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Kapazität (Kompetenz) und Unfähigkeit

Von

Charles Sabatino

, JD, American Bar Association

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Historisch gesehen wurde "Unfähigkeit" in erster Linie als ein klinischer Gegenstand betrachtet und "Inkompetenz" als ein juristischer Gegenstand. Diese Unterscheidung, zumindest in der Terminologie, wird nicht mehr anerkannt, die meisten Landesgesetze sprechen nun von "Unfähigkeit" und nicht von "Inkompetenz", obwohl die Begriffe häufig synonym verwendet werden. Inzwischen ist die Unterscheidung in der Terminologie zwischen klinischer und juristischer Unfähigkeit gebräuchlicher.

Menschen, die über eine klinische und juristische Kompetenz verfügen, haben in Bezug auf die Gesundheitsversorgung das Recht, Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung zu treffen, einschließlich der Ablehnung einer medizinisch notwendigen Versorgung, selbst wenn der Tod die Folge wäre. Menschen, die über keine der beiden Kapazitäten verfügen, können keine Entscheidungen über die medizinische Versorgung treffen. Wenn ein Patient allerdings von einem Arzt als nicht rechtsfähig beurteilt wird und einen konkreten Behandlungswunsch äußert, darf der Arzt diesen Wunsch nicht einfach übergehen, es sei denn, der Patient ist juristisch als nicht rechtsfähig (unmündig) erklärt worden.

Klinische Kapazität

Die klinische Kapazität, Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung zu treffen, ist die Fähigkeit, die Vorteile und Risiken der geplanten Gesundheitsreform und mögliche Alternativen zu verstehen, und die Fähigkeit, konkrete Entscheidungungen zu treffen und zu kommunizieren. Die Beurteilung dieser Kapazität erfordert eine Abklärung der folgenden Faktoren:

  • Gesundheitliche Aspekte (z. B. der Gesundheitszustand des Patienten, Wahrnehmungsstörungen, Medikamentennebenwirkungen und psychiatrische Probleme)

  • Funktionelle Fähigkeiten (körperliche, kognitive und psychologische)

  • Umweltfaktoren (z. B. Risiken, Unterstützung, Beeinträchtigungen)

Ärzte bestimmen die Art der Kapazität, wenn dies notwendig ist, und dokumentieren den Entscheidungsprozess. Staatlich qualifizierte Ärzte und Therapeuten sind in den meisten Ländern mit gesetzlicher Patientenverfügung befugt, diese Entscheidungen zu treffen. Gerichte werden nur dann einbezogen, wenn diese Entscheidungen oder andere damit verbundene Aspekte durch den Patienten oder jemand anderen angefochten werden.

Die klinische Kapazität ist für jede einzelne medizinische Entscheidung grundlegend und ist somit auch auf diese einzelne Entscheidung beschränkt. Das Ausmaß der klinischen Kapazität, die benötigt ist, um eine Entscheidung über die Gesundheitsversorgung zu treffen, hängt von der Komplexität dieser Entscheidung ab. Bei einem Patienten mit einem gewissen Rückgang der Kapazität, auch mit ziemlich schweren kognitiven Defiziten, kann immer noch genügend Kapazität vorhanden sein, um einfache Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung zu treffen, wie z. B. ob eine rektale Untersuchung oder die Platzierung einer Infusion zugelassen wird. Jedoch kann der gleiche Patient nicht die Fähigkeit haben zu entscheiden, ob er in einer klinischen Studie teilnehmen kann.

Alle möglichen Versuche sollten unternommen werden, um den Patienten in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Das Ignorieren der Entscheidung eines rechtsfähigen Patienten oder das Akzeptieren der Entscheidung eines unmündigen Patienten ist unethisch und kann rechtliche Konsequenzen haben. Die Fähigkeit des Patienten, eine Entscheidung zu treffen, sollte von Ärzten immer berücksichtigt werden. Zum Beispiel kann ein Patient mit einem gebrochenen Bein zwar in der Lage sein, die Entscheidung zu treffen, nach Hause zu gehen, ist aber möglicherweise nicht in der Lage, sich zu Hause selbst zu pflegen. Die Bereitstellung der notwendigen Unterstützung für die Durchführung einer Entscheidung ist ein wichtiges Ziel der Pflege.

