Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

honeypot link

Buschfieber

(Tsutsugamushi-Fieber ; milbenbedingter Typhus ; tropischer Typhus)

Von

William A. Petri, Jr

, MD, PhD, University of Virginia School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
Quellen zum Thema

Das Buschfieber ist eine von Milben übertragene und durch Orientia tsutsugamushi (vormals Rickettsia tsutsugamushi) hervorgerufene Krankheit. Die Symptome bestehen aus Fieber, einer Primärläsion, einem makulären Exanthem und einer Lymphadenopathie.

Das Buschfieber ist verwandt mit Rickettsiosen.

O. tsutsugamushi wird durch Trombiculid-Milbenlarven (chiggers) übertragen, die sich von Wald- und Landnagern, einschließlich Ratten, Wühlmäusen und Feldmäusen ernähren. Auch die Infektion des Menschen folgt einem Chiggerbiss. Die Milben sind sowohl der Vektor als auch das natürliche Reservoir für O. tsutsugamushi.

Buschfieber ist endemisch in einem Gebiet im asiatisch-pazifischen Raum, das von Japan, Korea, China, Indien und Nordaustralien begrenzt wird.

Symptome und Beschwerden

Nach einer Inkubationszeit von 6 bis 21 Tagen (Mittelwert 10 bis 12 Tage) beginnen die Symptome des Buschfiebers plötzlich und umfassen Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und eine generalisierte Lymphadenopathie. Mit Beginn des Fiebers entwickelt sich oft eine schorfige Kruste an der Stelle des Milbenlarvenbisses. Die typische Läsion beim Buschfieber tritt häufiger bei Weißen als bei Asiaten auf und beginnt mit einer roten, indurierten Läsion mit ca. 1 cm Durchmesser, die schließlich Bläschen bildet, rupturiert und von einer schwarzen Kruste bedeckt wird. Es kommt zu einer Vergrößerung der regionalen Lymphknoten.

Das Fieber steigt während der 1. Woche an, oft auf 40–40,5° C. Es kommt häufig zu heftigen Kopfschmerzen, ebenso zu einer konjunktivalen Injektion. Während des 5.–8. Fiebertags entwickelt sich am Körperstamm ein makuläres Exanthem, das sich oft auf die Arme und Beine ausbreitet. Es kann rasch wieder verschwinden oder makulopapulös und intensiv gefärbt werden. Während der 1. Fieberwoche hustet der Patient, und während der 2. Krankheitswoche kann sich eine Pneumonitis entwickeln.

In schweren Fällen steigt die Pulsrate an; der Blutdruck fällt ab und es kommt zu Delirium, Stupor und Muskelzuckungen. Eine Splenomegalie kann auftreten, und eine interstitielle Myokarditis ist häufiger als bei anderen Rickettsiosen. Bei fehlender Therapie kann über 2 Wochen hohes Fieber bestehen, das dann langsam über mehrere Tage abfällt. Unter Therapie beginnt die Entfieberung meist innerhalb von 36 Stunden. Die Genesung erfolgt prompt und ohne besondere Ereignisse.

Diagnose

  • Klinische Symptomatik

  • Biopsie von Hautausschlag mit fluoreszierender Antikörperfärbung, um den Erreger zu erkennen

  • Akute und laufende serologische Untersuchungen (serologische Untersuchungen sind akut nicht sinnvoll)

  • Polymerasekettenreaktion (= Polymerase-Kettenreaktion)

Die Manifestationen des Buschfiebers ähneln denen des Rocky-Mountain-Flecktyphus und des epidemischen Typhus. Das Buschfieber kommt jedoch in verschiedenen geographischen Regionen vor (asiatisch-pazifischer Raum, der von Japan, Korea, China, Indien und Nordaustralien begrenzt wird), und häufig entwickelt sich eine Kruste mit einer Satelliten-Adenopathie.

Therapie

  • Doxyzyklin

Die primäre Therapie des Buschfiebers erfolgt mit Doxyzyklin 200 mg p.o. 1-mal täglich, gefolgt von 100 mg 2-mal täglich, bis eine klinische Besserung eintritt, der Patient 48 Stunden fieberfrei ist und mindestens 7 Tage lang behandelt wurde.

Mittel der zweiten Wahl ist Chloramphenicol 500 mg p.o. oder i.v. 4-mal täglich über 7 Tage. Orales Chloramphenicol ist in den USA nicht erhältlich, und seine Anwendung ist mit nachteiligen hämatologischen Wirkungen verbunden, was eine Überwachung der Blutindizes erfordert.

Vorbeugung

Die Eliminierung oder Verringerung von Milbenpopulationen durch die Beseitigung von Gestrüpp und das Besprühen der befallenen Flächen mit Insektizidrückständen trägt zur Verhinderung des Buschfiebers bei. Bei einer wahrscheinlichen Exposition sollten Repellenzien (z. B. Diethyltoluamid [DEET]) angewendet werden.

Wichtige Punkte

  • Das im asiatisch-pazifischen Raum endemische Buschfieber wird durch den Biss von Chiggern (Milbenlarven) übertragen.

  • Fieber (oft begleitet von einem Schorf an der Bissstelle), Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen und generalisierte Lymphadenopathie beginnen plötzlich; ein Hautausschlag entwickelt sich und breitet sich aus.

  • Behandeln Sie mit Doxycyclin, was auch in schweren Fällen zu einer schnellen Verbesserung führt.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

NACH OBEN