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Übersicht über Herzrhythmusstörungen

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Die Herzfrequenz ist die Geschwindigkeit des Herzschlags. Das Herz sollte immer in einen regelmäßigen Rhythmus schlagen, wie das Ticken einer Uhr.

Was ist eine Herzrhythmusstörung?

Herzrhythmusstörungen sind Herzschläge, die:

  • unregelmäßig sind

  • zu schnell sind (Tachykardie – „tachy-“ bedeutet „schnell“)

  • zu langsam sind (Bradykardie – „brady-“ bedeutet „langsam“)

Herzrhythmusstörungen werden auch als Arrhythmien bezeichnet.

  • Die häufigste Ursache von Herzrhythmusstörungen sind Erkrankungen des Herzens.

  • Es kann den Patienten gut gehen, aber manchmal können sie ihre Herzrhythmusstörung wahrnehmen (was sie wahrnehmen sind sogenannte Palpitationen [Herzklopfen])

  • Aufgrund mancher Herzrhythmusstörungen fühlt man sich schwach oder benommen.

  • Ärzte führen eine Elektrokardiografie (EKG) zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen durch.

  • Viele Herzrhythmusstörungen sind nicht schwerwiegend und die meisten können behandelt werden.

  • Einige Herzrhythmusstörungen sind gefährlich und können tödlich sein.

Wodurch wird der Herzrhythmus kontrolliert?

Der Herzrhythmus wird durch Folgendes kontrolliert:

  • Schrittmacherzellen im Herzen

  • Gehirn

  • Hormone, Mineralstoffe und andere Stoffe im Blut

Es gibt spezielle Schrittmacherzellen in einem Teil des Herzens, der als SA‑Knoten (Sinusknoten) bezeichnet wird.

  • Schrittmacherzellen senden regelmäßige elektrische Signale an den Herzmuskel, damit sich dieser zusammenzieht.

Sie haben ihren eigenen natürlichen Rhythmus von 60 bis 100 Signalen pro Minute. Die Nerven des Gehirns können jedoch Nachrichten an die Zellen senden, um ihnen mitzuteilen, dass sie schneller oder langsamer werden sollen.

Das Reizleitungssystem des Herzens (siehe Illustration) hat winzige Gewebestreifen, fast wie elektrische Leitungen.

  • Das Reizleitungssystem leitet das Schrittmachersignal an den Rest des Herzens weiter.

Dieses System umfasst einen als AV-Knoten (Atrioventrikularknoten) bezeichneten Übergang. Dieser steuert, wie Signale von den oberen Herzkammern (Vorhöfen) in die unteren Herzkammern (Ventrikel) gelangen. Wenn das Reizleitungssystem richtig funktioniert, erreichen die Signale jede Herzmuskelzelle genau zur richtigen Zeit, damit es zu einem kräftigen Herzschlag kommt, der das Blut angemessen pumpt.

Hormone, wie zum Beispiel das Schilddrüsenhormon, das von der Schilddrüse gebildet wird, beeinflusst den Herzrhythmus. Er kann auch durch viele Drogen, Medikamente und chemische Stoffe beeinflusst werden.

Zudem ist das richtige Gleichgewicht von Mineralstoffen (Elektrolyte, wie Natrium und Kalium) im Blut notwendig, damit das Herz richtig schlägt.

Was verursacht Herzrhythmusstörungen?

Störungen des Herzrhythmus können auftreten, wenn es zu Problemen an folgenden Stellen kommt:

  • Schrittmacherzellen

  • Reizleitungssystem des Herzens

  • Chemische Stoffe und Medikamente im Blut

Die häufigste Ursache von Herzrhythmusstörungen ist eine Herzerkrankung wie z. B.:

Koronare Herzkrankheit blockiert den Blutfluss zu Teilen des Herzens. Dies kann die Schrittmacherzellen oder das Reizleitungssystem schädigen.

Andere Ursachen der Herzrhythmusstörungen sind u. a.:

  • Medikamente

  • Angeborene Herzfehler

Manchmal können Ärzte nicht sagen, was die Herzrhythmusstörung verursacht.

Was sind die Symptome von Herzrhythmusstörungen?

Die Symptome hängen hauptsächlich davon ab, ob das Herz:

  • ausreichend Blut pumpt

  • nicht genug Blut pumpt

Wenn das Herz ausreichend Blut pumpt, fühlen sich die Patienten ggf. normal. Oder sie haben ggf. das Gefühl, als würde ihr Herz einige Schläge aussetzen (dies wird als Palpitationen bezeichnet). Manche Menschen sagen, dass starke Palpitationen sich anfühlen können, als würde ein Fisch im Brustkorb zappeln.