Die Kapazität kann intermittierend und variabel sein und ist durch äußere Bedingungen beeinflussbar. Patienten, die ihre Kapazität durch Trunkenheit, Delirium, Koma, schwere Depressionen, Unruhe, oder sonstige Beeinträchtigungen verloren haben, können beispielsweise ihre Kapazität wieder erlangen, wenn der Grund für ihre Beeinträchtigung verschwunden ist. Um die Zustimmung eines Patienten zu erlangen, der über keine klinische Kapazität verfügt, muss der Arzt einen Angehörigen oder einen Stellvertreter mit Vorsorgevollmacht, der anstelle des Patienten berechtigt ist, Entscheidungen über ihn zu treffen, fragen. ( Einwilligung und stellvertretende Entscheidungen). Wenn eine Notfallversorgung nötig wird (z. B. für einen bewusstlosen Patienten nach einem akuten Ereignis) und ein solcher rechtlicher Vertreter nicht benannt oder nicht verfügbar ist, gilt die Regel der mutmaßlichen Einwilligung: Es wird von der Annahme ausgegangen, dass die Patienten der evtl. erforderlichen Notfallbehandlung zustimmen. Der Entscheidungsprozess über die medizinische Notversorgung für Menschen, die keine Entscheidungen für sich selbst treffen können, ist selten Gegenstand juristischer Prozesse.

Rechtsfähigkeit

Die Rechtsfähigkeit (Kompetenz) ist ein Rechtsstatus; dieser kann nicht von Ärzten oder Therapeuten bestimmt werden. Allerdings spielen Ärzte eine bedeutende Rolle im Beurteilungsprozess. In den USA gelten Personen im Alter von 18 Jahren oder älter als rechtlich in der Lage, Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung für sich zu treffen. Reife minderjährige Personen unter dem Alter der Volljährigkeit (in der Regel 18 Jahre), werden ebenfalls als dazu in der Lage angesehen. Die Definition dieser Gruppe variiert je nach Land, aber in der Regel gehören auch Minderjährige, die verheiratet sind, zu den Streitkräften gehören oder die per Gerichtsbeschluss einen rechtsfähigen Status zuerkannt bekommen haben, dazu.

Menschen bleiben rechtsfähig, bis ein Richter mit entsprechender Zuständigkeit sie in Bezug auf einige oder alle Bereiche des Lebens für unmündig erklärt. Diese Erklärung erfolgt in der Regel durch einen Vormundschaftsprozess vor dem Gericht. Die gesetzlichen Anforderungen für die Erklärung der Geschäftsunfähigkeit ist je nach Land unterschiedlich. Allerdings ist die Untermauerung durch folgende Bedingungen oder eine Kombination davon Voraussetzung dafür:

  • Eine behindernde Erkrankung (z. B. geistige Behinderung, eine psychische Störung, Demenz oder andere Hirnerkrankungen, chronischer Drogenmissbrauch)

  • Ein Mangel an kognitiven Fähigkeiten, um Informationen zu verstehen oder Entscheidungen zu vermitteln

  • Eine Unfähigkeit, den grundlegenden Anforderungen der körperlichen Gesundheit, Sicherheit oder Selbstpflege ohne schützende Intervention gerecht zu werden

  • Die Feststellung, dass Vormundschaft die am wenigsten restriktive Alternative zum Schutz der Person darstellt

Zu den am wenigsten einschränkenden alternativen Erfordernissen für eine eingeschränkte Rechtsfähigkeit gehören zunehmend die Berücksichtigung der technologischen Unterstützung und die unterstützte Entscheidungsfindung. Die unterstützte Entscheidungsfindung ist eine Alternative zum gesetzlichen Vormund und ermöglicht Menschen mit Behinderungen, ihre Rechte und ihre Entscheidungsfähigkeit mithilfe von vertrauenswürdigen Beratern wie Freunden, Familienangehörigen oder Fachleuten, die als Unterstützer fungieren, beizubehalten.

Wenn Ärzte die Rechtsfähigkeit einer Person hinterfragen, können sie dies auf juristischem Weg tun. Ärzte können gebeten werden, als Zeuge auszusagen oder Unterlagen für eine Anhörung zur Rechtsfähigkeit zu unterbreiten.

Wenn das Gericht eine Person entmündigt, ernennt es einen Vormund, der rechtsverbindliche Entscheidungen für die Person trifft - entweder in allen Angelegenheiten oder in einer begrenzten Anzahl von Fragen, die durch das Gericht festgelegt werden. Die Gerichte können auch bei Entscheidungen über bestimmte strittige Fragen helfen (z. B. eine bestimmte Entscheidung über die Behandlung, oder wenn es um einen ganz bestimmten Wunsch des Patienten geht).

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