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Normaldruckhydrozephalus

Von

Juebin Huang

, MD, PhD, Department of Neurology, University of Mississippi Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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Quellen zum Thema

Die Symptome eines Normaldruckhydrozephalus sind ein schwankender Gang, unbeabsichtigter Harnabgang und Demenz aufgrund einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn.

  • In der Regel sind die Hauptsymptome des Normaldruckhydrozephalus eine allgemeine Unsicherheit und ein Gleichgewichtsverlust, und die Füße scheinen am Boden zu kleben.

  • Die Demenz entwickelt sich unter Umständen erst im späten Stadium der Erkrankung.

  • In der Regel wird eine Magnetresonanztomographie vorgenommen, um überschüssige Flüssigkeit um das Gehirn zu entdecken, die dann mit einer Lumbalpunktion oder einer vorübergehenden Leitung aus dem Rückenmark abgeführt wird.

  • Durch das Einführen eines Kunststoffschlauchs (Shunt) in das Gehirn, um die überschüssige Flüssigkeit abzuleiten, können einige Symptome erheblich gelindert werden, was aber für die geistigen Funktionen möglicherweise weniger hilfreich ist.

Normalerweise wird die Flüssigkeit, die das Hirn umgibt und es vor Verletzungen schützt (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit), ständig in den Hohlräumen des Gehirns (Ventrikel) produziert, im und um das Gehirn herum zirkuliert und dann wiederaufgenommen. Wird diese Flüssigkeit vom Körper nicht richtig wiederaufgenommen, sammelt sie sich an und es entsteht ein Normaldruckhydrozephalus. Die Flüssigkeitsmenge in den Ventrikeln steigt an und das Gehirn wird nach außen gedrückt.

Der Normaldruckhydrozephalus wird wie folgt klassifiziert:

Symptome des Normaldruckhydrozephalus

In der Regel sind die Hauptsymptome des Normaldruckhydrozephalus eine allgemeine Unsicherheit und ein Gleichgewichtsverlust. Die Betroffenen zeigen typischerweise einen ungewöhnlich langsamen, schwankenden und breiten Gang. Es scheint, als ob die Füße am Boden kleben (magnetischer Gang genannt). Betroffene leiden ebenfalls an Harninkontinenz und stürzen leicht.

Die Demenz entwickelt sich unter Umständen erst im späten Stadium der Erkrankung. Die ersten Anzeichen der Demenz sind meist Schwierigkeiten beim Planen und Organisieren von Tätigkeiten. Es fällt Betroffenen schwer Konzepte oder Handlungsabläufe in die richtige Reihenfolge zu bringen (Reihenfolgebildung) und abstraktes Denken sowie die Aufmerksamkeit sind beeinträchtigt. Der Gedächtnisverlust setzt meist später ein.

Diagnose des Normaldruckhydrozephalus

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Bildgebung des Gehirns, normalerweise Magnetresonanztomographie (MRT)

  • Linderung der Symptome nach Entfernen der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit

Ärzte vermuten einen Normaldruckhydrozephalus, wenn die drei typischen Symptome vorliegen:

  • Gangunsicherheit

  • Inkontinenz

  • Demenz

Die Diagnose des Normaldruckhydrozephalus kann jedoch nicht allein aufgrund von Symptomen gestellt werden, besonders bei älteren Menschen. Andere Demenzformen können ähnliche Symptome hervorrufen und bei älteren Menschen können viele Erkrankungen zu einer Gangunsicherheit oder Inkontinenz führen.

Diagnose von Demenz

Die Diagnose der Ärzte von Demenz basiert auf Folgendem:

  • Symptome, zu deren Feststellung dem Betroffenen und Familienangehörigen oder anderen Betreuungspersonen Fragen gestellt werden

  • Ergebnisse einer körperlichen, einschließlich neurologischen Untersuchung

  • Ergebnisse eines Tests zur geistigen Verfassung

  • Ergebnisse zusätzlicher Untersuchungen wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)

Anhand einer Untersuchung der geistigen Verfassung, die aus einfachen Fragen und Aufgaben besteht, kann der Arzt feststellen, ob der Patient Demenz hat.

Manchmal ist ein detaillierterer neuropsychologischer Test nötig. Diese Tests decken alle wichtigen geistigen Funktionen einschließlich Stimmung ab und dauern gewöhnlich ein bis drei Stunden. Sie helfen dem Arzt dabei, Demenz von anderen Erkrankungen zu unterscheiden, die ähnliche Symptome verursachen, wie Altersvergesslichkeit, einer leichten kognitiven Störung und Depressionen.

Anhand der oben genannten Informationen kann der Arzt in der Regel ein Delirium als Ursache für die Symptome ausschließen (siehe Tabelle zum Vergleich zwischen Delirium und Demenz). Dies ist sehr wichtig, da ein Delirium, im Gegensatz zur Demenz, bei schneller Behandlung rückgängig gemacht werden kann. Die Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen sind folgende:

  • Demenz beeinträchtigt hauptsächlich das Gedächtnis und ein Delirium die Aufmerksamkeit.

  • Demenz entwickelt sich in der Regel allmählich, ohne bestimmbaren Zeitpunkt. Delirium beginnt plötzlich und oftmals zu einem bestimmbaren Zeitpunkt.

Diagnose des Normaldruckhydrozephalus

Eine Bildgebung des Gehirns, normalerweise eine Magnetresonanztomographie (MRT), wird durchgeführt, um zu prüfen, ob überschüssige Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit vorhanden ist. Wenn überschüssige Flüssigkeit und andere charakteristische Veränderungen im Gehirn festgestellt werden, spricht dies für die Diagnose des Normaldruckhydrozephalus, bestätigt sie jedoch nicht.

Um die Diagnose zu stützen, wird eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durchgeführt bzw. es wird überschüssige Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit vom Rückenmark mithilfe einer vorübergehenden Leitung abgeführt. Wenn diese Verfahren die Symptome lindern, was in der Regel an einer Verbesserung des Gangs festzustellen ist, liegt wahrscheinlich ein Normaldruckhydrozephalus vor, und die Behandlung dürfte eher wirksam sein.

Behandlung des Normaldruckhydrozephalus

  • Ein Shunt in die Hirnventrikel

Die Behandlung des Normaldruckhydrozephalus umfasst das Einführen eines dünnen Plastikschlauches (Shunt) in die Hirnventrikel, der unter der Haut meist in den Bauchraum führt (Shunting durch Ventrikelpunktion). Die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit wird aus dem Gehirn abgeführt. Diese Behandlungsmethode kann erst nach einigen Stunden Wirkung zeigen. Dieses Verfahren kann das Gehen die Selbstständigkeit des Betroffenen erheblich verbessern und die Harninkontinenz verringern. Die geistigen Funktionen verbessern sich nur schwach und bei wenigen Betroffenen. Deswegen ist eine frühe Diagnose wichtig, damit Betroffene vor der Entwicklung der Demenz behandelt werden können.

Sicherheitsmaßnahmen und unterstützende Maßnahmen

Eine sichere und unterstützende Umgebung kann sehr hilfreich sein.

Im Allgemeinen sollte die Umgebung hell, fröhlich, sicher und stabil sein und die Orientierung erleichtern. Etwas Stimulation, wie Radio oder Fernsehen, ist ebenfalls hilfreich. Eine Reizüberflutung ist jedoch zu vermeiden.

Ein strukturierter Tag mit Routineabläufen hilft Demenzkranken, die Orientierung nicht zu verlieren und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit und Stabilität. Änderungen der Umgebung, von Abläufen oder der Betreuer sollten Betroffenen klar und einfach erklärt werden.

Routine im Alltag, wie beim Baden, Essen und Schlafen, hilft Demenzkranken, sich an Abläufe zu erinnern. Ein routinemäßiger Ablauf zur Schlafenszeit, kann ihnen beim Schlafen helfen.

Regelmäßig geplante Aktivitäten können Betroffenen dabei helfen, sich selbstständig und gebraucht zu fühlen, indem ihre Aufmerksamkeit auf angenehme und nützliche Aufgaben gelenkt wird. Diese Aktivitäten sollten körperliche und geistige Aktivitäten umfassen. Bei Fortschreiten der Demenz sollten Aktivitäten in kleinere Abschnitte eingeteilt oder vereinfacht werden.

Hilfe für die Pflegenden

Demenzkranke zu pflegen ist belastend und anspruchsvoll, und wenn die Pflegenden ihre eigenen physischen und psychischen Bedürfnisse vernachlässigen, können sie in einen Erschöpfungszustand geraten und regelrechte Depressionen entwickeln. Die folgenden Maßnahmen können den Pflegenden helfen (siehe Tabelle mit Hilfe für die Pflegenden):

  • Lernen, wie sie die Bedürfnisse von Demenzkranken erfüllen können und was sie von ihnen erwarten dürfen: Pflegende können diese Informationen von Pflegepersonal, Sozialarbeitern und Organisationen erhalten und in Informationsmaterialien oder im Internet nachlesen.

  • Hilfe suchen, wenn es nötig ist: Pflegende können mit Sozialarbeitern über die Hilfsangebote sprechen (einschließlich Sozialarbeiter im örtlichen Krankenhaus), wie Tagespflegeeinrichtungen, häusliche Pflege, Teilzeit- oder Vollzeithilfen im Haushalt und Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause. Eine psychologische Beratung und Selbsthilfegruppen können ebenfalls helfen.

  • Sich um sich selbst kümmern: Pflegende müssen sich um sich selbst kümmern. Freunde, Hobbys und Aktivitäten sollten nicht aufgegeben werden.

Weitere Informationen

Im Folgenden handelt es sich um einige englischsprachige Hilfsmittel, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

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