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Koordinationsstörungen

Von

Hector A. Gonzalez-Usigli

, MD, HE UMAE Centro Médico Nacional de Occidente

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Quellen zum Thema

Koordinationsstörungen resultieren häufig aus einer Fehlfunktion des Kleinhirns. Das ist der Gehirnbereich, der die willkürlichen Bewegungen koordiniert und das Gleichgewicht kontrolliert.

  • Das Kleinhirn funktioniert nicht richtig, wodurch es zu einem Koordinationsverlust kommt.

  • Oft können die Betroffenen nicht ihre Arme und Beine koordinieren und machen mit ihnen große, unsichere Schritte, wenn sie laufen.

  • Die Ärzte gründen die Diagnose auf Symptome, die Familienanamnese und der Aufnahmen des Gehirns mithilfe von Magnetresonanztomographie, sowie häufig auf Gentests.

  • Die Ursache wird, wenn möglich, behoben. Wenn dies nicht möglich ist, konzentriert sich die Behandlung auf die Symptomlinderung.

Das Kleinhirn ist der Teil des Gehirns, der an der Koordinierung von Bewegungsabläufen beteiligt ist. Es steuert auch das Gleichgewicht und die Haltung. Alles, was das Kleinhirn schädigt, kann zu Koordinationsverlust (Ataxie) führen. Doch auch viele andere Erkrankungen können einen Koordinationsverlust verursachen.

Ursachen von Koordinationsstörungen

Die Hauptursache von Koordinationsstörungen ist

  • Ein anhaltender, übermäßiger Alkoholkonsum, der das Kleinhirn dauerhaft schädigt

Schlaganfall und Multiple Sklerose sind ebenfalls häufige Ursachen für Koordinationsstörungen.

In seltenen Fällen hat bei Krebspatienten (insbesondere Lungenkrebs) das Immunsystem eine Fehlfunktion und greift in einer sogenannten Autoimmunreaktion das Kleinhirn an. Diese Erkrankung, die als subakute zerebelläre Degeneration Neurologische Syndrome bezeichnet wird, führt zu Koordinationsproblemen.

Bestimmte Arzneimittel (wie Antiepileptika Antiepileptika Bei Anfallkrankheiten ist die elektrische Aktivität des Gehirns periodisch gestört, was zu einer mehr oder minder schweren, zeitweiligen Hirnfunktionsstörung führt. Bei vielen... Erfahren Sie mehr ) können Koordinationsstörungen verursachen, besonders wenn sie in hohen Dosen verabreicht werden. In manchen Fällen kann die Störung verschwinden, wenn das Arzneimittel abgesetzt wird.

Wussten Sie ...

  • Langanhaltender, übermäßiger Alkoholkonsum ist die häufigste Ursache für Koordinationsstörungen.

Tabelle

Symptome von Koordinationsstörungen

Koordinationsstörungen führen dazu, dass die Betroffenen die Haltung ihrer Arme und Beine oder ihre Körperhaltung nicht steuern können. Daher machen sie beim Laufen breite Schritte und torkeln und machen mit ihren Armen ausladende Zickzackbewegungen, wenn sie nach einem Gegenstand greifen.

Koordinationsstörungen können wie folgt andere Auffälligkeiten verursachen:

Der Muskeltonus kann absinken.

Friedreich-Ataxie

Die Friedreich-Ataxie ist eine erbliche Erkrankung. Das Gen für die Friedreich-Ataxie ist rezessiv. Damit eine Person daran erkrankt, muss sie also zwei Kopien des defekten Gens haben, eine von jedem Elternteil.

Die Friedreich-Ataxie ist progressiv. Bei dieser fortschreitenden Krankheit wird der Gang zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr unsicher. Dann werden die Armbewegungen unkoordiniert und die Sprache wird undeutlich und schwer zu verstehen.

Menschen mit Friedreich-Ataxie können Vibrationen nicht spüren. Auch können sie nicht spüren, wo ihre Arme und Beine sind (verlieren ihren Positionssinn) und haben keine Reflexe mehr. Die geistige Funktion kann zurückgehen. Tremor, wenn vorliegend, ist leicht.

Häufig treten Herzprobleme auf, die sich immer weiter verstärken.

Bis Ende 20 sind Menschen mit Friedreich-Ataxie auf einen Rollstuhl angewiesen. Im mittleren Alter tritt gewöhnlich der Tod ein, oft aufgrund eines auffälligen Herzrhythmus oder Herzversagens.

