamtmortalität und krankheitsspezifische Mortalität

  • Erhaltung von Skelettmuskelkraft, aerober Kapazität und Knochendichte, die zur größeren Mobilität und Unabhängigkeit beitragen

  • Reduziertes Risiko für Adipositas

  • Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inkl. Rehabilitation nach Myokardinfarkt), Diabetes, Osteoporose, Kolonkarzinom und psychiatrischen Erkrankungen (insbesondere affektive Störungen)

  • Verhütung von Stürzen und damit zusammenhängenden Verletzungen durch Verbesserung von Muskelkraft, Gleichgewicht, Koordination, Gelenkfunktion und Ausdauer

  • Verbesserte Funktionstüchtigkeit

  • Gelegenheiten für soziale Interaktion

  • Verbesserte Wahrnehmung von Wohlbefinden

  • Möglicherweise verbesserte Schlafqualität

Körperliche Aktivität ist eine der wenigen Interventionen zur Wiederherstellung der physiologischen Leistungsfähigkeit, nachdem diese bereits verloren gewesen war.

Tabelle
Tabelle

Die nicht modifizierbaren Auswirkungen des Alterns sind möglicherweise weniger gravierend als früher angenommen, und für viele Menschen könnte durch eine bessere Behandlung chronischer Erkrankungen und Anpassungen des Lebensstils ein gesünderes und vitaleres Altern möglich sein (4).

Allgemeine Literatur

  1. 1. Weale RA. Biorepair mechanisms and longevity. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2004;59(5):449-454. doi:10.1093/gerona/59.5.b449

  2. 2. US Department of Health and Human Services: Office of Disease Prevention and Health Promotion. Midcourse Report: Implementation Strategies for Older Adults. Accessed January 22, 2025.

  3. 3. Piercy KL, Troiano RP, Ballard RM, et al. The Physical Activity Guidelines for Americans. JAMA. 2018;320(19):2020-2028. doi:10.1001/jama.2018.14854

  4. 4. Sakaniwa R, Noguchi M, Imano H, et al. Impact of modifiable healthy lifestyle adoption on lifetime gain from middle to older age. Age Ageing. 2022;51(5):afac080. doi:10.1093/ageing/afac080

Bewegung bei älteren Erwachsenen

Ältere Erwachsene sollten sich bemühen, die folgenden Kategorien von Bewegung einzubeziehen:

  • Ausdauer (aerob)

  • Krafttraining

  • Gleichgewichtstraining

  • Flexibilität

So empfehlen die CDC-Leitlinien für körperliche Aktivität für Amerikaner, dass Erwachsene ≥ 65 Jahre mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig intensive aerobe Aktivität und zusätzlich an mindestens zwei Tagen pro Woche Krafttraining absolvieren sollten, um erhebliche gesundheitliche Vorteile zu erzielen (1). Körperliche Betätigung bei älteren Erwachsenen kann die körperliche Funktion (z. B. Gleichgewicht, Gang) verbessern sowie die Anzahl von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen verringern (2).

Die aerobe Aktivität sollte mindestens mäßig intensiv sein (z. B. zügiges Gehen, Wassergymnastik, Radfahren in lockerem Tempo).

Krafttraining kann das Heben von Gewichten, die Verwendung von Widerstandsbändern, schwere Gartenarbeit und Yoga umfassen. Das spezifische Programm kann je nach Gesundheitszustand und Fitnessniveau angepasst werden. So kann beispielsweise ein Stuhltrainingsprogramm mit leichten Gewichten und Ganzkörperbewegungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sein. Übungen im Wasser können für Menschen mit Arthrose vorteilhaft sein (3) und können auch für Aerobic-Übungen genutzt werden. Ein hochintensives Krafttraining ist besonders für gebrechliche Patienten geeignet, die zu Sarkopenie und Schwäche neigen. Wenn beim Krafttraining verschiedene Arten von Übungen zum Programm gehören, verbessern die vielen Übungen die Flexibilität, und die verbesserte Muskelkraft verbessert die Gelenkstabilität und damit das Gleichgewicht.

Gleichgewichtsübungen (z. B. Tai Chi, Rückwärtsgehen) werden für sturzgefährdete ältere Menschen empfohlen.

Bei Flexibilitätsübungen werden die wichtigsten Muskelgruppen mehrmals pro Woche gedehnt, idealerweise nach dem Training, wenn die Muskeln am wenigsten dehnungsresistent sind (d. h. wenn sie aufgewärmt sind). Ein Beispiel ist die Läuferdehnung, die den M. gastrocnemius dehnt.

Diese Trainingsempfehlungen sind sicher und für die meisten älteren Erwachsenen, einschließlich derjenigen mit chronischen Erkrankungen, von Nutzen. Im Allgemeinen haben Gehen und andere Ausdauerübungen mittlerer Intensität die beste Evidenz zur Reduktion des Risikos chronischer Erkrankungen (4). Unabhängig von der Art des Programms kann Sport älteren Menschen helfen, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.

Es wird weiterhin empfohlen, einen Arzt zu konsultieren, bevor Sie Ihre körperliche Aktivität erheblich steigern. Personen, die ein hohes Risiko für Herzerkrankungen haben, sollten von einer medizinischen Fachkraft überwacht werden, wenn sie intensiv trainieren.

Medikamente und körperliche Betätigung

Dosierungen von Insulin und oralen Antidiabetika bei Diabetikern müssen eventuell angepasst werden gemäß der zu erwartenden Bewegung, um Hypoglykämien während des Trainings zu vorzubeugen (5).

Dosierungen von Medikamenten, die eine orthostatische Hypotonie verursachen können (z. B. Antidepressiva, Antihypertensiva, Hypnotika, Anxiolytika, Diuretika), müssen eventuell reduziert werden, um die Exazerbation einer Orthostase durch Flüssigkeitsverlust während des Trainings zu vermeiden. Für Patienten, die solche Medikamente einnehmen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Trainings entscheidend.

Einige sedierende Hypnotika können die körperliche Leistung durch Senkung des Aktivitätsniveaus oder durch unterdrücken von Muskeln und Nerven reduzieren. Diese und andere psychoaktive Medikamente oder illegale Drogen erhöhen das Risiko von Stürzen. Das Absetzen solcher Medikamente oder die Verringerung ihrer Dosis kann notwendig sein, um das Training sicher zu machen und den Patienten zu helfen, ihren Trainingsplan zu befolgen.

Allgemeine Literatur

  1. 1. U.S. Department of Health and Human Services: Office of Disease Prevention and Health Promotion. Midcourse Report: Implementation Strategies for Older Adults. Accessed January 22, 2025.

  2. 2. García-Hermoso A, Ramirez-Vélez R, Sáez de Asteasu ML, et al. Safety and Effectiveness of Long-Term Exercise Interventions in Older Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Sports Med. 2020;50(6):1095-1106. doi:10.1007/s40279-020-01259-y

  3. 3. Bartels EM, Juhl CB, Christensen R, et al. Oral dextrose gel for the treatment of hypoglycaemia in newborn infants. Cochrane Database Syst Rev. 2016;3(3):CD005523. Published 2016 Mar 23. doi:10.1002/14651858.CD005523.pub3

  4. 4. Piercy KL, Troiano RP, Ballard RM, et al. The Physical Activity Guidelines for Americans. JAMA. 2018;320(19):2020-2028. doi:10.1001/jama.2018.14854

  5. 5. Izquierdo M, Ramírez-Vélez R, Fiatarone Singh MA. Integrating exercise and medication management in geriatric care: a holistic strategy to enhance health outcomes and reduce polypharmacy. Lancet Healthy Longev. 2025;6(9):100763. doi:10.1016/j.lanhl.2025.100763

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_QR_Pro_326iOS ANDROID