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Gastroösophageale Refluxkrankheit (gastroesophageal reflux disease, GERD)

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Was ist die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)?

GERD (auch Sodbrennen oder Refluxkrankheit) ist eine Erkrankung, bei der Inhalte des Magens zusammen mit Magensäure wieder in die Speiseröhre zurückfließen. Die Speiseröhre (Ösophagus) ist der Schlauch, der den Hals mit dem Magen verbindet. Reflux bedeutet Rückfluss. Die Refluxkrankheit ist ein Problem, weil Magensäure die Speiseröhre schädigen kann.

  • GERD ist eine recht häufige Störung.

  • Das typischste Symptom ist Sodbrennen (brennende Schmerzen in der Brust).

  • GERD kann die innerste Schicht der Speiseröhre dauerhaft schädigen.

  • GERD kann sich zudem auf Kehlkopf, Luftröhre und Lunge auswirken.

  • Bei den meisten Erkrankten können die Symptome durch eine Behandlung gelindert werden.

Was sind die Ursachen von GERD?

Das Ende der Speiseröhre wird durch einen ringförmigen Muskel geschlossen. Zu GERD kommt es, wenn dieser Muskel nicht ordnungsgemäß funktioniert. Wenn der Muskel geschwächt ist, sich zur falschen Zeit entspannt oder zu viel Druck im Magen besteht, können Mageninhalte in die Speiseröhre zurückfließen.

GERD wird normalerweise nicht durch zu viel Säure im Magen verursacht. Das Problem besteht vielmehr darin, dass die Säure in die Speiseröhre gelangt. Die Speiseröhre verfügt nicht über eine Schleimhaut wie der Magen, die sie vor dieser Säure schützt.

Was sind die Risikofaktoren für GERD?

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu GERD kommt, steigt in folgenden Fällen:

  • Starke Gewichtszunahme

  • Konsum von Alkohol, kohlensäurehaltigen Getränken und Koffein

  • Rauchen

  • Einnahme bestimmter Medikamente

  • Schwangerschaft

Ungeachtet der bestehenden Risikofaktoren kommt es mit größerer Wahrscheinlichkeit zu GERD-Symptomen, wenn man sich hinlegt.

Was sind die Symptome von GERD?

  • Brennende Schmerzen oder Beschwerden in der Mitte des Brustkorbs (sogenanntes Sodbrennen), in der Regel nach einer Mahlzeit

  • Bitterer Geschmack im Mund

  • Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten oder das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben

Die Symptome können sich verschlimmern, wenn man sich kurz nach dem Essen hinlegt.

Was sind Komplikationen bei GERD?

Mit der Zeit kann Reflux die Speiseröhre schädigen und Folgendes verursachen:

  • Dauerhafte Entzündung (Ösophagitis)

  • Geschwüre (offene Wunden)

  • Verengung der Speiseröhre (ösophageale Striktur)

  • Fehlgebildete Zellen in der Speiseröhre, die entarten können (sogenanntes Barrett-Syndrom)

GERD kann sich zudem auf Kehlkopf, Luftröhre und Lunge auswirken.

Woran erkennt der Arzt GERD?

  • Die Diagnose stützt sich in der Regel auf die auftretenden Symptome. Dabei sind keine Tests notwendig.

  • Es kann sein, dass der Arzt mit einem biegsamen Schlauch in die Speiseröhre schauen muss (Endoskopie).

  • In seltenen Fällen wird die Säuremenge in der Speiseröhre mithilfe eines dünnen, biegsamen Schlauchs mit einem Sensor an der Spitze gemessen (ösophageale pH-Messung).

  • Manchmal kontrolliert der Arzt den Muskel am Ende der Speiseröhre, um zu bestimmen, ob er richtig funktioniert (ösophageale Manometrie).

Wie wird GERD behandelt?

Der Arzt kann die folgenden Maßnahmen empfehlen:

  • Auf Nahrungsmittel verzichten, die GERD verschlimmern können, wie z. B. Schokolade, Tomatensauce, fettige oder frittierte Speisen sowie Salatsaucen mit Essig

  • Auf Alkohol, Kaffee und säurehaltige Getränke wie Cola und Orangensaft verzichten

  • 2–3 Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen

  • Nicht rauchen

  • Das Kopfende des Bettes etwa 15 Zentimeter anheben

  • Abnehmen bei Übergewicht

Wenn diese Maßnahmen keine Abhilfe schaffen, müssen möglicherweise Medikamente zur Verringerung der Säure im Magen eingenommen werden.

  • Medikamente zur Verringerung der Magensäure sind Protonenpumpenhemmer und H2-Rezeptor-Antagonisten.

  • Die Medikamente müssen über einen Zeitraum von mindestens 4 bis 12 Wochen eingenommen werden, damit die Speiseröhre heilen kann.

Ein chirurgischer Eingriff kann empfohlen werden, wenn die Medikamente keine Abhilfe schaffen. Dieser Eingriff wird als Fundoplikatio bezeichnet. Dabei wickelt der Chirurg einen Teil des Magens um das Ende der Speiseröhre, sodass Mageninhalte nicht mehr zurückfließen können.

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