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Augenverbrennungen

Von

Ann P. Murchison

, MD, MPH, Wills Eye Hospital

Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Quellen zum Thema

Augenverbrennungen können nach thermischen oder chemischen Verletzungen auftreten und zu schweren Komplikationen bis hin zur dauerhaften Erblindung führen.

Thermische Verbrennungen

Der Blinkreflex verursacht in der Regel das Schließen des Auges in Reaktion auf einen thermischen Reiz. So neigen Verbrennungen eher dazu, das Augenlid zu betreffen, und weniger die Bindehaut oder die Hornhaut. Die verbrannten Lider sollten gründlich mit steriler isotoner Kochsalzlösung gereinigt werden, bevor dann eine ophtalmische, antimikrobielle Salbe aufgetragen wird (z. B. Bacitracin 2-mal täglich). Die meisten Verbrennungen, die die Bindehaut oder Hornhaut betreffen, sind leicht und heilen ohne wesentliche Folgeerscheinungen. Sie werden mit oralen Analgetika (Paracetamol mit oder ohne Oxycodon), zykloplegischen Mydriatica (z. B. 5% Homatropin 4-mal täglich) und topischen ophthalmischen Antibiotika behandelt, z. B. Bacitracin/Polymyxin-B-Salbe oder eine Salbe mit 0,3%igem Ciprofloxacin 4-mal täglich über 3–5 Tage.

Verätzungen

Chemische Verbrennungen der Hornhaut und der Bindehaut machen 11 bis 22% des Augentraumas aus und können schwerwiegend sein, besonders wenn es sich um starke Säuren oder Laugen handelt. Basische Verätzungen sind in der Regel schwerer als Säureverätzungen.

Tipps und Risiken

  • Verätzungen der Hornhaut und Bindehaut sind ein echter Notfall, die Behandlung muss sofort erfolgen.

Chemische Verbrennungen sollten so schnell wie möglich ausgiebig gespült werden. Das Auge kann mit einem Tropfen Proxymetacain (Proparakain-POS® 0,5%) betäubt werden, doch sollte sich darüber das Spülen nicht verzögern und mindestens 30 Minuten andauern. Eine Boratpufferlösung kann bei der Korrektur des intraokularen pH-Wertes wirksamer sein als andere gebräuchliche Spüllösungen (1 Behandlungshinweise Augenverbrennungen können nach thermischen oder chemischen Verletzungen auftreten und zu schweren Komplikationen bis hin zur dauerhaften Erblindung führen. (Siehe auch Augenverletzungen im Überblick... Erfahren Sie mehr  Behandlungshinweise ), während eine ausgewogene Kochsalzlösung (eine sterile, isotonische Lösung mit einem pH-Wert von 7,4) von den Patienten besser vertragen wird und eine längere Spüldauer erlaubt (2 Behandlungshinweise Augenverbrennungen können nach thermischen oder chemischen Verletzungen auftreten und zu schweren Komplikationen bis hin zur dauerhaften Erblindung führen. (Siehe auch Augenverletzungen im Überblick... Erfahren Sie mehr  Behandlungshinweise ). Es kann jedoch jede Kochsalzlösung oder Wasser verwendet werden, um Verzögerungen bei der Spülung zu vermeiden. Die Spülung kann durch die Verwendung einer Spüllinse unter den Deckeln erleichtert werden, obwohl dies für einige Patienten irritierender sein kann als die Spülung ohne eine solche Linse. Bei Säuren- und Laugenverbrennungen schlagen einige Experten 1 bis 2 l Spülung vor. Die meisten Experten empfehlen die Spülung, bis der pH-Wert der Bindehaut normal ist (mit expandiertem pH-Papier).

Nach der Spülung sollte die konjunktivale Umschlagfalte mit einem Tupfer ausgewischt werden, um noch verborgene Chemikalien zu entfernen und eventuelle Partikel auszuwischen, die sich noch im Gewebe befinden. Die obere Umschlagfalte wird durch eine doppelte Augenlidumstülpung exponiert. Dazu wird zunächst das Augenlid umgestülpt, dann ein Tupfer unter das umgestülpte Lid eingeführt und schließlich hochgeklappt, sodasss die Fornix zu sehen ist.

