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Medikamentöse Behandlung von Magensäure

Von

Nimish Vakil

, MD, University of Wisconsin School of Medicine and Public Health

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2020| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2020
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Quellen zum Thema

Magensäure spielt eine Rolle bei einer Reihe von Erkrankungen des Magens, darunter das peptische Geschwür, Gastritis und gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD). Obwohl die im Magen vorhandene Säuremenge bei Menschen mit diesen Erkrankungen normalerweise normal ist, ist es wichtig, die Säuremenge im Magen zu senken, um die Schädigung des Magens und des Darms zu behandeln und die Symptome zu lindern.

Protonenpumpenhemmer

Die Protonenpumpe ist der Name für den chemischen Vorgang, durch den der Magen Säure ausschüttet. Protonenpumpenhemmer sind die stärksten Medikamente zur Verringerung der Säureproduktion. Protonenpumpenhemmer unterstützen die Heilung von Geschwüren bei einem größeren Prozentsatz von Betroffenen in einem kürzeren Zeitraum als Histamin-2-Blocker (H2-Blocker) und werden daher gegenüber H2-Blockern bevorzugt. Sie werden bei schweren Formen von Gastritis (z. B. bei Blutungen) und GERD verwendet. Protonenpumpenhemmer sind auch sehr nützlich bei der Behandlung von Erkrankungen, die zu einer vermehrten Ausschüttung von Magensäure führen, z. B. das Zollinger-Ellison-Syndrom.

Protonenpumpenhemmer können oral oder über eine Vene (intravenös) verabreicht werden. Diese Arzneimittel sind in der Regel sehr gut verträglich, können aber Durchfall, Verstopfung und Kopfschmerzen verursachen. Der langfristige Einsatz von Protonenpumpenhemmern kann die Aufnahme von B12, Eisen, Magnesium und Kalzium verringern.

Histamin-2-Blocker (H2-Blocker)

Histamin ist eine Substanz, die natürlicherweise im Körper produziert wird und mehrere Rollen hat. Histamin ist eine der Hauptsubstanzen, die für allergische Reaktionen verantwortlich sind. Deshalb werden Menschen, die eine allergische Reaktion auf etwas haben, Antihistaminika (Histaminblocker) verabreicht. Histamin veranlasst den Körper auch dazu, Magensäure zu produzieren. Daher wird eine bestimmte Art von Antihistaminikum, ein sogenannter Histamin-2-Blocker, verwendet, um die Magensäure zu reduzieren. H2-Blocker werden also bei vielen der gleichen Erkrankungen eingesetzt wie Protonenpumpenhemmer.

H2-Blocker werden ein- oder zweimal täglich eingenommen und können oral oder über eine Vene (intravenös) verabreicht werden. H2-Blocker verursachen im Normalfall keine schweren Nebenwirkungen. Alle H2-Blocker können jedoch Durchfall, Ausschlag, Fieber, Muskelschmerzen und Verwirrung hervorrufen. Cimetidin kann bei Männern zu einer Brustvergrößerung und Erektionsstörung führen. Außerdem können Cimetidin und in geringerem Ausmaß auch die anderen H2-Blocker die Ausscheidung bestimmter Medikamente durch den Körper stören – z. B. Theophyllin bei Asthma, Warfarin bei übermäßiger Blutgerinnung und Phenytoin bei Krampfanfällen.

Antazida

Antazida sind chemische Substanzen, die bereits ausgeschiedene Magensäure neutralisieren und den pH-Wert im Magen erhöhen (damit die Magenumgebung weniger sauer wird). Bei leichten durch Magensäure verursachten Symptomen reicht es, ein Antazida zu verwenden. Jedoch reichen Antazida zur Behandlung von schweren säurebedingten Erkrankungen wie Geschwüren und schwerer Gastritis nicht aus. Bei diesen Erkrankungen werden Antazida in der Regel zusätzlich zu Protonenpumpenhemmern oder H2-Blockern eingenommen, um die Symptome im Frühstadium der Behandlung zu lindern. Ihre Wirksamkeit variiert mit der eingenommenen Dosis und der produzierten Menge an Magensäure. Fast alle Antazida sind rezeptfrei als Tabletten oder Flüssigkeit erhältlich. Antazida können jedoch Wechselwirkungen mit vielen verschiedenen Medikamenten aufweisen, weshalb ein Apotheker zu möglichen Medikamenten-Wechselwirkungen konsultiert werden sollte, bevor Antazida eingenommen werden.

Natriumbikarbonat (Backpulver) und Kalziumkarbonat, die stärksten Antazida, können gelegentlich zur schnellen, kurzfristigen Linderung eingenommen werden. Da diese Mittel jedoch ins Blut aufgenommen werden, kann die Daueranwendung das Blut zu alkalisch machen (Alkalose), was zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwächegefühl führen kann. Daher sollten diese Antazida im Allgemeinen nicht länger als einige Tage in größerer Menge eingenommen werden. Außerdem enthalten diese Produkte viel Salz und sollten deshalb nicht von Menschen angewendet werden, die eine natriumarme Ernährung einhalten müssen oder an Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck leiden.

Aluminiumhydroxid ist ein relativ sicheres, häufig verwendetes Antazidum. Allerdings kann Aluminium im Verdauungstrakt Phosphat binden und so zu Kalziummangel im Körper führen und die Phosphatspiegel im Blut senken, was zu Schwächegefühl, Übelkeit und Appetitlosigkeit führt. Das Risiko dieser Nebenwirkungen ist bei Alkoholikern, unterernährten Menschen und Nierenkranken, einschließlich Dialysepatienten, höher. Aluminiumhydroxid kann außerdem Verstopfung verursachen.

Magnesiumhydroxid ist ein wirksameres Antazidum als Aluminiumhydroxid. Dieses Antazidum wirkt schnell und neutralisiert effektiv die Säuren. Magnesium ist jedoch auch ein Abführmittel. Der Stuhlgang bleibt im Normalfall regelmäßig, wenn nur wenige Esslöffel täglich eingenommen werden. Mehr als vier Dosen pro Tag können zu Durchfall führen. Da Magnesium in geringer Menge ins Blut aufgenommen wird, sollten Menschen mit Nierenschäden das Magnesiumhydroxid nur in geringen Dosen einnehmen. Um Durchfall vorzubeugen, enthalten viele Antazida sowohl Magnesium- als auch Aluminiumhydroxid.

Personen mit einer Herzerkrankung, Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung sollten sich an einen Arzt wenden, bevor sie sich für ein Antazidum entscheiden.

Andere Medikamente gegen Magensäure

Sucralfat wirkt möglicherweise, indem sich am Boden des Geschwürs eine Schutzschicht bildet, die die Heilung unterstützt. Es wirkt gut gegen peptische Geschwüre und ist eine sinnvolle Alternative zu Antazida. Sucralfat wird 2 bis 4 Mal täglich eingenommen und wird nicht ins Blut aufgenommen, deshalb verursacht es nur wenige Nebenwirkungen. Es kann jedoch zu Verstopfung führen, und in manchen Fällen verringert es die Wirksamkeit anderer Medikamente.

Misoprostol kann eingesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass sich durch NSAR Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bilden. Misoprostol wirkt möglicherweise, indem es die Produktion von Magensäure verringert und die Schleimhaut widerstandsfähiger gegen Säure macht. Ältere Menschen, Personen, die Kortikosteroide einnehmen, und Menschen mit Geschwüren oder Komplikationen aufgrund von Geschwüren in der Vorgeschichte, haben ein höheres Risiko für die Entwicklung eines Geschwürs, wenn sie NSAR einnehmen. Diese Patienten können Misoprostol mit dem Essen und ihrem NSAR einnehmen. Allerdings treten bei mehr als 30 % der Patienten, die Misoprostol einnehmen, Durchfall und andere Verdauungsprobleme auf. Außerdem kann dieses Medikament bei schwangeren Frauen Fehlgeburten auslösen. Für Personen, die Aspirin, NSAR oder Kortikosteroide einnehmen, sind Alternativen zu Misoprostol erhältlich. Diese Alternativen, wie z. B. Protonenpumpenhemmer, sind bei der Verringerung der Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Geschwürs genauso wirksam und verursachen weniger Nebenwirkungen.

Tabelle
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Medikamente zur Behandlung von Magensäure

Medikamententyp

Einige Nebenwirkungen

Anmerkungen

Magensäuremittel

  • Aluminiumhydroxid

  • Kalziumkarbonat

  • Magnesiumhydroxid

  • Natriumbikarbonat

Aluminiumhydroxid: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit und Verstopfung

Magnesiumhydroxid: Durchfall

Diese Medikamente dienen hauptsächlich der Symptomlinderung, nicht als Heilmittel.

Histamin-2-Blocker (H2-Blocker)

  • Cimetidin

  • Famotidin

  • Nizatidin

Ausschlag, Fieber, Durchfall, Muskelschmerzen und Verwirrung

Cimetidin: Kann bei Männern zu Brustvergrößerung und Erektionsstörung führen und die Ausscheidung bestimmter Medikamente beeinträchtigen

Die einmal tägliche Dosis wird am Abend oder vor dem Schlafengehen eingenommen. Morgens eingenommene Dosen sind weniger wirksam.

Protonenpumpenhemmer

  • Esomeprazol

  • Lansoprazol

  • Omeprazol

  • Pantoprazol

  • Rabeprazol

Durchfall, Verstopfung und Kopfschmerzen

Diese Medikamente werden im Normalfall gut vertragen und sind die wirksamste Maßnahme zur Verringerung der Magensäure.

Andere Medikamente gegen Magensäure

  • Misoprostol

  • Sucralfat

Misoprostol: Bauchkrämpfe, Fehlgeburt, Durchfall

Sucralfat: Kann die Aufnahme anderer Medikamente beeinträchtigen, Verstopfung

Misoprostol wird aufgrund der Nebenwirkungen selten zur Behandlung von Magenkrankheiten verwendet.

Sucralfat wirkt sich nicht auf die Säureproduktion aus, sondern bildet eine Schicht um die Magengeschwüre, um sie vor Säure zu schützen.

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