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Rippenfrakturen

Von

Thomas G. Weiser

, MD, MPH, Stanford University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Quellen zum Thema

Eine oder mehrere Rippen können durch Brustverletzung stumpf gebrochen werden.

Typischerweise werden Rippenfrakturen durch eine stumpfe Krafteinwirkung auf die Thoraxwand, z. B. durch eine Abbremsbewegung bei hoher Geschwindigkeit, einen Baseballschläger oder einen schweren Sturz, ausgelöst; bei älteren Patienten reicht jedoch manchmal schon eine kleine Krafteinwirkung (z. B. beim Ausrutschen) aus. Wenn ≥ 3 benachbarte Rippen an 2 verschiedenen Stellen brechen, führt das gebrochene Segment zu einer Flatterbrust.

Tipps und Risiken

  • Kleinere Verletzungen (z. B. nach einem Sturz) bei älteren Menschen können Rippenfrakturen mit fatalen Folgen verursachen.

Gleichzeitig auftretende Brustverletzungen können die Folgenden sein:

Komplikationen

Die meisten Komplikationen entstehen durch Begleitverletzungen. Isolierte Rippenfrakturen sind schmerzhaft, aber führen selten zu Komplikationen. Eine schmerzbedingte Schonatmung kann jedoch zu einer Atelektase oder Pneumonie führen, besonders bei älteren Menschen oder Patienten mit mehrfachen Frakturen. Demnach haben ältere Patienten durch Rippenfrakturen eine hohe Mortalitätsrate (bis zu 20%) Junge, gesunde Patienten und solche mit ein oder zwei Rippenbrüchen entwickeln diese Komplikationen selten.

Symptome und Beschwerden

Der Schmerz ist stark, verschlimmert sich durch Rumpfbewegungen (z. B. beim Husten oder bei tiefen Atemzügen) und hält über mehrere Wochen an. Die betroffenen Rippen sind sehr empfindlich; manchmal kann der Arzt eine Krepitation über der betroffenen Rippe erkennen, wenn sich das Bruchsegment während der Palpation bewegt.

Diagnose

  • Normalerweise Röntgenthorax

Die Palpation der Brustwand kann einige Knochenbrüche identifizieren. Einige Ärzte sehen eine klinische Bewertung bei gesunden Patienten mit geringfügigem Trauma als angemessen an. Bei Patienten mit signifikantem, stumpfem Trauma wird routinemäßig eine Röntgenaufnahme des Thorax durchgeführt, um Begleitverletzungen auszuschließen (z. B. Pneumothorax, Lungenkontusion). Viele Rippenbrüche sind auf dem Röntgenthorax nicht sichtbar; spezifische Ansichten der Rippen können erfolgen, aber die Identifikation aller Rippenbrüche durch Röntgenstrahlen ist in der Regel nicht notwendig. Andere Untersuchungen richten sich nach den Begleitverletzungen, die klinisch möglich erscheinen.

Therapie

  • Analgesie

  • "Pulmonary Toilet"

Die Behandlung erfordert in der Regel Opiod-Analgetika, obwohl Opioide die Atmung auch unterdrücken und eine Atelektase verschlimmern können. Einige Ärzte verschreiben gleichzeitig NSAR.

Um pulmonare Komplikationen zu minimieren, sollten Patienten bewusst und regelmäßig, (z. B. stündlich während sie wach sind), tief atmen oder husten. Den betroffenen Bereich mit der flachen Hand oder unter Zuhilfenahme eines Kissens zu halten, also im Wesentlichen zu schienen, kann zu einer Reduzierung der Schmerzen während des tiefen Einatmens oder Hustens beitragen. Eine stationäre Aufnahme ist bei Patienten mit ≥ 3 Frakturen oder einer Herzinsuffizienz als Grunderkrankung erforderlich. Eine Immobilisierung, z. B. durch Verband oder Tapes, sollte umgangen werden; sie engt den Brustkorb ein und kann zu Atelektasen und Pneumonie führen. Wenn Patienten trotz oraler oder i.v. gegebener Analgetika nicht husten oder tief atmen können, können epidurale Medikamentengabe oder Zwischenrippennervenblockade in Bertracht gezogen werden.

Wichtige Punkte

  • Morbidität resultiert eher aus zugrundeliegender Lungen-, Milz oder Gefäßverletzung oder der Entwicklung von Lungenentzündung durch Schienung als aus Rippenfrakturen an sich.

  • Eine Identifizierung aller Rippenfrakturen mittels Röntgenaufnahmen ist in der Regel nicht notwendig.

  • Schmerzen können schwerwiegend sein und wochenlang andauern, in der Regel erfordern sie Opioid-Analgetika.

  • Verband oder Tapes, sollten umgangen werden, weil sie den Brustkorb einengen und zu Atelektasen und Pneumonie führen können.

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