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Kloß im Hals

(Globus Sensation)

Von

Jonathan Gotfried

, MD, Lewis Katz School of Medicine at Temple University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2020| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2020
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Manche Menschen haben das Gefühl, einen Klumpen oder eine Masse in ihrem Rachen zu haben, wenn tatsächlich nichts darin steckt. Wenn dieses Gefühl vom Schlucken unabhängig ist, wird es als Globusgefühl oder Globus hystericus bezeichnet (was nicht bedeutet, dass die Person hysterisch ist). Wenn Personen ein Globusgefühl haben, zudem aber auch Schluckbeschwerden, {blank} Schwierigkeiten beim Schlucken.

Ursachen

Ärzte sind nicht sicher, wodurch das Globusgefühl zustande kommt. Eine erhöhte Muskelspannung in den Muskeln des Rachens oder unmittelbar unter dem Rachen kann beteiligt sein, es kann aber auch durch gastroösophagealen Reflux verursacht werden. Das Gefühl tritt manchmal auf, wenn die Personen bestimmte Emotionen erleben, wie Trauer oder Stolz, es ist jedoch häufig von derartigen Gefühlen unabhängig.

Ein Globusgefühl ist nicht gefährlich und verursacht keine Komplikationen. Bestimmte ernstere Erkrankungen, welche die Speiseröhre betreffen, können jedoch manchmal mit Globusgefühl verwechselt werden. Diese Erkrankungen umfassen obere Ösophagusmembranen, Speiseröhrenkrämpfe, gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD), Muskelerkrankungen wie Myasthenia gravis, myotone Dystrophie oder Autoimmunmyositis sowie Tumoren im Hals oder im oberen Brustkorb. Diese Erkrankungen beeinträchtigen typischerweise das Schlucken und/oder verursachen neben dem Gefühl, einen Klumpen im Hals zu haben, weitere Symptome.

Beurteilung

Personen mit Globusgefühl müssen selten sofort von einem Arzt beurteilt werden. Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein, ob eine ärztliche Beurteilung nötig ist, und liefern Gewissheit darüber und was im Rahmen dieser Untersuchung zu erwarten ist.

Warnsignale

Bei Personen mit Globusgefühl deuten bestimmte Symptome und Merkmale darauf hin, dass eine andere Erkrankung vorliegt und das Problem verursacht. Hierzu gehören

  • Schmerzen im Hals oder Rachen

  • Gewichtsverlust

  • Abruptes Auftreten

  • Schmerzen, Würgen oder Schluckbeschwerden (Dysphagie)

  • Hochwürgen (Regurgitation) von Nahrung

  • Muskelschwäche

  • Ein Knoten im Hals, der sichtbar oder tastbar ist

  • Zunehmende Verschlimmerung der Symptome

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Personen mit Warnzeichen sollten innerhalb weniger Tage bis einer Woche einen Arzt aufsuchen. Personen ohne Warnzeichen sollten ihren Arzt anrufen. Abhängig von der Schwere und der Art des Gefühls können Ärzte vorschlagen, dass die Personen warten, um zu sehen, wie die Symptome sich entwickeln, oder einen für beide Seiten günstigen Zeitpunkt vorschlagen.

Was der Arzt unternimmt:

Der Arzt fragt nach den Symptomen und der Krankengeschichte und führt dann eine körperliche Untersuchung durch. Die Ergebnisse der Anamnese und der körperlichen Untersuchung bestimmen, ob und welche Untersuchungen folgen.

Die Krankengeschichte konzentriert sich darauf, ein Globusgefühl von Schluckbeschwerden zu unterscheiden, die auf eine strukturelle Erkrankung oder eine Störung der Motilität (Bewegung) von Rachen oder Speiseröhre hindeuten. Ärzte bitten die Personen, ihre Symptome deutlich zu beschreiben, insbesondere den Bezug zum Schlucken (wie ein Gefühl, wenn Nahrung stecken bleibt) und zu emotionalen Ereignissen. Sie suchen auch nach jeglichen weiteren Warnzeichen.

Die körperliche Untersuchung konzentriert sich auf Mund und Hals. Die Ärzte inspizieren und betasten den Mundboden und den Hals auf Raumforderungen. Ärzte schauen mit einem dünnen, biegsamen Betrachtungsgerät den Rachen hinunter, um den hinteren Rachen und den Kehlkopf zu inspizieren. Ärzte beobachten außerdem die Person beim Schlucken von Wasser und fester Nahrung wie Cracker.

Warnzeichen oder auffällige Befunde während der Untersuchung deuten auf eine mechanische Störung oder Motilitätsstörung des Schluckens hin. Personen mit chronischen Symptomen, die während Trauerepisoden auftreten und durch Weinen gelöst werden können, deuten auf ein Globusgefühl hin.

Tests

Personen mit Symptomen, die nicht mit dem Schlucken zusammenhängen, die keine Warnzeichen aufweisen (insbesondere keine Schmerzen oder Probleme beim Schlucken) und bei denen die Untersuchung normal ist (einschließlich des vom Arzt beobachteten Schluckens), haben sehr wahrscheinlich ein Globusgefühl. Diese Personen benötigen selten Tests.

Wenn die Diagnose unklar ist, Warnzeichen vorliegen oder der Arzt den Rachen nicht genau erkennen kann, werden Schlucktests (siehe Untersuchungen bei Schluckbeschwerden) durchgeführt. Typische Tests umfassen eine Beurteilung des Schluckvorgangs, einfachen oder videogestützten Ösophagusbreischluck, Messung der Schluckzeit, Röntgenaufnahme der Brust und Manometrie der Speiseröhre.

Behandlung

Ein Globusgefühl erfordert keine Therapie außer Beruhigung und freundliche Zuwendung. Manchmal hilft es den Personen schon, wenn man einfach versteht, dass das Globusgefühl bei bestimmten Stimmungen auftritt. Keine Medikamente helfen. Wenn aber eine zugrunde liegende Depression, Angst oder andere Verhaltensstörung die Symptome für Personen unangenehmer macht, können die Ärzte versuchen, ein Antidepressivum zu verabreichen oder die Personen an einen Psychiater zu überweisen.

Wichtigste Punkte

  • Globussymptome haben nichts mit dem Schlucken zu tun.

  • Die Personen benötigen keine Tests, es sei denn, ihre Symptome hängen mit dem Schlucken zusammen, die körperliche Untersuchung ist auffällig oder sie weisen Warnzeichen auf.

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