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Arteriovenöse Fehlbildungen (AVM) im Gehirn

Von

Ji Y. Chong

, MD, Weill Cornell Medical College

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Eine arteriovenöse Fehlbildung ist ein Knäuel erweiterter Blutgefäße, die Arterien und Venen direkt miteinander verbinden und die Kapillaren umgehen (die normalerweise Arterien und Venen miteinander verbinden).

  • Arteriovenöse Malformationen (AVM) bzw. Fehlbildungen des Gehirns können eine Blutung im Gehirn verursachen oder auch nicht.

  • Sie können Kopfschmerzen mit oder ohne Blutung im Gehirn verursachen.

  • Zur Diagnose einer AVM wird eine Bildgebung des Gehirns durchgeführt.

  • Zur Behandlung kann eine Operation zur Entfernung der AVM, Radiochirurgie zur Zerstörung der AVM, die Platzierung von Substanzen zur Blockierung der Blutzufuhr zu der AVM oder eine Kombination von Behandlungen notwendig sein, aber abwartende Beobachtung ist ebenfalls eine Option.

Arteriovenöse Fehlbildungen im Gehirn (zerebrale AVM) sind selten.

Blutungen aufgrund von AVM treten in der Regel im Hirngewebe auf (intrazerebrale Blutung), können aber auch im Subarachnoidalraum zwischen den inneren und mittleren Gewebeschichten auftreten, die das Gehirn umgeben (Subarachnoidalblutung), oder in den mit Flüssigkeit gefüllten Räumen innerhalb des Gehirns.

AVM können Krampfanfälle oder Kopfschmerzen verursachen, typischerweise bei jungen Erwachsenen. AVM können Kopfschmerzen ohne Blutung verursachen.

Diagnose

  • Bildgebung des Gehirns

Zur Diagnose einer arteriovenösen Fehlbildung des Gehirns wird eine Bildgebung des Gehirns durchgeführt. Viele zerebrale AVM können durch folgende Maßnahmen entdeckt werden:

  • Computertomografie (CT), nachdem ein Röntgenkontrastmittel in eine Vene gespritzt wurde, um das Aneurysma auf einer Röntgenaufnahme sichtbar zu machen

  • Magnetresonanztomografie

Eine zerebrale Angiografie könnte jedoch für eine definitive Diagnose erforderlich sein und ist für die Behandlungsplanung unumgänglich. Bei einer zerebralen Angiografie wird ein dünner, flexibler Schlauch (Katheter) in eine Arterie, meist in der Leiste, eingeführt, und durch die Aorta in eine Halsarterie vorgeschoben. Anschließend wird ein Röntgenkontrastmittel gespritzt, um die Arterie darzustellen. Die zerebrale Angiografie ist zwar invasiver als eine Magnetresonanzangiografie oder CT-Angiografie, liefert jedoch auch mehr Informationen.

Nicht rupturierte AVM werden häufig entdeckt, wenn aus anderen Gründen bildgebende Untersuchungen des Gehirns durchgeführt werden.

Behandlung

  • Konservative Behandlung

  • Mikrochirurgie, Radiochirurgie und/oder endovaskuläre Chirurgie

Bei zerebralen arteriovenösen Fehlbildungen ist das Hauptziel der Behandlung, einem hämorrhagischen Schlaganfall vorzubeugen. Die Risiken der verschiedenen Behandlungen müssen gegenüber den Risiken keiner Behandlung (die eine Ruptur, Krampfanfälle und in seltenen Fällen bleibende Hirnschäden beinhalten können) abgewogen werden.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Mikrochirurgie zur Entfernung des Aneurysmas

  • Stereotaktische Radiochirurgie

  • Endovaskuläre Embolisation

  • Eine Kombination dieser Verfahren

  • Kein Verfahren

Ärzte empfehlen möglicherweise, dass kein Verfahren durchgeführt wird, wenn das Blutungsrisiko gering oder das Risiko nachteiliger Behandlungsausgänge hoch zu sein scheint. In solchen Fällen wird das Aneurysma regelmäßig auf Veränderungen überwacht, die eine Ruptur wahrscheinlicher machen könnten.

Bei einer rupturierten AVM wird gewöhnlich ein Verfahren zur Beseitigung der AVM eingesetzt.

Die Mikrochirurgie beinhaltet das Entfernen eines Stücks des Schädels, damit der Arzt die AVM sehen kann. Anschließend wird die AVM durch ein Mikroskop lokalisiert und entfernt.

Die Radiochirurgie ist nicht wirklich ein chirurgisches Verfahren, da kein Schnitt erforderlich ist. Strahlung wird genau auf die AVM konzentriert, um sie zu zerstören. Die Strahlung wird mit Geräten wie einem Gamma-Knife und einem Linearbeschleuniger erzeugt. Wird ein Gamma-Knife (ein spezielles Bestrahlungsgerät) eingesetzt, so wird ein Bildgebungsrahmen am Kopf des Patienten befestigt. Der Patient liegt auf einem Gleittisch und über dem Rahmen wird ein großer Helm mit Löchern platziert. Das Kopfende des Gleittisches wird dann in eine Hohlkugel mit radioaktiven Kobaltquellen geschoben. Durch die Löcher im Helm gelangt die Strahlung genau dort ins Gewebe, wo sich die AVM befindet. Ein Linearbeschleuniger umkreist den Kopf des Patienten, der auf einem Gleittisch liegt, und richtet die Strahlung aus verschiedenen Winkeln präzise auf die AVM aus.

Für die endovaskuläre Embolisation wird ein dünner, biegsamer Schlauch (Katheter) zur AVM geführt und ein Gerät (z. B. eine Spule) eingesetzt, um zu verhindern, dass Blut in die AVM fließt. Durch die endovaskuläre Embolisation wird die AVM nicht repariert, aber sie verringert den Blutfluss zur AVM und macht einen etwaigen chirurgischen Eingriff sicherer. Sie kann vor einer Mikrochirurgie oder einer stereotaktischen Radiochirurgie durchgeführt werden.

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