Nävi (Muttermale)

(Nävuszellnävi)

VonDenise M. Aaron, MD, Dartmouth Geisel School of Medicine
Reviewed ByJoseph F. Merola, MD, MMSc, UT Southwestern Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Aug. 2025
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Nävi sind fleischfarbene bis braune Makulae, Papeln oder Knötchen aus Melanozyten- oder Nävuszell-Nestern. Ihre Hauptbedeutung (abgesehen von der Kosmetik) liegt in ihrer Ähnlichkeit und/oder dem Risiko der Transformation zum Melanom. Pigmentierte Läsionen werden auf verdächtige Merkmale untersucht (bekannt als die ABCDE-Regel des Melanoms) und umfassen: Asymmetrie, unregelmäßige Begrenzung, unterschiedliche Farben innerhalb einer Läsion oder ungewöhnliche Farben wie Blau, Schwarz oder Rot, ein Durchmesser von > 6 mm sowie eine Evolution (d.h. eine Veränderung eines bestehenden Muttermals oder das Auftreten eines neuen Muttermals, das auf einen atypischen Nävus oder ein Melanom hindeuten könnte).

Fast jeder Mensch besitzt einige Nävi, die meist während der Kindheit oder Jugend entstanden sind. Es gibt verschiedene Arten von Nävi (siehe Tabelle ). Im Laufe der Jugend treten oft noch mehr Nävi auf und die bereits vorhandenen können sich vergrößern oder dunkler werden. Nävuszellen können bei älteren Erwachsenen schließlich durch Fett- oder Bindegewebe ersetzt werden, und diese Nävi ändern typischerweise ihre Konsistenz, werden weicher und schwammiger oder fester und weniger pigmentiert. Nävi können auch während der Schwangerschaft dunkler werden.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein einzelner Nävus maligne wird (das Lebenszeitrisiko beträgt etwa 1 zu 3000 bei Männern und 1 zu 10.000 bei Frauen) (1). Patienten mit einer großen Anzahl von Nävi (> etwa 50), atypischen Nävi oder einer familiären Vorbelastung für Melanome haben jedoch ein erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Insbesondere scheint es ein etwa 4-fach höheres Melanomrisiko bei Patienten zu geben, die ≥ 25 Muttermale oder ≥ 4 atypische Muttermale haben (2).

Tabelle
Tabelle

Blaue Nävi sind gutartige Nävi, die als bläulich-graue Makulae oder dünne Papeln auftreten. Die scheinbar blaue Farbe entsteht durch die Tiefe und Dichte des Pigments in der Haut.

Bilder von Muttermalen
Blasenmole

Nävi sind fleischfarbene bis braune Makulae, Papeln oder Knötchen aus Melanozyten- oder Nävuszell-Nestern. Leberflecken entwickeln sich bei fast allen Menschen und sind vor allem deshalb bedeutsam, weil sie dysplastisch oder bösartig werden können und von einem Melanom unterschieden werden müssen.

Nävi sind fleischfarbene bis braune Makulae, Papeln oder Knötchen aus Melanozyten- oder Nävuszell-Nestern. Leberflecke

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Image provided by Thomas Habif, MD.

Junktionsnävi

Junktionsnävi sind gut abgegrenzte gleichmäßig pigmentierte braune Makulae und Flecken.

Junktionsnävi sind gut abgegrenzte gleichmäßig pigmentierte braune Makulae und Flecken.

Image courtesy of Marie Schreiner, PA-C.

Compound-Nävus

Ein Compound-Nävus ist eine gut abgegrenzte braune Papel.

Ein Compound-Nävus ist eine gut abgegrenzte braune Papel.

Image courtesy of Marie Schreiner, PA-C.

Dermaler Nävus

Intradermaler Naevus, der sich als hautfarbenes, erhabenes Knötchen auf der Kopfhaut präsentiert.

Intradermaler Naevus, der sich als hautfarbenes, erhabenes Knötchen auf der Kopfhaut präsentiert.

© Springer Science+Business Media

Halonävus

Dieses Foto zeigt einen Halo-Nävus, der von einem Ring depigmentierter Haut umgeben ist, neben einem Naevus ohne Halo.

Dieses Foto zeigt einen Halo-Nävus, der von einem Ring depigmentierter Haut umgeben ist, neben einem Naevus ohne Halo.

DermPics/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Blauer Nävus

Dieses Foto zeigt einen blauen Naevus, der aus dunkel pigmentierten Zellen (Melanozyten) besteht.

Dieses Foto zeigt einen blauen Naevus, der aus dunkel pigmentierten Zellen (Melanozyten) besteht.