Wenn das Herz nicht ausreichend Blut pumpt, kann es möglicherweise auch zu Folgendem kommen:

  • Schwäche

  • Probleme bei körperlicher Aktivität

  • Kurzatmigkeit

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Schmerzen im Brustkorb

  • Ohnmacht

Patienten sollten einen Arzt aufsuchen, wenn eines diese Symptome auftritt.

Woran erkennt der Arzt Herzrhythmusstörungen?

Die Ärzte fühlen den Puls und machen Folgendes:

Eine EKG ist ein schneller, schmerzloser Test, mit dem die elektrische Aktivität des Herzens mithilfe von Sensoren und Kabeln auf dem Brustkorb sowie auf Armen und Beinen gemessen wird.

Wenn bei einer EKG ein auffälliger Rhythmus aufgezeigt wird, führen Ärzte in Abhängigkeit der Symptome in der Regel weitere Tests durch, wie u. a.:

Wenn bei der EKG keine Auffälligkeit vorliegt, könnte das daran liegen, dass der Herzrhythmus während des Tests nicht auffällig war. Die Ärzte fahren dann möglicherweise mit Folgendem fort:

  • Der Patient soll ein kleines Gerät unter der Kleidung tragen, das die elektrische Aktivität des Herzens für einen oder mehrere Tage aufzeichnet (Ereignismonitor oder Langzeit-EKG).

Wird ein gefährliches Herzproblem beim Patienten vermutet, wird dieser ins Krankenhaus eingewiesen. Der Patient kommt auf eine Station, auf der die Herzfrequenz und der Herzrhythmus von Pflegekräften und Ärzten aufgezeichnet und überwacht werden können.

Wenn Ärzte mehr Informationen über die Herzrhythmusstörung benötigen, kann Folgendes unternommen werden:

Eine elektrophysiologische Untersuchung ist wie eine Herzkatheterisierung. Ein dünner, biegsamer Schlauch (Katheter) wird in ein großes Blutgefäß (zum Beispiel eines im Bein) eingeführt und nach oben in das Herz geschoben. Der Katheter hat Elektroden an der Spitze, die die elektrische Aktivität des Herzens von innen aufzeichnen. Außerdem kann der Katheter das Herz elektrisch anregen, um herauszufinden, wie es darauf reagiert.

Wie werden Herzrhythmusstörungen behandelt?

Einige Herzrhythmusstörungen sind harmlos und erfordern keine Behandlung.

Manchmal kann eine Veränderung des Lebensstils helfen, wie z. B.:

  • Veränderung oder Absetzen eines der Medikamente

  • Verzicht auf Alkohol oder Koffein

  • nicht rauchen

  • Kein Ausüben schwerer körperlicher Betätigung (wenn die Herzrhythmusstörungen bei körperlicher Aktivität auftreten)

Verschiedene Rhythmusstörungen erfordern verschiedene Behandlungen: Der Arzt kann sich für Folgendes entscheiden:

  • Medikamente

  • Einen künstlichen Schrittmacher (ein kleines elektrisches Gerät, das in den Brustkorb oder Bauch des Patienten eingesetzt wird, um dem Herz ein Signal zu geben, wann es schlagen soll)

  • Elektroschock zur Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (Kardioversion, Defibrillation oder Elektrokonversion genannt)

  • Eine als Ablation bezeichnete Behandlung, um das ungewöhnliche Herzgewebe zu zerstören.

Künstliche Herzschrittmacher enthalten manchmal einen Defibrillator; dasselbe Gerät kann also einen normalen Herzschlag auslösen oder die Herzrhythmusstörungen mit einem Schock beenden. Diese Kombination wird als implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, kurz ICD, bezeichnet.

Die Ärzte führen eine Ablation durch, wenn sie feststellen, dass ein kleines Stück des Herzgewebes die Herzrhythmusstörungen verursacht. Das Entfernen des Gewebes behebt oftmals das Problem. Häufig wird eine Ablation während einer elektrophysiologischen Untersuchung durchgeführt. Mit einem Katheter wird ein hochfrequenter Strom verabreicht, der einen kleinen Bereich des Herzens zerstört.

Patienten dürfen möglicherweise eine Zeit lang kein Fahrzeug führen, bis die Ärzte wissen, ob die Behandlung wirkt.

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