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Akute und posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Von

Josephine Elia

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Quellen zum Thema

Akute und posttraumatische Belastungsstörungen sind Reaktionen auf belastende traumatische Ereignisse durch wiederkehrende, unerwünschte Erinnerungen sowie Gefühllosigkeit oder erhöhte Anspannung oder Wachsamkeit (Unruhe). Kinder vermeiden normalerweise Erinnerungen an das Ereignis.

  • Diese Störung kann auftreten, wenn ein Kind Zeuge oder Opfer einer Gewalttat wird, wie etwa eines Hundeangriffs, eines Amoklaufs an der Schule, eines Unfalls oder einer Naturkatastrophe.

  • Das Kind durchlebt das Ereignis nicht nur erneut, sondern kann zudem gefühllos, extrem angespannt und nervös wirken.

  • Die Diagnose wird basierend auf den Symptomen nach einem traumatischen Ereignis gestellt.

  • Die Behandlung umfasst eine Psychotherapie, eine Verhaltenstherapie und Medikamente.

Die akute Belastungsstörung (ASD) setzt typischerweise unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis ein und dauert 3 Tage bis 1 Monat an.

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) kann eine Fortsetzung der ASD sein oder sich auch erst 6 Monate nach dem Ereignis entwickeln.

Belastungsstörungen können entstehen, wenn ein Kind Zeuge oder Opfer eines Ereignisses wird, bei dem sein eigenes oder das Leben bzw. die Gesundheit anderer gefährdet ist. Während dieses Ereignisses empfinden sie in der Regel große Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen. Zu solchen Ereignissen zählen Gewaltverbrechen, wie Kindesmissbrauch, ein Amoklauf an der Schule, ein Verkehrsunfall, ein Hundeangriff, Verletzungen (insbesondere Verbrennungen), Brände, Kriege, Naturkatastrophen (z. B. Hurrikans, Tornados oder Erdbeben) sowie Todesfälle. Bei jüngeren Kindern ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache. Nicht alle Kinder, die Zeuge eines schweren traumatischen Ereignisses geworden sind, entwickeln eine Belastungsstörung.

Sie müssen das traumatische Ereignis nicht selbst erlebt haben. Eine Belastungsstörung kann auch entstehen, wenn sie Zeuge eines traumatischen Ereignisses sind, das anderen zugestoßen ist, oder wenn sie erfahren, dass nahen Familienmitgliedern etwas geschehen ist.

Bestimmte Faktoren können Einfluss darauf nehmen, ob Kinder eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, und wenn diese sich entwickelt, wie gut sie damit klar kommen. Zu diesen Risikofaktoren zählen:

  • Wie schwer das traumatische Ereignis war

  • Ob während des Ereignisses körperliche Verletzungen entstanden sind

  • Welches Temperament das Kind hat

  • Welchen sozialen und ökonomischen Status die Familie hat

  • Ob das Kind zuvor Not erfahren hat (wie sexuellen Missbrauch)

  • Wie gut die Familiendynamik ist

  • Ob das Kind Familienmitglieder mit psychischen Gesundheitsstörungen hat

  • Ob das Kind eine Familie und soziale Unterstützung hat

Wussten Sie ...

  • Bei kleinen Kindern ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache von posttraumatischen Belastungsstörungen.

Symptome

Die Symptome der akuten Belastungsreaktion und posttraumatischen Belastungsstörung sind ähnlich und umfassen mehrere Symptomgruppen.

Wiedererleben des Ereignisses (Intrusionssymptome)

Kinder können das traumatische Ereignis am Tag (Flashbacks) oder in der Nacht (in Form von Albträumen) erneut durchleben. Flashbacks werden normalerweise durch Ereignisse ausgelöst, die mit dem ursprünglichen Erlebnis in Verbindung stehen. Zum Beispiel kann bei Kindern, die von einem Hund angegriffen wurden, der Anblick eines Hundes ein Flashback auslösen. Während eines Flashbacks kann das Kind sehr verängstigt und von seiner Umgebung losgelöst wirken. Es kann zwischenzeitlich die Verbindung zur Realität verlieren und verzweifelt versuchen, sich zu verstecken oder zu fliehen, als befinde es sich in großer Gefahr.