DermPics/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Allgemeine Literatur

  1. 1. Tsao H, Bevona C, Goggins W, et al: The transformation rate of moles (melanocytic nevi) into cutaneous melanoma: A population-based estimate. Arch Dermatol139(3):282-288, 2003. doi: 10.1001/archderm.139.3.282

  2. 2. Titus-Ernstoff L, Perry AE, Spencer SK, et al. Pigmentary characteristics and moles in relation to melanoma risk. Int J Cancer. 2005;116(1):144-149. doi:10.1002/ijc.21001

Diagnose von Muttermalen

  • Primär Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Manchmal Biopsie

Nävi sind sehr häufig, daher erfolgt die Diagnose von Nävi in erster Linie klinisch. Allerdings sollten eine Biopsie und histologische Auswertung in Betracht gezogen werden, wenn Nävi bestimmte besorgniserregende Merkmale (bekannt als die ABCDEs von Melanomen) besitzen (1):

  • A: Asymmetrie – asymmetrisches Aussehen

  • B: (Borders) Grenzen – unregelmäßige Grenzen (d. h. nicht rund oder oval)

  • C: Farbe – Farbvariation innerhalb des Muttermals, ungewöhnliche Farben oder eine Farbe, die sich deutlich von den anderen Nävi des Patienten unterscheidet oder dunkler ist

  • D: Durchmesser – > 6 mm

  • E: (Evolution) Veränderung – neuer Nävus bei einem Patienten > 30 Jahre alt oder ein sich verändernder Nävus

Wenn ein Nävi beginnt zu schmerzen, zu jucken, zu bluten oder zu ulzerieren, kann eine Biopsie ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Die Biopsieprobe muss ausreichend tief sein, um eine genaue mikroskopische Diagnose zu ermöglichen, und sollte nach Möglichkeit die gesamte Läsion umfassen – insbesondere, wenn ein starker Verdacht auf Malignität besteht. Allerdings sollte die ausgedehnte primäre Exzision nicht Therapie der Wahl sein, auch nicht bei hochgradig anormal erscheinenden Läsionen. Viele dieser Läsiobnen sind keine Melanome; sogar im Falle eines Melanoms werden die richtige Behandlungsmarge und eine Empfehlung für ein Lymphknoten-Sample augrund von histopathologischen Merkmalen festgelegt. Eine Schnittbiopsie erhöht das Metastasierungsrisiko nicht, sofern die Läsion maligne ist.

Diagnosehinweis

  1. 1. Rigel DS, Friedman RJ, Kopf AW, et al. ABCDE--an evolving concept in the early detection of melanoma. Arch Dermatol. 2005;141(8):1032-1034. doi:10.1001/archderm.141.8.1032

Behandlung von Muttermalen

  • Manchmal Exzision

Da die überwiegende Mehrheit der Nävi gutartig bleibt und das Risiko einer malignen Transformation äußerst gering ist, würde die systematische Entfernung aller Nävi nur einen geringen Nutzen bringen und die Patienten unnötigen Komplikationen und erhöhten Gesundheitskosten aussetzen. Nävi sollten jedoch entfernt werden, wenn sie klinische oder dermatoskopische Merkmale aufweisen, die auf ein Melanom hindeuten, oder wenn andere spezifische Bedenken bestehen, wie z. B. Schwierigkeiten bei der Überwachung oder andere störende Symptome (1). Nävi können durch Rasieren oder Exzision entfernt werden. Alle entfernten Nävi sollten histologisch untersucht werden.

Patienten mit einer großen Anzahl von Nävi sollten angeleitet werden, selbst auf Warnzeichen zu achten (z. B. die ABCDE-Regel des Melanoms) und eine Hautüberwachung als Teil ihrer primären Versorgung zu haben, um die Früherkennung von Melanomen zu unterstützen.

Treatment reference

  1. 1. Kim CC, Swetter SM, Curiel-Lewandrowski C, et al. Addressing the knowledge gap in clinical recommendations for management and complete excision of clinically atypical nevi/dysplastic nevi: Pigmented Lesion Subcommittee consensus statement. JAMA Dermatol. 2015;151(2):212-218. doi:10.1001/jamadermatol.2014.2694

Wichtige Punkte

  • Fast jeder hat Nävi, Patienten mit > etwa 50 haben ein erhöhtes Risiko für ein Melanom.

  • Biopsie in Betracht ziehen, wenn Nävi die ABCDE-Merkmale aufweisen: Asymmetrie; unregelmäßige BGrenzen; mit hohem Risiko behaftete CFarben (Variationen innerhalb oder zwischen Nävi oder ungewöhnliche Farben); Durchmesser > 6 mm; Evolution (neue Nävi im Alter von > 30 oder Veränderung bestehender Nävi).

  • Exzision in Betracht ziehen, wenn ein Nävus ein bedeutendes kosmetisches Problem darstellt.

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