Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link
Kurzinformationen

Überblick über Erkrankungen des Rückenmarks

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie alle Einzelheiten
Quellen zum Thema

Was ist die Wirbelsäule?

Die Wirbelsäule sind die Knochen im Rücken (Rückgrat). Sie besteht aus einer langen Reihe von 24 Knochen, den sogenannten Rückenwirbeln, und dem Kreuzbein (Sacrum) und Steißbein. Die Rückenwirbel beginnen unterhalb Ihres Schädels und verlaufen bis nach unten zu Ihrem Becken. Die Rückenwirbel tragen den größten Teil Ihres Körpergewichts.

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich kleine Knorpelscheiben. Knorpel sind ein flexibles, gummiartiges Material, das wie ein Polster zwischen den Wirbeln wirkt und es der Wirbelsäule ermöglicht, sich zu biegen.

Jeder Wirbel hat eine Öffnung. Die Öffnungen sind nach oben ausgerichtet und bilden einen Tunnel, der Wirbelkanal genannt wird und die gesamte Länge Ihrer Wirbelsäule entlang verläuft. Das Rückenmark liegt im Inneren des Wirbelkanals, der das Rückenmark vor Schäden schützt.

Die Wirbelsäule ist von oben nach unten in 4 Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt wird nach seiner lateinischen Bezeichnung mit einem Buchstaben gekennzeichnet.

  • C (zervikal) – 7 Halswirbel

  • T (thorakal) – 12 Brustwirbel im oberen Rückenbereich, die mit den Rippen verbunden sind

  • L (lumbal) – 5 Lendenwirbel im unteren Rückenbereich

  • S (sakral) – 5 zusammengewachsene Wirbel, die das Kreuzbein (Sacrum) bilden und die Wirbelsäule mit Ihrem Becken verbinden

Die einzelnen Rückenwirbel innerhalb dieser Abschnitte sind von oben nach unten nummeriert. Wenn der Arzt über ein Problem in der Wirbelsäule spricht, nennt er den Buchstaben und die Zahl des betroffenen Wirbels. Er kann beispielsweise „L5“ sagen, wenn Sie ein Problem im 5. Lendenwirbel haben.

Aufbau des Rückgrats

Das Rückgrat besteht aus einer Säule von Knochen, die man Wirbelknochen nennt (Wirbelsäule). Die Wirbel schützen das Rückenmark, einen langgezogenen, empfindlichen Strang im Wirbelkanal, der im Zentrum der Wirbelsäule verläuft. Zwischen den Wirbeln liegen Scheiben aus Knorpel (Bandscheiben), die als Abfederungspuffer des Rückgrats dienen und ihm eine gewisse Flexibilität verleihen.

Spinalnerven: Dem Rückenmark entspringen zwischen den Wirbeln 31 Spinalnervenpaare. Jeder Nerv teilt sich in zwei kurze Äste (Wurzeln).

Die motorischen Wurzeln leiten Befehle von Gehirn und Rückenmark in andere Körperregionen, insbesondere zur Skelettmuskulatur.

Die sensorischen Wurzeln übermitteln Informationen aus anderen Körperregionen an das Gehirn.

Cauda equina: Das Rückenmark endet zwar nach etwa drei Vierteln der Wirbelsäule, ein Nervenbündel läuft jedoch über das Rückenmark hinaus. Dieses Nervenfaserbündel heißt Cauda equina (lat. Pferdeschwanz), da es dem Schweif eines Pferdes ähnelt. Die Cauda equina überträgt Nervenimpulse zu und von den Beinen.

Aufbau des Rückgrats

Was ist das Rückenmark?

Ihr Rückenmark ist das dicke Nervenbündel, das vom Gehirn aus durch das Innere Ihrer Wirbelsäule (Wirbelkanal) nach unten verläuft. Das Rückenmark ist wie ein elektrisches Kabel, das Signale zwischen dem Gehirn und dem Körper hin- und herleitet.

  • Signale vom Gehirn sagen dem Körper, was er tun soll, zum Beispiel die Arme oder Beine bewegen

  • Die Signale zum Gehirn übermitteln Informationen von Ihrem Körper, z. B. was Sie berühren oder wo Sie Schmerzen haben

Das Rückenmark ist sehr empfindlich, daher liegt es geschützt im Wirbelkanal.

Was sind Spinalnerven?

Die Spinalnerven sind mittelgroße Nerven, die das Rückenmark mit kleineren Nerven verbinden, die in verschiedene Bereiche des Körpers führen.

Es gibt 31 Spinalnervenpaare, die aus dem Rückenmark durch die Zwischenräume zwischen den Wirbeln verlaufen. Alle Spinalnerven führen von einem bestimmten Bereich des Rückenmarks zu einem bestimmten Körperbereich. Wenn Sie beispielsweise Ihre Haut an einer bestimmten Stelle berühren, spüren Sie dies aufgrund der Botschaft, die von einem bestimmten Spinalnerv an das Gehirn gesendet wird.

Was sind Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks?

Erkrankungen der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule kann durch Fahrzeugunfälle, Stürze, Körper- und Sportverletzungen geschädigt werden. Bei einer Verletzung können die Wirbel brechen (Wirbelkörperfraktur) oder verrutschen (Luxation). Die Bänder, welche die Wirbel zusammenhalten, können reißen. Die Bandscheiben können ebenfalls reißen.

