Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Hyperventilationssyndrom

Von

Noah Lechtzin

, MD, MHS, Johns Hopkins University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Quellen zum Thema

Das Hyperventilationssyndrom ist definiert als mit Angstzuständen assoziierte Dyspnoe und Tachypnoe, oft begleitet von systemischen Symptomen.

Häufig betroffen sind junge Frauen. Generell können aber beide Geschlechter aller Altersstufen ein Hyperventilationssyndrom entwickeln. Manchmal wird es durch emotional belastende Ereignisse hervorgerufen. Das Hyperventilationssyndrom unterscheidet sich von einer Panikstörung, obwohl beide Erkrankungen Überlappungen zeigen; ca. die Hälfte aller Patienten mit Panikstörung leiden unter Hyperventilation, und bei einem Viertel aller Patienten mit Hyperventilationssyndrom liegt eine Panikstörung vor.

Das Hyperventilationssyndrom tritt in 2 Formen auf:

  • Akut: Die akute Form ist leichter zu erkennen als die chronische.

  • Chronisch: Chronische Hyperventilation ist häufiger als akut.

Symptome und Beschwerden

Akutes Hyperventilationssyndrom

Im akuten Hyperventilationsanfall können Patienten manchmal unter so starker Dyspnoe leiden, dass sie das Gefühl haben zu ersticken. Begleitend treten Agitiertheit und panische Angst oder Beschwerden wie Brustschmerzen, Parästhesien (peripher und perioral), periphere Tetanie (z. B. Steifigkeit der Finger oder Arme) und Präsynkopen oder Synkopen auf oder manchmal auch eine Kombination all dieser Symptome. Die Tetanie wird durch die respiratorische Alkalose verursacht, die zu Hypophosphatämie und Hypokalzämie führt. Bei der Untersuchung können die Patienten ängstlich, tachypnoisch oder auch beides erscheinen. Die Lungenuntersuchung ist unauffällig.

Chronisches Hyperventilationssyndrom

Bei Patienten mit chronischer Hyperventilation ist die Symptomatik weitaus schwächer ausgeprägt und wird oft übersehen; diese Patienten seufzen tief und häufig und zeigen unspezifische somatische Symptome im Zusammenhang mit affektiven Störungen, Angsterkrankungen und emotionalem Stress.

Diagnose

  • Untersuchungen, um andere Diagnosen auszuschließen (Röntgenthorax, EKG, Pulsoximetrie).

Das Hyperventilationssyndrom ist eine Ausschlussdiagnose. Die Herausforderung besteht im wohlüberlegten Einsatz weiterführender Diagnostik zum Ausschluss schwererer Erkrankungen (Anm. d. Red.: Erfordernishyperventilation z. B. bei exogener Hypoxie, Anämie, CO-Vergiftung, metabolischer Azidose und einer pulmonal oder thorakal induzierten Hypoxie).

Zu den grundlegenden Tests gehören:

  • Pulsoxymetrie

  • Röntgenthorax

  • EKG

Die Pulsoximetrie zeigt beim Hyperventilationssyndrom eine Sauerstoffsättigung bei oder nahe 100%. Der Röntgenthoraxbefund ist unauffällig. Das EKG dient dem Ausschluss einer kardialen Ischämie. Beim Hyperventilationssyndrom können jedoch ST-Strecken-Senkungen, Umkehrung der T-Wellen und verlängerte QT-Zeiten auftreten.

Die BGA ist notwendig, wenn andere Ursachen der Hyperventilation wie z. B. eine metabolische Azidose vermutet werden.

Gelegentlich kann die akute Hyperventilation klinisch nicht von einer akuten Lungenarterienembolie unterschieden werden, sodass eine weitere Diagnostik (z. B. D-Dimere, Ventilations-/Perfusionsszintigraphie, CT-Angiographie) erforderlich werden kann.

Therapie

  • Unterstützende Beratung

  • Manchmal psychiatrische oder psychologische Behandlung

Die Therapie besteht in der Aufklärung und Beruhigung des Patienten. Manche Ärzte propagieren eine Patientenschulung in Techniken der maximalen Exspiration und Zwerchfellatmung. Bei den meisten Patienten ist eine Behandlung der zugrunde liegenden affektiven Störung oder der Angststörung erforderlich. Diese Behandlung besteht u. a. aus einer kognitiven Therapie, Techniken zur Stressbewältigung, Medikamenten (Anxiolytika, Antidepressiva, Lithium) oder einer Kombination dieser Verfahren.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Pleurapunktion unter Ultraschallkontrolle
Video
Pleurapunktion unter Ultraschallkontrolle
3D-Modelle
Alle anzeigen
Pneumothorax
3D-Modell
Pneumothorax

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN