Unter einer Dysphagia lusoria versteht man die Kompression der Speiseröhre durch angeborene Gefäßanomalien.
Die vaskuläre Anomalie besteht meist in einer aberranten rechten A. subclavia, die aus der linken Seite des Aortenbogens entspringt, einem doppelten Aortenbogen oder einem rechten Aortenbogen mit aberranter linker A. subclavia oder linkem Ligamentum arteriosum (1, 2). Die Dysphagie entsteht in der Regel in der Kindheit, aber auch später im Leben, wenn aberrante Gefäße arteriosklerotische Veränderungen zeigen.
Die endgültige Diagnose erfolgt in der Regel mittels CT-Angiographie oder MRT (3, 4). Weitere Untersuchungen können eine Breischluckuntersuchung umfassen, die eine extrinsische Ösophaguskompression zeigt, eine Echokardiographie, die eine abnorme Gefäßanatomie anzeigen oder darstellen kann, sowie eine Bronchoskopie, die bei gleichzeitiger Beteiligung der Atemwege durchgeführt werden kann und eine für Gefäßringe typische pulsatile Kompression nachweisen kann.
Die meisten Patienten mit im Erwachsenenalter diagnostizierten Gefäßringen benötigen keine Behandlung, aber nach sorgfältiger Abwägung von Risiken und Nutzen wird gelegentlich eine chirurgische Korrektur durchgeführt, um Symptome zu lindern oder wenn ein assoziiertes thorakales Aortenaneurysma oder eine Dissektion vorliegt (3, 4). Bei Kindern hängt die Entscheidung zur operativen Therapie von der ösophagealen und respiratorischen Symptomatik, der Art des Gefäßrings sowie spezifischen anatomischen Merkmalen wie der Größe des Kommerell‑Divertikels ab.
Literatur
1. Janssen M, Baggen MG, Veen HF, et al. Dysphagia lusoria: clinical aspects, manometric findings, diagnosis, and therapy. Am J Gastroenterol. 2000;95(6):1411-1416. doi: 10.1111/j.1572-0241.2000.02071.x
2. Saran N, Dearani J, Said S, et al. Vascular Rings in Adults: Outcome of Surgical Management. Ann Thorac Surg. 2019;108(4):1217-1227. doi:10.1016/j.athoracsur.2019.04.097
3. Czerny M, Grabenwöger M, Berger T, et al. EACTS/STS Guidelines for diagnosing and treating acute and chronic syndromes of the aortic organ. Eur J Cardiothorac Surg. 2024;65(2):ezad426. doi:10.1093/ejcts/ezad426
4. Isselbacher EM, Preventza O, Hamilton Black J 3rd, et al. 2022 ACC/AHA Guideline for the Diagnosis and Management of Aortic Disease: A Report of the American Heart Association/American College of Cardiology Joint Committee on Clinical Practice Guidelines. Circulation. 2022;146(24):e334-e482. doi:10.1161/CIR.0000000000001106



