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Bildgebende Verfahren von Leber und Gallenblase

Von

Christina C. Lindenmeyer

, MD, Cleveland Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Bildgebende Verfahren von Leber, Gallenblase und Gallengangsystem sind Ultraschall, Radionuklidscanning, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP), perkutane transhepatische Cholangiographie, operative Cholangiographie und einfache Röntgenuntersuchungen.

Ultraschall

Ultraschallaufnahmen liefern mittels Schallwellen Bilder von der Leber, der Gallenblase und den Gallengängen. Transabdominelle Ultraschallaufnahmen eignen sich gut, um strukturelle Abweichungen aufzufinden, die nur bestimmte Teile der Leber betreffen, wie Tumore. Solche, die die gesamte Leber betreffen, wie Zirrhosen (schwere Vernarbungen der Leber) oder Fettleber (Einlagerung von Fett in den Leberzellen) lassen sich weniger gut erkennen. Ultraschall ist die günstigste und sicherste Methode, um Bilder von der Gallenblase und dem Gallengangsystem zu erhalten.

Gallensteine in der Gallenblase lassen sich mittels Ultraschall gut auffinden. Mit Ultraschallaufnahmen des Bauchraums kann auch erkannt werden, ob Gelbsucht (die gelbliche Verfärbung der Haut und des Weißen in den Augen) durch einen Verschluss der Gallengänge oder durch eine Funktionsstörung der Leberzellen verursacht wird. Wenn auf dem Ultraschallbild ausgeweitete Gallengänge zu sehen sind, liegt in der Regel ein Verschluss vor. Ultraschall dient auch zur Sichtkontrolle, wenn Ärzte eine Nadel zur Entnahme einer Gewebeprobe für eine Leberbiopsie einführen.

Die Doppler-Sonographie, eine besondere Art der Ultraschallaufnahme, zeigt den Blutfluss durch die Blutgefäße der Leber an. Mithilfe der Doppler-Sonographie können Blockaden der Arterien und Venen in der Leber erkannt werden, besonders in der Pfortader, die Blut vom Darm zur Leber befördert. Mit einer Doppler-Sonographie können auch die Auswirkungen von Bluthochdruck in der Pfortader (eine Erkrankung namens portale Hypertonie) aufgedeckt werden. Bei endoskopischen Ultraschalluntersuchungen wird eine winzige Sonde an einem Endoskop angebracht und über Mund und Magen bis in den ersten Abschnitt des Dünndarms (Zwölffingerdarm) eingeführt und so näher an die Leber und die umliegenden Organe herangebracht.

Radionuklidscanning (Szintigraphie)

Beim Radionuklidscanning (Szintigraphie) wird eine radioaktiv markierte Substanz intravenös gespritzt und von einem bestimmten Organ aufgenommen. Die Radioaktivität wird von einer Gammastrahlenkamera aufgefangen, die über dem Oberbauch angebracht und an einen Computer angeschlossen wird, der daraus ein Bild erzeugt. Bei einer Leberszintigraphie wird eine radioaktive Substanz eingesetzt, die von den Leberzellen aufgenommen wird.

Die Gallenwegsszintigraphie (hepatobiliäre Szintigraphie), eine weitere Möglichkeit der nuklearmedizinischen Bildgebung, verfolgt den Weg einer radioaktiven Substanz, die von der Leber ausgesondert und über die Gallenblase und die Gallengänge in den Zwölffingerdarm (den ersten Abschnitt des Dünndarms) ausgeschieden wird. Mit diesem Verfahren kann eine Verstopfung des Gallenblasengangs (ein Kanal, der Gallenblase und den Hauptgallengang verbindet – siehe Abbildung Ansicht von Leber und Gallenblase) festgestellt werden. Eine solche Verstopfung weist auf eine akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) hin.

Computertomographie

Die Computertomographie (CT) liefert hervorragende Darstellungen der Leber. Sie ist besonders bei der Feststellung von Tumoren nützlich. Es können aber auch Eiteransammlungen (Abszesse) und Erkrankungen, die die gesamte Leber betreffen, wie Fettleber (Einlagerung von Fett in den Leberzellen) erkannt werden.

