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Divertikulitis

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Der Darm ist der längste Teil des Verdauungskanals und ist für die Verdauung der Nahrung und die Aufnahme von Nährstoffen zuständig. Der Darm wird in Dickdarm und Dünndarm unterteilt. Der Dickdarm (Colon) verbindet den Dünndarm mit dem Mastdarm (der Beutel am Ende des Dickdarms, wo der Stuhl bis zum Ausscheiden zwischengelagert wird). Im Dickdarm können sich kleine sackartige Ausstülpungen (Divertikel) bilden. Diese werden vermutlich durch einen Überdruck im Darm ausgelöst. Wenn mehrere solche Ausstülpungen entstehen, nennt man das Divertikulose.

Was ist Divertikulitis?

Divertikulitis ist eine Komplikation von Divertikulose. Stuhl und Bakterien sammeln sich in den Divertikeln, den kleinen sackartigen Ausstülpungen, die sich in der Darmschleimhaut gebildet haben. Die Bakterien können eine Infektion verursachen.

  • Symptome umfassen Schmerzen im linken Unterbauch, Druckempfindlichkeit und Fieber.

  • Divertikulitis wird mit einem CT-Scan festgestellt.

  • Die Behandlung umfasst Schonung, flüssige Nahrung und Antibiotika.

  • Bei schweren Symptomen kann ein Krankenhausaufenthalt und bisweilen sogar ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.

Dickdarm mit Divertikeln

Divertikel sind ballonartige Ausstülpungen, die sich im Dickdarm bilden können.

Dickdarm mit Divertikeln

Was sind die Ursachen von Divertikulitis?

Zu Divertikulitis kann es bei Personen mit Divertikulose kommen, der Bildung von sackartigen Ausstülpungen im Dickdarm.

Stuhl und Bakterien können in eine dieser Ausstülpungen (Divertikel) gelangen und eine Entzündung bzw. Infektion verursachen.

  • Divertikulitis entsteht normalerweise im letzten Abschnitt des Dickdarms.

  • Divertikulitis ist meist ernster bei älteren Menschen und bei Personen, die Kortikosteroide einnehmen.

Wer Divertikulose hat, weist in den folgenden Fällen ein höheres Risiko auf, an Divertikulitis zu erkranken:

  • Fortgeschrittenes Alter

  • Übergewicht

  • Keine körperliche Betätigung

  • Rauchen

  • Fettreiche, ballaststoffarme Ernährung

  • Einnahme bestimmter Arzneimittel wie Kortikosteroide, opioidhaltige Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente

Was sind die Symptome einer Divertikulitis?

Divertikulitis verursacht Folgendes:

  • Schmerzen im linken Unterbauch

  • Druckempfindlichkeit

  • Fieber

Divertikulitis kann u. a. die folgenden Probleme verursachen:

  • Abszesse (Eiteransammlungen)

  • Infektionen der benachbarten Organe oder des Bauchfells (Peritonitis)

  • Blutvergiftungen, die zur Funktionsunfähigkeit anderer Organe führen (Sepsis)

  • Obstruktionen des Darms aufgrund von Narbenbildung

  • Fisteln (ungewöhnliche Verbindungsgänge zwischen zwei Organen, die nicht miteinander verbunden sein sollten, wie z. B. Darm und Harnblase)

Einige Komplikationen bei Divertikulitis

Einige Komplikationen bei Divertikulitis

Woran erkennt der Arzt eine Divertikulitis?

Die folgenden Tests werden in der Regel durchgeführt:

  • Bluttests zur Untersuchung auf Infektionen und andere Ursachen von Bauchschmerzen

Wie wird Divertikulitis behandelt?

Eine milde Form der Divertikulitis kann wie folgt zu Hause behandelt werden:

  • Ruhe

  • Spezielle Ernährung – nur Flüssignahrung während ein paar Tagen, wie z. B. Suppen, Säfte und Wasser, worauf langsam weiche Nahrungsmittel wie Eier, gekochtes Gemüse oder Joghurt hinzugefügt werden

  • Schmerzmittel

  • Manchmal Antibiotika

Bei ernsteren Symptomen muss ein Krankenhausaufenthalt zur Behandlung in Betracht gezogen werden. Die dortige Behandlung kann Folgendes umfassen:

  • Gabe von Flüssigkeit und Antibiotika über eine Vene

  • Schmerzmittel

  • Bettruhe

  • Kein Essen, bis sich die Symptome bessern

  • Manchmal Entleerung von Infektionen mit Eitertaschen (Abszessen) durch Einstechen einer Nadel durch die Haut

In folgenden Fällen kann eine Notoperation erforderlich sein:

  • Wenn die Symptome nicht besser werden oder sich verschlimmern

  • Wenn Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Fieber zunehmen

  • Wenn der Darm blockiert ist

  • Wenn der Darm platzt, was zu einer Infektion des Bauchfells führt (Peritonitis)

  • Wenn ein Abszess entleert werden muss

Der Arzt entfernt den geplatzten Darmabschnitt. Daraufhin wird der Darm entweder wieder miteinander verbunden oder eine temporäre Kolostomie angelegt. Eine Kolostomie ist eine chirurgische Öffnung im Bauch, die mit einem Ende des Darms verbunden ist. Der Stuhl wird während des Heilungsprozesses des Darms in einen Kolostomiebeutel ausgeschieden.

Fisteln können ebenfalls chirurgisch behandelt werden.

Mehrere Wochen nach der Besserung führt der Arzt normalerweise eine Koloskopie durch (eine Untersuchung, bei der ein dünner beleuchteter Schlauch mit einer kleinen Kamera durch den Mastdarm eingeführt wird, um den Dickdarm zu betrachten), um sicherzugehen, dass der Darm verheilt ist.

Weitere ärztliche Maßnahmen/Anordnungen:

  • Ballaststoffreichere Ernährung

  • Körperliche Aktivität

  • Abnehmen bei Übergewicht

  • Rauchen aufgeben

Wichtig ist, dass Sie sich bei Ihrem Arzt melden, wenn die Symptome der Divertikulitis erneut auftreten.

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