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Sprunggelenkfrakturen

Von

Danielle Campagne

, MD, University of San Francisco - Fresno

Inhalt zuletzt geändert Aug 2017
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Quellen zum Thema

Sprunggelenksfrakturen treten im medialen oder posteriorem Malleolus der Tibia und/oder der Außenknöchel der Fibula auf. Diese Frakturen können stabil oder instabil sein. Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen und manchmal MRT gestellt. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Gips oder einen Gipsschuh bei stabilen Frakturen und oft offene Reposition und Osteosynthese bei instabilen Frakturen.

Sprunggelenkfrakturen sind häufig und können auf verschiedene Art und Weise entstehe, aber eine Inversionsverletzung während des Rennens oder Springens ist am häufigsten.

Die Sprunggelenkstrukturen bilden einen Ring, der Tibia und Fibula mit dem Talus und dem Calcaneus verbindet. Innerhalb des Rings wird die Stabilität bereitgestellt durch

  • 2 Knochen: Innenknöchel des Schienbeins und Außenknöchel der Fibula

  • Zwei Bandapparate: Medial, das Lig. deltoideum; lateral, hauptsächlich die Ligg. talofibulare anterior bzw. posterior sowie das Lig. calcaneofibulare— Bänder des Sprunggelenks.).

Oftmals ist bei Frakturen der Ring an mehreren Stellen betroffen; ist z. B. nur ein Knochen betroffen, kann ein Band gleichzeitig und erheblich mit betroffen sein. Wenn Frakturen 2 der Strukturen betreffen, die den Ring des Sprunggelenks stabilisieren, wird der Knöchel instabil. Eine Spaltung des medialen Lig. deltoideum verursacht ebenfalls Instabilität.

Die proximale Fibula kann auch gebrochen werden (genannt Maisonneuve Fraktur), wenn der Innenknöchel gebrochen ist, die Malleolengabel (die Verbindung zwischen Tibia und Talus) ist offen, und die distale Fibula ist nicht gebrochen. Ohne einen Bruch der distalen Fibula kann das Gelenk nur zerstört werden, wenn das Ligamentum interosseum zwischen Tibia und Fibula reißt, was manchmal passiert, wenn die proximale Fibula bricht.

Bänder des Sprunggelenks.

Bänder des Sprunggelenks.

Schmerzen und Schwellungen treten zuerst an der Verletzungsstelle auf, dann oft diffus erweiternd um den Knöchel.

Diagnose

  • Röntgenaufnahmen

  • Manchmal auch Stressaufnahme und/oder MRT

Röntgenaufnahmen des Knöchels werden in anteroposteriorer, seitlicher und schräger ("mortise") Sicht aufgenommen. Bestimmte Kriterien (z. B. "Ottawa Ankle Rules") werden oft verwendet, um Röntgenaufnahmen bei Patienten zu vermeiden, die vermutlich keine Fraktur haben. Basierend auf den Ottawa-Knöchel-Regeln ist eine Knöchelröntgenaufnahme nur erforderlich, wenn die Patienten Knöchelschmerzen und einen der folgenden Punkte haben:

  • Alter > 55 Jahre

  • Unfähigkeit, sofort nach der Verletzung den Knöchel ohne Hilfe und auf der Ersten Hilfe Station (für 4 Schritte) zu belasten, mit oder ohne Hinken

  • Druckschmerzempfindlichkeit des Knochens innerhalb von 6 cm am posterioren Ende oder der Spitze einer der Malleolus

Knöchelbrüche sind in der Regel auf Röntgenbildern zu erkennen.

Bestimmung der Stabilität hilft bei der Festlegung der Behandlung. Instabilität kann offensichtlich sein, wenn der Knöchel inspiziert oder vorsichtig palpiert wird. Das Knie, insbesondere die proximale Fibula, sollte auch untersucht werden.

Wenn sowohl der mediale als auch der laterale Malleolus gebrochen werden, ist die Verletzung wahrscheinlich instabil.

Wenn nur das Wadenbein gebrochen ist, und das Tibiotalargelenk normal erscheint, kann eine externe Rotations-Stressaufnahme durchgeführt werden; diese kann eine tibiotalare Subluxation zeigen, welche auf Instabilität des Lig. deltoideum und damit des Sprunggelenk hinweist.

Tipps und Risiken

  • Wenn der Innenknöchel gebrochen ist, insbesondere wenn er disloziert wird und die Sprunggelenkfläche auf der medialen Seite offen ist, führen Sie Knieröntgenaufnahmen durch, um nach einer Fraktur der proximalen Fibula zu schauen.

Wenn eine proximale Fibulafraktur möglich scheint, sollten Röntgenaufnahmen des Knies durchgeführt werden.

Therapie

  • Gipsschuh oder Gips

  • Manchmal offene Reposition mit interner Fixierung (ORIF).

Stabilste Sprunggelenksfrakturen können nicht-operativy mit einem Gipsschuh oder Gips behandelt werden.

Bei instabilen Knöchelverletzungen wird oft eine ORIF angewendet, um die Knochenfragmente richtig auszurichten und die Ausrichtung während der Frakturheilung besser aufrechtzuerhalten.

Die Prognose ist in der Regel gut, wenn das Sprunggelenk stabil ist und die Behandlung zu einer korrekten Ausrichtung führt. Wenn Knochenfragmente nicht korrekt ausgerichtet bleiben, kann sich eine Arthritis entwickeln und Frakturen können wieder auftreten.

Wichtige Punkte

  • Wenn ein Knöchelbruch den Knöchelring (von den Knöchelknochen und -Bändern gebildet) an einer Stelle zerstört, zerstört er diesen oft auch an einer weiteren Stelle; wenn 2 der Strukturen, die den Knöchelring stabilisieren zerstört werden, ist der Knöchel instabil.

  • Verwenden Sie die Ottawa-Sprunggelenk-Regeln, um zu versuchen, Röntgenaufnahmen bei Patienten mit größerer Wahrscheinlichkeit einer Fraktur zu begrenzen.

  • Untersuchen Sie die Knöchelstabilität (welche die Behandlung bestimmt) durch körperliche Untersuchung und, falls erforderlich, Röntgenbilder.

  • Behandeln Sie die stabilsten Sprunggelenksfrakturen mit einem Gipsschuh oder Gips und viele instabilen Frakturen mit ORIF.

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