Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link
Kurzinformationen

Überblick über koronare Herzkrankheit (KHK)

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie alle Einzelheiten
Quellen zum Thema

Was ist eine koronare Herzkrankheit?

Das Herz ist ein Muskel, der Blut pumpt. Das Herz muss, wie alle Muskeln, stetig mit Blut versorgt werden, damit es funktioniert. Das Blut, das durch das Herz fließt, versorgt das Herz nicht. Der Herzmuskel wird stattdessen von seinen eigenen Arterien versorgt. Diese werden als Herzkranzgefäße (sogenannte Koronararterien) bezeichnet. „Koronar“ bezieht sich auf das Herz.

Es kommt zu einer koronaren Herzkrankheit (Herzkrankheit), wenn der Blutfluss durch die Herzkranzgefäße teilweise oder vollständig blockiert ist.

  • Die Krankheit ist die Hauptursache von Angina pectoris, einer instabilen Angina pectoris und von Herzinfarkten.

  • Es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit bei älteren Personen, bei Männern oder bei Menschen, deren Eltern oder Großeltern vor dem 50. Lebensjahr an einer koronaren Herzkrankheit erkrankten.

  • Die häufigste Ursache ist die Verkalkung der Arterien (Atherosklerose).

Eine instabile Angina pectoris und Herzinfarkte können Herzrhythmusstörungen verursachen oder dazu führen, dass das Herz aufhört zu schlagen. Ohne eine rasche Behandlung kann es zum Tod kommen. Zudem kann ein Herzinfarkt das Herz dauerhaft schädigen.

Supplying the Heart With Blood

Wie jedes andere Gewebe im Körper muss der Herzmuskel sauerstoffreiches Blut erhalten und seine Abbauprodukte müssen vom Blut abtransportiert werden. Das rechte und das linke Herzkranzgefäß, die von der Aorta abzweigen, kurz nachdem sie das Herz verlassen hat, versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut. Das rechte Herzkranzgefäß verzweigt sich in die rechte vordere Randarterie und die rechte hintere Interventrikulararterie, die an der Rückwand des Herzens verläuft. Das linke Herzkranzgefäß (auch linker Hauptstamm genannt) verzweigt sich in die Kranzarterie und die linke vordere Interventrikulararterie. Die großen Herzvenen nehmen das mit Abbauprodukten beladene Blut aus dem Herzmuskel auf und bringen es in eine große Sammelvene auf der Rückseite des Herzens, Sinus coronarius genannt; von dort fließt das Blut zum rechten Vorhof zurück.

Supplying the Heart With Blood

Wodurch wird eine koronare Herzkrankheit verursacht?

Die häufigste Ursache einer koronaren Herzkrankheit ist eine Atherosklerose, die allgemein auch als Verkalkung der Arterien bezeichnet wird. Bei einer Atherosklerose sammeln sich Cholesterin und andere fetthaltige Substanzen langsam in den Arterien an. Diese Ansammlung wird als Atherom oder Plaque bezeichnet. Die Plaque kann:

  • die Arterie verengen und damit teilweise den Blutfluss zum Herzen blockieren

  • plötzlich reißen und so ein Blutgerinnsel hervorrufen, das die Arterie verstopft und zu einem Herzinfarkt führt

Zu den selteneren Ursachen zählt ein plötzlicher Krampf (Spasmus) eines der Herzkranzgefäße, in der Regel infolge der Anwendung von Drogen wie Kokain. Während des Krampfs zieht sich die Arterie plötzlich zusammen und verschließt sich. Wenn die Arterie lange genug verschlossen bleibt, kann das zu einem Herzinfarkt führen. In der Regel endet der Krampf und die Arterie öffnet sich wieder.

Was sind die Risikofaktoren einer koronaren Herzkrankheit?

Risikofaktoren, die kontrolliert oder vermieden werden können:

Risikofaktoren, die wichtig sind, aber nicht kontrolliert werden können:

  • Familienmitglieder, die an einer koronaren Herzkrankheit litten, bevor sie 55 Jahre alt waren

  • Männliches Geschlecht

  • Altern

Woran erkennt der Arzt eine koronare Herzkrankheit?

Der Arzt stellt Fragen zu den Symptomen des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung sowie Blutuntersuchungen durch.

Weist der Patient Symptome einer verschlossenen Arterie auf, können folgende Tests durchgeführt werden:

  • Belastungstest – Ein Test, um herauszufinden, ob das Herz mit ausreichend Blut versorgt wird, wenn es schwer arbeitet (belastet wird), wie bei körperlicher Betätigung.

