Übersicht über das Immunsystem

Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
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Was ist das Immunsystem?

Das Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem. Seine Funktion besteht darin, den Körper bei der Bekämpfung von Erkrankungen und Infektionen zu unterstützen. Es ist die Aufgabe des Immunsystems, körperfremde Dinge anzugreifen. Zu diesen Dingen gehören:

  • Keime wie Bakterien, Viren und Pilze

  • Parasiten

  • Krebszellen

  • Andere Dinge, die in den Körper gelangen können, wie Pollen

Was macht das Immunsystem?

Das Immunsystem bekämpft Infektionen und Krankheiten. Diese Reaktion wird Immunreaktion genannt. Das Immunsystem muss:

  • Körperfremde Dinge im Körper erkennen

  • Ein Signal an die Immunzellen senden, damit diese zur Problemzone kommen

  • Die Eindringlinge angreifen und aus dem Körper entfernen

  • Wissen, wann es aufhören muss, die Eindringlinge anzugreifen

Damit es seine Arbeit machen kann, muss das Immunsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Dingen unterscheiden können. So weiß es, welche Dinge es bekämpfen muss, und was es allein lassen kann.

Ein Antigen ist ein Stoff, der körperfremd ist. Ein Antigen löst also eine Reaktion des Immunsystems aus. Antigene können chemische Stoffe sein, die sich außerhalb oder in Keimen oder Krebszellen befinden. Antigene können auch als eigenständige Einheit existieren — wie z. B. als Pollen oder Nahrungsmoleküle. Ihr Immunsystem weiß bereits, wie es einige Antigene erkennen kann, muss das aber auch bei anderen Antigenen lernen.

Was sind die Hauptbestandteile des Immunsystems?

Zu den wichtigsten Bestandteilen des Immunsystems gehören:

  • Weiße Blutkörperchen

  • Antikörper

  • Das lymphatische System

  • Bestimmte Organe

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) wandern im Blut umher, um Keime und andere Probleme aufzuspüren und zu bekämpfen. Wenn sie ein Antigen einmal bekämpft und zerstört haben, können sie sich normalerweise daran erinnern und es somit schneller bekämpfen, wenn es das nächste Mal in Ihrem Körper auftaucht.

Antikörper sind Eiweiße, die von bestimmten weißen Blutkörperchen gebildet werden. Antikörper schweben durch den Blutkreislauf, um Antigene aufzuspüren und anzugreifen. Es gibt viele verschiedene Antikörper – jeder Antikörper kann aber nur ein bestimmtes Antigen angreifen. Die weißen Blutkörperchen lernen jedes Mal, wenn sie den Körper vor einem neuen Antigen beschützen müssen, neue Antikörper zu bilden. Der Körper erinnert sich lange daran, wie diese Antikörper gebildet werden.

Das lymphatische System ist ein Netzwerk aus Gefäßen. Diese Gefäße lassen überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe zusammen mit toten Keimen und Körperzellen abfließen. Diese Flüssigkeit wird als Lymphe bezeichnet. Lymphe fließt durch erbsengroße Sammelpunkte, die sogenannten Lymphknoten. Diese filtern tote Keime und Zellen heraus. Bei einer Infektion können umliegende Lymphknoten anschwellen. Bei einer Racheninfektion können zum Beispiel die Lymphknoten im Hals anschwellen. Lymphknoten werden als „geschwollene Drüsen“ bezeichnet, auch wenn sie in der Regel keine Drüsen sind.

Zu den Organen, die Teil des Immunsystems sind, gehören u. a. die Thymusdrüse, die Milz, die Gaumenmandeln und der Blinddarm (Appendix). Auch Ihr Knochenmark ist ein Teil Ihres Immunsystems. Das Knochenmark und die Thymusdrüse bilden die weißen Blutkörperchen. Die Milz, die Gaumenmandeln und der Blinddarm fangen Keime und andere Antigene ab und dienen als ein Ort, an dem die Zellen des Immunsystems stärker werden können.

Lymphatisches System: Hilft bei der Verteidigung gegen Infektionen.

Welche Probleme kann das Immunsystem haben?

Bei der Bekämpfung von Keimen und anderen Zielen setzt das Immunsystem chemische Stoffe frei. Diese verursachen Entzündungen, also Schmerzen, Rötung, Wärme und Schwellungen. Die Entzündung, die zum Beispiel durch eine Racheninfektion verursacht wird, führt dazu, dass der Rachen sich rötet und anschwillt und es zu Halsschmerzen kommt.

Manchmal funktioniert das Immunsystem nicht so, wie es sollte. In diesen Fällen kann es u. a. folgende Probleme verursachen:

  • Eine Autoimmunerkrankung, wie rheumatoide Arthritis oder Hashimoto-Thyreoiditis – bei einer Autoimmunerkrankung greift das körpereigene Immunsystem aus Versehen Teile des eigenen Körpers an.

  • Eine Immunschwächekrankheit wie HIV; das Immunsystem kann Keime nicht richtig bekämpfen, wodurch es leichter zu einer Erkrankung kommt.

  • Eine allergische Reaktion, wie Heuschnupfen; das Immunsystem reagiert gegenüber etwas Harmlosem, wie Nahrung, Pflanzen oder einem Arzneimittel, was zu Niesen, Hautausschlag, Quaddeln oder Atemproblemen führt.

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