Erkrankungen der Wirbelsäule müssen aber nicht von Verletzungen herrühren. Ihre Wirbel können sich manchmal auch infizieren (Osteomyelitis). Manchmal breitet sich eine Krebserkrankung auf die Wirbel aus.

Manchmal betreffen Erkrankungen der Wirbelsäule auch das Rückenmark.

Erkrankungen des Rückenmarks

Das Rückenmark kann durch Verletzungen oder andere Schädigungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei kann auch ein Problem mit der Wirbelsäule bestehen, was aber nicht immer der Fall sein muss.

Wodurch wird eine Erkrankung des Rückenmarks verursacht?

Einige Störungen des Rückenmarks werden durch Verletzungen verursacht:

Andere Störungen des Rückenmarks werden von Erkrankungen verursacht, die das Rückenmark betreffen, wie z. B.:

Was sind die Symptome einer Erkrankung des Rückenmarks?

Wenn das Rückenmark beschädigt ist, funktionieren die Nerven, die über den beschädigten Bereich verlaufen, nicht richtig. Im Allgemeinen verursacht eine Erkrankung des Rückenmarks Folgendes:

  • Schwäche oder Lähmung (Unfähigkeit, einen Teil des Körpers zu bewegen)

  • Unfähigkeit, Schmerzen oder Berührungen zu spüren

  • Verlust der Kontrolle über Blase und Darm (Inkontinenz)

  • Erektionsstörung (wenn ein Mann Probleme damit hat, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten)

Da die aus dem Rückenmark austretenden Nerven funktionsfähig sind, bis sie zum geschädigten Bereich gelangen, hängen die Symptome davon ab, wo das Rückenmark beschädigt ist. Wenn das Rückenmark zum Beispiel im Lendenwirbelbereich beschädigt ist, können Sie Bewegungen und Empfindungen in den Beinen verlieren, aber immer noch Ihre Arme bewegen. Wenn das Rückenmark jedoch im Hals beschädigt ist, können sowohl die Arme als auch die Beine betroffen sein. Wenn das Rückenmark ganz oben im Nacken beschädigt ist, kann es sein, dass die Atmung nicht mehr richtig funktioniert. Sie können unabhängig davon, wo das Rückenmark beschädigt ist, die Kontrolle über Blase und Darm verlieren und sexuelle Funktionsstörungen erleiden.

Wenn Sie Schäden an Wirbeln, Bändern, Bandscheiben oder Spinalnerven haben, leiden Sie in der Regel an Schmerzen im Hals oder im Rücken.

Sie sollten sich sofort in die Notaufnahme begeben, wenn bei Ihnen diese Symptome auftreten:

  • Plötzlicher Gefühlsverlust in einem Körperbereich

  • Schwächegefühl in einer oder mehreren Gliedmaßen

  • Unfähigkeit zur Kontrolle von Harndrang oder Stuhlgang

Wenn Sie gelähmt sind, werden Ihre Muskeln zunächst schlaff. Nachdem Sie eine Weile gelähmt waren, ziehen sich Ihre Muskeln zusammen, weil sie nicht verwendet werden. Ihre Gliedmaßen können so steif werden, dass man sie nicht mehr biegen kann.

Wenn Sie gelähmt sind oder nicht mehr vom Bett aufstehen können, besteht das Risiko, dass es zu den folgenden anderen Erkrankungen kommt:

Erkrankungen des Rückenmarks können auch zu Depressionen und einem Verlust des Selbstwertgefühls führen.

Woran erkennt der Arzt eine Erkrankung des Rückenmarks?

Der Verdacht auf eine Erkrankung des Rückenmarks entsteht, wenn bei Ihnen eine Schwäche oder ein Empfindungsverlust nur unterhalb einer bestimmten Stelle im Körper auftritt.

In diesem Fall werden zum Beispiel folgende Untersuchungen durchgeführt:

Wie wird eine Erkrankung des Rückenmarks behandelt?

Der Arzt behandelt die Ursache der Erkrankung des Rückenmarks, wenn er dazu in der Lage ist.

Bei manchen Menschen kann sich mit folgenden Maßnahmen eine Besserung einstellen:

  • Chirurgischer Eingriff – zur Entfernung eines Tumors oder zur Behebung eines Bruchs

  • Physiotherapie – Kraft- und Beweglichkeitsübungen, Erlernen der Kontrolle über Muskelkrämpfe, Erlernen des Umgangs mit Stützapparaten, Gehhilfen oder einem Rollstuhl

  • Ergotherapie – Lernen, wie man alltägliche Aufgaben mit einer Erkrankung des Rückenmarks ausführt

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit Ihrer Erkrankung des Rückenmarks umzugehen, kann es hilfreich sein, eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

WEITERE THEMEN IN DIESEM KAPITEL

Erfahren Sie

Testen Sie Ihr Wissen

Neutropenie
Der Begriff „Neutropenie“ bezeichnet eine außergewöhnlich niedrige Anzahl von Neutrophilen, einer Art der weißen Blutkörperchen im Blut. Welches der folgenden Symptome ist häufig der erste Hinweis auf eine Neutropenie?

Auch von Interesse

NACH OBEN