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Amöbeninfektion des Gehirns: Granulomatöse Amöbenenzephalitis

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Granulomatöse Amöbenenzephalitis ist eine äußerst seltene, normalerweise tödliche Infektion des Zentralnervensystems, die durch zwei freilebende Amöbengattungen verursacht wird, nämlich Acanthamoeba oder Balamuthia mandrillaris. Sie tritt normalerweise bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit einem allgemein schlechten Gesundheitszustand auf.

  • Die Amöben dringen wahrscheinlich durch die Haut oder die Lunge ein und gelangen durch die Blutbahn in das Gehirn.

  • Die Symptome der granulomatösen Amöbenenzephalitis setzen nach und nach ein und umfassen Verwirrtheit, Kopfschmerzen, verschwommene Sicht, Krampfanfälle und offene Hautstellen.

  • Mit bildgebenden Verfahren und einer Lumbalpunktion können die Ärzte andere Ursachen ausschließen und wenn eine Wunde vorhanden ist, wird eine Probe entnommen und unter dem Mikroskop auf Amöben untersucht.

  • Zur Behandlung der Infektion wird in der Regel eine Kombination aus Wirkstoffen mit Miltefosin eingesetzt.

Freilebende Amöben sind Protozoen, die in der Erde oder im Wasser leben und nicht in Menschen oder Tieren leben müssen. Obwohl sie selten eine Infektion im Menschen auslösen, können bestimmte Typen dieser Amöben schwere, lebensgefährliche Krankheiten auslösen.

Die Amöben, die eine granulomatöse Amöbenenzephalitis verursachen, leben weltweit in Wasser, Erde und Staub. Viele Menschen sind ihnen ausgesetzt, aber nur wenige werden infiziert. Eine Infektion tritt normalerweise bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit einem allgemein schlechten Gesundheitszustand auf, allerdings kann Balamuthia mandrillaris auch Gesunde infizieren.

Die Amöben dringen wahrscheinlich durch die Haut oder die Lunge ein und gelangen durch die Blutbahn in das Gehirn.

Die granulomatöse Amöbenenzephalitis unterscheidet sich von der primären Amöben-Meningoenzephalitis. Eine primäre Amöben-Meningoenzephalitis ist zwar auch selten, kann aber gesunde Menschen betreffen, die in Süßwasser schwimmen. Die primäre Amöben-Meningoenzephalitis wird durch die freilebende Amöbenart Naegleria fowleri verursacht, die durch die Nase in das Zentralnervensystem gelangt.

Symptome

Die Symptome der granulomatösen Amöbenenzephalitis setzen nach und nach ein. Häufig kommt es zu Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Krampfanfällen. Betroffene können leichtes Fieber, getrübtes Sehvermögen, Persönlichkeitsveränderungen und Probleme mit dem Sprechen, der Koordination oder der Sehkraft haben. Eine Seite des Körpers oder des Gesichts kann gelähmt werden.

Balamuthia mandrillaris kann zusätzlich zu den obigen Symptomen auch offene Hautstellen hervorrufen.

Die meisten Infizierten sterben normalerweise 7 bis 120 Tage nach Auftreten der Symptome.

Diagnose

  • Computertomografie oder Magnetresonanztomografie des Gehirns

  • Eine Spinalpunktion

  • Biopsie der offenen Hautstellen

Üblicherweise werden für die Diagnose der granulomatösen Amöbenenzephalitis eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns und eine Lumbalpunktion vorgenommen. Diese Tests helfen dabei, andere mögliche Ursachen auszuschließen, aber normalerweise können sie die Diagnose nicht bestätigen.

Die offenen Hautstellen enthalten typischerweise Amöben, und wenn sie vorhanden sind, wird eine Biopsie vorgenommen.

Granulomatöse Amöbenenzephalitis wird häufig erst nach Eintreten des Todes diagnostiziert.

Behandlung

  • Arzneimittelkombinationen

Granulomatöse Amöbenenzephalitis und etwaige offene Hautstellen werden normalerweise mit einer Kombination von Arzneimitteln behandelt, zu denen immer Folgende gehören:

  • Miltefosin

und dazu einer oder mehrere der folgenden Wirkstoffe:

  • Pentamidin (ein Antimykotikum, das normalerweise zur Behandlung von Pilzinfektionen oder Protozoeninfektionen angewendet wird)

  • Sulfadiazin oder Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Antibiotika)

  • Flucytosin (ein Antimykotikum)

  • Fluconazol oder die verwandten Wirkstoffe Voriconazol oder Itraconazol (Antimykotika)

  • Amphotericin B (ein Antimykotikum)

  • Azithromycin oder Clarithromycin (Antibiotika)

Einige dieser Medikamente werden oral eingenommen, andere werden als Injektion verabreicht. Manche können auf mehrere Arten abgegeben werden.

Obwohl Miltefosin bei schwangeren Frauen zu Geburtsfehlern führen kann, wird es von Ärzten häufig angewendet, da die granulomatöse Amöbenenzephalitis gewöhnlich ohne Behandlung tödlich verläuft, sodass die potenziellen Vorteile einer Therapie gegenüber dem Risiko überwiegen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen bei Einnahme dieses Arzneimittels wirksame Verhütungsmethoden anwenden.

In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Gegebenenfalls vorhandene offene Hautstellen werden gesäubert.

Weitere Informationen

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