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Offener Pneumothorax

(Sucking Chest Wound)

Von

Thomas G. Weiser

, MD, MPH, Stanford University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Ein offener Pneumothorax (offene Brustwandverletzung) tritt auf, wenn sich Luft zwischen der Brustwand und der Lunge ansammelt, als Folge einer offenen Brustwunde oder eines anderen physikalischen Defekts. Je größer die Öffnung ist, desto größer der Lungenkollaps und die Atembeschwerden.

  • Die Symptome sind Schmerzen im Brustkorb, Kurzatmigkeit, beschleunigte Atmung und Herzrasen, manchmal gefolgt von Schock.

  • Ärzte können ein offenen Pneumothorax in der Regel ausgehend von der Krankengeschichte des Patienten, den Symptomen und dem Untersuchungsbefund diagnostizieren.

  • Die Ärzte bedecken die Wunde sofort mit einem dreiseitigen Wundverband und führen dann einen Schlauch in die Brusthöhle ein, um Luft herauszuleiten.

Wenn ein Mensch mit unverschlossener Öffnung der Brustwand einatmet, wird durch das Einatmen ein negativer Druck im Raum zwischen der Lunge und der Brustwand (Pleuraraum) erzeugt, sodass Luft von zwei verschiedenen Quellen gleichzeitig in die Lunge eindringt: der Luftröhre (Trachea) und der Öffnung in der Brustwand. Bei kleinen Brustwandfehlern (oder Wunden) kommt es zu einem geringen Luftstrom, der nur geringfügige Auswirkungen hat. Wenn die Öffnung in der Brustwand etwa zwei Drittel des Durchmessers der Luftröhre oder größer ist, gelangt durch die Brustwand mehr Luft in den Pleuraraum als durch die Luftröhre. Größere Öffnungen können zu einem vollständigen Lungenkollaps führen. 

Symptome

Die Brustwunde (oder die Öffnung) schmerzt und verursacht Atembeschwerden. Die Luft, die in die Wunde gelangt, macht ein charakteristisches Sauggeräusch. Mit steigendem Druck im Brustkorb kann der Blutdruck abfallen, manchmal gefährlich niedrig, (Schock), die Betroffenen fühlen sich schwach und benommen und die Halsvenen können hervortreten.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Ein offener Pneumothorax wird ausgehend von der Krankengeschichte des Patienten, den Symptomen und einer Untersuchung der gesamten Brustwand diagnostiziert.

Behandlung

  • Wundverband und anschließend Thoraxdrainage (Thorakotomie)

Die Wunde wird sofort mit einem sterilen Verband abgedeckt, der nur auf drei Seiten sicher befestigt wird. Der Verband verhindert, dass Luft in die Brustwand eindringen, dafür aber die Luft beim Ausatmen aus der Lunge entweichen kann. Anschließend wird ein Schlauch in den Brustkorb gelegt (Thorakotomie), um die Luft herauszuleiten, damit sich die Lunge wieder mit neuer Luft füllen kann. Die Wunde kann später operativ geschlossen werden.

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