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Flüchtige Lösungsmittel

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Grand Strand Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Die Inhalation von industriellen Lösungsmitteln und Aerosolsprays kann zu einem Zustand der Intoxikation führen. Ein Langzeitgebrauch kann Neuropathie und Hepatotoxizität verursachen.

Die Verwendung von flüchtigen Lösungsmitteln (z. B. Acetate, Alkohol, Chloroform, Äther, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone) ist weiterhin ein Problem, das bei Jugendlichen endemisch ist. Gewöhnliche Produkte (z. B. Leime und Klebstoffe, Lacke, Abbeizmittel, Reinigungsmittel) enthalten diese Stoffe; somit ist der Zugang für Kinder und Jugendliche leicht. Etwa 10% der Jugendlichen in den USA haben schon einmal flüchtige Lösungsmittel inhaliert. Typischerweise wird ein mit Lösungsmittel getränkter Lappen in einem Beutel oder Behälter auf Mund und Nase gehalten; die natürlich verflüchtigten Dämpfe werden dann inhaliert (schnaufend, Schnupfen).

Flüchtige Lösungsmittel stimulieren vorübergehend das zentrale Nervensystem, bevor sie es unterdrücken. Bei häufigem Gebrauch entwickelt sich eine teilweise Toleranz und psychische Abhängigkeit, es tritt jedoch kein Entzugssyndrom auf.

Symptome und Beschwerden

Akute Wirkungen

Akute Symptome wie Schwindel, Benommenheit, verwaschene Sprache und instabiler Gang treten früh auf. Auch Impulsivität, Erregung und Reizbarkeit können vorkommen. Mit zunehmender Wirkung auf das Zentralnervensystem entwickeln sich illusionäre Verkennungen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Der Anwender erlebt einen euphorischen, traumhaften Zustand („High“), der in einem kurzen Schlaf kulminiert. Es entwickelt sich ein Delir mit Verwirrung, psychomotorischer Verlangsamung, emotionaler Labilität und Denkstörungen. Der Intoxikationszustand kann nur Minuten, aber auch länger als eine Stunde anhalten.

Plötzlicher Tod kann durch Atemstillstand oder Atemwegsokklusion infolge einer Depression des zentralen Nervensystems oder durch Herzrhythmusstörungen ("sudden sniffiing death", möglicherweise aufgrund einer Myokard-Sensibilisierung) auftreten.

Methylenchlorid (Dichlormethan) metabolisiert zu Kohlenmonoxid und ein Einatmen des Produktes kann ein verzögertes Einsetzen der Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung Kohlenmonxidvergiftung Die Kohlenmonoxidvergiftung (CO) erzeugt akute Symptome wie Kopfschmerz, Übelkeit, Schwäche, Herzenge, Atemnot, Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle und Koma. Neuropsychiatrische Symptome können... Erfahren Sie mehr verursachen; die Symptome können über einen längeren Zeitraum andauern.

Das Einatmen von Methanol kann zu einer metabolischen Azidose und Netzhautschäden führen.

Chronische Wirkungen

Chronische Inhalation von flüchtigen Kohlenwasserstoffen kann die Haut um Mund und Nase (Huffer-Ekzem) reizen.

Komplikationen eines Langzeitgebrauchs sind auf die Wirkung des Lösungsmittels oder anderer toxischer Bestandteile (z. B. Blei im Benzin) zurückzuführen. Tetrachlorkohlenstoff kann schwere Leberschäden und Nierenversagen verursachen. Toluol kann eine Degeneration der weißen Substanz des zentralen Nervensystems, renale tubulärerAzidose Renal-tubuläre Azidose Die renal-tubuläre Azidose (RTA) ist eine Azidose und Elektrolytstörung infolge einer gestörten renalen Wasserstoffionenausscheidung (Typ 1), einer gestörten Bicarbonatresorption (Typ 2) oder... Erfahren Sie mehr und Hypokalämie Hypokaliämie Hypokalämie ist eine Serumkaliumkonzentration 3,5 mEq/l ( (Siehe auch Übersicht zu Störungen der Kaliumkonzentration.) Eine Hypokalämie kann durch eine verminderte Kaliumaufnahme entstehen,... Erfahren Sie mehr verursachen. Schäden an Gehirn, Leber, pripheren Nerven, Nieren und Knochenmark können durch massive Inhalation oder besondere Empfindlichkeit entstehen.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Flüchtige Lösungsmittel werden nicht in routinemäßigen Drogenscreenings erkannt. Viele von ihnen und ihrer Metaboliten können durch Gaschromatographie in spezialisierten Labors nachgewiesen werden, aber eine solche Prüfung ist nur selten notwendig oder angezeigt, außer für forensische Zwecke.

Behandlung

  • Unterstützende Behandlung

Die Behandlung der akuten Toxizität von flüchtigen Lösungsmitteln ist unterstützend. Verwendung von Katecholaminen (z. B. bei Hypotonie) sollte wegen möglicher Lösungsmittel-induzierten myokardialen Sensibilisierung vermieden werden. Die Behandlung von Rhythmusstörungen ist eine Herausforderung, und es gibt keine spezifische Behandlungsleitlinie. Beta-Blocker können einen gewissen Nutzen haben.

Die Therapie abhängiger Jugendlicher ist schwierig und Rückfälle sind häufig. Meist hört jedoch der Gebrauch der Lösungsmittel mit Ende der Adoleszenz auf. Es sollte versucht werden, die sozialen Fähigkeiten des Patienten und seinen Status in Familie, Schule und Gesellschaft insgesamt zu verbessern. Zu Symptomen und Therapie von Vergiftungen mit bestimmten Lösungsmitteln siehe Tabelle Symptome und Behandlung von spezifischen Giften Symptome und Behandlung von spezifischen Giften  Symptome und Behandlung von spezifischen Giften .

Weitere Informationen

  • Findtreatment.gov: Auflistung der in den Vereinigten Staaten zugelassenen Anbieter von Behandlungen bei Substanzgebrauchsstörungen

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