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Intrazerebrale Blutung

Von

Ji Y. Chong

, MD, Weill Cornell Medical College

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Eine intrazerebrale Blutung ist eine Blutung im Gehirn.

  • Eine intrazerebrale Blutung ist in der Regel die Folge von chronischem Bluthochdruck.

  • Das erste Symptom sind häufig starke Kopfschmerzen.

  • Die Diagnose stützt sich in erster Linie auf bildgebende Verfahren.

  • Die Behandlung kann aus dem Management von Problemen bestehen, die zur Blutung beitragen (z. B. Blutdrucksenkung bei starkem Bluthochdruck), und in seltenen Fällen auch aus einer Operation zur Entfernung des angesammelten Bluts.

Intrazerebrale Blutungen sind für rund 10 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich, aber für einen viel höheren Prozentsatz aller durch Schlaganfall bedingten Todesfälle. Bei über 60-Jährigen sind intrazerebrale Blutungen häufiger als Subarachnoidalblutungen (Blutung im Raum um das Gehirn herum und nicht im Gehirn).

Platzen und Brüche: Ursachen für hämorrhagischen Schlaganfall

Wenn die Blutgefäße des Gehirns schwach oder anormal sind oder unter ungewöhnlichem Druck stehen, kann es zu einem hämorrhagischen Schlaganfall kommen. Bei hämorrhagischen Schlaganfällen kommt es zu einer Blutung im Gehirn, wie bei einer intrazerebralen Blutung Oder die Blutung könnte zwischen der inneren und mittleren Gewebeschicht, die das Gehirn bedeckt (im Subarachnoidalraum), als Subarachnoidalblutung eintreten.

Platzen und Brüche: Ursachen für hämorrhagischen Schlaganfall

Ursachen

Ursache intrazerebraler Blutungen sind meist

  • Chronischer Bluthochdruck (Hypertonie), der eine kleine Arterie schwächt und sie zum Platzen bringt

Risikofaktoren die zu dieser Art von Blutungen beitragen, sind unter anderem:

  • Rauchen von Zigaretten

  • Fettleibigkeit (Adipositas)

  • Ungesunde Ernährung (viele gesättigte Fette, Transfette und Kalorien)

Der Gebrauch von Kokain und Amphetaminen kann einen vorübergehenden jedoch sehr hohen Blutdruck und Blutung verursachen. Bei manchen älteren Menschen kommt es zu einer Ansammlung von anormalem Protein namens Amyloid in Arterien des Gehirns. Diese Ansammlung (amyloide Angiopathie genannt) schwächt die Arterien und kann zu einer Blutung führen.

Weniger häufige Ursachen umfassen Anomalien der Blutgefäße ab Geburt, eine Ausbuchtung in den Arterien im Gehirn (Aneurysma des Gehirns), eine unnatürliche Verbindung zwischen den Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen) im Schädel, Verletzungen, Tumoren, eine Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis), Blutungsstörungen sowie der Gebrauch von Antikoagulanzien in zu hohen Dosen. Blutungsstörungen und der Gebrauch von Antikoagulanzien erhöhen das Risiko, an einer intrazerebralen Blutung zu sterben.

Symptome

Eine intrazerebrale Blutung tritt plötzlich ein. Starke Kopfschmerzen sind häufig. Bei vielen Betroffenen führt die intrazerebrale Blutung häufig innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten zu einer Veränderung des Bewusstseins. Die Patienten nehmen ihre Umgebung immer weniger wahr, verstehen weniger, können sich schlechter erinnern und nicht mehr klar denken. Übelkeit, Erbrechen und Krampfanfälle kommen häufig vor.

Bei einer kleinen Blutung ist das Bewusstsein womöglich nicht betroffen, Kopfschmerzen bzw. Übelkeit sind eventuell nicht oder nur leicht vorhanden.

Es entwickeln sich jedoch plötzlich Symptome, die auf eine Funktionsstörung des Gehirns hindeuten und die immer schlimmer werden, wenn sich die Blutung ausdehnt.

Manche Symptome, wie Schwäche, Lähmung, Empfindungsverlust und Taubheitsgefühl, betreffen häufig nur eine Körperseite. Es können auch Sprachstörungen oder Verwirrtheit eintreten. Das Sehvermögen kann beeinträchtigt sein oder es kann ein Sehverlust eintreten. Die Betroffenen können ein Auge oder beide Augen nicht in bestimmte Richtungen drehen. Die Augen könnten daher in verschiedene Richtungen blicken.

Diagnose

  • Computertomographie oder Magnetresonanztomographie

  • Ein Bluttest zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels

  • Bluttests, um zu bestimmen, ob das Blut normal gerinnt

Gewöhnlich kann der Arzt eine intrazerebrale Blutung auf Basis der Symptome und einer körperlichen Untersuchung diagnostizieren.

Der Blutzuckerspiegel wird sofort gemessen, da ein niedriger Blutzuckerspiegel ähnliche Symptome verursachen kann wie ein Schlaganfall.

Auch die Anzahl der Blutplättchen (die die Blutgerinnung unterstützen) wird gemessen und die Blutgerinnungsgeschwindigkeit wird bestimmt. Die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytenzahl) kann aus vielen Gründen niedrig sein. Eine niedrige Thrombozytenzahl kann das Blutungsrisiko erhöhen. Die Blutgerinnung kann durch eine zu hohe Warfarindosis, Leberversagen oder andere Störungen beeinflusst werden.

Um die Diagnose zu bestätigen, wird sofort eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Beide Tests unterstützen die Ärzte bei der Unterscheidung zwischen einem hämorrhagischen Schlaganfall und einem ischämischen Schlaganfall. Die Tests zeigen außerdem, wie viel Hirngewebe geschädigt wurde und ob in anderen Bereichen des Gehirns ein erhöhter Druck besteht.

Manchmal untersuchen Ärzte auch mittels CT-Angiographie (CT, nachdem ein Kontrastmittel in eine Vene gespritzt wurde), ob sich die Blutung weiter ausdehnt. Ist dies der Fall, ist die Prognose ungünstig.

Prognose

Eine intrazerebrale Blutung ist gefährlicher als ein ischämischer Schlaganfall. Die Blutung ist meist ausgedehnt und katastrophal, insbesondere bei Personen mit chronischem Bluthochdruck. Ungefähr die Hälfte der Betroffenen mit starker Blutung stirbt innerhalb weniger Wochen. Diejenigen, die überleben, erlangen meist das Bewusstsein und einen Teil der Gehirnfunktion im Verlauf der Zeit zurück. Die meisten Patienten erhalten jedoch nicht alle Hirnfunktionen zurück.

Bei einer kleinen Blutung ist die Genesung in der Regel besser als bei einem ischämischen Schlaganfall. Die Blutung schädigt das Gehirngewebe nicht so sehr wie der Sauerstoffmangel, der bei ischämischen Schlaganfällen auftritt.

Behandlung

  • Überwachung und unterstützende Maßnahmen nach Bedarf

  • Kontrolle der Risikofaktoren

  • Bisweilen Behandlungen zur Unterstützung der Blutgerinnung

  • Manchmal chirurgische Entfernung der Blutansammlung

Patienten mit einer intrazerebralen Blutung werden normalerweise auf der Intensivstation aufgenommen. Dort werden sie überwacht, ihre Vitalfunktionen (zum Beispiel die Atmung) werden bei Bedarf unterstützt und alle möglicherweise auftretenden Probleme werden behandelt.

Die Behandlung einer intrazerebralen Blutung unterscheidet sich von der eines ischämischen Schlaganfalls. Antikoagulanzien (wie Heparin und Warfarin), Thrombolytika und Blutgerinnungshemmer (wie Aspirin) werden nicht verabreicht, weil sie die Blutung verschlimmern könnten.

Wenn Personen, die ein Antikoagulans nehmen, einen hämorrhagischen Schlaganfall erleiden, könnten sie eine Behandlung benötigen, die die Blutgerinnung unterstützt, wie

  • Vitamin K, das normalerweise intravenös verabreicht wird

  • Thrombozytentransfusionen

  • Transfusionen von Blut, aus dem Blutzellen und Plättchen entfernt wurden (frisch gefrorenes Plasma)

  • Eine Lösung, die Gerinnungsfaktoren und andere Proteine enthält, die die Blutgerinnung unterstützen (Prothrombinkomplex-Konzentrat)

Bluthochdruck wird meistens nur dann behandelt, wenn er sehr stark ist. Eine zu rasche oder zu starke Absenkung des Blutdrucks kann die Blutversorgung von Teilen im Gehirn reduzieren, die bereits aufgrund der Blutung mit Blut unterversorgt sind. Der Blutmangel kann daher in diesen Gehirnteilen zu einem Schlaganfall (einem ischämischen Schlaganfall) führen.

Eine Operation zur Entfernung von Blutansammlungen im Gehirn und zur Entlastung von Druck im Schädel wird selten durchgeführt, da die Operation selbst das Gehirn schädigen könnte. Des Weiteren kann das Entfernen von angesammeltem Blut weitere Blutungen auslösen, das Gehirn weiter schädigen und zu schwerer Behinderung führen. Wenn eine große Blutung im Kleinhirn vorliegt (dem Hirnbereich, der dazu beiträgt, Bewegungen zu koordinieren), kann diese Operation allerdings das Leben des Patienten retten.

Bei Krampfanfällen werden Antikonvulsiva gegeben.

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