Leichte chemische Verbrennungen werden im Allgemeinen mit topischen Augenantibiotika (z. B. Erythromycinsalbe 0,5%) 4 mal pro Tag und Zykloplegie behandelt, falls dies für den Komfort erforderlich ist (z. B. Cyclopentolat). Weil topische Kortikosteroide eine Perforation der Hornhaut nach Verätzungen verursachen kann, sollten sie nur von einem Ophtalmologen verabreicht werden. Nach einer initialen Spülung sollten keine topischen Anästhetika angewandt werden. Starke Schmerzen können mit Acetaminophen mit oder ohne Oxycodon behandelt werden. Wenn die Nierenfunktion des Patienten nicht beeinträchtigt ist, kann orales Vitamin C (2 g 4-mal täglich bei Erwachsenen) zur Unterstützung der Kollagensynthese verwendet werden. Orales Doxycyclin kann auch bei geeigneten Patienten zur Stabilisierung von Kollagen verwendet werden, jedoch sollten beide Verfahren in Absprache mit einem Augenarzt durchgeführt werden. Zitrat-Augentropfen, um die proteolytische Aktivität zu verringern, und plättchenreiche Plasma-Augentropfen können ebenfalls zur Heilung beitragen und sollten ebenfalls nur in Absprache mit einem Augenarzt verabreicht werden.

Schwere Verätzungen erfordern die Behandlung durch einen Ophthalmologen, um den Visus zu erhalten und schwerere Komplikationen wie Hornhautnarben, Perforation der Globus und Liddeformitäten zu vermeiden. Patienten mit stark vermindertem Sehvermögen, avasalen Bindehautbereichen oder Verlust des Bindehaut- oder Hornhautepithels, wie durch Fluoreszeinfärbung nachgewiesen, sollten so bald wie möglich und nicht länger als 24 Stunden nach der Exposition von einem Augenarzt untersucht werden.

Die chemische Iritis wird bei Patienten mit Lichtscheu (tiefe Augenschmerzen unter Belichtung) vermutet, die sich Stunden oder Tage nach einer Verätzung entwickelt und durch Flackern und das Vorfinden von Leukozyten in der vorderen Kammer während der Spaltlampenuntersuchung Spaltlampenuntersuchung Für eine eingehendere augenärztliche Untersuchung und Beurteilung sind Spezialgeräte erforderlich. Die Augenuntersuchung kann zunächst mit allgemein verfügbaren Geräten erfolgen, hierzu gehört... Erfahren Sie mehr diagnostiziert wird. Eine chemische Iritis wird durch das Einträufeln eines lang wirkenden Zykloplegikums behandelt (z. B. eine Einzeldosis 2%iger oder 5%iger Homatropinlösung oder 0,25%iger Skopolaminlösung).

Behandlungshinweise

Wichtige Punkte

  • Thermische Verbrennungen neigen dazu, das Augenlid zu beeinträchtigen, während chemische Verbrennungen das Augenlid, die Bindehaut und die Hornhaut betreffen können.

  • Behandeln Sie thermische Verbrennungen mit topischen antimikrobiellen Mitteln, zykloplegischen Mydriatika (wenn Bindehaut oder Hornhaut betroffen sind) und oralen Analgetika.

  • Nach einer Verätzung ist eine schnelle und reichliche Spülung unerlässlich; am besten ist eine Boratpufferlösung oder eine ausgewogene Kochsalzlösung, aber es kann jede sterile Kochsalzlösung oder Wasser verwendet werden.

  • Verschreiben Sie topische Antibiotika und zykloplegische Mydriatika nach Spülung einer Verätzung.

  • Bei mittelschweren oder schweren Verbrennungen sollte ein Augenarzt konsultiert werden, um eine weitere Therapie in Erwägung zu ziehen.

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