In weniger schwerwiegenden Fällen kann das Kind das Ereignis in Gedanken, mentalen Bildern oder Erinnerungen wiedererleben, welche dennoch sehr verstörend sein können. Junge Kinder spielen das Ereignis häufig nach.

Vermeidung von Erinnerungen (Vermeidungssymptome)

Kinder meiden dauerhaft alles, was sie an die traumatische Situation erinnert (Aktivitäten, Situationen oder Menschen). Manche vermeiden sogar Gedanken, Gefühle oder Gespräche in Bezug auf das traumatische Ereignis. Sie sind meistens nicht in der Lage, ihre Erinnerungen an das Ereignis zu vermeiden.

Negative Auswirkungen auf das Denken und die Gemütslage

Ein Gefühl emotionaler Taubheit oder Losgelöstheit vom eigenen Körper tritt häufig auf. Das Kind kann das Interesse an gewöhnlichen Aktivitäten verlieren, sich zurückziehen und im jungen Alter Angst vor dem Sterben haben.

Sie können auch von Schuldgefühlen geplagt werden, etwa weil sie überlebt haben, während andere ihr Leben ließen, oder weil sie nicht in der Lage waren, das Ereignis zu verhindern. Sie können sich möglicherweise nicht an wichtige Einzelheiten des Ereignisses erinnern oder haben falsche Erinnerungen. Zum Beispiel können sie glauben, dass sie selbst schuld sind.

Veränderungen der Wachsamkeit und Reaktionen

Möglicherweise achten Kinder übertrieben wachsam auf Anzeichen für Risiken. Das Kind kann extrem angespannt (übererregt) sein, was zu erhöhter Nervosität und der Unfähigkeit, sich zu entspannen, führen kann, und es ist schreckhaft.

Die Kontrolle ihrer Reaktionen fällt den Kindern schwer, was zu leichtsinnigem Verhalten oder Wutausbrüchen führen kann. Die Betroffenen haben eventuell Probleme, sich zu entspannen, einzuschlafen oder sich zu konzentrieren.

Dissoziative Symptome

Bei den Kindern tritt ein Gefühl der Losgelöstheit vom eigenen Körper wie in einem Traum auf. Die Welt kann ihnen unwirklich vorkommen.

Diagnose

  • Geschichte des traumatischen Ereignisses

  • Symptome

Die Diagnose einer Belastungsstörung wird auf der Grundlage eines beängstigenden, entsetzlichen Ereignisses gefolgt von typischen Symptomen gestellt.

Für eine akute Belastungsreaktion oder posttraumatische Belastungsstörung müssen die Symptome eine beträchtliche Belastung für das Kind darstellen oder es an seinen normalen Aktivitäten hindern.

Die akute Belastungsreaktion wird diagnostiziert, wenn die Symptome zwischen 3 Tagen und 1 Monat andauern. Die posttraumatische Belastungsstörung wird diagnostiziert, wenn die Symptome länger als 1 Monat andauern.

Behandlung

  • Psychotherapie

  • Verhaltenstherapie

  • Manchmal Arzneimittel

Eine unterstützende Psychotherapie ist oftmals hilfreich. Therapeuten versichern dem Kind, dass seine Reaktion berechtigt ist und ermutigen es, sich im Rahmen der Therapie seinen Erinnerungen zu stellen (als eine Art von Konfrontationstherapie). Expositionstherapie ( Behandlung), eine Art der Verhaltenstherapie, kann angewandt werden, um das Kind nach und nach unempfindlich gegenüber Situationen zu machen, die sie das Ereignis erneut durchleben lassen.

Kinder mit einer akuten Belastungsstörung genesen in der Regel schneller als Kinder mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, dennoch ist bei Kindern mit jeglicher der Störungen eine frühzeitige Behandlung äußerst wichtig.

Als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bezeichnete Antidepressiva können auch einige Symptome lindern.

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