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Arthritis des Kiefergelenks (TMJ)

Von

Noshir R. Mehta

, DMD, MDS, MS, Department of Public Health and Community Service

Inhalt zuletzt geändert Aug 2017
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Infektiöse Arthritis, traumatische Arthritis, Osteoarthritis, RA und sekundäre degenerative Arthritis können die Funktion des Kiefergelenks beeinträchtigen.

Infektiöse Arthritis

Eine Infektion des Kiefergelenks (TMJ) kann durch direkte Ausbreitung einer angrenzenden Infektion oder hämatogene Ausbreitung pathogener Mikroorganismen entstehen (akute infektiöse Arthritis; Akute infektiöse Arthritis). Das Gebiet ist entzündet und die Beweglichkeit des Kiefers eingeschränkt. Lokale Anzeichen einer Infektion in Verbindung mit Hinweisen auf eine systemische Erkrankung oder eine angrenzende Infektion führen zur Diagnose. Röntgenbefunde sind in den frühen Stadien negativ, können jedoch später eine Knochenzerstörung zeigen. Wenn eine eitrige Arthritis vermutet wird, wird das Gelenk punktiert, um die Diagnose zu bestätigen und den verursachenden Erreger zu identifizieren. Die Diagnose muss schnell gestellt werden, um bleibende Gelenkschäden zu verhindern.

Die Behandlung umfasst Antibiotika, korrekte Hydrierung, Schmerzkontrolle und Bewegungseinschränkung. Parenteral verabreichtes Penicillin G ist das Medikament der Wahl, bis anhand von Kulturen und Empfindlichkeitstestung eine spezifische bakteriologische Diagnose gestellt werden kann. Bei MRSA-Infektionen der oralen Strukturen ist i. v. Vancomycin das Antibiotikum der Wahl. Eitrige Infektionen werden aspiriert oder inzidiert. Sobald die Infektion unter Kontrolle ist, helfen passive Mundöffnungsübungen, eine Vernarbung und Einschränkung der Beweglichkeit zu vermeiden.

Traumatische Arthritis

In seltenen Fällen kann eine akute Verletzung (z. B. durch eine schwierige Zahnextraktion oder endotracheale Intubation) zu einer Arthritis des Kiefergelenks führen. Es treten Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Einschränkung der Beweglichkeit auf. Die Diagnose basiert primär auf der Anamnese. Röntgenbefunde sind negativ, außer wenn ein intraartikuläres Ödem oder eine intraartikuläre Blutung den Gelenkspalt verbreitert. Die Therapie umfasst NSAR, Applikation von Wärme, weiche Kost und Bewegungseinschränkung des Kiefers.

Osteoarthritis

Das Kiefergelenk kann betroffen sein, in der Regel bei Patienten im Alter von > 50 Jahren. Gelegentlich klagen die Patienten über Steifigkeit, Knirsch- oder Kratzgeräusche oder leichte Schmerzen. Die Krepitation beruht auf einem durch Abnutzung entstandenen Loch im Diskus, wodurch Knochen auf Knochen kratzt. Generell sind beide Gelenke betroffen. Röntgenaufnahmen oder CT können eine Abflachung und einen Abbau des Kondylus zeigen, die auf eine dysfunktionelle Veränderung hinweisen. Die Therapie ist symptomatisch. Ein Mundschutz, der während der Nacht oder am Tag getragen wird, kann helfen, Schmerzen zu lindern und Knirschgeräusche bei Patienten mit fehlenden Zähnen zu reduzieren (was dazu führen kann, dass sich die Kiefer beim Zubeißen mehr schließen). ( Arthrose.)

Rheumatoide Arthritis

Das Kiefergelenk ist bei > 17% der Erwachsenen und Kinder mit rheumatoider Arthritis (RA) betroffen, jedoch in der Regel mit als letztes Gelenk involviert. Schmerzen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit sind die häufigsten Befunde. Bei Kindern führt die Zerstörung des Kondylus zu Störungen des Unterkieferwachstums und Gesichtsdeformierungen. Eine Ankylose kann folgen. Die Röntgenbefunde des Kiefergelenks sind in den frühen Stadien für gewöhnlich negativ, zeigen jedoch später eine Knochenzerstörung, die zu einem frontal offenen Biss führen kann. Die Diagnose stützt sich auf die Entzündung des Kiefergelenks in Verbindung mit Polyarthritis und wird durch andere, für die Erkrankung typische Befunde bestätigt.

Die Therapie ist ähnlich wie bei einer RA an anderen Gelenken ( Rheumatoide Arthritis (RA) : Therapie). Im akuten Stadium können NSAR verabreicht werden, und die Kieferfunktion sollte eingeschränkt werden. Ein Mundschutz oder eine Schiene, nachts getragen, ist oft hilfreich. Wenn die Symptome nachlassen, können leichte Kieferübungen dazu beitragen, einen übermäßigen Verlust der Beweglichkeit zu vermeiden. Eine Operation ist erforderlich, wenn sich eine Ankylose entwickelt, sollte jedoch nicht durchgeführt werden, bevor die Erkrankung zum Stillstand gekommen ist.

Sekundäre degenerative Arthritis

Dieser Typ der Arthritis entwickelt sich in der Regel bei Patienten im Alter von 20 bis 40 Jahren nach einem Trauma oder bei Patienten mit persistierendem myofaszialem Schmerzsyndrom. Ihre Hauptmerkmale sind eingeschränkte Mundöffnung, einseitiger Schmerz bei Kieferbewegung, Druckempfindlichkeit des Gelenks und Krepitus. Wenn diese Arthritis mit einem myofaszialen Schmerzsyndrom verbunden ist, kommen und gehen die Symptome. Die Diagnose basiert auf Röntgenaufnahmen, die in der Regel eine Abflachung, Umformung, Randzackenbildung oder Erosion des Kondylus zeigen. Die unilaterale Gelenkbeteiligung hilft bei der Unterscheidung zwischen sekundärer degenerativer Arthritis und Arthrose.

Die Therapie ist konservativ, wie beim myofaszialen Schmerzsyndrom, wenngleich eine Arthroplastik oder hohe Kondylektomie erforderlich sein können. Eine Okklusionsschiene (Mundschützer) lindert in der Regel die Symptome. Die Schiene wird immer getragen, außer während Mahlzeiten, Mundhygiene oder Reinigung derselben. Wenn die Symptome nachlassen, wird die tägliche Tragedauer der Schiene allmählich reduziert. Eine intraartikuläre Injektion von Kortikosteroiden kann die Symptome lindern, jedoch bei häufiger Wiederholung das Gelenk schädigen.

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