Spinozerebelläre Ataxien

Das Gen für spinozerebelläre Ataxien (SCA) ist dominant. Daher wird die Erkrankung auch verursacht, wenn man nur eine Kopie des auffälligen Gens von einem Elternteil geerbt hat. Es gibt viele verschiedene Formen dieser Ataxien. Die weltweit häufigste ist womöglich SCA-Typ 3 (früher Machado-Joseph-Krankheit). Diese Erkrankungen sind progressiv, degenerativ und verlaufen oftmals tödlich. Derzeit ist keine wirksame Behandlung bekannt.

Die Symptome der SCA variieren je nach Typ, meist liegen aber Probleme mit der Sinneswahrnehmung vor (beispielsweise können die Patienten kaum oder keine Schmerzen empfinden oder Berührungen oder Vibrationen wahrnehmen). Es können Muskelschwäche und das Restless-Legs-Syndrom Periodische Bewegungsstörung der Extremitäten (PLMD) und Restless-Legs-Syndrom (RLS) Die periodische Bewegungsstörung der Extremitäten beinhaltet wiederholte Bewegungen der Arme und/oder Beine im Schlaf.Das Restless-Legs-Syndrom zeigt sich im unwiderstehlichen Drang, sich zu... Erfahren Sie mehr vorhanden sein sowie ein Koordinationsdefizit. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, beim Sprechen und bei der Steuerung der Augenbewegungen. Einige Typen führen in der Regel nur zu Koordinationsstörungen.

SCA sind eine häufige Ursache für Intentionstremor (ausgelöst durch eine zweckgerichtete Bewegung). Es können Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit (Parkinsonismus Parkinson-Krankheit (PK) Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende degenerative Erkrankung spezifischer Bereiche des Gehirns. Sie ist gekennzeichnet durch Tremor, wenn sich die Muskeln in Ruhe befinden... Erfahren Sie mehr ) auftreten, z. B. Tremor und Muskelversteifung.

Einige Menschen mit SCA-Typ 3 haben zusätzlich zu den Koordinationsstörungen und zum Tremor noch andere Symptome. Ihre Augenbewegungen können beeinträchtigt sein, die Gesichtsmuskeln und die Zunge unkontrolliert zucken und die Augen hervortreten. Manche Patienten haben langanhaltende (dauerhafte), schmerzhafte, unkontrollierte Muskelkontraktionen (Dystonie Dystonie Die Dystonie ist durch unwillkürliche anhaltende (dauerhafte) Muskelkontraktionen gekennzeichnet, die dazu führen, dass die Betroffenen mitten in einer anomalen Haltung reglos verharren... Erfahren Sie mehr ).

Diagnose von Koordinationsstörungen

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Normalerweise Magnetresonanztomographie

  • Genetische Untersuchung

Die Diagnose von Koordinationsstörungen basiert auf den Symptomen. Ärzte fragen auch nach Verwandten, die ähnliche Symptome hatten oder an Erkrankungen leiden, die die Symptome verursachen könnten (Familienanamnese). Ärzte führen zudem eine körperliche Untersuchung, einschließlich einer neurologischen Untersuchung Neurologische Untersuchung Bei Verdacht auf eine neurologische Störung begutachtet der Arzt in der Regel während einer körperlichen Untersuchung sämtliche Organsysteme, konzentriert sich dabei jedoch auf das Nervensystem... Erfahren Sie mehr durch, um nach Störungen zu suchen, die bei der betroffenen Person die Symptome verursachen könnten.

Immer häufiger werden genetische Untersuchungen durchgeführt, wenn die Betroffenen Koordinationsstörungen in der Familienanamnese aufweisen.

Behandlung von Koordinationsstörungen

  • Behandlung der Ursache, falls möglich

  • Physio- und Ergotherapie

Wenn möglich, wird die Ursache behoben oder behandelt. Wenn die Koordinationsstörung z. B. aufgrund von Alkoholkonsum auftritt, muss dieser beendet werden. Wenn die Störung durch eine hohe Dosis eines Arzneimittels (z. B. Phenytoin) verursacht wird, wird die Dosis verringert. Manche zugrundeliegenden Störungen, wie Hypothyreose und Vitamin-E-Mangel, können behandelt werden. Eine Operation kann manchen Menschen mit Hirntumoren helfen.

Es gibt keine Heilung für erbliche Koordinationsstörungen. In solchen Fällen konzentriert sich die Behandlung auf die Symptomlinderung.

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