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Überblick über substanzabhängige Erkrankungen

Von

Thomas Kosten

, MD, Baylor College of Medicine/MD Anderson Cancer Center

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Substanzbezogene Störungen beinhalten Medikamente, die das Belohnungssystem des Gehirns direkt aktivieren. Die Aktivierung des Belohnungssystems verursacht typischerweise Lustgefühle; die hervorgerufenen spezifischen, angenehmen Gefühle variieren weit, abhängig von der Droge. Diese Medikamente werden in 10 verschiedene Klassen eingeteilt, mit unterschiedlichen, wenn auch nicht ganz eindeutigen, pharmakologischen Mechanismen. Zu den Klassen von Medikamenten gehören

Diese Klassifizierung beruht nicht darauf, ob ein Medikament legal (z. B. Alkohol, Koffein), illegal (z. B. Halluzinogene) oder auf Rezept erhältlich ist (z. B. Morphin, Lorazepam). Spezielle Details diese Substanzen und deren Effekte betreffend werden an anderer Stelle im MSD-Manual besprochen.

Der Begriff "Betäubungsmittel" ist eine rechtlicher und umgangssprachlicher Begriff. Ursprünglich bezog er sich auf Medikamente mit narkotischer Wirkungen (Gefühllosigkeit oder Stupor), insbesondere Opioide (z. B. Opium, Opium-Derivate). Allerdings wird der Begriff derzeit so inkonsistent verwendet (z. B. stuft die US-Regierung das Stimulans Kokain als Betäubungsmittel ein), dass der Begriff wenig wissenschaftliche oder medizinische Bedeutung hat.

Klassifikation von substanzabhängigen Krankheiten

Substanzbezogene Störungen sind in der Regel unterteilt in

Substanzinduzierte Störungen beinhalten die direkten Wirkungen eines Arzneimittels, die typischerweise folgendes beinhalten

Substanzstörungen beinhalten pathologische Verhaltensmuster, bei denen Patienten auch weiterhin eine Substanz verwenden, auch wenn erhebliche Probleme aufgrund der Verwendung auftreten. Es kann auch physiologische Erscheinungen geben, einschließlich Veränderungen in der Schaltung des Gehirns. Die häufigsten verwendeten Begriffe "Sucht", "Missbrauch" und "Abhängigkeit" sind zu locker und variabel definiert, um sehr nützlich bei der systematischen Diagnose zu sein; "Substanzstörung" ist umfassender und hat weniger negative Konnotation.

Medikamente der Klasse 10 unterscheiden sich darin, wie wahrscheinlich es ist, dass sie einen Substanzmissbrauch verursachen. Die Wahrscheinlichkeit wird als Suchtbelastung bezeichnet und hängt von einer Kombination von Faktoren ab, einschließlich

  • Applikationsweg

  • Rate, mit der das Medikament die Blut-Hirn-Schranke durchquert und die Belohnungsbahn stimuliert

  • Zeit-Effekt bis zum Einsetzen

  • Die Fähigkeit, Toleranz und/oder Entzugserscheinungen zu induzieren

Zeitplanarzneien (scheduled drugs)

In den USA verlangt der „Comprehensive Drug Abuse Prevention and Control Act of 1970 “ von 1970 mit anschließenden Änderungen von der pharmazeutischen Industrie, dass sie die körperliche Unversehrtheit garantiert und über bestimmte Arten und Klassen von Substanzen genau Buch führt (kontrollierte Substanzen—siehe Tabelle Einige Beispiele kontrollierter Substanzen*). Auf der Grundlage ihres Missbrauchspotenzials, ihres Nutzens für medizinische Zwecke und ausreichender Sicherheit bei medizinischer Überwachung werden diese kontrollierten Substanzen in fünf Klassen unterteilt. Diese Klassifizierung entscheidet darüber, wie stark eine Substanz überwacht werden muss.

  • Klasse I: Substanzen dieser Klasse haben ein hohe Suchtbelastung, sind nicht für medizinische Anwendungen zugelassen und haben keine akzeptierte Sicherheit. Diese Substanzen dürfen nur zu den von der Regierung genehmigten Forschungszwecken genutzt werden.

  • Klassen II bis IV: Diese Substanzen haben in aufsteigender Reihenfolge immer weniger Suchtbelastung. Sie haben genau definierte medizinische Verwendungen. Verschreibungen von Substanzen der Klassen II–IV müssen die Lizenznummer des Arztes bei der DEA (Drug Enforcement Administration, Behörde für Drogenkontrolle) tragen.

  • Klasse V: Diese Substanzen haben die geringste Suchtbelastung. Einige Substanzen der Klasse V sind nicht verschreibungspflichtig.

Die Klassifizierungen können einzelstaatlich geregelt sein.

Tabelle
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Einige Beispiele kontrollierter Substanzen*

Intervall

Beispiele

I

Cathinon (Khat) und Methcathinon, GHB, Heroin (und einige andere Opioide), LSD, MDMA, Psilocybin, synthetische Cannabinoide

II

Amphetamine, Barbiturate (kurze Wirkdauer), Kokain, Hydrocodon (einschließlich Kombination von Hydrocodonprodukten), Hydromorphon, Methadon, Methylphenidat, Morphin und andere starke Opioid-Agonisten, Oxycodon, Phencyclidin

III

Anabolsteroide, Barbiturate (intermediär wirkend), Buprenorphin, Dihydrocodein, Dronabinol, Ketamin, Paregoricum

IV

Barbiturate (lange Wirkdauer), Benzodiazepine, Chloralhydrat, Modafinil, Meprobamat, Pentazocin, Propoxyphen, Zolpidem

V

Hustenstiller, die kleine Mengen von Codein oder Pregabalin enthalten

*Die Drug Enforcement Administration unterhält eine komplette alphabetische Auflistung der kontrollierte Substanzen.

*Kann nicht verordnet werden.

GHB = Gamma-Hydroxybutyrat, LSD = Lysergsäurediethylamid; MDMA = Methylendioxymethamphetamin.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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