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Überblick über rechtliche und ethische Fragen in der medizinischen Versorgung

Von

Charles Sabatino

, JD, American Bar Association

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Die Gesetzgebung beschäftigt sich viel mit der persönlichen Entscheidungsfreiheit. Die Menschen haben das gesetzlich verankerte Recht, über ihre medizinische Versorgung zu entscheiden. Bei schlechtem Gesundheitszustand kann jedoch die Fähigkeit eines Menschen, sein Entscheidungsrecht auszuüben, beeinträchtigt sein.

Durch rechtzeitige Überlegung und Planung können diese Rechte abgesichert werden. Plötzliche oder chronische Krankheit kann hochgradige Schwäche und Verwirrung verursachen, die einen Menschen verletzlich macht und zu unfreiwilligem Kontrollverlust führen kann. Persönliche Angelegenheiten regeln, Wünsche mitteilen und sicherstellen, dass diese Wünsche respektiert werden, kann für einen körperlich oder mental beeinträchtigten Menschen womöglich schwierig sein. Erwachsene jeden Alters können Vorkehrungen treffen, um sich gegen den Verlust der Kontrolle über ihr Leben zu schützen. Diese Vorkehrungen sind insbesondere für ältere Menschen wichtig.

Einige juristische Begriffe zum Thema Gesundheitsvorsorge

Rechtsfähigkeit (Zurechnungsfähigkeit): Das Recht und die Fähigkeit, die eigenen Angelegenheiten zu regeln (wird in den meisten Staaten mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlangt).

Rechtsunfähigkeit (Unzurechnungsfähigkeit): Die Unfähigkeit, die eigenen Angelegenheiten infolge einer Verletzung oder Behinderung zu regeln, was im Rahmen eines rechtlichen Verfahrens ermittelt wird.

Klinische Unfähigkeit, Entscheidungen zur medizinischen Versorgung zu treffen: Die Unfähigkeit, bedeutende Vorteile, Risiken und Alternativen zur geplanten oder empfohlenen Gesundheitsversorgung zu verstehen und eine Entscheidung zur medizinischen Versorgung zu treffen, was von einem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachkraft ermittelt wird.

Schriftliche Vorausverfügungen: Dokumente oder andere Aufzeichnungen, z. B. Patientenverfügungen oder Vollmachten für medizinische Angelegenheiten, welche die Wünsche einer Person bezüglich ihrer Entscheidungen über ihre medizinische Versorgung enthalten, falls die Person nicht mehr imstande ist, derartige Entscheidungen selbst zu treffen.

Patientenverfügung: Ein Dokument, das bisweilen als medizinische Richtlinie bezeichnet wird und für den Fall die Wünsche des Patienten bezüglich seiner künftigen medizinischen Versorgung zum Ausdruck bringt, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, derartige Entscheidungen selbst zu treffen.

Vollmacht für medizinische Angelegenheiten: Ein Dokument, mit dem rechtlich verbindlich eine dritte Person eingesetzt wird, um Entscheidungen über die medizinische Versorgung des Vollmachtgebers zu treffen, wenn diese Person nicht mehr in der Lage ist, solche Entscheidungen selbst zu treffen. Der Bevollmächtigte wird als Stellvertreter in medizinischen Fragen, Handlungsbevollmächtigter oder – je nach Landesgesetzgebung – anders bezeichnet.

Für gesundheitsbezogene persönliche Angelegenheiten sind die schriftlichen Vorausverfügungen das wichtigste Planungsinstrument. Dazu kann eine Patientenverfügung, eine Vollmacht für medizinische Angelegenheiten oder beides gehören. Für Finanz- und Vermögensfragen sind die wichtigsten Planungsinstrumente eine Finanzvollmacht, ein Testament und in einigen Fällen eine widerrufliche Treuhandverwaltung (oder eine lebenslängliche Treuhandverwaltung). Zusammen helfen diese rechtlichen Instrumente, Vermögens- und Gesundheitsentscheidungen zu treffen und sie nach den Wünschen des Betroffenen zu regeln, wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, diese Entscheidungen selbst zu treffen. Nachfolgend beschäftigt sich dieses Kapitel mit Gesundheitsfragen und der Planung von Entscheidungen über die medizinische Versorgung.

Schriftliche Vorausverfügungen sollten ein wohlüberlegtes Gespräch zwischen dem Betroffenen und den ihm nahestehenden Menschen über Werte, Prioritäten und Präferenzen im Fall einer schweren Krankheit widerspiegeln. Die US-Gesetze bezüglich der Vorausverfügungen unterscheiden sich je nach Bundesstaat, jedoch erlauben alle 50 Bundesstaaten die Willensäußerung der Patienten hinsichtlich ihrer Sterbebegleitung im Fall einer unheilbaren Krankheit. Des Weiteren ist es den Patienten gestattet, einen Vertreter zu ernennen, der Entscheidungen für den Patienten trifft, wenn sich dieser nicht selbst mitteilen kann.

Die Gesundheitsdokumente können ohne die Mitwirkung eines Anwalts erstellt werden. Ein Anwalt kann jedoch hilfreich sein, insbesondere wenn die Wünsche des Betroffenen komplex sind oder die Angehörigen diesen Wünschen wahrscheinlich nicht zustimmen.

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