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Gallenblase und Gallengangsystem

Von

Christina C. Lindenmeyer

, MD, Cleveland Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Die Gallenblase ist ein kleiner, birnenförmiger muskulärer Vorratssack für die Galle und ist durch Gänge, die als Gallengangsystem bezeichnet werden, mit der Leber verbunden. (Siehe auch Übersicht über Leber und Gallenblase.)

Die Galle selbst ist eine grünlich gelbe, dicke und zähe Flüssigkeit. Galle besteht aus Gallensalzen, Elektrolyten (gelösten geladenen Teilchen, z. B. Natrium und Bikarbonat), Farbstoffen, Cholesterin und anderen Fetten (Lipiden). Die Galle hat zwei Hauptaufgaben:

  • Unterstützung der Verdauung

  • Entfernung bestimmter Stoffwechselabbauprodukte (hauptsächlich Hämoglobin und überschüssiges Cholesterin) aus dem Körper

Gallensalze unterstützen die Verdauung, indem sie die Aufnahme von Cholesterin, Fetten und fettlöslichen Vitaminen aus dem Darm erleichtern.

Bilirubin ist der wichtigste Farbstoff in der Galle. Er ist ein Stoffwechselabbauprodukt von Hämoglobin (dem Protein, das Sauerstoff im Blut transportiert) und wird über die Galle ausgeschieden. Hämoglobin wird freigesetzt, wenn alte oder beschädigte rote Blutkörperchen vernichtet werden.

Die Galle fließt aus der Leber durch den linken und rechten Lebergang, die zusammen den gemeinsamen Lebergang (Ductus hepaticus communis) bilden. Dieser verbindet sich dann mit dem Gallenblasengang, der von der Gallenblase kommt, zum Hauptgallengang. Der Hauptgallengang mündet ein paar Zentimeter unterhalb des Magens beim Oddi-Sphinkter (einem ringförmigen Muskel) in den Dünndarm.

Ungefähr die Hälfte der zwischen den Mahlzeiten abgesonderten Galle fließt durch den Hauptgallengang direkt in den Dünndarm. Die restliche Galle wird durch den Gallenblasengang in die Gallenblase geleitet und dort gespeichert. Bis zu 90 Prozent des Wassers in der Gallenflüssigkeit wird über die Gallenblase ins Blut abgegeben, sodass die verbleibende Galle hoch konzentriert wird. Wenn Nahrung in den Dünndarm gelangt, sorgt eine Reihe von Hormon- und Nervensignalen dafür, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und sich der Oddi-Sphinkter entspannt und öffnet. Die Galle fließt dann von der Gallenblase in den Dünndarm, vermischt sich mit der Nahrung und erfüllt so ihre Verdauungsfunktionen.

Nach der Passage durch den Dünndarm werden etwa 90 Prozent der Gallensalze durch die Darmwand des unteren Dünndarms wieder in den Blutkreislauf aufgenommen. Die Leber entzieht dem Blut diese Gallensalze und führt sie wieder der Gallenflüssigkeit zu. Diesen Zyklus durchlaufen die Gallensalze etwa 10- bis 12-mal pro Tag. Jedes Mal wird eine geringe Menge an Gallensalzen nicht resorbiert und gelangt in den Dickdarm, wo sie durch Bakterien abgebaut wird. Einige Gallensalze werden im Dickdarm resorbiert, der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Die Gallenblase ist zwar sehr nützlich, aber nicht lebensnotwendig. Wird sie entfernt (z. B. aufgrund einer Cholezystitis), gelangt die Galle direkt von der Leber in den Dünndarm.

Gallensteine sind eine harte Masse, die hauptsächlich aus Cholesterin besteht. Sie können in der Gallenblase oder in den Gallengängen entstehen. Gallensteine verursachen in der Regel keine Symptome. Sie können jedoch den Abfluss der Galle aus der Gallenblase behindern und Schmerzen (Gallenkolik) oder Entzündungen verursachen. Sie können von der Gallenblase auch in den Gallengang wandern, wo sie den normalen Abfluss der Galle zum Darm blockieren und nebst Schmerzen und Entzündungen auch Gelbsucht (eine gelbliche Färbung der Haut und des Weißen in den Augen) auslösen können. Der Gallenfluss kann auch von Tumoren blockiert werden. Andere Ursachen für Blockierungen sind seltener.

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