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Lassa-Fieber und südamerikanisches hämorrhagisches Fieber

Von

Thomas M. Yuill

, PhD, University of Wisconsin-Madison

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Lassa-Fieber und südamerikanisches hämorrhagisches Fieber, das von Arenaviren verursacht wird, sind Virusinfektionen, die Blutungen (Hämorrhagie) und Organfunktionsstörungen hervorrufen. Oftmals ist der Verlauf tödlich.

  • Diese Infektionen werden von Nagetieren auf den Menschen übertragen, in der Regel durch den Verzehr von kontaminierten Nahrungsmitteln.

  • Symptome können Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Husten und Halsschmerzen sowie Blutungen aus dem Mund, der Nase und inneren Organen einschließen.

  • Zur Bestätigung der Diagnose werden Blut- und Urintests durchgeführt.

  • Zu den Behandlungen gehören reichliche Flüssigkeitsaufnahme und andere Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.

Lassa-Fieber trat in Nigeria, Liberia, Guinea und Sierra Leone auf. Das auf Arenaviren zurückzuführende südamerikanische hämorrhagische Fieber tritt in Bolivien, Argentinien, Venezuela und Brasilien auf.

Diese Infektionen werden von Arenaviren verursacht und durch Nagetiere bzw. durch deren Urin und Kot auf den Menschen übertragen, in der Regel durch den Verzehr von kontaminierten Nahrungsmitteln. Sie können sich von Person zu Person durch Kontakt mit den Körperflüssigkeiten (wie Speichel, Urin, Stuhl oder Blut) ausbreiten.

Symptome

Die Symptome des Lassa-Fiebers und des auf Arenaviren zurückzuführenden südamerikanischen hämorrhagischen Fiebers beginnen gewöhnlich etwa 5 bis 16 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus. Die Infektion verursacht Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl (Unwohlsein), Schwäche, diffuse Körperschmerzen, Durchfall und Erbrechen. In den darauffolgenden 4 bis 5 Tagen können Schmerzen im Brustkorb, Halsschmerzen, Husten und Erbrechen auftreten. Etwa 80 Prozent der Fälle von Lassa-Fieber verlaufen leicht und werden oft nicht einmal diagnostiziert. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln jedoch schwere Symptome.

Bei schwerwiegendem Lassa-Fieber kann es zu Schwellungen im Gesicht und Hals kommen. Ungefähr 20 Prozent der Patienten mit Lassa-Fieber verlieren ihr Hörvermögen. Die Taubheit kann dauerhaft sein.

Typische Symptome des südamerikanischen hämorrhagischen Fiebers sind Mund-, Nase-, Magen- und Darmtraktblutungen. Offensichtliche Blutungen sind beim Lassa-Fieber weniger üblich. Allerdings treten mitunter Blutungen aus Punktionswunden, dem Zahnfleisch oder der Nase und unter der Haut auf (was aussieht wie kleine lilane Punkte). Wenn der Tod eintritt, ist er meist die Folge eines Schocks infolge des umfangreichen Austretens von Flüssigkeit aus Blutgefäßen.

In der Regel kommt es 7 bis 31 Tage nach Symptombeginn zum Einsetzen der Genesung oder zum Tod. Schweres Lassa-Fieber führt bei 16 bis 45 Prozent der Infizierten zum Tod. Bei Schwangeren oder bei Frauen mit einem Neugeborenen ist die Sterblichkeitsrate höher (bis 92 %).

Diagnose

  • Bluttests

Der Verdacht auf Vorliegen solcher Infektionen besteht, wenn Menschen, die sich mit dem Virus anstecken könnten, auch spezifische Symptome haben. Die Diagnose von Lassa-Fieber oder südamerikanischem hämorrhagischem Fieber wird durch Bluttests bestätigt, mit denen das Virus oder Antikörper gegen das Virus identifiziert werden.

Vorbeugung

Um die Ansteckung von Pflegepersonen und Familienmitgliedern zu verhindern, ist strikte Isolierung erforderlich. Bei einem Ausbruch hat sich die Quarantäne von Personen mit Infektionssymptomen (Fieber und Hämorrhagie) als wirksames Mittel zur Eindämmung der Infektion erwiesen. Es werden Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung durch die Luft getroffen.

Es gibt keinen Impfstoff gegen das Lassa-Fieber. Es gibt einen experimentellen Impfstoff, der gegen das durch das Junin-Virus hervorgerufene südamerikanische hämorrhagische Fieber wirksam ist.

Behandlung

  • Unterstützende Versorgung, einschließlich Flüssigkeitszufuhr

  • Ribavirin

Die Behandlung besteht aus unterstützender Versorgung, d. h. der Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten je nach Bedarf.

Mit dem antiviralen Medikament Ribavirin kann das Lassa-Fieber nicht geheilt werden, aber es reduziert das Sterberisiko. Unter Umständen hilft es auch bei Patienten mit südamerikanischem hämorrhagischem Fieber.

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