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Agoraphobie

Von

John W. Barnhill

, MD, Weill Cornell Medical College and New York Presbyterian Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Agoraphobie ist die Furcht oder Angst vor Situationen oder Orten, die das Gefühl erwecken, nicht leicht entkommen zu können und im Fall eines Angst- oder Panikanfalls keine Hilfe zu bekommen. Diese Situationen oder Orte werden häufig gemieden oder nur unter großer Qual ertragen.

Agoraphobie ist eine Art der Angststörung. Ungefähr 30 bis 50 Prozent der Betroffenen mit Agoraphobie leiden auch an einer Panikstörung. Etwa 2 Prozent der Frauen und 1 Prozent der Männer leiden in einem Zeitraum von einem Jahr an Agoraphobie. Bei den meisten Patienten entwickelt sich Agoraphobie bis zum 35. Lebensjahr.

Häufige Beispiele für Situationen oder Orte, an denen Furcht und Angst entstehen, sind Warteschlangen in der Bank oder an der Kasse im Supermarkt, Sitzen in der Mitte einer langen Reihe im Theater oder Klassenzimmer und Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Flugzeug. Manche Menschen entwickeln eine Agoraphobie, wenn sie in einer dieser Situationen bereits eine Panikattacke erlebt haben. Andere Menschen fühlen sich in solchen Situationen einfach nur unwohl und entwickeln nie oder erst später Panikattacken im Zusammenhang mit diesen Situationen. Eine Agoraphobie beeinträchtigt oft den Alltag, in manchen Fällen so drastisch, dass die Betroffenen das Haus nicht mehr verlassen.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Ärzte diagnostizieren Agoraphobie, wenn die Furcht, Angst oder Vermeidung mindestens 6 Monate andauern und mindestens zwei der folgenden Situationen betreffen:

  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren

  • Sich auf offenen Flächen wie einem Park- oder Marktplatz aufzuhalten

  • Sich in geschlossenen Bereichen wie in einem Geschäft oder Theater aufzuhalten

  • In einer Schlange oder Menschenmenge stehen

  • Außerhalb von zu Hause allein zu sein

Die Ängste müssen die Sorge darüber beinhalten, dass die Flucht schwierig sein könnte oder dass die Hilfe nicht verfügbar ist, wenn die Betroffenen in Panik geraten oder handlungsunfähig sind.

Zusätzlich müssen alle folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Die Symptome werden fast immer durch die gleichen Situationen ausgelöst

  • Die Betroffenen ändern ihr Verhalten, um die Situation zu meiden, oder brauchen eine Begleitung, um sie zu ertragen

  • Die Symptome stehen nicht im Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr

  • Die Symptome sorgen für erhebliches Leid oder beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit erheblich

  • Die Symptome werden nicht durch eine andere psychische Störung verursacht, wie etwa soziale Phobie, oder eine allgemeine Erkrankung, etwa einer entzündlichen Darmerkrankung

Behandlung

  • Konfrontationstherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie

  • Gelegentlich Antidepressiva, die als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bezeichnet werden

Eine unbehandelte Agoraphobie kann an Stärke zu- und abnehmen und sogar verschwinden, möglicherweise weil die Betroffenen ihre eigene Art der Konfrontationstherapie anwenden und sich wiederholt Situationen aussetzen, die Ängste bei ihnen auslösen, bis die Angst nachlässt. Andere klagen nicht mehr über Agoraphobie-Symptome, weil sie gelernt haben, Situationen (wie Flugzeuge oder Menschenmassen) zu meiden, die ihre Angst auslösen. Die Vermeidung von Situationen kann jedoch das Leben der Betroffenen erheblich einschränken. Da Behandlungen zunächst häufig die Angst verstärken, werden zur Behandlung der Agoraphobie (und anderer Angststörungen) oft zusätzlich Entspannungstechniken gelehrt.

Eine Konfrontationstherapie hilft bei mehr als 90 Prozent der Betroffenen, die diese konsequent ausüben.

Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann hilfreich sein. Im Rahmen dieser Therapie lernen die Betroffenen Folgendes:

  • Verzerrte Gedanken zu erkennen

  • Verzerrtes Denken zu kontrollieren

  • Ihr Verhalten entsprechend anzupassen

Betroffenen kann die Einnahme selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) helfen. Obwohl SSRI als Antidepressiva betrachtet werden, können sie auch gut gegen Angststörungen wirken.

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