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Vitamin-B6-Mangel und -abhängigkeit

(Pyridoxin-Mangel und -Abhängigkeit)

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences

Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Da die meisten Lebensmittel Vitamin B6 enthalten, ist ein ernährungsbedingter Mangel selten. Ein sekundärer Mangel lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Als Symptome gelten eine periphere Neuropathie, ein pellagraähnliches Syndrom, Anämie und Anfälle, die besonders bei Kleinkindern nicht verschwinden, wenn sie mit Antiepileptika therapiert werden. Ein eingeschränkter Stoffwechsel (Abhängigkeit) ist selten; er verursacht verschiedene Symptome wie Anfälle, geistige Behinderung und Anämie. Die Diagnose wird klinisch gestellt; es existiert kein Labortest, mit dem sich der Vitamin-B6-Status direkt bestimmen lässt. Um den Mangel zu beseitigen, wird Vitamin B6 oral verabreicht und, falls möglich, die Ursache behandelt.

Vitamin B6 umfasst eine Gruppe eng verwandter Komponenten: Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin. Sie werden im Körper zu Pyridoxalphosphat verstoffwechselt, das in wichtigen Reaktionen im Blut, im ZNS und im Hautstoffwechsel als Koenzym wirkt. Vitamin B6 spielt eine bedeutende Rolle in der Biosynthese von Häm- und Nukleinsäure sowie im Lipid-, Kohlenhydrat- und Aminosäurenstoffwechsel (siehe Tabelle Quellen, Funktionen und Wirkungen von Vitaminen).

Zu den Nahrungsquellen für Vitamin B6 gehören Innereien (z. B. Leber), Vollkorngetreide, Fisch und Hülsenfrüchte. (Siehe auch Überblick über Vitamine.)

Ätiologie

Ein diätetischer Vitamin B6-Mangel entsteht – wenn auch selten –, da eine intensive Verarbeitung von Lebensmitteln deren Vitamin-B6-Gehalt stark mindern kann.

Sekundärer VitaminB6Mangel wird am häufigsten verursacht durch

Selten besteht ein sekundärer Mangel als Folge eines erhöhten Stoffwechselbedarfs (z. B. bei Hyperthyreoidismus).

Seltene angeborene Stoffwechselstörungen beeinflussen den Pyridoxinstoffwechsel.

Symptome und Beschwerden

Vitamin-B6-Mangel verursacht eine periphere Neuropathie und ein pellagraähnliches Syndrom mit seborrhoischer Dermatitis, Glossitis und Cheilose, bei Erwachsenen können Depressionen, Verwirrtheit, Elektroenzephalogramm-Anomalien und Anfälle auftreten.

In seltenen Fällen führen Mangel oder Abhängigkeit bei Kleinkindern zu Anfällen. Besonders bei Kleinkindern lassen sich Anfälle mit Anti-Epileptika nur schwer therapieren.

Normozytische, mikrozytische oder sideroblastäre Anämien können sich ebenfalls als Folge des Mangels entwickeln.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Vitamin-B6-Mangel sollte in Betracht gezogen werden bei

  • jedem Kleinkind mit Anfällen,

  • jedem Patienten mit Anfällen, die sich unter Einnahme von Anti-Epileptika nicht bessern,

  • jedem Patienten mit einem Mangel anderer B-Vitamine, inbesondere bei Alkoholismus und Protein-Energie-Unterernährung.

Die Diagnose eines Vitamin B6-Mangels wird in der Regel klinisch gestellt. Es gibt keinen einzelnen akzeptierten Labortest zur Bestimmung des Vitamin-B6-Status; die Messung von Pyridoxalphosphat im Serum ist am weitesten verbreitet.

Tipps und Risiken

  • Wenn die Anfälle bei Säuglingen unter antiepileptischen Medikamenten nicht sistieren, sollte die Gabe von Pyridoxin erwogen werden, um einen möglichen Vitamin-B6-Mangel zu behandeln.

Therapie

  • Pyridoxin

  • Ausschalten von Risikofaktoren, wenn möglich

Im Falle eines sekundären Vitamin B6-Mangels sollten Ursachen wie pyridoxindeaktivierende Arzneimittel oder Malabsorption nach Möglichkeit beseitigt werden.

In der Regel verschwindet der Mangel bei Erwachsenen, wenn einmal täglich 50–100 mg Pyridoxin oral gegeben werden. Patienten, die Isoniazid einnehmen, sollten am Tag ebenfalls 30–50 mg Pyridoxin oral erhalten. Besteht der Mangel aufgrund eines erhöhten Stoffwechselbedarfs, sind Pyridoxingaben in größeren Mengen erforderlich, als die Empfehlungen zur täglichen Zufuhr dies vorsehen. Zur Therapie der meisten angeborenen Stoffwechselfehler kann Pyridoxin hochdosiert verabreicht werden.

Wichtige Punkte

  • Ein Vitamin-B6-Mangel wird in der Regel durch pyridoxindeaktivierende Medikamente (z. B. Isoniazid), Protein-Energie-Unterernährung, Malabsorption, Alkoholismus oder übermäßige Verluste verursacht.

  • Ein Mangel kann periphere Neuropathie, Dermatitis, Glossitis und Cheilosis und bei Erwachsenen Depression, Verwirrtheit und Krampfanfälle auslösen.

  • Der Verdacht und die Diagnose stützen sich auf die klinischen Befunde.

  • Die sekundären Ursachen sollten beseitigt oder zusätzlich Pyridoxin gegeben werden.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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