Magnetresonanztomographie

Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) lassen sich bestimmte Lebererkrankungen wie Hepatitis, Hämochromatose und Fettleber erkennen, bei denen alle Bereiche der Leber betroffen sind. Eine MRT macht den Blutfluss sichtbar und liefert Informationen über Störungen der Blutgefäße.

Mit einem speziellen MRT-Verfahren, der sogenannten Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP), lassen sich auch Gallengänge und umliegende Strukturen abbilden. Die so erzeugten Darstellungen sind ebenso gut wie jene, die mit invasiveren Untersuchungen erreicht werden, bei denen ein Kontrastmittel direkt in die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge gespritzt wird. Im Gegensatz zu CT-Untersuchungen kommt es bei der MRT zu keiner Belastung durch Röntgenstrahlen, dafür ist sie teurer und dauert länger.

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie

Bei der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) wird ein Endoskop (ein flexibles Gerät zur Sichtprüfung von Innenräumen) über Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm eingeführt. Anschließend wird ein dünner Schlauch durch das Endoskop in das Gallengangsystem eingeführt. Ein Röntgenkontrastmittel wird in das Gallengangsystem gespritzt und die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge werden gleichzeitig geröntgt.

ERCP wird gelegentlich zur strukturellen Darstellung des Gallengangsystems verwendet, obwohl die MRCP nach Möglichkeit vorgezogen wird, weil letztere Methode ebenso gut und zudem sicherer ist. Im Gegensatz zu anderen diagnostischen Methoden können mit ERCP aber auch Biopsien sowie gewisse Behandlungen vorgenommen werden, da dabei ein Endoskop zum Einsatz kommt. So können zum Beispiel mit einem Endoskop Steine im Gallengang entfernt oder Stents (kleine Röhrchen) eingeführt werden, um einen aufgrund von Krebs blockierten Gallengang zu umgehen. Komplikationen (z. B. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse [Pankreatitis] oder Blutungen) treten bei etwa 1 Prozent der ERCP-Untersuchungen auf. Wenn ERCP mit einer Behandlung verbunden wird, können solche Komplikationen häufiger auftreten.

Erläuterung der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie

Bei einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) wird ein Röntgenkontrastmittel durch ein Endoskop (ein flexibler Betrachtungsschlauch) über Mund und Magen in den Zwölffingerdarm (den ersten Abschnitt des Dünndarms) eingebracht. Das Röntgenkontrastmittel wird nach dem Oddi-Sphinkter eingespritzt, worauf das Kontrastmittel durch das Gallengangsystem fließt und dabei die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge hervorhebt.

Am Endoskop lässt sich auch Operationsbesteck anbringen, sodass Steine im Gallengang chirurgisch entfernt oder Stents (kleine Röhrchen) eingeführt werden können, um einen durch Vernarbung oder Krebs blockierten Gallengang zu umgehen.

Erläuterung der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie

Perkutane transhepatische Cholangiographie

Perkutane transhepatische Cholangiographie bedeutet, dass eine lange Nadel durch die Haut in die Leber eingeführt und dann unter Ultraschall als Sichtkontrolle ein Röntgenkontrastmittel in einen der Gallengänge der Leber gespritzt wird. Die Röntgenbilder zeigen das Gallengangsystem deutlich, vor allem etwaige Blockaden in den Gallengängen. Wie die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) wird auch die perkutane transhepatische Cholangiographie häufiger für Behandlungen oder Biopsien als für eine simple Darstellung des Gallengangsystems eingesetzt. Die Gefahr von Komplikationen wie Blutungen und inneren Verletzungen macht die perkutane transhepatische Cholangiographie außer unter speziellen Umständen zu einer weniger erstrebenswerten Untersuchungsmethode als ERCP.

Operative Cholangiographie

Bei der operativen Cholangiographie wird ein Röntgenkontrastmittel während einer Operation der Gallenblase direkt in das Gallengangsystem gespritzt. So wird das Gallengangsystem in Röntgenaufnahmen deutlich sichtbar gemacht. Dieser Test wird nur gelegentlich verwendet, wenn weniger invasive Untersuchungen nicht genügend Informationen liefern.

Röntgenaufnahmen der Leber und des Gallengangsystems

Durch einfache Röntgenaufnahmen des Bauchraums können Störungen von Leber, Gallenblase oder Gallengangsystem in der Regel nicht sichtbar gemacht werden.

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