  • EKG – Ein Test, mit dem die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird, die bei einer koronaren Herzkrankheit auffällig sein kann.

  • Herzkatheterisierung – Ein Test, mit dem Ärzte sehen können, ob und wo die Koronararterien verschlossen sind. Dazu wird ein langer, dünner Katheter (kleiner, biegsamer Schlauch) in eine Arm- oder Beinarterie bis zum Herzen eingeführt und dann in die Koronararterien geschoben.

  • CT-Aufnahme – Ein bildgebendes Verfahren, mit dem nach verkalkten Herzkranzgefäßen gesucht wird.

Wie wird eine koronare Herzkrankheit behandelt?

Das Problem, das die koronare Herzkrankheit verursacht, wird behandelt. In der Regel handelt es sich dabei um die Verkalkung der Arterien. Der Arzt kann dabei wie folgt vorgehen:

  • Medikamente verabreichen, um die Arbeitslast des Herzens zu verringern, wie Blutdruckmedikamente.

  • Medikamente verabreichen, um den Cholesterinspiegel zu senken.

  • Den Patienten bitten, sämtliche ungesunden Verhaltensweisen zu ändern, die dem Herzen schaden können; zum Beispiel Rauchen, keinen Sport treiben und schlechte Ernährung.

  • Manchmal wird ein Verfahren durchgeführt, um eine verschlossene Arterie zu öffnen.

Je nachdem, wie sehr die Herzkranzgefäße verstopft sind, kann ein Verfahren durchgeführt werden, um die Arterien zu reinigen. Eine Angioplastie oder eine Bypass-Operation (ein sogenannter Koronararterien-Bypass oder eine sogenannte koronare Bypass-Operation) kann ggf. durchgeführt werden.

Während der Angioplastie:

  • wird ein kleiner, biegsamer Schlauch (Katheter) in eine Arterie im Oberschenkel (der Leistengegend) oder im Handgelenk eingeführt

  • wird der Katheter die Arterie nach oben bis zum Herzen und dann in eines der Herzkranzgefäße geschoben

  • wird ein kleiner Ballon an der Spitze des Katheters aufgeblasen

  • drückt der Ballon gegen die Blockade und beseitigt sie

  • wird darauf eine Drahtgitterröhre (Stent) vom Katheter und in den verschlossenen Bereich geschoben

  • hilft die Drahtgitterröhre dabei, den verschlossenen Bereich offen zu halten

Während der Bypass-Operation:

  • wird ein Stück einer gesunden Arterie oder Vene aus einem anderen Körperteil genommen

  • wird ein Ende dieses Arterien- oder Venenstücks an die Aorta (die Hauptschlagader, die das Blut vom Herzen zum Rest des Körpers transportiert) genäht

  • wird das andere Ende hinter der Blockade an die verstopfte Arterie genäht

  • fließt das Blut dann durch die neue Abzweigung und umgeht die Verstopfung

Wie kann eine koronare Herzkrankheit verhindert oder umgekehrt werden?

Verhaltensweisen ändern, die dem Herzen schaden können

  • Mit dem Rauchen aufhören: Dies ist die wichtigste Art und Weise, eine koronare Herzkrankheit zu verhindern oder umzukehren.

  • Gesunde Lebensmittel essen, wie frisches Obst und Gemüse und andere ballaststoffreiche Nahrungsmittel.

  • Weniger Fette von Fleisch, Molkereiprodukten und verarbeitete Lebensmittel (wie gefrorene Pizza oder Mikrowellenessen) essen. Patienten sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie viel und welche Art von Fetten sie essen sollten.

  • bei Übergewicht abzunehmen,

  • Sich körperlich betätigen, indem man Gewichte hebt oder spazieren geht.

  • Keine Drogen mehr konsumieren – Es kann schwierig sein, den Drogenkonsum zu beenden; Patienten sollten deshalb mit ihrem Arzt oder Berater darüber sprechen, wie sie Hilfe erhalten.

Medikamente korrekt anwenden

  • Alle Medikamente sollten wie vom Arzt verschrieben angewendet werden, wie Medikamente zur Behandlung eines hohen Cholesterinspiegels, von Bluthochdruck oder Diabetes.

  • Über 50-Jährige sollten ihren Arzt danach fragen, eine niedrige Aspirin-Dosis jeden Tag anzuwenden, um Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN