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Das Manual trägt einige der wichtigsten Nachrichten in Bezug auf COVID-19 zusammen, um Menschen zu helfen, auf dem Laufenden zu bleiben.

Nachrichten, zusammengestellt von Fred R. Himmelstein, MD, FACEP.

                                                                  

  21. Dezember 2020

Bei hospitalisierten Patienten mit COVID-19 war die Kombination des entzündungshemmenden Wirkstoffs Baricitinib plus Remdesivir einer Remdesivir-Monotherapie überlegen

 Eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie, die am 11. Dezember 2020 online im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, verglich bei 1.030 mit COVID-19 hospitalisierten Erwachsenen eine Monotherapie mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir mit einer Kombinationstherapie aus Remdesivir plus dem entzündungshemmenden Wirkstoff Baricitinib (ein Januskinase-Inhibitor). Der primäre Endpunkt, die mediane Zeit bis zur Erholung, betrug 7 Tage für die Kombinationstherapie im Vergleich zu 8 Tagen mit Remdesivir allein (p = 0,03). In der Subgruppenanalyse erholten sich die Patienten, die bei der Aufnahme in die Studie eine High-Flow-Sauerstofftherapie oder eine nichtinvasive Beatmung erhielten, mit der Kombinationstherapie nach 10 Tagen vs. nach 18 Tagen mit Remdesivir allein. Die 28-Tages-Mortalität betrug 5,1 % in der Kombinationsgruppe und 7,8 % in der Kontrollgruppe, obwohl dieser Unterschied keine statistische Signifikanz erreichte (Hazard Ratio für Tod: 0,65; 95 %-KI: 0,39 bis 1,09).

Link: https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2031994

                                                                 

  18. Dezember 2020

COVID-19-Übertragung unter Schülern und Mitarbeitern in Bildungseinrichtungen in Italien

Um die sekundäre Befallsrate für COVID-19-Fälle zu bestimmen, die bei Schulkindern und Mitarbeitern von 41 Klassen an 36 Schulen aus der Provinz Reggio Emilia in Norditalien von deren Wiedereröffnung am 1. September bis zum 15. Oktober 2020 auftrat, wurde eine detaillierte epidemiologische Untersuchung durchgeführt. Unter circa 1.000 Schülern und 200 Mitarbeitern lagen 48 Indexfälle (43 Schüler, 5 Mitarbeiter) vor. Während der epidemiologischen Untersuchungen wurden 1.200 Kontakte dieser Indexfälle untersucht und 38 sekundäre Fälle gefunden (3,8 %), die alle aus Fällen infizierter Schüler resultierten. Die sekundäre Befallsrate wies jedoch große Unterschiede zwischen den Altersgruppen auf, wobei 14 Fälle bei Vorschul- und Grundschulkindern eine sekundäre Befallsrate von 0,38 % und 28 Fälle an mittleren und höheren Schulen eine sekundäre Befallsrate von 6,46 % aufwiesen. Die niedrige sekundäre Befallsrate an Vorschulen und Grundschulen stimmte mit anderen bisher veröffentlichten Studien überein. Allerdings zeigten weiterführende Schulen eine wesentlich höhere Übertragungsrate als in vielen, jedoch nicht in allen früheren Studien berichtet wurde.

Link: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7730487/

                                                                

  10. Dezember 2020

FDA-Briefing-Dokument für COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech

Die FDA hat den vollständigen Text des Briefing-Dokuments zum neuen COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech, der heute auf eine mögliche Notfallzulassung (EUA) geprüft wird, zur Verfügung gestellt.

Link: https://www.fda.gov/media/144245/download

                                                               

  8. Dezember 2020

Medizinisches Personal und die Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen werden den COVID-19-Impfstoff in der Anfangsphase des Impfprogramms erhalten

Die zwischenzeitlichen Empfehlungen des Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) zur Vergabe des COVID-19-Impfstoffs wurden am 3. Dezember 2020 im Morbidity and Mortality Weekly Report der CDC veröffentlicht. Der Bericht erörtert die Leitlinien für die Anfangsphase des nationalen COVID-19-Impfprogramms. Das Komitee empfiehlt, dass der Impfstoff in der Anfangsphase dem medizinischen Personal und Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen angeboten wird. Der Bericht räumt ein, dass, selbst wenn ein oder mehrere Impfstoffkandidaten eine Notfallzulassung erhalten, die Nachfrage nach dem Impfstoff in den ersten Monaten des nationalen Impfprogramms das Angebot übersteigen wird. Das Komitee merkte an, dass Gesundheitseinrichtungen im Allgemeinen und insbesondere Langzeitpflegeeinrichtungen Hochrisiko-Standorte für eine SARS-CoV-2-Exposition und -Übertragung sein können. Das Komitee ist der Ansicht, dass der Schutz des medizinischen Personals entscheidend ist, um die Fähigkeit zur Versorgung von Patienten mit COVID-19 oder anderen Erkrankungen aufrechtzuerhalten. Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen sind aufgrund ihres Alters, ihrer hohen Grunderkrankungsraten und der gemeinschaftlichen Wohnsituation einem hohen Risiko für eine Infektion und eine schwere Erkrankung aufgrund von COVID-19 ausgesetzt. Dies wurde durch die Berichte unterstrichen, dass bis zum 15. November 2020 circa 500.000 COVID-19-Fälle und 70.000 mit COVID-19 assoziierte Todesfälle für Bewohner von qualifizierten Pflegeeinrichtungen gemeldet wurden.

Die COVID-19-Arbeitsgruppe bestand aus Experten für Impfstoffe und Ethik. Sie hielten mehr als 25 Sitzungen ab, um die Daten zu den Impfstoffkandidaten und zur COVID-19-Überwachung und -Modellierung sowie veröffentlichte Literatur zur Impfstoffvergabe und Berichte von externen Experten zu überprüfen. Darüber hinaus gab es sieben öffentliche Sitzungen der ACIP zu COVID-19-Impfstoffthemen. Das Komitee wurde von den Prinzipien geleitet, den Nutzen zu maximieren, Schäden zu minimieren, Gerechtigkeit zu fördern und gesundheitliche Benachteiligungen auszugleichen. Die zwischenzeitliche Empfehlung könnte auf Grundlage zusätzlicher Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit aus klinischen Phase-III-Studien und aufgrund der Bedingungen der FDA-Notfallzulassung noch aktualisiert werden.

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6949e1.htm

                                                             

  7. Dezember 2020

 Varianten von SARS-CoV-2 sind mit Unterschieden beim Ergebnis assoziiert

Mehrere Studien haben weitreichende Unterschiede bei den Infektionssterblichkeitsraten der SARS-CoV-2-Infektion festgestellt. Die meisten Autoren glauben, dass diese Unterschiede auf unterschiedliche Alters- und Risikofaktor-Profile, die altersspezifische Prävalenz von COVID-19 für verschiedene Populationen und die Verbesserung der Behandlung seit Beginn der Pandemie zurückzuführen sind. Eine Studie, die im Vorabdruck auf dem medRxiv-Server veröffentlicht wurde, untersuchte, ob verschiedene Stämme von SARS-CoV-2 unterschiedliche Infektionssterblichkeitsraten aufweisen, was möglicherweise zur Erklärung der Heterogenität der Infektionssterblichkeitsraten in mehreren Studien beizutragen hilft. Die Autoren analysierten Daten über virale Genome und klinische Ergebnisse von 3.637 Patienten in der GISAID(Global Initiative on Sharing Avian Influenza Data)-Datenbank und verwendeten eine logistische Regressionsanalyse, um festzustellen, ob bestimmte Varianten mit dem Schweregrad der Erkrankung assoziiert waren. Sie fanden heraus, dass eine große Anzahl an Virusvarianten in der Studie vorhanden waren. Zwölf Varianten wurden als häufig angesehen und waren bei über 5 % der Studienpopulation vorhanden. Von diesen häufigen Varianten wiesen nur zwei einen zweifachen oder größeren Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit für ein leichtes oder schweres Ergebnis auf. Es gab 157 seltene Varianten, von denen 84 mit einer zweifachen Wahrscheinlichkeit für ein leichtes oder schweres Ergebnis assoziiert waren (17 schwere [Odds Ratio > 2] und 67 leichte [Odds Ratio < 0,5]). Die Hinzufügung von Informationen zu viralen genomischen Varianten verbesserte die Genauigkeit eines Vorhersagemodells, das nur Alter, Geschlecht und Region verwendete, erheblich.

Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.12.01.20242149v1

                                                               

  3. Dezember 2020

 Ein Delirium ist häufig bei älteren Patienten, die mit COVID-19vorstellig werden

Ein Delirium ist ein akutes Stadium der Verwirrtheit, das durch Störungen der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins und der Kognition gekennzeichnet ist. Ein Delirium ist bekanntermaßen ein häufig auftretendes Symptom bei älteren Erwachsenen mit schweren Erkrankungen und ist mit unerwünschten Ergebnissen einschließlich verlängerter Krankenhausaufenthalte und Tod assoziiert. Eine Studie, die am 19. November 2020 in JAMA Network Online veröffentlicht wurde, verwendete eine Kohorte von 847 konsekutiven Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren, die an sieben Prüfzentren in den USA in der Notaufnahme vorstellig wurden und anschließend eine COVID-19-Diagnose erhielten. Bemerkenswerterweise wurde ein Delirium bei 28 % der 847 Patienten festgestellt und war das Hauptsymptom bei 16 % dieser Patienten. Insgesamt war das Delirium das sechsthäufigste aller auftretenden Symptome und Anzeichen. Darüber hinaus hatten 37 % der Patienten mit Delirium keine weiteren typischen Symptome von COVID-19 wie Husten und Fieber. Ein Delirium bei der Vorstellung war außerdem signifikant mit einem erhöhten Risiko für schlechte Krankenhausergebnisse einschließlich Aufenthalt auf der Intensivpflegestation und Tod verknüpft. Zu den Faktoren, die dazu beitrugen, ob ein Patient mit Delirium vorstellig werden würde, gehörten Alter > 75 Jahre, Wohnsitz in einer betreuten Wohngemeinschaft oder einer qualifizierten Pflegeeinrichtung, vorherige Anwendung von Psychopharmaka, Seh- oder Hörstörungen, Schlaganfall und Morbus Parkinson. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung des Deliriums als ein vorhandenes Symptom von COVID-19 bei älteren Patienten.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2773106

                                                             

  2. Dezember 2020

 Hyperglykämie bei der Aufnahme ist ein starker Prädiktor für die Mortalität bei hospitalisierten COVID-19-Patienten, unabhängig von Diabetes

Diabetes ist ein bekannter Risikofaktor für schwere COVID-19-Erkrankung und Tod. Interessanterweise zeigte eine Studie in den Annals of Medicine, dass hohe Serumglukosespiegel allein, unabhängig von der Diagnose von Diabetes, mit dem Schweregrad und der Mortalität bei COVID-19 korrelieren. Forscher in Spanien analysierten unter Verwendung eines nationalen Registers retrospektiv Daten von 11.312 COVID-19-positiven Patienten aus 109 Krankenhäusern in Spanien vom 1. März bis 31. Mai 2020. Die Forscher betrachteten Patienten als von Diabetes Betroffene, wenn ihre Krankenakten eine Diagnose von Diabetes oder Evidenz für Diabetes-Medikamente aufwies, die bei der Krankenhausaufnahme verwendet wurden.

Die Patienten wurden abhängig von ihren Blutzuckerspiegeln bei der Krankenhausaufnahme in drei Gruppen klassifiziert: Normal (< 140 mg/dL), high (140–180 mg/dL), and very high blood glucose (> 180 mg/dl). Selbst nach Kontrolle anderer Risikofaktoren (einschließlich früherem Diabetes) in einem multivariaten Cox-Regressionsmodell blieben die Blutzuckerspiegel ein signifikanter Prädiktor für Tod, wobei die sehr hohe Gruppe eine Hazard Ratio (HR) von 1,50, 95 %-KI: 1,31–1,73, p < 0,001 und die hohe Gruppe eine HR von 1,48, 95 %-KI: 1,29–1,70, p < 0,001 aufwies.

Link: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07853890.2020.1836566

                                                            

  30. November 2020

 COVID-Zehen: Eine Manifestation der virusinduzierten Interferonopathie

Während der COVID-19-Pandemie hat es Berichte über pruriginöse und schmerzhafte rote Stellen, Schwellungen und Blasenbildung an den Zehen und selten an den Fersen und Fingern gegeben. Dieses Leiden wird Frostbeulen genannt, aber es wird während der Pandemie als „COVID-Zehen“ bezeichnet. Ein Fallserienbericht in JAMA Dermatology behandelte 40 Patienten, die innerhalb eines Zeitraums von weniger als zwei Wochen mit Frostbeulen-ähnlichen Läsionen an einer COVID-Klinik in Nizza vorstellig wurden. Diese Vorstellung war sehr ungewöhnlich, weil die Region um Nizza ein gemäßigtes Klima aufweist. Die Manifestationen von Frostbeulen-ähnlichen Läsionen stimmten mit der lokalen Ausbreitung von SARS-CoV-2 überein. Die meisten Patienten waren jung, mit einem durchschnittlichen Alter von 22 Jahren (Bereich von 12 bis 67), und hatten keine weiteren medizinischen Probleme. Die Forscher stellten bei allen diesen Patienten Anzeichen einer überaktiven Immunantwort fest. Bemerkenswerterweise hatten alle Patienten in den Fallserien negative PCR-Testergebnisse für COVID-19, und nur rund 30 % hatten Antikörper gegen das Virus. Zu den häufigen zusätzlichen Ergebnissen zählten erhöhte D-Dimer-Werte, lymphozytäre Entzündungen, vaskuläre Schädigungen, die mittels Hautbiopsie festgestellt wurden, und eine signifikante Interferon-alpha-Antwort im Vergleich zu Patienten mit PCR-positiver, akuter COVID-19-Infektion. Vierundzwanzig Patienten (60 %) berichteten über Kontakte mit möglichen COVID-19-Fällen, und 11 (27,5 %) erfüllten die Definition für eine mögliche COVID-19-Erkrankung innerhalb der 6 Wochen vor dem Auftreten der Frostbeulen.

 

Der Artikel untersuchte den potenziellen Zusammenhang zwischen diesen kutanen Läsionen und der SARS-CoV-2-Infektion. Die Forscher beobachteten eine signifikant höhere Interferon-alpha-Antwort bei Patienten mit Läsionen, die Frostbeulen ähnlich waren, im Vergleich zu denjenigen mit mittelschwerer oder schwerer COVID-19-Erkrankung. Die Produktion von Interferon-alpha ist bei Säuglingen und jungen Erwachsenen höher und nimmt dann mit zunehmendem Alter ab. Die Autoren weisen darauf hin, dass nach ihrem besten Wissen in der Literatur bei Beschreibungen von mäßigen oder schweren Formen der COVID-19-Erkrankung niemals von Läsionen, die Frostbeulen ähneln, berichtet wurde. Sie glauben, dass die übersteigerte Typ-I-Interferon-Antwort ebenfalls die relativ niedrige Rate der Seropositivität bei Patienten mit frostbeulenartigen Läsionen erklären mag, weil diese Patienten in der Lage waren, die SARS-CoV-2-Infektion zu beseitigen, bevor eine humorale Immunität entsteht. Der Artikel kam zu dem Schluss, dass diese Läsionen Manifestationen einer virusinduzierten Interferonopathie sind, und legte nahe, dass dies durch eine SARS-CoV-2-Infektion verursacht wurde. Es wurde jedoch erklärt, dass ein definitiver Nachweis eines kausalen Zusammenhangs zwischen COVID-19 und frostbeulenartigen Läsionen nicht erbracht worden ist.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/2773121

                                                           

  24. November 2020

 FDA erstellt EUA für erstes Heim-Testkit für COVID-19

Lucira Health erhielt dieZulassung für die Anwendung eines COVID-19-Selbsttest-Kits im Notfall. Dieses Komplett-Testkit soll das SARS-CoV-2-Virus erkennen, das COVID-19 verursacht. Der Test verwendet eine Technologie namens Loop-vermittelte isotherme Amplifikation (LAMP). LAMP verwendet eine Technik mit einzelnen Reagenzröhrchen zur Amplifikation von Nukleinsäure. Sie kann auch für die RNA mit einem zusätzlichen Schritt verwendet werden, der eine Reverse Transkription erfordert. Wenn die charakteristische SARS-CoV-2-RNA in der Probe vorhanden ist, wird LAMP die Nukleinsäure wiederholt amplifizieren, wodurch die Trübung der Probe verändert wird, die dann von der Testeinheit gelesen werden kann. Das Lucira COVID-19-Komplett-Testkit ist zur Verschreibung für zu Hause für Personen im Alter von 14 Jahren und älter zugelassen, bei denen seitens ihres Gesundheitsdienstleisters ein Verdacht auf COVID-19 besteht. Der Test ist außerdem für die Verwendung in Point-of-Care-Einrichtungen zugelassen (z. B. Arztpraxen, Krankenhäuser, Notfallversorgungszentren und Notfallambulanzen) sowie bei Personen im Alter von 13 Jahren und jünger, wenn die Probe von einem Gesundheitsdienstleister entnommen wird. Der Lucira-Test konnte im Vergleich zu anderen hochempfindlichen PCR-Tests 94,1 % der Infektionen präzise erkennen. Die Empfindlichkeit des Tests nimmt ab, wenn die Viruslast niedrig ist. Bei Ausschluss von Proben mit sehr geringen Viruskonzentrationen, die möglicherweise keine aktive Infektion mehr reflektierten, erreichte Lucira eine 100-prozentige positive Übereinstimmung mit den anderen PCR-Tests. Der Test ist nicht an asymptomatischen Personen evaluiert worden.

 

Und so funktioniert es: Sie platzieren die mitgelieferte Ampulle in die batteriebetriebene Testeinheit, machen einen Nasenabstrich (wie bei anderen nasalen COVID-19-Tests), rühren den Tupfer in die Ampulle und verschließen dann die Ampulle und drücken den Verschluss nach unten, bis Sie ein Klicken hören und das „Ready“-Lämpchen zu blinken beginnt. Nach Vollendung des Tests erscheinen die Ergebnisse in etwa 30 Minuten als positiv oder negativ.

Link zur Pressemitteilung: https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/coronavirus-covid-19-update-fda-authorizes-first-covid-19-test-self-testing-home

Link: https://www.fda.gov/media/143810/download

                                                          

  23. November 2020

 Impfstoff-Verteilung ist entscheidender Erfolgsfaktor

In dieser Studie, „Klinische Ergebnisse eines COVID-19-Impfstoffs: Durchführung über Wirksamkeit“ von A. David Paltiel, Jason L. Schwartz, Amy Zheng und Rochelle P. Walensky wurden die theoretischen Populationsergebnisse des Impfstoffs mit unterschiedlichem Wirksamkeitsgrad bezüglich der Verringerung der Infektionsanfälligkeit, der Krankheitsprogression und des Schweregrads in einem Modell dargestellt. Die Populationsergebnisse, die von Interesse waren, umfassten kumulative Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle. Die Forscher untersuchten auch, wie sich die Ergebnisse mit unterschiedlichen Ausgangsannahmen, einschließlich der Geschwindigkeit der Übertragung vom Labor auf die Realität, der Akzeptanz in der Bevölkerung und der Veränderungen der Krankheitsepidemiologie (z. B. wirksame Reproduktionszahl, Rt), unterscheiden würde.

Sie stellten fest, dass die Art, wie der Impfstoff in einer Population verteilt wird (d. h. Geschwindigkeit der Herstellung, Lieferung und Verabreichung sowie Abdeckungsumfang), eine ebenso große Wirkung auf die Ergebnisse hat wie die tatsächliche biologische Wirkung des Impfstoffs. Eine hohe Leistung in einer der Impfstoffvariablen konnte eine niedrige Leistung in anderen Variablen nicht ausgleichen und es war wichtig, während der gesamten Impfstoff-Verteilung eine niedrige Rt zu erreichen und beizubehalten (d. h. durch Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit).

Link: https://www.healthaffairs.org/doi/10.1377/hlthaff.2020.02054

                                                       

  10. November 2020

  Eine Variante des SARS-CoV-2-Virus kann die antikörpervermittelte Immunität umgehen

Forscher vom University of Glasgow Centre for Viral Research berichten über N439K, eine Variante des SARS-CoV-2 Virus mit einer Mutation im Rezeptorbindungsmotiv, die ihm ermöglicht, die antikörpervermittelte Immunität zu umgehen und dabei die Virulenz aufrechtzuerhalten. Die N439K-Mutation wurde zuerst in Schottland identifiziert und trat anschließend in 12 Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten, auf. Sie ist die am zweithäufigsten beobachtete Variante weltweit.

Die Rezeptorbindungsdomäne (RBD) ist der Teil des viralen Spike-Proteins, welcher dem Virus ermöglicht, in Zellen einzudringen. Das primäre Ziel der neutralisierenden Antikörperreaktion innerhalb der RBD ist ein Bereich, der Rezeptorbindungsmotiv (RBM) genannt wird. Es wurde festgestellt, dass das Rezeptorbindungsmotiv mehr Plastizität besitzt und weniger konserviert ist als die RBD oder das gesamte Spike-Protein. Die Rezeptorbindungsvariante mit der N439K-Mutation ist mit einem ähnlichen klinischen Spektrum der Erkrankung und etwas höheren Viruslasten in vivo im Vergleich zu den Wildtyp-Varianten ohne diese Mutation assoziiert. Außerdem wurde beobachtet, dass sich die Variante besser an menschliche Zellen in Zellkulturen bindet und sich etwas schneller vervielfacht. Die Forscher evaluierten monoklonale Antikörperisolate von Personen, die sich zu Beginn der Pandemie von einer SARS-CoV-2-Infektion erholt hatten, sowie die monoklonalen Antikörper REGN10933, REGN10987, LY-CoV555 und S309. Sie stellten fest, dass 15,5 % der monoklonalen Antikörper eine > 2-fache Reduzierung der Bindung an die Rezeptorbindungsdomäne der N439K-Mutation aufwiesen. Der Bericht legt nahe, dass die Überwachung der Evolution von SARS-CoV-2 wichtig sein wird. Obwohl sich SARS-CoV-2 langsam entwickelt und derzeit von einem einzigen Impfstoff kontrolliert werden sollte, könnte eine Akkumulierung der Variation im RBM diese Kontrolle aufs Spiel setzen, insbesondere bei Personen mit einer mäßigen Antikörperreaktion auf Impfungen oder Infektionen.

Link: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.11.04.355842v1.full.pdf

                                                        

  4. November 2020

  Erhöhte Troponin-Spiegel prognostizieren 30-Tage-Mortalität bei Patienten mit COVID-19

Eine nichtinterventionelle Kohortenstudie, die am 30. Oktober 2020 im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde, identifizierte 446 Patienten mit COVID-19, bei denen die folgenden Serum-Biomarker gemessen wurden: Troponin-I (TnI), B‐Typ natriuretisches Peptid, C-reaktives Protein, Ferritin und D-Dimer. Der primäre Endpunkt der Studie war die stationäre 30-Tage-Mortalität. Die Forscher stellten fest, dass eine Erhöhung dieser Biomarker bei Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung häufig auftrat, doch nur die Troponin-I-Erhöhung war unabhängig prädikativ für 30-Tage-Mortalität. Mit den über die Patienten in dieser Gruppe gesammelten Daten erstellten sie einen Risiko-Score für 30-Tage-Mortalität. Die Scores wurden für jeden einzelnen Patienten berechnet: 2 Punkte für schwere Troponin-Erhöhung (Troponin-Spiegel ≥ 0,34 ng/ml), 1 Punkt für Alter 65 bis 74 Jahre, 2 Punkte für Alter älter als 75 Jahre und 1 Punkt für Hypoxie bei Vorstellung. Patienten mit einem Score von 0 hatten eine 30-Tage-Mortalität von 0 %, während Patienten mit einem Score von 5 eine 30-Tage-Mortalität von 65,5 % aufwiesen. Insgesamt hatten Patienten mit einem Score von weniger als 3 eine stationäre 30-Tage-Mortalität von 5,9 %, während Patienten mit einem Score von 3 oder höher eine 30-Tage-Mortalität von 43,7 % aufwiesen. Die Validierung des Risiko-Scores wurde mit einer unabhängigen Patientenkohorte (n = 440) aus Patienten in der größeren Kohorte durchgeführt, bei denen das Serum-Troponin, jedoch nicht all die anderen Biomarker gemessen wurden.

Link: https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.120.018477

                                               

  2. November 2020

  Monoklonale Antikörper gegen COVID-19 zeigen vielversprechende Ergebnisse in laufender Studie

In einer am 28. Oktober 2020 abgegebenen Pressemitteilung aktualisierte Regeneron Ergebnisse der laufenden ambulanten Studie zu seinem monoklonalen Antikörper-Cocktail REGN-COV2 (eine Kombination aus zwei monoklonalen Antikörpern). Diese Aktualisierung fügte zusätzliche 524 Patienten zu den 275 Patienten hinzu, über die anfänglich in einer früheren Pressemitteilung berichtet wurde. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie zur Messung der Auswirkungen einer Hinzufügung von REGN-COV2 auf den üblichen Behandlungsstandard versus Placebo. Regeneron gab bekannt, dass die laufende Phase-II/III-Studie zu seinem monoklonalen Antikörper-Cocktail positive Ergebnisse erzielte und den primären Endpunkt sowie einen wichtigen sekundären Endpunkt erreichte. Insbesondere REGN-COV2 reduzierte signifikant die Viruslast und die medizinischen Untersuchungen für eine Kohorte von Patienten mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung. Regeneron hat diese Ergebnisse der US-amerikanischen FDA mitgeteilt, die einen Antrag auf Anwendung in Notfallsituationen (Emergency Use Authorization) für niedrig dosierte REGN-COV2 zur Behandlung von Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung überprüft, die ein hohes Risiko für schlechte Ergebnisse aufweisen.

Link zur Pressemitteilung: https://newsroom.regeneron.com/news-releases/news-release-details/regenerons-covid-19-outpatient-trial-prospectively-demonstrates

                                                   

  30. Oktober 2020

  Bildung von Autoantikörpern kommt bei Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung häufig vor

Eine aktuelle Studie, die auf ein Peer-Review-Gutachten wartet, hat ergeben, dass sich bei rund der Hälfte der Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung Autoantikörper in ihrem Serum befanden, hauptsächlich antinukleäre Antikörper (ANA) und Rheumafaktor (RF). In diese retrospektive Studie wurden 52 Patienten aufgenommen, die keine Autoimmunerkrankungen in der Vorgeschichte hatten. Gemäß der NIH COVID-19 Severity Scale hatten 50 Patienten eine als kritisch designierte Erkrankung, während zwei eine schwere Erkrankung aufwiesen. Antinukleärer Antikörper war positiv (Titer ≥ 1:80) bei 44 % und Rheumafaktor war positiv bei 24 % der Patienten. Es wird vermutet, dass diese Autoantikörper möglicherweise zum Schweregrad der akuten COVID-19-Erkrankung beitragen und, wenn permanent im Körper, auch für Fälle von „schleichender COVID-19-Erkrankung“ verantwortlich sein können. Die Studie war nicht angelegt, um Ursache und Wirkung aufzuzeigen, und die Autoren räumen die Möglichkeit ein, dass die Autoantikörper einfach eine Folge von COVID-19 (und möglicherweise anderer schwerer Viruserkrankungen) anstatt eine Ursache sind. Dieses Ergebnis kann jedoch weitere Hinweise liefern, welche die Verwendung von immunmodulierenden Medikamenten bei einer schweren COVID-19-Infektion zusammen mit einer Methode zur Identifizierung von Kandidaten für solch eine Intervention unterstützen. Einer der Autoren, Matthew Woodruff, veröffentlichte außerdem am 23. Oktober 2020 eine weniger technische Erörterung der Studie und ihrer Ergebnisse online in The Conversation.

Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.10.21.20216192v2

                                                  

  27. Oktober 2020

  Betrachtungen zur Zulassung von COVID-19-Impfstoffen für die Anwendung in Notfallsituationen

Ein Ausblick, der am 16. Oktober 2020 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, erörtert einige Probleme bezüglich der Bereitstellung eines COVID-19-Impfstoffs im Rahmen einer Zulassung für die Anwendung in Notfallsituationen. Die Autoren heben die Notwendigkeit hervor, die Dringlichkeit für die Verfügbarkeit eines Impfstoffs abzuwägen, um auf einen schwerwiegenden Gesundheitsnotstand zu reagieren, gegenüber der Notwendigkeit, über ausreichende Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit zu verfügen. Die Autoren erörtern die Argumentation hinter der Empfehlung, dass Teilnehmer an einer klinischen Studie zwei Monate lang nach der Verabreichung des Impfstoffs überwacht werden müssen, um adäquate Daten zur Unterstützung einer Zulassung für die Anwendung in Notfallsituationen zu erfassen. Sie weisen darauf hin, dass, obwohl die meisten mit der Impfung verknüpften unerwünschten Ereignisse innerhalb von sechs Wochen nach dessen Verabreichung beginnen, eine vollständige Evaluierung der Sicherheit und Wirksamkeit einen längeren Nachbeobachtungszeitraum erfordert. Sie warnen davor, dass jede Beschränkung dieser minimalen Nachbeobachtungsphase die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich der und das öffentliche Vertrauen in die Entscheidung zur Zulassung eines Impfstoffs für die Anwendung in Notfallsituationen untergraben würde.

Link: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp2031373

                                                 

  26. Oktober 2020

  Neuer Cofaktor, der die SARS-CoV-2-Infektiosität begünstigt

In dem Versuch zu verstehen, warum SARS-CoV-2 hochgradig infektiös ist und warum das Virus, anders als SARS-CoV, so viele Organsysteme befällt, verglichen Forscher die Struktur ihrer jeweiligen viralen Spike-Proteine mittels genomischer Sequenzierung. Sie entdeckten, dass sich das Erstere eine kleine Sequenz von Aminosäuren angeeignet hat, welche eine Proteinsequenz nachzuahmen scheint, die in menschlichen Proteinen zu finden ist, und mit Neuropilin-1 (NRP1) interagiert. Diese Sequenz befindet sich ebenfalls in den S-Proteinen vieler verheerender humaner Viren, einschließlich Ebola, HIV-1 und hochpathogener Stämme der Vogelgrippe. Die Forscher glauben, dass NRP1 ein Cofaktor ist, der beim Eindringen der Viren in die Zellen beteiligt ist und die Fähigkeit des Virus verstärkt, Zellen zu infizieren, die eine geringe Angiotensin-konvertierende Enzym 2(ACE2)-Rezeptorexpression aufweisen. NRP1 ist in den respiratorischen und olfaktorischen Epithelien lokalisiert. Ein Grund, warum SARS-CoV-2 im Gegensatz zu SARS-CoV eine hohe Übertragungsrate besitzt, ist, dass das Virus, welches COVID-19 verursacht, sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege infiziert. Demzufolge ist SARS-CoV-2 in der Nasenschleimhaut vorhanden und wird leichter durch Husten, Niesen und Atmen verbreitet. Das Forschungsteam konnte aufzeigen, dass sich dieses zusätzliche Teil des viralen Spike-Proteins auf dem SARS-CoV-2-Virus an den NRP1-Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet und diese Bindung das Eindringen des Virus in Zellen über den ACE2-Rezeptor signifikant potenziert. Die Autoren erklärten, dass, während der Fokus bis dato vollständig auf der Rolle der ACE2-Rezeptoren beim Eindringen von SARS-CoV-2 in die Zellen gelegen hat, diese neue Erkenntnis offenbart, wie sich das Virus den NRP1-Rezeptor zunutze machen kann, um Zugang in die Zellen zu erlangen. Dies könnte erklären, warum das Muster der Expression der ACE2-Rezeptoren nicht mit dem Gewebetropismus von SARS-CoV-2 übereinstimmt. Diese am 20. Oktober 2020 in Science veröffentlichte Entdeckung wurde von einem deutsch-finnischen Forschungsteam gemacht und bietet maßgeblich eine zuvor nicht anerkannte Vorgehensweise für antivirale Therapien.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/10/19/science.abd2985

                                                

  21. Oktober 2020

  Neurologische Manifestationen treten bei stationären Patienten mit COVID-19 häufig auf

Eine retrospektive Studie an 509 konsekutiven Patienten mit COVID-19, die vom 5. März bis 6. April in zehn Krankenhäusern des Northwestern Medicine Healthcare Systems im Raum Chicago hospitalisiert waren, untersuchte das Vorhandensein neurologischer Symptome bei der Aufnahme und während des Krankenhausaufenthalts. In dieser Studie, die in den Annals of Clinical und Translational Neurology veröffentlicht wurde, umfassten die neurologischen Manifestationen Myalgien (44,8 %), Kopfschmerzen (37,7 %), Enzephalopathie (31,8 %), Schwindel (29,7 %), Dysgeusie (15,9 %) und Anosmie (11,4 %). Schlaganfälle, Bewegungsstörungen, motorische und sensorische Defizite, Ataxie und Krampfanfälle waren selten (jeweils 0,2 bis 1,4 % der Patienten). Enzephalopathie war mit der dreifachen Dauer des Krankenhausaufenthalts und schlechteren klinischen Ergebnissen nach dem Verlassen des Krankenhauses assoziiert. Bei der Untersuchung des Bereichs neurologischer Symptome, einschließlich Kopfschmerzen, Myalgien, Enzephalopathie, Schwindel, Dysgeusie und Anosmie, wurden 82 % der Patienten mit einer Form von neurologischen Symptomen vorstellig oder manifestierten diese. Die Studie zeigte auf, dass neurologische Manifestationen bei den meisten Patienten auftreten, die stationär mit COVID-19 aufgenommen wurden, und Enzephalopathie unabhängig mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert war.

Link: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/acn3.51210

                                        

  20. Oktober 2020

  Die Wahrscheinlichkeit, dass schwangere Frauen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, das Virus auf ihre Neugeborenen übertragen, ist gering

Eine Studie, die am 12. Oktober 2020 online in JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Trennung von für COVD-19 positiven Müttern von ihren Neugeborenen möglicherweise nicht gerechtfertigt ist und das unmittelbare Stillen sicher zu sein scheint. Eine retrospektive Kohortenanalyse der ersten 101 Neugeborenen, die zwischen dem 13. März und dem 24. April 2020 von 100 Müttern mit perinatalen SARS-CoV-2-Infektionen in zwei großen Krankenhäusern geboren wurden, die dem Columbia University Irving Medical Center angegliedert sind, ergab eine Gesamtinzidenz der Übertragung von 2,0 % (95 %-KI: 0,2 %-7,0 % – 2 Neugeborene) und keine Hinweise auf eine klinische Infektion in der Kohorte der Säuglinge. Überdies wurden 55 Säuglinge in den ersten zwei Lebenswochen in einer neuen COVID-19 Newborn Follow-up Clinic nachbeobachtet, von denen alle gesund blieben. Dem Wissen des Autors nach war dies die bislang größte Serie von Neugeborenen von Müttern, die eine positive oder vermutete SARS-CoV-2-Infektion hatten. Insgesamt gab es keine klinische Evidenz für eine neonatale COVID-19-Infektion. Die Studie unterstützt die Beibehaltung evidenzbasierter Praktiken bei der Neugeborenenpflege wie Rooming-in, Einleitung des Stillens und verzögertes Baden und legt nahe, dass die Trennung von SARS-CoV-2-positiven Müttern von ihren Neugeborenen und die Vermeidung des unmittelbaren Stillens möglicherweise nicht gerechtfertigt sind.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/fullarticle/2771636

                                              

  19. Oktober 2020

  Studie der Weltgesundheitsorganisation befindet, dass Remdesivir und andere zu einem neuen Zweck genutzte Medikamente bei COVID-19 unwirksam sind 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich eine groß angelegte randomisierte, aber nichtverblindete oder placebokontrollierte Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit von vier umfunktionierten antiviralen Medikamenten bei der Behandlung von COVID-19 zu evaluieren. Zu den antiviralen Medikamenten gehörten Remdesivir, Hydroxychloroquin, Lopinavir (Fixkombination mit Ritonavir) und Interferon. Die Studie umfasste 11.266 erwachsene Patienten mit COVID-19, die in 405 Krankenhäusern in 30 Ländern aufgenommen wurden. Die Patienten wurden randomisiert in verschiedene Arzneimittelgruppen aufgeteilt und erhielten Studienmedikamente, welche auch immer lokal verfügbar waren, oder offene Überwachung. In dieser Studie erhielten 2.750 Patienten Remdesivir, 954 erhielten Hydroxychloroquin, 1.411 erhielten Lopinavir, 651 erhielten Interferon und Lopinavir, 1.412 erhielten nur Interferon und 4.088, die Kontrollgruppe, erhielten kein Studienmedikament. Die Studie ergab, dass keines dieser Medikamente die Initiierung der Beatmung, die Mortalität oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierte. Die Nicht-Peer-Review-Daten wurden von den SOLIDARITY-Prüfärzten dem medRxiv-Preprint-Server übermittelt.

Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.10.15.20209817v1

                                              

  15. Oktober 2020

  Überschüssige Todesfälle und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie 

Ein Leitartikel in der Ausgabe vom 12. Oktober 2020 des Journal of the American Medical Association resümierte und kommentierte mehrere Berichte, die in jener Ausgabe der Zeitschrift veröffentlicht wurden, hinsichtlich der Mortalität, der wirtschaftlichen und der emotionalen Kosten der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten. Vom 1. März bis 1. August 2020 ereigneten sich insgesamt 1.336.561 Todesfälle in den Vereinigten Staaten, eine Zunahme um 20 % gegenüber den erwarteten, was 225.530 überschüssige Todesfälle ausmacht, von denen 67 % direkt auf COVID-19 zurückführbar waren. Die anderen überschüssigen Todesfälle sind mit Recht anderen Faktoren im Zusammenhang mit der Pandemie zuzuschreiben. Eine Projektion dieses fünfmonatigen Zeitraums auf den Rest des Jahres 2020 legt nahe, dass sich in diesem Jahr mehr als 400.000 überschüssige Todesfälle ereignet haben werden, was der Anzahl der US-amerikanischen Todesfälle im Zweiten Weltkrieg nahekommt. Ein anderer Artikel lenkt die Aufmerksamkeit auf weitere Folgen der Pandemie und deutet darauf hin, dass für jeden Todesfall voraussichtlich neun Familienmitglieder von einer lang anhaltenden Trauer oder Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind. Und ein weiterer Artikel schätzt die finanziellen Kosten der Pandemie ein.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2771758

                                            

  13. Oktober 2020

  SARS-CoV-2 löst die Bremsen des Immunsystems des Körpers, was durch die Komplementkaskade des alternativen Signalwegs zu Schädigungen am gesunden Gewebe führt

Das SARS-CoV-2-Virus besitzt die Fähigkeit, das Immunsystem gegen gesunde Zellen zu kehren. Forscher an der John Hopkins University School of Medicine haben einen Mechanismus identifiziert, der dem Virus eine kaskadierende Reihe von biologischen Reaktionen namens alternatives Signalweg-Komplement (alternative pathway complement, APC) ermöglicht, um gesunde Organe anzugreifen und zu schädigen. Die Rolle der Komplementaktivierung und ihr Beitrag zum Schweregrad der Erkrankung wird bei COVID-19 zunehmend anerkannt, aber der Mechanismus der Komplementaktivierung war nicht bekannt. Aus früheren Studien wurde ermittelt, dass sich das Virus an Heparansulfat, ein komplexes Kohlenhydrat auf der Zelloberfläche, bindet, um sich dann an den ACE2-Rezeptor zu binden, wodurch es in die Zelle eindringen kann. Neben der Virus-Interaktion ist Heparansulfat auf Zelloberflächen außerdem wichtig für den Bindungsfaktor H, ein negativer Regulator von APC. Wenn sich das SARS-CoV-2-Virus an das Heparansulfat auf der Zelloberfläche bindet, blockiert das Virus den Faktor H von der Bindung und Regulierung des Komplementsystems des alternativen Signalwegs. Dieser Verlust der inhibitorischen Regulation gibt das APC frei, was zu einer Schädigung des Immunsystems in gesunden Geweben und Organen führt. Das Forschungsteam stellte fest, dass es durch die Blockierung eines anderen Proteins, das als Faktor D bekannt ist und gegen den Strom in den Signalwegen von Faktor H wirkt, in der Lage war, die destruktive Kette von durch SARS-CoV-2 ausgelösten Ereignissen zu unterbrechen. Das Ergebnis, dass SARS-CoV-2-Spike-Proteine das APC aktivieren, hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Verständnis des Multiorganversagens, der Koagulopathie und der für COVID-19 charakteristischen Endothelverletzung. Die Ergebnisse haben therapeutische Implikationen für COVID-19 und erhöhen die Chancen für eine gezielte Therapie unter Verwendung von Komplementinhibitoren, die sich gegen den Strom von Faktor H binden, was beim Anhalten der Aktivierung der Komplementkaskade durch SARS-CoV-2 effektiv sein könnte.

Link: https://ashpublications.org/blood/article/doi/10.1182/blood.2020008248/463611/Direct-activation-of-the-alternative-complement

                                           

  9. Oktober 2020

  COVID-19-Antikörper von genesenden Plasmaspendern schwinden nach 3 bis 4 Monaten dahin

Eine longitudinale Studie in Quebec, Kanada, die von Healio News berichtet und am 1. Oktober 2020 als Brief in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht wurde, vermeldete 15 genesende Plasmaspender, die ihr Plasma mehrmals gespendet hatten. Ihre erste Spende erfolgte 33 bis 77 Tage nach Einsetzen der Symptome und ihre letzte Spende 66 bis 114 Tage danach.  Antikörper der Anti-Rezeptor-bindenden Domäne (RBD) waren bei der ersten Spende für alle Spender vorhanden, und die Konzentration nahm zwischen der ersten und letzten Spende für alle Spender ab. Die Forscher teilten den Zeitplan der Spenden in vier Quartilbereiche auf (33-53, 54-69, 70-84 und 85-114 Tage). Die Antikörper-Konzentrationen blieben zwischen dem ersten, zweiten und dritten Quartil stabil, mit einer geringen, aber nicht statistisch signifikanten Abnahme. Im Gegensatz dazu gab es zwischen dem dritten und vierten Quartil eine deutliche Abnahme (36,8 %; p = 0,0052) der Antikörper-Konzentrationen. Dieses Ergebnis setzt Personen, die von COVID-19 genesen und Blutplasma spenden möchten, davon in Kenntnis, dass sie nicht zu lange warten sollten, sobald sie qualifiziert sind, und informiert Kliniker darüber, dass sie gespendetes Plasma auf das Vorhandensein von Antikörpern überprüfen sollten, bevor sie es Patienten verabreichen.

Links: https://www.healio.com/news/hematology-oncology/20201001/covid19-antibodies-in-convalescent-plasma-donations-wane-by-3-to-4-months?ecp%20=%207e47bd7b-fe8e-4fe6-aa89-4526a98357d5&M_BT=3679670404669

     https://ashpublications.org/blood/article/doi/10.1182/blood.2020008367/463996/Waning-of-SARS-CoV-2-RBD-antibodies-in

                                          

  8. Oktober 2020

  Studie ergibt, dass Hochrisiko-Kontakt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von COVID-19 in Indien spielt

In einer der bislang umfangreichsten Studien zur Übertragung von COVID-19 erreichten die Bemühungen zum Kontakt-Tracing 3.084.885 Personen, die 84.965 positiv getesteten Coronavirus-Patienten in zwei Staaten in Indien ausgesetzt waren. Die Forscher überprüften 575.071 Kontaktpersonen von denen individuelle epidemiologische Daten sowie Laborbefunde verfügbar waren. Die Studie wurde am 30. September 2020 in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Forscher vom Princeton Environmental Institute, von der John Hopkins University und der University California Berkeley arbeiteten mit Fachkräften der öffentlichen Gesundheit in den südostindischen Staaten Tamil Nadu und Andra Pradesh zusammen. Die Daten zeigten, dass infizierte Patienten im Durchschnitt mit rund 7 Personen in Kontakt kamen. und dass 71 % der positiven Patienten keine Kontakte infizierten. Für Hochrisiko-Kontakte (die engen sozialen Kontakt oder direkten körperlichen Kontakt mit Indexfällen ohne Schutzmaßnahmen hatten) betrug die Übertragungsrate (von einem Indexfall zu einem exponierten Kontakt) rund 10,7 %. Für Niedrigrisiko-Kontakte (Nähe zu Indexfällen, erfüllten jedoch nicht diese Kriterien für eine Hochrisiko-Exposition) betrug die Übertragungsrate rund 4,7 %. In der Studie waren Kinder und junge Erwachsene die wichtigsten Demografien bezüglich der Ausbreitung des Virus, und am häufigsten übertrugen sie das Virus auf jemanden in ihrem Alter. Diese Demografien sind möglicherweise wichtiger bei der Übertragung des Virus, als in früheren Studien ermittelt wurde. Die Studie hebt die Rolle der Übertragung durch Hochrisiko-Kontakt hervor.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/29/science.abd7672

 

  2. Oktober 2020

  Immunologische Anomalien erklären möglicherweise, warum einige ansonsten gesunde Patienten eine schwere COVID-19-Erkrankung entwickeln

Zwei Studien, die kürzlich in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurden, werfen etwas Licht darauf, warum Personen möglicherweise eine schwere COVD-19-Erkrankung entwickeln. Die Forscher stellten fest, dass einige Patienten Antikörper gegen Interferon-Proteine haben und dass andere angeborene Störungen oder genetische Mutationen aufweisen, welche die Interferon-Produktion und -Funktion behindern. Bei der Suche nach Interferon-Antikörpern bei Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie stellten sie fest, dass von den 987 Patienten, die sie mit schwerer COVID-19-Erkrankung untersuchten, 101 Patienten neutralisierende Auto-Antikörper gegen Typ-1-Interferone aufwiesen. Im Vergleich dazu hatte von den 663 Personen, die eine asymptomatische oder leichte COVD-19-Erkrankung entwickelten, niemand die Anti-Interferon-Antikörper. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Patienten im Alter von über 65 Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit Interferon-Antikörper entwickelten. Interferone sind eine Reihe von 17 essenziellen Proteinen, die Zellen im Körper vor Viren schützen. Personen, denen Typ-I-Interferone fehlen, können keine effektive Immunantwort initiieren. Die Forscher haben zuvor gezeigt, dass eine signifikante Anzahl von Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung eine seltene genetische Variante in 13 Genen trugen, die für die Immunabwehr des Körpers gegen Grippe entscheidend sind, und in dieser Studie fanden sie ähnliche Mutationen bei (3,5 %) 23 von 659 Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie. Dieses Ergebnis kann ein besseres Verständnis dafür liefern, warum einige Personen eine schwere Erkrankung entwickeln und andere nicht. Den Patienten, die eine schwere COVID-19-Pneumonie entwickelten, fehlte ein funktionelles Gen vollständig, und sie produzierten keine nachweisbaren Typ-I-Interferone als Reaktion auf eine SARS-CoV-2 Infektion. Insgesamt könnten angeborene Störungen und immunologische Anomalien, die einen Mangel an Typ 1-Interferonen verursachen, eine Rolle bei bis zu 14 % der schwersten Fälle von COVID-19-Infektionen spielen. Diese beiden Publikationen heben die entscheidende Rolle der Typ-I-Interferone bei der schützenden Immunität gegen SARS-CoV-2 hervor.

Links: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/23/science.abd4585

         https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/28/science.abd4570

                                       

  28. September 2020

 Extrakorporale Membranoxygenierung bei COVID-19 Patienten

Eine am 25. September 2020 online in Lancet veröffentlichte Studie zur Anwendung der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) bei 1.035 Patienten mit akuter hypoxischer respiratorischer Insuffizienz aufgrund von COVID-19 stellte fest, dass die Todesrate weniger als 40 % betrug. Die Daten wurden aus einem internationalen Register in 230 Krankenhäusern in 36 Ländern erhoben. Mit COVID-19 diagnostizierte Patienten im Alter von 16 Jahren oder älter, die zwischen 16. Januar und 1. Mai 2020 Unterstützung durch eine ECMO erhielten, wurden in die Analyse aufgenommen. Die Studie arbeitete mit der 90-Tages-Mortalität im Krankenhaus als primäres Ergebnis der Analyse. Eine ECMO wird im letzten Schritt des Algorithmus zur Behandlung einer lebensbedrohlichen Ateminsuffizienz bei Patienten angewendet, die ein besonders hohes Sterberisiko aufweisen, nachdem durch Beatmungsgeräte und andere Versorgungsmaßnahmen keine Unterstützung der Lunge erzielt wurde. Diese Ergebnisse entsprechen zuvor berichteten Überlebensraten mit ECMO bei akuter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz und untermauern die aktuellen Empfehlungen, dass Zentren, die Erfahrung mit der ECMO besitzen, deren Anwendung bei refraktärer COVID-19-bedingter respiratorischer Insuffizienz in Betracht ziehen sollten.

Link: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32008-0/fulltext

                        

  23. September 2020

 Unterschiedliche Immunantworten auf SARS-CoV-2-Infektion bei stationären pädiatrischen und erwachsenen Patienten

Eine Studie, die am Albert Einstein College of Medicine Children's Hospital Montefiore und der Yale University durchgeführt wurde, verglich die Immunantworten von Erwachsenen und jüngeren Patienten bei COVID-19. Das Ziel war, zu untersuchen, warum Kinder normalerweise eine mildere Erkrankung durchlaufen als Erwachsene. In der Studie wurden Zytokine sowie humorale und zelluläre Immunreaktionen bei jungen (Alter < 24 Jahre, n = 65) und erwachsenen (n = 60) Patienten mit COVID-19 verglichen. Wie erwartet stellte die Studie fest, dass es Kindern klinisch viel besser ging als Erwachsenen.

Die Daten zeigten auch, dass jüngere Patienten eine robustere angeborene Immunität aufwiesen als Erwachsene, die durch höhere Werte des Zytokins Interleukin-17 (IL-17) gekennzeichnet war, das mit dem angeborenen Immunsystem assoziiert ist. Andererseits zeigten Erwachsene eine robustere T-Zell-Reaktion auf das virale Spike-Protein, hatten höhere Titer neutralisierender Antikörper im Serum und wiesen im Vergleich zu jüngeren Patienten eine robustere Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose auf. Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Spiegel neutralisierender Antikörper bei erwachsenen COVID-19-Patienten, die starben oder mechanisch beatmet wurden, höher waren als bei jenen, die sich erholt hatten, und signifikant höher als die bei jüngeren Patienten nachgewiesenen Spiegel.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die robustere angeborene Immunreaktion bei jungen Menschen, diese vor der Entwicklung einer schweren Erkrankung und oft tödlicher Ergebnisse schützt, und, als Folgerung daraus, dass eine Verstärkung der T-Zell- und Antikörperantwort wahrscheinlich nicht hilfreich ist, insbesondere spät im Verlauf der Erkrankung.

Link: https://stm.sciencemag.org/content/early/2020/09/21/scitranslmed.abd5487

                           

  22. September 2020

  Forscher an der University of Connecticut berichten über CRISPR-basierte Point-of-Care-Tests auf COVID-19

Die aktuellen PCR/RT-PCR-basierten Methoden werden als die exakteste Methode zur Diagnose einer Infektion mit SARS-CoV-2 angesehen, sind jedoch kompliziert und führen nicht zu diagnostischen Point-of-Care-Anwendungen. Forscher am University of Connecticut Health Center haben einen CRISPR-basierten Nukleinsäure-Erkennungstest entwickelt, um virale RNA zu erkennen, die vom SARS-CoV-2-Virus extrahiert wurde. Der neue CRISPR-basierte Test ermöglicht im Unterschied zu PCR-basierten Methoden, dass alle Komponenten in einem Gefäß inkubiert werden, wodurch die Notwendigkeit für separate und komplexe manuelle Verfahren eliminiert wird. Außerdem sind die Ergebnisse des AIOD-CRISPR-Assays durch eine Fluoreszenz der Probe indiziert, die direkt mit bloßem Auge erkannt werden kann, obwohl eine Instrumentierung wie in einem mikrofluidischen Diagnose-Chip letztendlich eine Automatisierung und eventuell semiquantitative Ergebnisse ermöglichen kann.

Der CRISPR-basierte Assay wurde an 28 klinischen COVID-19-Abstrichproben getestet, die acht COVID-19-positive Proben enthielten. Jede Probe wurde mit dem neuen Assay und der standardmäßigen RT-PCR-Methodik beurteilt. Alle acht der COVID-19-positiven Proben wurden innerhalb von 40 Minuten als positiv identifiziert. Der neue Assay reagierte nicht mit SARS-CoV- oder MERS-CoV-Proben. Dieser Machbarkeitsnachweis wird natürlich eine signifikante Entwicklung erfordern, bevor er klinisch oder kommerziell anwendbar ist. 

Link: https://www.nature.com/articles/s41467-020-18575-6

                       

  18. September 2020

  Zelluläres Heparansulfat ermöglicht SARS-CoV-2 den Zelleintritt

Ein Forschungsteam hat entdeckt, dass zelluläres Heparansulfat als Co-Rezeptor für SARS-CoV-2 fungiert, um das Angiotensin-konvertierende Enzym (ACE) zu binden und dem Virus  zu ermöglichen, in die Zelle einzudringen. Zelluläres Heparansulfat befindet sich auf Zelloberflächen, und dieses Wissen führt zu einem potenziellen neuen Ansatz zur Prävention und Behandlung von COVD-19. Die Studie, die am 14. September 2020 in Cell veröffentlicht wurde, beschreibt, wie der SARS-CoV-2-Eintritt in Zellen erleichtert wird, wenn sich zelluläres Heparan sulfat an das Spike-Protein des Coronavirus bindet und zu dessen Konformationsänderung führt, unter Verstärkung der Bindung des Virus an ACE2 und nachfolgender Bindung an humane Zellen. Sie stellten fest, dass sich das Virus sowohl an Heparansulfat auf der Zelloberfläche als auch an das ACE2-Protein binden muss, um in die menschlichen Lungenzellen zu gelangen. Weitere Arbeiten der Forscher ergaben, dass die Verwendung von Enzymen, die Heparansulfat aus Zelloberflächen entfernen, SARS-CoV-2 daran hinderte, Eintritt zu erlangen. Gleichermaßen blockiert die Behandlung mit Heparin und nicht-gerinnungshemmenden Derivaten auch die Infektion durch kompetitive Bindung des Coronavirus weg von humanen Zellen.

Link: https://www.cell.com/action/showPdf?pii=S0092-8674%2820%2931230-7

                           

  17. September 2020

  Neuer synthetischer Nanobody neutralisiert SARS-CoV-2 und kann zur Verabreichung durch Inhalation aerosolisiert werden

Inspiriert durch winzige Antikörper-ähnliche Mediatoren namens Nanobodies, die in Kamelen, Alpakas und Lamas gefunden werden, entwickelten Forscher an der University of California San Francisco ein Molekül, welches das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Coronavirus fest bindet. Es handelt sich um funktionelle Antikörper ohne Leichtketten, von denen die einzelne N-terminale Domäne komplett in der Lage ist, Antigene zu binden. Diese Antikörperfragmente mit einer einzigen Domäne (VHHs oder Nanobodies®) haben mehrere Vorteile für biotechnologische Anwendungen. Diese „Nanobodies“ sind weniger strukturell komplex und kleiner als Antikörper, die beim Menschen gefunden wurden. Diese Eigenschaften machen den Nanobody sehr stabil und leicht im Labor zu modifizieren. Beim Screening ihrer großen Bibliothek von Nanobodies identifizierten die Forscher diejenigen mit Bindung an das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Experimente, die an den drei potentesten Nanobodies durchgeführt wurden, zeigten, dass sie bei der Prävention des SARS-CoV-2-Virus, humane Zellen zu infizieren, wirksam waren. Die Wirksamkeit wurde selbst bei sehr niedrigen Dosen festgestellt. Die Forscher waren in der Lage, die Wirkstärke eines ausgewählten Nanobodys zu verbessern, indem sie all seine Aminosäuren, die für die Bindung des Spike-Proteins verantwortlich waren, sequenziell mutierten. Die Integration von zwei dieser Mutationen verbesserte die Affinität, das Spike-Protein zu binden, um das 500-Fache. Die Wissenschaftler verknüpften dann drei dieser Antikörper miteinander, um eine Molekülkette zu bilden. Sie beobachteten, dass dieses Triplett 200.000-mal mehr Bindungsaffinität an das Spike-Protein aufwies als ein einziger Antikörper allein. Die Forscher konnten ein Trockenpulver des Triplett-Nanobodys herstellen und demonstrierten die Retention seiner antiviralen Wirkstärke. Diese Antikörper haben signifikante Vorteile hinsichtlich der Produktion und Lieferfähigkeit. Sie können preiswert und maßstabsgerecht in Bakterien oder Hefe produziert werden, sind sehr stabil und können als Pulver zur Aerosolabgabe gefertigt werden. Das Ziel besteht darin, eine aerosolierte Zubereitung als therapeutischen oder prophylaktischen Wirkstoff bei der Behandlung von COVID-19 zu verwenden. Nur ein Bruchteil der systemisch zirkulierenden Antikörper kreuzen Epithelzellen, welche die Atemwege auskleiden; aerosolierte Nanobodies können jedoch durch selbst verabreichte Inhalation direkt an das Nasen- und Lungenepithel abgegeben werden.

 

Link: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.08.08.238469v2

                        

  16. September 2020

  Beurteilung des Risikos für den Besuch einer Veranstaltung während der Pandemie

Inmitten der Pandemie wäre die Kenntnis des Risikos, während der Teilnahme an einer Veranstaltung einem COVID-19-positiven Patienten zu begegnen, eine wichtige Informationshilfe bei der Entscheidung, ob man diese Veranstaltung besucht. Da sich viele Teile des Landes zu öffnen beginnen, ist das Vermögen, die mit der Wiederaufnahme unwesentlicher Aktivitäten verbundenen Risiken einzuschätzen, äußerst wichtig. Es gibt ein Tool, das von Georgia Tech entwickelte COVID-19 Event Risk Assessment Planning Tool, das Daten über die Anzahl der Fälle von The New York Times und dem Dashboard bei Covidtracking.com integriert und täglich aktualisiert wird. Diese interaktive Karte zeigt Ihnen bis auf Landesebene, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie auf einer Veranstaltung einer bestimmten Größe jemandem mit COVID-19 über den Weg laufen. Das Tool stellt das Risikoniveau in Prozenten dar, ob mindestens eine Person mit COVID-19 auf einem Event in einem vorgegebenen Bezirk anwesend ist, basierend auf der Größe der Versammlung. Der Rechner geht davon aus, dass jede Person, die an einer Veranstaltung teilnimmt, genauso wahrscheinlich infiziert werden kann wie jede andere in einer bestimmten Region. Der Rechner kann für Verzerrungen bei der Ermittlung angepasst werden. Dabei wird ein Mehrfaches davon einkalkuliert, wie viel mehr Fälle es gibt, als gemeldet werden. Basierend auf diesen Annahmen können die Ergebnisse der Berechnung als Annäherungswert betrachtet werden. Wenn Sie beispielsweise an einer Hochzeit mit 100 anwesenden Personen im Bezirk Los Angeles teilnehmen wollten, besteht unter Anwendung einer Verzerrung der Ermittlung von 10 eine Chance von 74 %, dass mindestens eine Person mit COVID-19 infiziert wäre. Das Risiko läge bei 61 % in Philadelphia, aber bei weniger als 1 % in Wetzel County West Virginia.

 

Link: https://covid19risk.biosci.gatech.edu/

                     

  15. September 2020

  Studie bestreitet, dass ein Zytokinsturm für schwerwiegende Folgen bei COVID-19 verantwortlich ist

Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Schweregrad der Erkrankung bei Patienten mit COVID-19 möglicherweise nicht auf einen Zytokinsturm zurückzuführen ist. In einer Studie, die in JAMA veröffentlicht wurde, ermittelten Forscher vom Radboud Universitätsklinikum in den Niederlanden die Konzentrationen von drei proinflammatorischen Zytokinen (Tumornekrosefaktor [TNF], Interleukin 6 [IL-6] und Interleukin 8 [IL-8]) im Blut von Patienten, die mit COVID-19 mit akutem respiratorischen Distresssyndrom (ARDS), mit bakteriellem septischen Schock (mit oder ohne ARDS) und nach Asystolie oder schwerem Trauma in die Intensivpflegestation aufgenommen worden waren. Patienten wurden ausgeschlossen, wenn sie immunologische Insuffizienzen wie die Anwendung von Immunsuppressiva oder Krebsleiden aufwiesen. Sie stellten fest, dass die Konzentrationen aller drei Zytokine bei COVID-19-Patienten signifikant niedriger waren als bei Patienten mit bakteriellem septischen Schock mit ARDS. Die Zytokin-Konzentrationen bei COVID-19-Patienten waren mit denen von IPS-Patienten mit Trauma oder Asystolie vergleichbar. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten auf, dass COVID-19 nicht durch einen Zytokinsturm gekennzeichnet ist, wodurch frühere Berichte und Mutmaßungen infrage gestellt werden, dass ein Zytokinsturm eine wichtige Rolle bei den schwerwiegenderen Folgen für COVID-19-Patienten spielt. Ob Antizytokintherapien einen Nutzen für Patienten mit COVID-19 erbringen, muss noch geprüft werden.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2770484?guestAccessKey=ca659b2f-6a60-4204-8ef6-f89f746f0693&utm_source=twitter&utm_medium=social_jama&utm_term=3649792285&utm_campaign=article_alert&linkId=98774464

                      

  10. September 2020

  COVID-19 kann akute Cholezystitis imitieren

SARS-CoV-2 beeinträchtigt bekanntermaßen multiple Organsysteme und kann sich anfänglich mit klinischen Manifestationen präsentieren, die nicht das respiratorische System umfassen. Kliniker müssen sich des Potenzials von COVID-19 bewusst sein, andere Krankheitseinheiten zu imitieren, und dürfen nicht die Möglichkeit einer COVID-19-Infektion übersehen, wenn sie Patienten mit nicht-respiratorischen Symptomen evaluieren, die andere Organsysteme umfassen. Ein Brief an den Herausgeber im Journal of Hepatologie vom 2. September 2020 berichtete eine Fallserie von zwei Patienten mit COVD-19, die mit akuter akalkulärer Cholezystitis vorstellig wurden. Der erste Fall war eine 84 Jahre alte Patientin, die in der Notaufnahme mit Anzeichen und Symptomen einer Harnwegsinfektion und Fieber seit 24 Stunden vorstellig wurde. Die Patientin wurde wegen Sepsis aufgrund einer Pyelonephritis behandelt. Am dritten Tag entwickelte die Patientin Schmerzen im rechten oberen Quadranten, und nachfolgend wurden bei ihr eine Verdickung der Gallenblasenwand und perivesikuläre Flüssigkeit festgestellt. Der CT-Scan von Thorax und Abdomen schloss eine Gallenblasenperforation aus und zeigte ein unauffälliges Lungenparenchym. Metronidazol wurde der Behandlung der Patientin hinzugefügt, und die Patientin wurde einer laparoskopischen Cholezystektomie unterzogen. Nach der Extubation entwickelte die Patientin Atemwegsbeschwerden und ein akutes respiratorisches Distresssyndrom. Nasopharyngeale Abstriche bestätigten das Vorhandensein von SARS-CoV-2-RNA. Die Patientin verstarb am fünften Tag nach der Operation an Multiorganversagen. Die histologische Analyse der Gallenblase zeigte keinerlei Entzündung, aber das Gewebe von der Gallenblasenwand war positiv für das Vorhandensein von SARS-CoV-2-RNA in allen drei beprobten Bereichen. Der zweite Fall war ein 83 Jahre alter Mann, der eine Dialyse bei Niereninsuffizienz im Endstadium erhielt. Der Patient wurde mit Fieber ins Krankenhaus aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Vorstellung wurden keine abdominalen oder respiratorischen Symptome identifiziert, und die Röntgenaufnahme des Thorax war unauffällig. Am fünften Tag entwickelte der Patient Schmerzen im rechten oberen Quadranten und ein positives Murphy-Zeichen. Eine abdominale Ultraschalluntersuchung offenbarte eine Verdickung der Gallenblasenwand, das Vorhandensein von perivaskulärer Flüssigkeit und das Nichtvorhandensein von Gallensteinen. Der Patient wurde konservativ mit Ceftriaxon und Metronidazol behandelt und erholte sich langsam. Am sechsten Tag entwickelte der Patient respiratorische Symptome, und eine COVD-19-Infektion wurde bestätigt. Diese Fälle zeigen auf, dass die SARS-CoV-2-Infektion eine akute akalkuläre Cholezystitis imitieren kann.

Link zur Studie: https://www.journal-of-hepatology.eu/article/S0168-8278(20)30550-X/fulltext

                      

  8. September 2020

  Systemische Kortikosteroide und Mortalität bei schwerkranken Patienten mit COVID-19 

Für Kortikosteroide wurde eindeutig gezeigt, dass sie die Mortalität bei schwerkranken Patienten mit COVID-19 reduzieren. Dies sind die Ergebnisse einer Metaanalyse von sieben prospektiven, randomisierten Studien mit 1.703 Patienten, die am 2. September 2020 von JAMA publiziert wurden. Die Metaanalyse basierte auf einer relativ großen Anzahl von schwerkranken Patienten mit COVID-19 aus geografisch unterschiedlichen Orten. Von den 1.703 Patienten in der Studie verstarben 647 bis Tag 28 nach der Randomisierung. Die Mortalitätsrate unter den Patienten, die eine Regelversorgung erhielten, betrug 40 %. Diese sank bei denjenigen auf 32 % ab, die mit Kortikosteroiden behandelt wurden. Dies stellte einen statistisch hochsignifikanten Unterschied dar (p < 0,001). Dieses Ergebnis galt ebenfalls für Patienten, die eine mechanische Beatmung benötigten, sowie für diejenigen, die zusätzlichen Sauerstoff, jedoch kein Beatmungsgerät benötigten. Die Metaanalyse zeigte auch geringe Unterschiede in den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen bei Patienten, die Kortikosteroide erhielten, im Vergleich zu jenen, die keine erhielten. Basierend auf dem klaren Nutzen, den die Kortikosteroide für kritisch kranke Patienten zeigten, veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation aktualisierte Leitlinien, die die Anwendung systemischer Kortikosteroide zur Behandlung von Patienten mit schwerer und kritischer COVID-19 empfehlen.

Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2770279

Link zur WHO: https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/who-updates-clinical-care-guidance-with-corticosteroid-recommendations

                    

  4. September 2020

  Neu entdeckter Zellsignalweg schützt Zellen vor Infektionen durch das Ebolavirus und SARS-CoV-2 

Wissenschaftler, die die Mechanismen untersuchen, durch die sich Zellen selbst gegen Virusinfektionen schützen, entdeckten einen neuartigen Signalweg, der zu neuen Therapien gegen eine Vielzahl von Viren führen könnte. Die Ergebnisse wurden am 27. August 2020 in der Zeitschrift Science veröffentlicht. Die Forscher wendeten eine innovative Screening-Technik an, das Transposon-vermittelte Genaktivierungs-Screening, um nach Genen zu suchen, die die Infektion menschlicher Zellen mit dem Ebolavirus verhindern können. Sie fanden heraus, dass die Gene MHC-Klasse II Transaktivator (CIITA) und CD74 eine antivirale Aktivität aufweisen und das Ebolavirus durch die Blockierung der Cathepsin-vermittelten Spaltung viraler Glykoproteine und somit das Verhindern der viralen Fusion hemmen können. Viele Viren, einschließlich Coronaviren und Filoviren (Ebola- und Marburg-Viren), nutzen Cathepsinproteasen, um mit deren Hilfe Zellen zu infizieren. Forscher haben gezeigt, dass diese Gene den endosomalen Eintrittsweg von Coronaviren blockieren können, SARS-CoV-2 mit eingeschlossen. Dieser neu entdeckte Zellschutzmechanismus kann gegen viele verschiedene Viren wirkungsvoll sein, einschließlich derjenigen, die möglicherweise in der Zukunft auftreten.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/08/26/science.abb3753

                       

  28. August 2020

  Der neue intranasale COVID-19-Impfstoff ruft eine starke, weitreichende Immunreaktion hervor und verhindert bei Mäusen eine Infektion

Die Washington University School of Medicine gab die Entwicklung eines neuen COVID-19-Impfstoffs bekannt. Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen, die derzeit für COVID-19 in der Entwicklung sind, wird dieser Impfstoff intranasal verabreicht. Mäuse, die diesen Impfstoff erhielten, entwickelten eine starke Immunantwort, insbesondere in der Nasenschleimhaut und den oberen Atemwegen. Der Hauptautor der Veröffentlichung, Michael S. Diamond, MD, Ph.D., sagte „diese Mäuse wurden gut vor der Erkrankung geschützt, und bei einigen der Mäuse konnten wir Evidenzen für eine sterilisierende Immunität beobachten, bei der keinerlei Infektionszeichen vorliegen, nachdem die Mäuse mit dem Virus konfrontiert wurden.“ Der Impfstoff verwendet als Vektor ein Adenovirus, das unschädlich gemacht wurde, und in das das Spike-Protein des Coronavirus eingesetzt wurde. Der neue Impfstoff wiest zudem zwei Mutationen im Spike-Protein auf. Durch diese Mutationen wird es in einer bestimmten Form stabilisiert, die die Bildung von Antikörpern gegen das Protein am stärksten fördert. Beim Vergleich der nasalen Verabreichung mit der intramuskulären Injektion beobachteten die Forscher, dass eine intranasale Verabreichung eine Infektion sowohl in den oberen als auch den unteren Atemwegen verhinderte. Obwohl eine intramuskuläre Injektion eine Immunantwort induzierte, die eine Pneumonie verhinderte, verhinderte sie die Infektion in der Nase oder in den Lungen nicht. Ein vielversprechendes Ergebnis war, dass eine einzelne intranasale Dosis eine so robuste Immunantwort bewirkte, dass eine zweite Dosis nicht erforderlich sein sollte. Die Forscher werden bald damit beginnen, den intranasalen Impfstoff in nicht-menschlichen Primaten zu untersuchen und planen, so schnell wie möglich zu klinischen Studien am Menschen voranzuschreiten. Diese Studie wurde am 19. August 2020 online in Cell veröffentlicht.

Link zur Pressemitteilung: https://medicine.wustl.edu/news/nasal-vaccine-against-covid-19-prevents-infection-in-mice/

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092867420310680
                                        

  20. August 2020

  Virologen identifizieren potenzielle COVID-19-Behandlungen

Wissenschaftler, die Inhibitoren für ein kritisches virales Enzym namens C3-like Protease entwickeln, haben Verbindungen konzipiert und untersucht, die dieses virale Enzym hemmen. Die C3-like Protease ist ein Enzym, das für die Replikation des Coronavirus essentiell und für dessen Überleben ausschlaggebend ist. Die Forscher untersuchten die Auswirkung der antiviralen Verbindungen auf SARS-CoV-2 in kultivierten menschlichen Atemwegszellen und testeten sie in einem Mausmodell für MERS. Die Ergebnisse erschienen am 3. August 2020 im Journal Science Translational Medicine. Die Forscher fanden unter den 22 getesteten Verbindungen zwei von Interesse. Kultivierte menschliche Atemwegs-Epithelzellen von drei mit SARS-CoV-2 infizierten Personen wurden mit zwei der antiviralen Wirkstoffe, 6e und 6j, behandelt. Die Ergebnisse zeigten eine geringere Viruslast als in den Zellen, die mit den Trägerstoffen behandelt wurden. Dies deutet darauf hin, dass die Replikationsfähigkeit der Viren durch die Verbindungen unterdrückt wurde. Sie untersuchten 6j zudem mithilfe eines Mausmodells für MERS, da ein entsprechendes Mausmodell für SARS-CoV-2 noch nicht entwickelt wurde. Bei den Tests in diesem Modell beobachteten die Forscher, dass die am ersten Tag nach der Infektion behandelten Mäuse alle überlebten, während alle in der unbehandelten Gruppe verstarben. Durch die andauernde COVID-19-Pandemie und mit nur wenigen therapeutischen Optionen, besteht ein dringender Bedarf an wirksamen Behandlungen. Diese Studie ist wichtig, da sie sowohl ein therapeutisches Ziel für eine Hemmung der viralen Replikation als auch eine Verbindung identifiziert, die gegen dieses Ziel eingesetzt werden kann. 

Link: https://stm.sciencemag.org/content/early/2020/08/03/scitranslmed.abc5332/tab-article-info

                    

  19. August 2020

  Die zeitliche Abfolge der Symptome kann dabei helfen, COVID-19 von anderen Atemwegserkrankungen zu unterscheiden

Forscher am USC Michelson Center for Convergent Bioscience analysierten Tausende von COVID-19-Fällen und fanden die wahrscheinlichste Reihenfolge des Auftretens von COVID-19-Symptomen heraus. Gemäß der in der medizinischen Fachzeitschrift Frontier Public Health veröffentlichten Studie ist die wahrscheinlichste Reihenfolge der Symptome wie folgt: Fieber, gefolgt von Husten, gefolgt von Muskelschmerzen, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen und dann Durchfall. Die Forscher analysierten Datensets von mehr als 55.000 COVID-19-Fällen in China, die bis Ende Februar von der Weltgesundheitsorganisation erfasst wurden, sowie Daten von beinahe 1.100 Fällen vom 11. Dezember bis 29. Januar, die von der China Medical Treatment Expert Group erfasst wurden. Durch den Vergleich der Entwicklung von Symptomen bei COVID-19-Patienten mit denen bei Influenza, SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) und MERS (Middle East Respiratory Syndrom) stellten die Forscher fest, dass die Reihenfolge in der sich die Symptome präsentieren bei der Differenzierung von COVID-19 helfen kann. COVID-19 kündigt sich wahrscheinlich als erstes mit Fieber und dann Husten an, im Gegensatz zu Influenza, bei der das erste Symptom am wahrscheinlichsten Husten ist, gefolgt von Fieber. Bei COVID-19 gehen Symptome des oberen Magen-Darm-Traktes, Übelkeit und Erbrechen, dem Symptom Durchfall am wahrscheinlichsten voraus. Dadurch unterscheidet es sich sowohl von SARS als auch von MERS, in denen das Symptom Durchfall den Symptomen Übelkeit und Erbrechen am wahrscheinlichsten vorausgeht. Die Analyse deutete auch darauf hin, dass falls Durchfall sich als ein Symptom von COVID-19 präsentiert, der Patient wahrscheinlich eine schwerere Erkrankung durchläuft. Diese Informationen können für medizinische Fachkräfte hilfreich sein, um COVID-19-Patienten von anderen zu unterscheiden. Patienten, die über die Abfolge der COVID-19-Symptome aufgeklärt sind, werden wahrscheinlich früher medizinische Versorgung aufsuchen als sonst, und können früher in Quarantäne gehen, um eine Verbreitung der Erkrankung zu vermeiden.

Link: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2020.00473/full#SM1

                   

  18. August 2020

  Der Zusammenhang zwischen einem Schlaganfall durch Verschluss eines großen Gefäßes und COVID-19 in New York City

Eine online in Stroke veröffentlichte retrospektive Beobachtungsstudie in New York City verglich die während des pandemischen Zeitraums 21. März bis 12. April 2020 im Mount Sinai Health System on Emergent Large Vessel Occlusive Stroke (ELVO) erfassten Daten mit historischen Daten aus dem vorhergehenden Jahr. Forscher sahen sich die 45 konsekutiven Patienten, die während eines 3-wöchigen Höhepunkts der COVID-19-Welle stationär behandelt wurden. Von diesen Patienten wurden 24 (53 %) positiv auf das Virus getestet. Dies war signifikant höher als die Infektionsrate von 19,9 % in der Allgemeinbevölkerung von New York City. Die Patienten mit COVID-19 waren jünger als jene, die nicht infiziert waren (Mittelwert: 59 vs. 74 Jahre; p = 0,004), eher männlich (75 % vs. 43 %; p = 0,032) und mit geringerer Wahrscheinlichkeit weiß (8 % vs. 38 %; p = 0,027). Zudem wurde bei 46 % der COVID-19-ELVO-Patienten die Abwesenheit kardiovaskulärer Risikofaktoren festgestellt, verglichen mit 24 % der ELVO-Patienten ohne COVID-19. Von der COVID-19-Kohorte wiesen bei der Vorstellung lediglich 50 % typische COVID-19-bedingte Symptome auf. Während des Krankenhausaufenthalts entwickelten jedoch 60 % der zuvor asymptomatischen Patienten typische COVID-19-Symptome, was zeigt, dass ein Schlaganfall bei einigen Patienten die erste Manifestation von COVID-19 sein kann. Im Vergleich zu den historischen Daten gab es während der Studienphase eine etwa 2-fache Zunahme der Anzahl an auftretenden ischämischen Schlaganfällen durch den Verschluss großer Gefäße. Die Autoren folgerten darauf, dass eine Assoziation zwischen einem ischämischen Schlaganfall und COVID-19 besteht und dass Kliniker COVID-19 bei der Abklärung eines akuten ischämischen Schlaganfalls in Betracht ziehen sollten, insbesondere bei Patienten ohne typische kardiovaskuläre Risikofaktoren.

Link: https://www.ahajournals.org/doi/pdf/10.1161/STROKEAHA.120.030397

                  

  12. August 2020

  Herz-Kreislauf-MRT zeigt kardiale Auswirkungen bei Patienten, die sich kürzlich von COVID-19 erholt haben

In einer Studie von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Frankfurt, die am 27. Juli 2020 in der Online-Ausgabe von JAMA Cardiology veröffentlicht wurde, sind die kardiovaskulären Auswirkungen von COVID-19 auf 100 Patienten mit dokumentierter Infektion untersucht worden.

In einer prospektiven Beobachtungskohortenstudie an 100 Patienten, die sich kürzlich von COVID-19 erholt hatten, zeigte sich bei 78 % eine kardiale Beteiligung, die durch kardiale Magnetresonanztomografie (CMR) und den Spiegel an hochsensitivem Troponin nachgewiesen wurde. Die Ergebnisse wurden mit denen einer ähnlichen Anzahl von nach Alter und Geschlecht angepassten Kontrollpersonen verglichen. Die Tests wurden bei Patienten, die klinisch genesen waren, im Mittel 71 Tage nach der ursprünglichen Diagnose durchgeführt. Von der Kohorte hatten sich 67 % zu Hause erholt, während 33 % ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. 60 % der COVID-19-Patienten wiesen Anzeichen einer Myokardentzündung auf, die sich unabhängig von Vorerkrankungen, Schweregrad und Gesamtverlauf der Erkrankung zeigten.  Zum Zeitpunkt der CMR war hochsensitives Troponin bei 71 % der kürzlich genesenen Patienten nachweisbar und bei 5 % signifikant erhöht. Die häufigste Auffälligkeit in der CMR war eine Myokardentzündung. Im Vergleich zu den Kontrollpersonen wiesen COVID-19-Patienten eine niedrigere linksventrikuläre Ejektionsfraktion und höhere linksventrikuläre Volumina auf.

Dies ist die erste Studie, in der eine signifikante kardiale Schädigung unabhängig von der Schwere und über den Zeitraum der akuten Erkrankung hinaus dokumentiert wird. Die langfristigen kardiovaskulären Folgen von COVID-19-Infektionen müssen weiter untersucht werden.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamacardiology/fullarticle/2768916

                  

  10. August 2020

  Anzahl neu identifizierter Krebsfälle während der Pandemie um 46,4 % zurückgegangen

Laut einem am 4. August 2020 im JAMA-Netzwerk veröffentlichten Forschungsbrief nahm die Analyse der Anzahl an neuen Krebsdiagnosen während des Zeitraums der Pandemie vom 1. März bis 18. April 2020 im Vergleich zu den historischen Daten zur Baseline um 46,4 % ab. Die Studie umfasste Patienten quer durch die USA, an denen von Quest Diagnostics Untersuchungen auf jegliche Ursachen durchgeführt wurden, bei denen der anordnende Arzt einen ICD-10-Code mit einer der sechs Arten häufiger Krebserkrankungen (Brust-, Kolorektal-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Ösophaguskrebs) verknüpfte. Die meisten Rückgänge der neuen Krebsdiagnosen ereigneten sich bei Brust- und Kolorektalkrebs, deren Diagnosen am häufigsten durch Screening gestellt werden. Die Resultate spiegeln die Ergebnisse aus anderen Ländern wider, in denen gleichfalls eine ebenso starke Abnahme der wöchentlichen Krebsinzidenz um 40 % und eine Abnahme der Überweisungen wegen Verdachts auf Krebs um 75 % festgestellt worden ist, seit die COVID-19-Auflagen in Kraft gesetzt wurden. Der Brief weist darauf hin, dass der Krebs keine Pause einlegt und die Verzögerung der Diagnose wahrscheinlich zu einer Vorstellung von Krebserkrankungen in fortgeschritteneren Stadien mit möglichen schlechteren klinischen Ergebnissen führen wird. Der Artikel verwies auf eine Studie, die eine potenzielle Zunahme von 33.890 exzessiven Todesfällen in den Vereinigten Staaten nahelegte, und fordert eine dringende Planung, um die Konsequenzen der verzögerten Diagnosen anzugehen.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2768946

       

  7. August 2020

  Die National Institutes of Health (NIH) starten eine neue klinische Studie zur Feststellung, ob monoklonale Antikörper den symptomatischen Zeitraum bei ambulant behandelten COVID-19-Patienten verkürzen können

Die NIH kündigten am 4. August 2020 eine klinische Studie (ACTIV-2) an, um festzustellen, ob monoklonale Antikörper den symptomatischen Zeitraum bei ambulant behandelten COVD-19-Patienten verkürzen können. Diese klinische Phase-II-Studie wird die Wirksamkeit und Sicherheit eines neuen Therapieansatzes untersuchen, der auf monoklonalen Antikörpern zur Behandlung der Erkrankung basiert. Freiwillige, die derzeit mit SARS-CoV-2 bei leichter bis moderater Erkrankung infiziert sind und keine Hospitalisierung benötigen, werden willkürlich dem Erhalt der experimentellen Therapie oder eines Placebos zugewiesen. Die zu prüfende Therapie ist eine intravenöse Infusion von LY-CoV555, ein zu untersuchender monoklonaler Antikörper, der von der Eli Lilly Company hergestellt wird. In die erste Phase der Studie werden rund 220 Freiwillige aufgenommen. Die Forscher werden bei jedem Teilnehmer die COVD-19-Symptome verfolgen und das Vorhandenseins von RNA von SARS-CoV-2 in der Nase und dem Speichel des Teilnehmers überprüfen. Das primäre Ziel  der Studie ist die Feststellung, ob die zu untersuchende Therapie die Symptomdauer bis zum Studientag 28 sicher reduzieren kann. Die Forscher möchten außerdem feststellen, ob der neue Therapieansatz  den Anteil an Teilnehmern mit in nasopharyngealen Abstrichen und im Speichel nicht nachweisbarem Virus zu bestimmten Zeitpunkten erhöhen kann.

Link: https://www.niaid.nih.gov/news-events/nih-clinical-trial-test-antibodies-and-other-experimental-therapeutics-mild-and

              

  4. August 2020

  Frühere Exposition gegenüber den Coronaviren, die eine gewöhnliche Erkältung verursachen, kann den Schweregrad der SARS-CoV-2-Symptome beeinflussen

Ein Online-Artikel vom 29. Juli 2020 im Science Magazine berichtete über eine Studie, die als Vordruck in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde und aufzeigte, dass gesunde Personen Immunzellen besaßen, die in der Lage waren, das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zu erkennen. Die Forscher legten nahe vor, dass diese Kreuzreaktivität auf eine frühere Exposition gegenüber „gewöhnlichen Erkältungs“-Coronaviren zurückzuführen ist und eine Rolle im Spektrum des Schweregrads der Symptome in der Pandemie spielen kann. Helfer-T-Zellen von gesunden Personen ohne bekannte Exposition gegenüber COVID-19 wurden Fragmenten des Spikes des SARS-CoV-2-Proteins ausgesetzt. Bei 35 % der gesunden Personen waren die Helfer-T-Zellen in der Lage, die Fragmente von SARS-CoV-2 zu erkennen. Der Artikel erörtert allgemeine Informationen über die Immunreaktion des Körpers, die Auswirkungen der Studienergebnisse, und zukünftige Pläne der Forscher zur weiteren Untersuchung, wie das Spektrum der immunologischen Faktoren mit Symptomen korreliert.

Link zum Science Magazinehttps://scienmag.com/could-prior-exposure-to-common-cold-viruses-affect-the-severity-of-sars-cov-2-symptoms/

Link zu Naturehttps://www.nature.com/articles/s41586-020-2598-9

          

  30. Juli 2020

  Rascher Zerfall von Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern

In einer Korrespondenz, veröffentlicht in The New England Journal of Medicine, berichteten Forscher von der David Geffen School of Medicine an der University of California über eine kleine Studie an 31 Teilnehmern, die von einer leichten COVID-19-Erkrankung genesen waren und deren Konzentrationen von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2-Virus quantifiziert wurden. Die Messungen zeigten einen raschen Zerfall von Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern. Die Autoren merkten an, dass eine kürzlich durchgeführte Studie auf einen raschen Zerfall dieser Antikörper hindeutete, doch die Rate wurde nicht im Einzelnen beschrieben. In der aktuellen Studie wurde die erste Konzentration von Antikörpern 37 Tage nach dem Einsetzen der Symptome erfasst (Bereich: 18 bis 65) und die letzte Messung wurde 86 Tage nach dem Einsetzen der Symptome erhalten (Bereich: 44 bis 119). Die mittlere Abnahme der Konzentration von Antikörpern deutete auf eine Halbwertszeit von etwa 36 Tagen über den Beobachtungszeitraum hin. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass der frühe Zerfall der Antikörper nach einer akuten viralen Exposition Bedenken aufkommen lässt, dass die humorale Immunität gegen SARS-CoV-2 bei Personen mit leichter Erkrankung möglicherweise nicht lange anhält. Sie äußerten Besorgnis hinsichtlich der antikörperbasierten Immunitätsausweise, der Herdenimmunität und eventuell der Dauerhaftigkeit von Impfstoffen angesichts ihrer Ergebnisse und dessen, was bereits über die allgemeinen menschlichen Coronaviren bekannt ist.

Link: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2025179

        

  29. Juli 2020

  FDA warnt Verbraucher und medizinische Fachkräfte, bestimmte Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis nicht zu verwenden

In einer Pressemitteilung vom 27. Juli 2020, wiederholte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ihre Warnung, bestimmte Handdesinfektionsmittel, die Methanol enthalten, nicht zu verwenden. Es gab eine zunehmende Anzahl unerwünschter Ereignisse, einschließlich Blindheit, kardialer Effekte, Auswirkungen auf das Zentralnervensystem sowie Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. In der Pressemitteilung wurde außerdem über die jüngsten Durchführungsbemühungen der FDA berichtet, um bestimmte Handdesinfektionsmittel nicht ins Land zu lassen. Die FDA betont, dass Verbraucher darauf achten müssen, welche Handdesinfektionsmittel sie verwenden, und ermahnt Konsumenten, die Anwendung sämtlicher Handdesinfektionsmittel auf der Liste der gefährlichen Handdesinfektionsmittel der FDA unverzüglich zu stoppen. Methanol, allgemein als Holzspiritus bekannt, ist eine gefährliche Substanz. Die Exposition kann zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen, dauerhafter Blindheit, Krampfanfällen, Koma, permanenter Schädigung des Nervensystems oder zum Tod führen. Bei Personen, die diese Produkte auf ihren Händen anwenden, besteht das Risiko einer Methanol-Vergiftung; Kleinkinder, die diese Produkte schlucken, oder Jugendliche und Erwachsene, die diese Produkte als Alkoholersatz trinken, sind jedoch am meisten gefährdet.

Link: https://www.fda.gov/drugs/drug-safety-and-availability/fda-updates-hand-sanitizers-methanol#products

         

  27. Juli 2020

  Altersassoziierte Entzündung und COVID-19

In einem zum Nachdenken anregenden Standpunkt, der im Journal Science veröffentlicht wurde, legen Professoren der Immunologie am University College of London nahe, dass die altersassoziierte Verstärkung einer Entzündung zur Baseline, die als Inflamm-Aging bezeichnet wird, an der überschießenden Entzündung beteiligt sein kann, die häufig für Todesfälle durch COVID-19-Infektionserkrankungen verantwortlich ist. Für ältere Menschen wird angenommen, dass Inflamm-Aging, zumindest teilweise, durch den Zerfall gealterter Zellen (Seneszenz) in den Geweben des Körpers, die Entzündungsmoleküle freisetzen, verursacht wird. Die Autoren stellen heraus, dass Studien gezeigt haben, dass eine übermäßige Entzündung aufgrund des Phänomens des Inflamm-Aging, in Kombination mit einem gealterten Immunsystem, die gesamte Immunabwehr hemmen kann. Laut den Autoren ist die Verringerung der Anzahl von seneszenten Zellen durch senolytische Wirkstoffe oder die Verringerung der Entzündung durch entzündungshemmende Wirkstoffe möglicherweise eine nutzenbringende Strategie zur Verbesserung der COVD-19- Ergebnisse bei älteren Patienten.

Link: https://science.sciencemag.org/content/369/6501/256/tab-pdf

        

  23. Juli 2020

  Argumentation für eine Aerosol-Übertragung von SARS-CoV-2

Kimberly Prather, Chair of Atmospheric Chemistry am Scripps Institute of Oceanography, University of California San Diego, und ihre Kollegen verfassten einen in Science  veröffentlichten Artikel, in dem sie dafür argumentieren, dass SARS-CoV-2 durch Aerosole übertragen werden kann, und in dem die Wissenschaft und die Argumentationslinie erklärt wird, weshalb eine Übertragung durch Aerosole auftreten kann und auch auftritt. Dr. Prather merkt an, dass in Anbetracht dessen, wie wenig über die Entstehung und das Verhalten von infektiösen Atemtröpfchen, die durch die Luft übertragenen werden, bekannt ist, sich die Definition eines sicheren Abstands für eine soziale Distanzierung schwierig gestaltet. Sie sagt, dass in der Annahme, dass sich die SARS-CoV-2-Virione in Submikron-Aerosolen befinden, wie es bei Influenzaviren der Fall ist, ausgeatmeter Zigarettenrauch, der ebenfalls Submikron-Partikel enthält und wahrscheinlich den gleichen Strömungs- und Verdünnungsmustern folgt, einen guten Vergleich darstellt. „Der Abstand von einem Raucher, in dem man den Geruch des Zigarettenrauchs wahrnehmen kann, gibt die Distanz in der Umgebung an, in der man infektiöse Aerosole inhalieren könnte.“ Sie ist der Meinung, dass Masken wirksam sind und dass es wichtig ist, eine richtig sitzende Maske zu tragen, selbst wenn man sich 2 Meter voneinander entfernt befindet. 

Link: https://science.sciencemag.org/content/368/6498/1422

      

  22. Juli 2020

  Rezidivierte SARS-CoV-2-Positivität nach COVID-19

Am 21. Juli 2020 wurde auf dem medRxiv-Server eine Metaanalyse von Studien veröffentlicht, die von rezidivierender SARS-CoV-2-RNA-Positivität berichtet. Die Metaanalyse umfasste 14 Studien, von denen 13 in China und eine in Brunei durchgeführt wurden. Zusammengefasst schlossen die 14 Studien insgesamt 2.568 Teilnehmer mit ein, von denen 318 eine rezidivierende SARS-CoV-2-Positivität erlitten. Die gepoolte Schätzung der rezidivierenden Positivität für SARS-CoV-2-RNA betrug 14,8 %. Dies bestätigt, dass eine rezidivierende Positivität bei Patienten, die sich im Krankenhaus erholt haben und entlassen wurden, relativ häufig ist. Die mittlere Zeit bis zum Rezidiv betrug 35,44 Tage nach dem Einsetzen der Erkrankung und 9,76 Tage nach dem letzten negativen Testergebnis. Die Autoren merkten an, dass dies die erste systematische Überprüfung einer rezidivierenden SARS-CoV-2-RNA-Positivität bei Personen ist, die sich von COVID-19 erholt haben. Die Metaanalyse charakterisierte die Merkmale und Risikofaktoren, die mit einer rezidivierenden SARS-CoV-2-Positivität bei Patienten, die sich von COVID-19 erholt haben, in Zusammenhang stehen.

Link:https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.07.19.20157453v1.full.pdf+html

        

  20. Juli 2020

 Übertragung von SARS-CoV-2: Eine Kurzdarstellung der Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte am 9. Juli 2020 eine wissenschaftliche Kurzdarstellung, die das derzeitige Wissen über die Übertragung von COVID-19 aktualisiert. Die Kurzdarstellung wurde von der Weltgesundheitsorganisation und ihren Partnern verfasst, um die Informationen aus Reviews und Publikationen in Peer-Review-Journals und auf Preprint-Servern veröffentlichte Manuskripte ohne Peer-Review zusammenzulegen. In dem Dokument werden die verschiedenen Arten diskutiert, auf die das Virus übertragen werden kann, und wann mit SARS-CoV-2 infizierte Personen andere anstecken können. Die Kurzdarstellung erörtert auch die Frage, ob asymptomatische oder präsymptomatische Übertragung auftritt. Die Kurzdarstellung der Weltgesundheitsorganisation hebt hervor, dass das Verständnis darüber, wie sich die Infektion ausbreitet und wann und unter welchen Bedingungen das Virus übertragen wird, wichtige Konsequenzen für die Strategien der Krankheitsprävention hat.

Link:https://www.who.int/news-room/commentaries/detail/transmission-of-sars-vitycov-2-implications-for-infection-prevention-precautions

    

  17. Juli 2020

  Transplazentare Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion

Es wurden einige Fälle einer perinatalen Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion beschrieben. Unklar ist jedoch, ob diese über den transplazentaren oder den transzervikalen Weg oder durch eine Umgebungsexposition eingetreten sind. Ein in der „Nature Communications“-Ausgabe vom 14. Juli 2020 veröffentlichter Fallbericht teilte einen umfassenden Nachweis für eine transplazentare Übertragung des SARS-CoV-2-Virus mit. Die mütterliche Virämie wurde bestätigt. Eine Plazenta-Infektion und eine Entzündung wurden durch eine histologische Untersuchung, Immunhistochemie und eine hohe Viruslast nachgewiesen. Eine neonatale Virämie wurde im Anschluss an die Plazenta-Infektion festgestellt. Wichtig ist, dass dieser Fallbericht klinische Manifestationen beim Neugeborenen, einschließlich neurologischer Symptome mit einbezog, die die Autoren als vereinbar mit einer zerebralen Vaskulitis aufgrund von COVID-19 betrachteten.

Link: https://www.nature.com/articles/s41467-020-17436-6

     

  15. Juli 2020

  Eine italienische Studie ergibt, dass 81,9 % der Personen im Alter von 20 Jahren oder jünger nach einer Infektion mit dem Coronavirus keine Symptome zeigen

Altersspezifische Schätzungen der Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Symptomen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind spärlich. Strategien zur Kontrolle der Ausbreitung der Infektion, die sich auf die Testung der engen Kontakte der Personen mit einer Infektion und die Isolation positiv getesteter Personen stützen, werden durch asymptomatische Infektionen, die leicht von den Überwachungsteams übersehen werden, beeinträchtigt. Von besonderer Bedeutung ist die Übertragung einer Infektion durch Kinder, da diese mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit Symptome zeigen. In einer Studie in der Lombardei in Italien wurden die engen Kontakte von 64.252 Personen mit durch ein Labor bestätigter SARS-CoV-2-Infektion klinisch überwacht. In der Studie wurde ein Cluster von 3.420 infizierten Personen identifiziert, bei denen alle engen Kontaktpersonen entweder durch Nasenabstriche oder serologische Tests auf COVID-19 untersucht wurden. Dies ergab eine Gesamtstichprobengröße von 5.484 engen Kontakten. Von den ausgewählten 5.484 engen Kontakten wurden 51,5 %, oder 2.824, positiv getestet. Von den 2.824 bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen waren 876, oder 31 %, symptomatisch. Als symptomatische Fälle wurden diejenigen definiert, die Symptome der oberen oder unteren Atemwege (z. B. Husten, Kurzatmigkeit) oder Fieber ≥ 37,5 °C zeigten. Die Daten wurden nach Alter stratifiziert und die Forscher stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Symptome zu entwickeln, mit dem Alter zunahm:

  • Alter < 20 Jahre: 18,1 % entwickelten Symptome
  • Alter 20–39 Jahre: 22,4 % entwickelten Symptome
  • Alter 40–59 Jahre: 30,5 % entwickelten Symptome
  • Alter 60–79 Jahre: 35,5 % entwickelten Symptome
  • Alter > 80 Jahre: 64,6 % entwickelten Symptome

Die Autoren merkten an, dass der Beitrag asymptomatischer Infektionen zur Übertragung von SARS-CoV-2 nur schlecht quantifiziert ist und dass die Schätzungen des Anteils der asymptomatisch SARS-CoV-2-Infektionen in Abhängigkeit davon, welche Symptome in die Definition mit eingeschlossen wurden und wann diese festgestellt wurden, im Bereich von 17 bis 87 % liegen. Diese Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion aufzuweisen, mit dem Alter steigt. Diese Studie stellt eine nützliche Information dar, die dazu führen kann, dass wir die Rolle von Kindern und jungen Erwachsenen in der Epidemiologie von COVID-19 besser verstehen.  Diese vorläufige Studie ist noch nicht in einem Peer-Review-Journal erschienen, ihre Autoren haben ihre Ergebnisse jedoch online auf der Preprint-Plattform arXiv verfügbar gemacht.

Link: https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/2006/2006.08471.pdf

  

  14. Juli 2020

  Ein Großteil der COVID-19-Patienten hatte nach Erholung von akuter Infektion anhaltende Symptome

Eine Studie, die von italienischen Forschern durchgeführt und im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde, ergab, dass ein Großteil der COVID-19-Patienten fortbestehende Symptome aufwies. Die Studie umfasste 143 Patienten, die nach Erholung von COVID-19 aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Alle Patienten hatten die Kriterien für eine Beendigung der Quarantäne erfüllt (kein Fieber an drei aufeinanderfolgenden Tagen, Besserung weiterer Symptome und zwei negative Testergebnisse für COVID-19 im Abstand von 24 Stunden). Die Patienten wurden im Durchschnitt 36 Tage nach der Entlassung in die Studie aufgenommen und hatten einen weiteren negativen PCR-Test auf COVID-19 zum Zeitpunkt der Aufnahme. Die Mehrheit der Patienten berichtete über Müdigkeit und Kurzatmigkeit als anhaltende Symptome. Zum Zeitpunkt der Beurteilung waren nur 12,6 % vollständig frei von COVID-19-bedingten Symptomen, während 30 % ein oder zwei Symptome und 55 % drei oder mehr Symptome aufwiesen. Keiner der Patienten hatte Fieber oder jegliche Anzeichen einer akuten Erkrankung. Bei 44,1 % der Patienten wurde eine schlechtere Lebensqualität beobachtet. Ein hoher Anteil von Personen berichtete Müdigkeit (53,1 %), Dyspnoe (43,4 %), Gelenkschmerzen (27,3 %) und Brustschmerzen (21,7 %). Die Forscher weisen darauf hin, dass, obwohl viel Aufmerksamkeit auf die akute Phase von COVID-19 gerichtet wird, eine kontinuierliche Überwachung nach der Entlassung hinsichtlich langanhaltender Effekte notwendig ist. Die Autoren merken an, dass die Studie Einschränkungen aufweist, da es sich um eine monozentrische Studie handelt und Informationen über Symptome, die der Patient vor der Infektion hatte, nicht verfügbar waren. Darüber hinaus gab es keine Kontrollgruppe zum Vergleich.

Link:https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768351


  8. Juli 2020

  Verständnis der Atemphysiologie entmystifiziert stille (glückliche) Hypoxämie

Eine neue wissenschaftliche Veröffentlichung im American Journal of Respiratory and Clinical Care Medicine behandelt den verwirrenden Zustand der  stillen (glücklichen) Hypoxämie bei COVID-19-Patienten. Stille Hypoxie bezieht sich auf Patienten mit niedrigem Sauerstoffgehalt (paO2) ohne Dyspnoe. Die Autoren präsentieren Informationen zu 16 COVID-19-Patienten mit stiller Hypoxie und erklären, dass mehrere pathophysiologische Mechanismen bei den meisten, wenn nicht allen Patienten für dieses Phänomen verantwortlich sind. Sie heben außerdem Störfaktoren hervor, die sich auf das Phänomen auswirken.

Mechanismen, die für stille Hypoxie verantwortlich sind, umfassen:

  • Beatmung reagiert schneller auf Veränderungen von paCO2 als paO2 und paCO2 ist häufig niedrig oder innerhalb des Normalbereichs.
  • Patienten mit Diabetes und ältere Personen (ein signifikanter Anteil schwerkranker Patienten) haben eine verringerte Beatmungsreaktion auf Hypoxie.
  • Glomera carotica haben angiotensinkonvertierende Enzym 2 (ACE2)-Rezeptoren und können durch das Virus direkt beeinflusst werden.

Störfaktoren umfassen

  • Pulsoximetrie ist präzise mit hohen Niveaus der Oxygenierung, kann jedoch den Schweregrad einer geringen Sauerstoffsättigung übertreiben.
  • Fieber verschiebt die Sauerstoff-Hämoglobin-Dissoziationskurve nach rechts, was zu einer Desaturation führt, aber die Chemorezeptoren des Glomus caroticum reagieren nur auf paO2 anstatt auf Sauerstoffsättigung.
  • Die Reaktion auf Hyperkapnie oder Hypoxie kann zwischen einzelnen Personen dramatisch variieren.

Link: https://www.atsjournals.org/doi/abs/10.1164/rccm.202006-2157CP


  6. Juli 2020

 Ein Überblick über COVID-19 und den Verdauungsapparat

Ein im American Journal of Gastroenterology (AJG) am 4. Juli 2020 veröffentlichter Überblick über den Zusammenhang zwischen COVID-19 und dem Verdauungsapparat konzentrierte sich sowohl auf die klinischen Ergebnisse als auch auf die potenziellen zugrunde liegenden Mechanismen der COVID-19 gastrointestinalen (GI) Pathogenese. Eine frühere Studie zur Inzidenz von GI-Symptomen während des Ausbruchs von COVID-19 in Wuhan, China (AJG Mai 2020) berichtete, dass, obwohl COVID-19 hauptsächlich durch Atemwegsbeschwerden gekennzeichnet war, 18,6 % der Patienten bei der Vorstellung GI-Symptome von Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö aufwiesen. Gelegentlich waren diese GI-Symptome die anfänglich vorliegenden Symptome ohne Atemwegsbeschwerden. Außerdem war das Vorhandensein von GI-Symptomen eng mit einer schwereren Erkrankung verknüpft. Der aktuelle Überblick legte außerdem dar, dass die Infektion mit SARS-CoV-2 zu einer Leberschädigung führen kann und dass anomale Leberenzyme mit dem Schweregrad von COVID-19 assoziiert sind.

Die Autoren weisen darauf hin, dass das angiotensin-konvertierende Enzym-2, der funktionelle Rezeptor von SARS-CoV-2, weit in verschiedenen menschlichen Organen verteilt ist, sie merken jedoch an, dass die Expression des Rezeptors ungefähr 100 Mal höher im GI-Trakt ist als im respiratorischen System. Der Überblick behandelt die klinische und pathologische Evidenz für COVID-19 und umfasst den Verdauungsapparat, die Mechanismen der interstitiellen Schädigung und die Leberschädigung. Die Autoren dieses Übersichtsartikels kommen zu dem Schluss, dass digestive Symptome im Frühstadium von COVID-19 mit Vorsicht behandelt werden sollten und dass die Überwachung der Leberfunktion und der Zytokine während der klinischen Praxis wichtig ist.

Link: https://journals.lww.com/ajg/FullText/2020/07000/COVID_19_and_the_Digestive_System.11.aspx


  2. Juli 2020

 Den CDC zufolge haben schwangere Frauen ein größeres Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung

Laut einem neuen Bericht, der am 26. Juni 2020 online im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR) veröffentlicht wurde, weisen schwangere Frauen möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung auf. Bei Frauen im reproduktiven Alter (15 bis 44 Jahre), die mit SARS-CoV-2 (dem Virus, das COVID-19 verursacht) infiziert waren, war die Schwangerschaft mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine Hospitalisierung, eine Einweisung in die Intensivpflegestation und die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung verknüpft. Die Schwangerschaft war jedoch nicht mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Mit Stand vom 7. Juni gab es 8.207 Fälle von schwangeren Frauen, die den CDC als positiv auf COVID-19 getestet gemeldet wurden. Diese Frauen wurden mit den 83.205 Frauen im reproduktiven Alter verglichen, die bekanntermaßen nicht schwanger waren und positiv auf COVID-19 getestet wurden. Es gab einen wesentlich größeren Anteil an Krankenhauseinweisungen bei den schwangeren Frauen (31,5 %) im Vergleich zu den nicht schwangeren Frauen (5,8 %). Aufnahmen in die IPS wurden für 1,5 % der schwangeren Frauen im Vergleich zu 0,9 % ihrer nicht schwangeren Pendants berichtet, und eine mechanische Beatmung war für 0,5 % der schwangeren Frauen im Vergleich zu 0,3 % ihrer nicht schwangeren Pendants erforderlich. Hispano- und afroamerikanische Frauen scheinen eher mit SARS-CoV-2 während der Schwangerschaft infiziert zu werden. Die Autoren weisen darauf hin, dass Frauen während der Schwangerschaft physiologische und immunologische Veränderungen erleben, die das Risiko für eine schwerere Erkrankung infolge von Atemwegsinfektionen erhöhen könnten. Obwohl die Studie mehrere Einschränkungen aufweist, legen die Autoren dieses CDC-Berichts dar, dass „…schwangere Frauen auf ihr potenzielles Risiko für eine schwere Erkrankung durch COVID-19 hingewiesen werden sollten. Schwangere Frauen und ihre Familien sollten Maßnahmen ergreifen, um ihre Gesundheit zu gewährleisten und die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektion zu verhindern. Spezifische Maßnahmen, die schwangere Frauen ergreifen können, umfassen, nicht die Termine zur Schwangerschaftsfürsorge ausfallen zu lassen, Interaktionen mit anderen Menschen so weit wie möglich einzuschränken, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um bei der Interaktion mit anderen einer Erkrankung an COVID-19 vorzubeugen, einen Vorrat an Medikamenten für mindestens 30 Tage zu haben und mit ihrem Gesundheitsdienstleister darüber zu sprechen, wie man während der COVID-19-Pandemie gesund bleibt. Um bei schwangeren Frauen schwerwiegende Auswirkungen aufgrund von COVID-19 zu verringern, sollte Nachdruck auf Maßnahmen zur Vorbeugung einer SARS-CoV-2-Infektion gelegt werden, und potenzielle Hindernisse bezüglich der Einhaltung dieser Maßnahmen müssen angegangen werden.“

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6925a1.htm?s_cid=mm6925a1_w

                                                                                                             

  30. Juni 2020

 Fünf Techniken zur Verringerung von Depressionen und Ängsten

Gesundheitsversorger, insbesondere Notfallteams, tragen während der COVID-19-Pandemie ein hohes Risiko, Folgen für ihre psychische Gesundheit zu erleiden. Als Reaktion darauf hat das Department of Emergency Medicine, University of Ottawa, Kanada, ihren Mitgliedern Informationen über 5 evidenzbasierte Techniken zur Verringerung der Symptome von Depressionen und Angstzuständen bereitgestellt. Diese Techniken wurden detailliert in einer zur Veröffentlichung freigegebenen Publikation im Canadian Journal of Emergency Medicine beschrieben (siehe Link unten). Die 5 Techniken sind:

  • Aufmerksamkeitsmeditationen: Ein breitgefächerter Begriff, der eine Vielzahl an meditativen Methoden umfasst, die dabei helfen, eine Person im gegenwärtigen Moment zu verankern. Ein Beispiel: Verwenden Sie während stressiger Situationen die Quadrat-Atmung: Atmen Sie über 4 Sek. lang ein, halten Sie die Luft für 4 Sek. an, atmen Sie über 4 Sek. lang aus und halten Sie dann die Luft für 4 Sek. an.
  • Bewegung: Schrittweise Erhöhung auf 150 Minuten moderater bis starker körperlicher Bewegung pro Woche.
  • Begrenzen Sie die Zeiten, die sie auf Social Media-Seiten verbringen (< 30 Min. pro Tag): Führen Sie stattdessen Videogespräche oder rufen sie eine nahestehende Person an.
  • Nehmen Sie eine gesunde Ernährung zu sich, wie zum Beispiel die mediterrane Ernährung: Verbringen Sie Zeit mit Kochen.
  • Therapie und Beratung: Nutzen Sie mentale Gesundheitsressourcen wie die Unterstützung durch Kollegen oder durch eine Fachkraft für psychische Gesundheit.

Der Artikel endet mit einer ansprechenden Grafik, die die oben genannten Techniken hervorhebt.

Link: https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/E43093692F0A21B512AA4111A0365B24/S1481803520004339a.pdf/beyond_survival_practical_wellness_tips_during_the_covid19_pandemic.pdf

 

                                                                                                     

  29. Juni 2020

 Die Reduktion der täglichen CO2-Emissionen während der COVID-19-Einschränkungen

Laut einer am 17. Mai 2020 im Journal Nature Climate Change veröffentlichten Studie fiel die Menge an Kohlendioxid (CO2), die durch menschliche Aktivitäten jeden Tag freigesetzt wurde, während des Höhepunkts der Coronavirus-Krise im frühen April um ganze 17 %. Staatliche Einschränkungsanordnungen (Quarantäne oder zu Hause bleiben), die während der COVID-19-Pandemie zur Verringerung der Virusübertragung verhängt wurden, haben die Nachfrage nach Energie in der ganzen Welt drastisch verändert. Die täglichen Emissionen fielen vorübergehend auf Werte ab, die zuletzt im Jahr 2006 beobachteten wurden. Die Analyse wurde von einem internationalen Team aus Forschern durchgeführt, die bei Future Earth am Global Carbon Project arbeiten, einer Initiative zur Nachverfolgung der Auswirkungen, die die durch Menschen erzeugten Treibhausgase auf den Planeten haben. Die Abnahme der CO2-Emissionen um 17 % trat im frühen April auf, als die Einschränkungsmaßnahmen auf der ganzen Welt ihren Höhepunkt erreicht hatten. Die Gesamtauswirkung auf die jährlichen Emissionen 2020 hängt von der Dauer der Einschränkungen ab. Eine geringe Schätzung für eine etwa 4%ige Abnahme liegt vor, falls die prä-pandemischen Bedingungen im Juni wieder hergestellt werden, und eine hohe Schätzung für eine Abnahme von etwa 7 % liegt für den Fall vor, dass einige Einschränkungen weltweit bis Ende 2020 bestehen bleiben. Die Autoren weisen darauf hin, dass die jährliche Reduktion der CO2-Emissionen auf zwischen 4,2 % und 7,5 % vergleichbar ist mit der Reduktion, die über das nächste Jahrzehnt hinweg jedes Jahres erzielt werden muss, um die Veränderung des Klimas auf 1,5 °C zu begrenzen. Dies hebt die Herausforderung hervor, die vor uns liegt, wenn wir dem Klimawandel in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen entgegenwirken wollen.

Link: https://www.nature.com/articles/s41558-020-0797-x


  25. Juni 2020

 Klinische Leitlinien des American College of Rheumatology für pädiatrische rheumatologische Erkrankungen während der COVID-19-Pandemie und für Patienten mit multisystemischem Entzündungssyndrom

Das American College of Rheumatology hat zwei Dokumente mit neuen klinischen Leitlinien und evidenzbasierten Empfehlungen herausgegeben (diese Empfehlungen sind in den untenstehenden Links einzusehen). Die erste Leitlinie für die Behandlung von Kindern mit rheumatologischen Erkrankungen während der COVID-19-Pandemie bietet Empfehlungen zur Prävention von COVID-19 bei Kindern mit rheumatologischen Erkrankungen. Zudem bietet sie Empfehlungen für die Behandlung von pädiatrischen rheumatologischen Erkrankungen in verschiedenen Situationen, die mit COVID-19-Infektionserkrankungen in Zusammenhang stehen. Eingeschlossen sind die Situationen ohne Exposition und mit enger / im Haushalt stattfindender Exposition und die Situation asymptomatischer und symptomatischer COVID-19-Infektionserkrankungen.

Die zweite Leitlinie bietet Empfehlungen für eine detaillierte Diagnose und Behandlung des mit COVID-19 assoziierten multisystemischen Entzündungssyndroms bei Kindern (MIS-C). Die Zusammenfassungen der Entwürfe wurden am 17. Juni 2020 vom ACR Board of Directors genehmigt und online veröffentlicht.

Link: https://www.rheumatology.org/Portals/0/Files/COVID-19-Clinical-Guidance-Summary-for-Pediatric-Patients-with-Rheumatic-Disease.pdf

Link: https://www.rheumatology.org/Portals/0/Files/ACR-COVID-19-Clinical-Guidance-Summary-MIS-C-Hyperinflammation.pdf

 

 

                                                                                                      

  24. Juni 2020

 Bauchlage bei nicht intubierten Patienten mit Ateminsuffizienz aufgrund von COVID-19

Für die Positionierung von intubierten Patienten in Bauchlage wurde gezeigt, dass sie bei einem moderaten bis schweren akuten Atemwegssyndrom die Mortalität verringern. In einer prospektiven Studie mit 56 stationär behandelten Patienten mit bestätigter COVID-19-Pneumonie wurde zwischen 20. März und 9. April 2020 in Monza, Italien, die Durchführbarkeit einer Positionierung in Bauchlage sowie deren Auswirkung auf den Gasaustausch bei nicht intubierten COVID-19-Patienten untersucht. Die Patienten erhielten zusätzlichen Sauerstoff oder eine Beatmung mit nicht-invasivem kontinuierlichen Atemwegsdruck. Nach der Erfassung der Daten zur Baseline wurden die Patienten in die Bauchlage überführt und für mindestens 3 Stunden in dieser Position gehalten. Die Daten wurden bei den 49 Patienten, die die Positionierung in Bauchlage erfolgreich absolvierten, zur Baseline in Rückenlage erneut erfasst, dann 10 Minuten nach der Positionierung in Bauchlage und 1 Stunde nach der Rückkehr in die Rückenlage. Die Studie fand heraus, dass sich die Sauerstoffzufuhr von der Positionierung in Rückenlage zur Bauchlage wesentlich verbesserte (PaO2/FiO2-Verhältnis 180,5 mm Hg [SD 76,6] in Rückenlage vs. 285,5 mm Hg [SD 112,9] in Bauchlage; p < 0,0001). Nach der Rückkehr in die Rückenlage wurde die verbesserte Sauerstoffversorgung bei der Hälfte der Patienten aufrechterhalten. Insgesamt war die 1 Stunde nach Rückkehr in die Rückenlage beobachtete Verbesserung statistisch nicht signifikant. Die Studie untermauert frühere Berichte über den Nutzen der Bauchpositionierung für Wachpatienten mit Ateminsuffizienz aufgrund einer interstitiellen Pneumonie. Die Studie zeigte die Machbarkeit dieser Technik bei von COVID-19 betroffenen Patienten. Es müssen weitere Studien durchgeführt werden, um die Sicherheit und die mittel- und langfristigen Ergebnisse der Positionierung in Bauchlage auf die respiratorischen Parameter und das Überleben zu untersuchen.

Link: https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30268-X/fulltext

                                                                                       

  23. Juni 2020

 Die Blutgruppe steht mit dem Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung in Zusammenhang

Eine am 17. Juni 2020 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie berichtet über eine genetische Analyse, die mit Proben von mehr als 1.900 schwer kranken Patienten aus Spanien und Italien durchgeführt wurde. Die Patienten zeigten eine Ateminsuffizienz aufgrund einer mit RNA-Tests bestätigten COVID-19-Erkrankung. Die Proben dieser schwer kranken Patienten wurden mit denen von mehr als 2.000 gesunden Kontrollpersonen verglichen, von denen einige möglicherweise an COVID-19 erkrankt waren, jedoch nur leichte oder keine Symptome zeigten. Forscher fanden heraus, dass die genetischen Loci 3p21.31 und 9q34.2 signifikant mit einer Ateminsuffizienz aufgrund von COVID-19 assoziiert sind. Am Locus 9q34.2 bestand diese Assoziation mit dem Lokus der Blutgruppen ABO. Eine weitere Studie fand heraus, dass Patienten mit Blutgruppe A verglichen mit Menschen mit anderen Blutgruppen ein signifikant höheres Risiko für eine Ateminsuffizienz infolge von COVID-19 aufwiesen, und dass Blutgruppe 0 einen schützenden Effekt zeigte. Zusammengefasst identifizierte die Studie ein 3p21.31-Gene-Cluster als genetischen Suszeptibilitäts-Locus bei COVID-19-Patienten mit Ateminsuffizienz und bestätigte eine potenzielle Beteiligung des ABO-Blutgruppensystems. Vorausgehend haben nicht-genetische Studien auf die Beteiligung der ABO-Blutgruppen an der Anfälligkeit gegenüber COVID-19 hingedeutet. Obwohl die Ergebnisse die Verbindung mit den Blutgruppen nicht beweisen, scheint dies jedoch ein wichtiges Signal für eine Patientengruppe zu sein, die ein höheres Risiko trägt.

Link: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2020283?query=featured_coronavirus#article_references

                                                                                                      

  22. Juni 2020

 Nanopartikel-Köder saugen SARS-CoV-2 auf

Anstatt auf das Virus abzuzielen, setzten Forscher der University of California San Diego in einem neuen Ansatz zur Infektionsbekämpfung Nanopartikel ein, die mit Zellmembranen beschichtet sind, die aus Lungenepithelzellen und Makrophagen extrahiert wurden. Die Forschung wurde am 17. Juni 2020 im Peer-Review-Journal Nano Letters veröffentlicht. Diese Nanopartikel, oder Nanoschwämme, wirken als biologische Imitate oder Köder, an die das Virus bindet, anstatt an die Wirtszelle zu binden. Die Nanoschwämme sind tausendmal kleiner als die Breite eines menschlichen Haares und mit Zellmembranen beschichtet, die die gleichen Protein-Rezeptoren tragen, wie die von ihnen imitierten Zellen. Die Forscher stellten fest, dass die Infektiosität der SARS-CoV-2-Viren nach einer Inkubation mit den Nanoschwämmen in einer dosisabhängigen Art und Weise um 90 % reduziert ist. Ein wesentlicher Vorteil dieser Strategie besteht darin, dass sie von der Mutationsfähigkeit des Virus unabhängig ist. Durch das Anbieten eines Nanopartikelköders wäre dieser Ansatz gegen jegliche Mutation oder jegliches Virus wirksam, die/das die gleiche Wirtszelle zum Ziel hat. Die Forscher planen in den kommenden Monaten eine Evaluation der Wirksamkeit dieser Nanoschwämme in tierexperimentellen Ansätzen. Die Wirksamkeit und Sicherheit dieser futuristischen Therapie wurden bei Menschen nicht nachgewiesen.

Link: https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.nanolett.0c02278

                                                                                                    

  19. Juni 2020

 Antikörper-Cocktail gegen SARS-CoV-2 zur Prävention des mutationsvermittelten Entkommens

Monoklonale Antikörper zur Behandlung von COVID-19 sind in der Entwicklung. Jedoch gibt es Bedenken, dass sich aufgrund der Mutationsfähigkeit des Virus schnell eine Resistenz entwickeln könnte. Ein am 15. Juni 2020 in Science publizierter Bericht untersuchte das Resistenz-Problem. Die Autoren zeigten in einem Lebendvirus-Modell, dass sich innerhalb weniger Generationen eine Resistenz gegenüber einem einzelnen Antikörper entwickelte. Anschließend identifizierten sie verschiedene Antikörperpaare. Ein Paar, das gegen sich überlappende Regionen der Rezeptorbindungsdomäne (RBD) gerichtet ist, und ein Paar, das unterschiedliche und nicht überlappende Regionen der RBD bindet. Sie fanden heraus, dass sich Resistenzen entwickelten, wenn es eine Überlappung der beiden durch die Antikörper gebundenen Bereiche gab. Die Resistenz entwickelte sich jedoch nicht, wenn die Antikörper gegen unterschiedliche Regionen gerichtet waren – vermutlich, weil dies das unwahrscheinliche Auftreten von zwei gleichzeitigen Virusmutationen an zwei verschiedenen genetischen Positionen voraussetzen würde. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Cocktail aus Antikörpern, die gegen nicht überlappende Regionen des viralen RBD gerichtet sind, einem einzigen Antikörper wahrscheinlich überlegen ist.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/06/15/science.abd0831

                                                                                                 

  18. Juni 2020

 Begleiterkrankungen erhöhen Todesfälle bei COVID-19 um Faktor 12

Die Frühausgabe des Morbidity and Mortality Weekly Report der US-amerikanischen Centers for Disease Control vom 15. Juni beschreibt die demografischen Merkmale, Grunderkrankungen, Symptome und Ergebnisse von 1.320.488 laborbestätigten COVID-19-Fällen bis zum 30. Mai 2020. Insgesamt wurden 184.673 Patienten (14 %) stationär aufgenommen, 29.837 (2 %) wurden auf eine Intensivstation (ITS) eingewiesen und 71.116 (5 %) verstarben. Unter den 287.320 Fällen (22 %) mit Daten zu den einzelnen Grunderkrankungen, waren die häufigsten Grunderkrankungen: kardiovaskuläre Erkrankungen (32 %), Diabetes (30 %) und chronische Lungenerkrankungen (18 %). Krankenhausaufenthalte waren bei denjenigen mit angegebenen Grunderkrankungen im Vergleich zu jenen, die keine Grunderkrankungen angaben, 6 Mal höher, und Todesfälle 12 Mal höher. Die CDC sind der Meinung, dass die Ergebnisse die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Eindämmungsstrategien in den Gemeinden unterstreichen, insbesondere für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6924e2.htm?s_cid=mm6924e2_e&deliveryName=USCDC_921-DM30615

                                                                                 

  17. Juni 2020

 Dexamethason verringerte Todesfälle unter Patienten mit schwerer COVID-19 

Eine Pressemitteilung der University of Oxford vom 16. Juni 2020 berichtete die positiven Ergebnisse einer klinischen Studie mit 6425 Patienten mit schwerer COVID-19. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder eine Behandlung mit Dexamethason, 6 mg, einmal täglich, entweder oral oder als intravenöse Injektion, über 10 Tage (n = 2104) oder ausschließlich eine herkömmliche Versorgung (n = 4321). Dexamethason reduzierte die Todesfälle bei beatmeten Patienten um 1/3 und bei Patienten, die Sauerstoff erhielten, um 1/5. Beide Ergebnisse waren statistisch hoch signifikant. Basierend auf diesen Ergebnissen würde bei der Behandlung von 8 beatmeten Patienten oder 25 Patienten, die nur Sauerstoff benötigen, ein Todesfall verhindert werden. Kein Nutzen zeigte sich bei den Patienten, die keine Atmungsunterstützung benötigten. In der Pressemitteilung sagte Peter Horby, Professor für aufkommende Infektionskrankheiten im Nuffield Department of Medicine der University of Oxford und einer der leitenden Prüfärzte bei der Studie: „Dexamethason ist das erste Medikament, bei dem gezeigt wurde, dass es bei COVID-19 ein verbessertes Überleben zeigt.“ Wichtig zu beachten ist, dass die vollständigen Daten aus der Studie noch nicht veröffentlicht oder einem Peer Review unterzogen wurden. Externe Experten begrüßten die Ergebnisse jedoch sofort. Patrick Vallance, der Chief Scientific Adviser der US-Regierung, bezeichnete das Ergebnis als „enorme Neuigkeiten“ und „eine bahnbrechende Entwicklung in unserem Kampf gegen die Erkrankung“. Scott Gottlieb, ein ehemaliger Beauftragter der US-amerikanischen Food and Drug Administration, nannte es ein „sehr positives Ergebnis“.

Link: https://www.recoverytrial.net/files/recovery_dexamethasone_statement_160620_v2final.pdf

                                                                                     

  16. Juni 2020

 Neuauftreten von Diabetes und COVID-19 

Ein im New England Journal of Medicine veröffentlichtes und von einer internationalen Gruppe von 17 führenden, am CoviDiab-Registry-Projekt beteiligten Diabetologen unterzeichnetes Schreiben warnt davor, dass COVID-19 ein Neuauftreten von Diabetes auslösen kann. Das Ziel des Registers besteht darin, das Ausmaß und die Merkmale von neu aufgetretenem Diabetes bei Patienten mit COVID-19 zu ermitteln. Bisherige klinische Beobachtungen haben einen bidirektionalen Zusammenhang zwischen COVID-19 und Diabetes aufgezeigt. Von den Patienten, die an COVID-19 starben, wurden 20 bis 30 % berichtet, die an Diabetes erkrankt waren. Andererseits sind neuaufgetretener Diabetes und atypische metabolische Komplikationen bei präexistentem Diabetes bei Personen mit COVID-19 beobachtet worden. Es ist unklar, welche Auswirkungen SARS-CoV-2 auf Diabetes hat. Ein möglicher Mechanismus umfasst das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2)-Protein, welches sich an SARS-CoV-2 bindet und es dem Virus ermöglicht, in humane Zellen einzudringen. ACE2 befindet sich in zahlreichen Organen, die am Glukosemetabolismus beteiligt sind, darunter die pankreatischen Betazellen, der Dünndarm, das Fettgewebe und die Nieren.

Link: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2018688

                                                                                      

  15. Juni 2020

 Die FDA ermutigt Ärzte, das CURE-ID-Programm und die App zu nutzen, um neue Anwendungen bestehender Arzneimittel im Kampf gegen COVID-19 zu berichten

Medizinische Fachkräfte können seit Langem ein rechtlich vermarktetes Medikament für eine nicht zugelassene Anwendung verschreiben, wenn das Medikament in ihrem Ermessen medizinisch angebracht für einen bestimmten Patienten ist. Falls diese Verschreibung jedoch nicht im Kontext einer formellen Arzneimittelstudie geschieht, wird der Erfolg oder Misserfolg einer solchen Anwendung in medizinischen und wissenschaftlichen Kreisen selten bekannt. Daher implementierten die FDA und das National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS), Teil der National Institutes of Health (NIH), im Jahre 2013 das freiwillige CURE-ID-Programm, das eine einfache Möglichkeit für Kliniker geschaffen hat, die Ergebnisse einer nicht genehmigten Anwendung bei einzelnen Patienten zu berichten. Die anonymisierten Daten sind nach Krankheit aggregiert und können von Nutzern durchsucht werden. Das Programm soll die Identifizierung von Medikamentenkandidaten für klinische Studien optimieren, anstatt Teil des formellen Arzneimittelzulassungsverfahrens zu sein. Das CURE-ID-Programm, einschließlich seiner kostenlosen App, wurde kürzlich aktualisiert, um das Berichten von COVID-19-Daten zu erleichtern und hoffentlich potenziell wirksame neue Therapien zu identifizieren.

Link: https://www.fda.gov/drugs/science-and-research-drugs/cure-id-app-lets-clinicians-report-novel-uses-existing-drugs

                                                                                

  12. Juni 2020

 Markanter Rückgang der Besuche in der Notaufnahme während der Frühphasen der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat eine erhebliche Auswirkung auf die Anzahl der Besuche in der Notaufnahme in den Vereinigten Staaten gehabt. Ein Bericht, der von den CDC im Morbidity and Mortality Weekly Report am 3. Juni 2020 veröffentlicht wurde, zeigte auf, dass es während der Frühphase der COVID-19-Pandemie einen Rückgang der Besuche in der Notaufnahme um 42 % gab. Die durchschnittliche Anzahl der Besuche pro Woche im Zeitraum vom 29. März bis 25. April 2020 betrug 1,2 Millionen. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres vom 31. März bis 27. April 2019 waren es 2,2 Millionen Besuche pro Woche. Der Anteil an Besuchen aufgrund der Infektionskrankheit war während dieses Zeitraums jedoch viermal höher. Die Rückgänge waren besonders ausgeprägt für Kinder und Frauen und ebenfalls im Nordosten des Landes. Besuche aufgrund von zahlreichen Erkrankungen, darunter Abdominalschmerzen und andere gastrointestinale Symptome, nicht spezifische Brustschmerzen und akuter Myokardinfarkt sowie Hypertonie, nahmen während der Pandemie ab, was Bedenken aufkommen ließ, dass einige Personen möglicherweise die Behandlung von Erkrankungen aufschieben, die unbehandelt zu einer zusätzlichen Mortalität führen könnten.

Link zur Studie: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6923e1.htm?s_cid=mm6923e1_w

                                                                                             

  10. Juni 2020

 COVID-19-Letalitätsraten im Verhältnis dargestellt

Die New York Times prüfte die Anzahl der Todesfälle in 25 Städten und Regionen weltweit während der verheerendsten Monate des Ausbruchs, stellte diese Zahlen deren normalen Sterblichkeitsraten gegenüber und verglich dann die Zunahmen mit anderen natürlichen Katastrophen in der Geschichte.

Zunahme der Todesfälle im Spitzenmonat im Vergleich zu normalen Jahren:

  • 7,3-mal Spanische Grippe in Philadelphia im Jahr 1918
  • 6,7-mal COVID-19 in Bergamo, Italien
  • 5,8-mal COVID-19 in New York City
  • 4,0-mal COVID-19 in Lima, Peru
  • 2,4-mal Hurrikan Katrina in New Orleans
  • 1,05-mal schlimme Grippesaison in New York City

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/06/10/world/coronavirus-history.html?smid=em-share

                                                                                    

  5. Juni 2020

 Hydroxychloroquin-Studie zurückgezogen

Mehrere Autoren einer Studie, die kürzlich in The Lancet publiziert wurde, haben ihren Artikel von der Veröffentlichung zurückgezogen. Die Datenquellen der Studie, die eine Ineffektivität von Hydroxychloroquin oder Chloroquin zur Behandlung von COVID-19 aufzuzeigen schien, wurden nach der Publikation in Frage gestellt. Drei Autoren des wissenschaftlichen Artikels versuchten dann, eine unabhängige Überprüfung der Daten und Analyse durch Dritte durchführen zu lassen, doch diese Gutachter erhielten keinen Zugang zu dem vollständigen Datensatz, was die Autoren veranlasste, den Artikel zurückzuziehen.

Link: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31324-6/fulltext

                                                                                   

  5. Juni 2020

 Ein Fall von COVID-19 mit lang dauernder Virenfreisetzung

Ein Brief vom 23. Mai an den Herausgeber des Journal of Microbiology, Immunology and Infection beschreibt einen Fall von COVID-19 mit der längsten berichteten Dauer einer Virenfreisetzung. Die mittlere Dauer der Virenfreisetzung für COVID-19 wurde mit 11 bis 20 Tagen angegeben, und der längste zuvor berichtete Zeitraum betrug 49 Tage. Dieser Fallbericht bezog sich auf eine 59-jährige Frau, bei der in Wuhan COVID-19 diagnostiziert wurde und bei der 72 Tage lang nach dem Ausbruch der Erkrankung ein intermittierend positives SARS-CoV-2-RNA-PCR-Testergebnis ermittelt wurde. Die Patientin war seit der ersten Woche ihres Krankenhausaufenthaltes asymptomatisch und wies ab Tag 38 nach dem Ausbruch der Erkrankung Antikörper gegen SARS-CoV-2 auf. Allerdings waren mehrere RNA-PCR-Tests bis zu 72 Tage intermittierend positiv. Der Fallbericht enthielt keinen Nachweis zur Klärung der Frage, ob die positiven PCR-Tests auf das Vorhandensein eines übertragbaren Virus beruhten oder ob es sich einfach um residuale Virusfragmente handelte. 

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1684118220301225?via%3Dihub

                                                                                

  4. Juni 2020

 Erste Phase-I-Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament

In dieser Woche begann Eli Lilly mit der ersten Phase-1-Studie an einem monoklonalen Antikörper-Medikament spezifisch für das SARS-CoV-2-Virus. Der Antikörper dupliziert einen von 550 verschiedenen Antikörpern, die mit einer neuen Screening-Technik im Blut eines Patienten, der sich von COVID-19 erholt hatte, gefunden wurden. 

Link zur Ankündigung: https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/578980/

                                                                                

  3. Juni 2020

 Zeitpunkt des COVID-19-Tests und die Variabilität falsch-negativer Befunde

In einer Studie, die am 13. Mai 2020 in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde, analysierten Forscher an der Johns Hopkins University die Ergebnisse von sieben zuvor veröffentlichten Studien zur RT-PCR-Testleistung und stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit für einen falsch-negativen Befund signifikant mit dem Zeitpunkt des Tests variierte. Die Daten der Tests reichten vom Datum der Infektion (dem Datum der Exposition) bis zum Einsetzen der Symptome (typischerweise an Tag 5) und dann Daten nach dem Symptombeginn. Sie entdeckten, dass die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für einen falsch-negativen Befund einer Infektion an Tag 1 bei 100 %, an Tag 4 bei 67 %, am Tag des Symptombeginns bei 38 % und an Tag 8 bei 20 % (niedrigste falsch-negative Rate) lag. Nach Tag 8 begann sich die Wahrscheinlichkeit für einen falsch-negativen Befund erneut zu erhöhen. Somit ergab sich die niedrigste falsch-negative Rate 8 Tage nach der Exposition und 3 Tage nach dem typischen Einsetzen der Symptome. Die Autoren kamen zum Schluss, dass dies der optimale Zeitpunkt für Tests sein könnte, wenn das Ziel in der Minimierung falsch-negativer Befunde besteht. Sie betonten, dass bei der Interpretation der Ergebnisse des RT-PCR-Tests auf eine SARS-CoV-2-Infektion Vorsicht geboten ist, insbesondere im frühen Verlauf der Infektion. Wenn ein dringender klinischer Verdacht besteht, sollte eine Infektion nicht allein auf Basis der Testergebnisse ausgeschlossen werden. Die Forscher empfahlen Ärzten, den Zeitpunkt der Tests bei der Interpretation negativer Ergebnisse mitzuberücksichtigen, insbesondere bei Personen, die wahrscheinlich exponiert gewesen sind und Symptome aufweisen, die mit COVID-19 konsistent sind. Sie kamen zum Schluss, dass, wenn die Vortest-Wahrscheinlichkeit für eine Infektion hoch ist, die Nachtest-Wahrscheinlichkeit selbst bei einem negativen Testergebnis hoch bleibt. Wenn der Test darüber hinaus unmittelbar nach der Exposition durchgeführt wird, liefert das Testergebnis keine zusätzlichen Informationen über die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion. Die Autoren konstatierten, dass Forschungsarbeiten über Ansätze mit höherer Sensibilität von entscheidender Bedeutung sind.

Link zur Studie: https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-1495

                                                                              

  2. Juni 2020

 Was uns das Abwasser über die Verbreitung von COVID-19 sagen kann

Forscher haben festgestellt, dass große Mengen an SARS-CoV-2 RNA, dem genetischen Material für COVID-19, mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die Auffindung der Virensignatur von COVID-19 im Abwasser hat Wissenschaftlern ermöglicht, das Vorhandensein und die Menge des Virus mit der Ausbreitung und dem Schweregrad der Erkrankung zu korrelieren. Die Analyse des Abwassers kann ein Werkzeug zur Überwachung der Erkrankung sein und bietet eine einfachere Methode, um eine umfassendere Perspektive der Pandemie zu erlangen, ohne jede Person beproben und testen zu müssen. In einem Artikel, der am 14. Mai 2020 im Smithsonian Magazine veröffentlicht wurde, erörtert Catherine J. Wu, eine in Boston ansässige Wissenschaftsjournalistin mit Ph.D. in Mikrobiologie und Immunologie von der Harvard University, die jüngste Forschung darüber, wie das Abwasser helfen kann, die Verbreitung des COVID-19-Virus zu verfolgen, und über die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen der Freisetzung des Virus im Stuhl, der dann ins Abwassernetz gelangt.

Link zum Artikel: https://www.smithsonianmag.com/science-nature/how-wastewater-could-help-track-spread-new-coronavirus-180974858/

                                                                                

  1. Juni 2020

 In New York City könnte die Haushaltsgröße eine wichtigere Determinante für die Infektionsrate von COVID-19 sein als die Bevölkerungsdichte

In den gesamten Vereinigten Staaten und sogar in derselben Stadt variiert die Anzahl der bestätigten COVID-19-Fälle im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße in starkem Maße. Es ist wichtig zu wissen, welche Faktoren diese Variation steuern, da dies bedeutende politische Auswirkungen auf die Art und Weise der Eindämmung der Epidemie hat. Eine statistische Studie (am 20. Mai 2020 als Preprint in medRxiv veröffentlicht; noch nicht Peer-begutachtet) dieser Variation quer durch New York City verwendete verfügbare Daten zur Untersuchung dieser Faktoren über die Postleitzahl. Die Studie ergab, dass sich unter Berücksichtigung wichtiger Faktoren wie Bevölkerungsdichte, durchschnittliche Haushaltsgröße, Prozentsatz der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze und Prozentsatz über einem Alter von 65 Jahren die Haushaltsgröße als wichtigste mit der Rate von bestätigten Fällen korrelierende Variable herauskristallisierte. Der Prozentsatz der Bevölkerung über 65 Jahre sowie die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze waren zusätzliche Indikatoren, die sich auf die Inzidenzrate der Fälle auswirkten. Interessanterweise hatte die Bevölkerungsdichte selbst entgegen der allgemeinen Auffassung keine signifikante Auswirkung auf die Fallrate bei einer bestimmten Postleitzahl. Tatsächlich ergab die Studie, wenn die anderen Faktoren mitberücksichtigt wurden, dass Bevölkerungsdichte und Inzidenz der Fälle negativ miteinander korrelierten. Die Studie verwendete allerdings statistische Daten von 2018, die keine Veränderungen in der Bevölkerung während des Ausbruchs berücksichtigten. Es war ebenfalls unklar, wie Pflegeheime und ihre Bewohner für die Zwecke dieser Studie klassifiziert wurden, was die Studienergebnisse beeinflusst haben könnte.

Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.25.20112797v1.full.pdf+html

                                                                             

  29. Mai 2020

Artikel wurde am 4. Juni 2020 zurückgezogen.

Kein Vorteil von Hydroxychloroquin oder Chloroquin allein oder mit Makroliden in großer multinationaler retrospektiver Datenbank-Studie

Eine große, multinationale Studie, welche die stationären Ergebnisse für Patienten mit COVID-19 analysierte, die mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Makroliden behandelt wurden, ist am 22. Mai 2020 in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht worden. Ein multinationales Register mit Daten von 671 Krankenhäusern auf sechs Kontinenten wurde analysiert. Die Daten umfassten Patienten, die zwischen dem 20. Dezember 2019 und dem 14. April 2020 mit einem positiven Laborbefund von SARS-CoV-2 hospitalisiert waren. Das Register lieferte die Daten von 96.032 Patienten für die Aufnahme in die Studie; 14.888 Patienten erhielten eine der relevanten Behandlungen innerhalb von 48 Stunden nach der Diagnose, und 81.114 Patienten befanden sich in der Kontrollgruppe und erhielten kein Chloroquin oder Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Makroliden. Die Ergebnisse erbrachten keinerlei Hinweise für die Bestätigung eines Vorteils von Hydroxychloroquin oder Chloroquin bei alleiniger Anwendung oder mit einem Makrolid in Bezug auf Ergebnisse für COVID-19 im Krankenhaus. Die Studie zeigte eine Verknüpfung jedes dieser Arzneimittelregimes mit reduziertem Überleben im Krankenhaus und erhöhter Häufigkeit ventrikulärer Arrhythmien im Vergleich zur Kontrollgruppe. Aufgrund des Designs der retrospektiven Beobachtungsstudie kann die Möglichkeit ungemessener Störfaktoren nicht ausgeschlossen werden. Eine solche Möglichkeit besteht darin, dass die Kliniker kränkere Patienten mit den Medikamenten behandelten. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass „randomisierte klinische Studien erforderlich sein werden, bevor eine Schlussfolgerung hinsichtlich des Vor- oder Nachteils dieser Wirkstoffe bei COVID-19-Patienten gezogen werden kann.“ Die Autoren gaben außerdem an, dass „diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass diese Arzneimittelregimes nicht außerhalb klinischer Studien eingesetzt werden sollten.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31180-6/fulltext?rss=yes

                                                                           

  27. Mai 2020

 Autopsie-Studie an Lungen von Patienten, die an COVID-19 starben

Eine Autopsie-Studie an den Lungen von COVID-19-Patienten ergab, dass das Coronavirus, welches COVID-19 verursacht, in die endotheliale Auskleidung der Blutgefäße eindringt und dort die Bildung von Blutgerinnseln fördert. Die Studie, welche am 21. Mai 2020 online in The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte die morphologischen und molekularen Merkmale von Lungen, welche während der Autopsie von Patienten erhalten wurden, die an COVID-19 starben, und verglich diese mit Lungen von Patienten, die an einer Grippe starben, sowie mit Lungen von altersangepassten, nicht infizierten Kontrollpersonen. Die Lungen von Patienten mit COVID-19 wiesen charakteristische vaskuläre Merkmale und starke Endothelverletzungen auf. Die histologische Analyse der Lungengefäße bei Patienten mit COVID-19 zeigte eine breit gestreute Thrombose mit Mikroangiopathie. Alveoläre kapillare Mikrothromben waren 9-mal prävalenter bei Patienten mit COVID-19 als bei Patienten mit Grippe. Die Studie ergab außerdem, dass die Lungen von Patienten mit COVID-19 ein signifikantes neues Gefäßwachstum aufwiesen, bedingt durch einen Mechanismus der intussuszeptiven Angiogenese. Die Studie untersuchte und entdeckte ebenfalls signifikante Unterschiede in der Expression von mit Entzündungen und Angiogenese verknüpften Genen im Lungengewebe von Patienten, die an COVID-19 und Influenza-A (H1N1) starben.

Link zur Studie: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2015432

                                                                     

  22. Mai 2020

 Die Lebensdauer von beim Sprechen in die Luft abgegebenen kleinen Tröpfchen und ihre potenzielle Bedeutung bei der Übertragung von SARS-CoV-2

Eine Studie, die am 13. Mai 2020 von den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) veröffentlicht wurde, hat aufgezeigt, dass beim normalen humanen Sprechen Tröpfchen verströmt werden, die in der Luft fortbestehen können. Die Forscher verwendeten Laser, um eine intensive Lichtfläche auszustrahlen, um die Salven von beim Sprechen produzierten Tröpfchen zu visualisieren, wenn Probanden die Worte „stay healthy“ (bleib gesund) sagten. Diese Methode der Lichtstreuung liefert visuelle Hinweise für die Tröpfchen-Emission und evaluiert außerdem ihre Lebensdauer in der Luft. Dieses Verfahren ist besonders sensitiv bei der Messung von beim Sprechen entstehenden Tröpfchen mit Durchmessern von weniger als 30 Mikrometern, die länger in der Luft verweilen könnten als die größeren Tröpfchen, welche üblicherweise Gegenstand der Forschung sind. Sie schätzten, dass 1 Minute lautes Sprechen mindestens 1.000 Virion-enthaltende Tröpfchen-Nuklei generiert, die mehr als 8 Minuten in der Luft bleiben. Von asymptomatischen Trägern beim Sprechen erzeugte Tröpfchen werden in zunehmendem Maße als wahrscheinlicher Modus der Krankheitsübertragung erachtet. Diese direkte Visualisierung demonstriert, wie normales Sprechen Tröpfchen in der Luft hervorbringt, die zehn Minuten oder länger dort schweben können und eminent in der Lage sind, die Erkrankung in begrenzten Milieus zu übertragen. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass diese Studie nicht die tatsächliche Übertragung von COVID-19 behandelt.

Link zur Studie: https://www.pnas.org/content/early/2020/05/12/2006874117

                                                                                                                                         

  21. Mai 2020

 Die Empfehlungen der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC zur Betreuung einer kranken Person zu Hause

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben kürzlich Richtlinien zur Betreuung einer Person mit COVID-19 zu Hause oder in einem nicht-medizinischen Umfeld veröffentlicht. Die Ratschläge beziehen sich auf die Betreuung von Personen, die symptomatisch mit COVID-19 sind, sowie von Personen, die asymptomatisch sind, aber positiv getestet wurden. Die Empfehlungen sind umfassend und detailliert. Die CDC bieten hilfreiche Strategien dazu, wie man die grundlegenden Bedürfnisse einer Person erfüllt, die krank ist. Die CDC identifizieren außerdem Symptome, die eine notärztliche Betreuung erfordern. Die CDC beschreiben ausführlich Möglichkeiten, wie sich Betreuungspersonen schützen können. In diesem Dokument befinden sich Anweisungen dazu, wie man den Kontakt mit kranken Personen einschränkt, wie Mahlzeiten gehandhabt werden und wann eine kranke Person oder eine Betreuungsperson einen Mund- und Nasenschutz tragen oder Handschuhe verwenden muss. Ratschläge zum Händewaschen, zur Benutzung des Badezimmers, zur Reinigung und Desinfektion rund um das Haus und zum Wäschewaschen werden erteilt. Die CDC bieten außerdem eine Orientierungshilfe dazu, wie eine Isolation zu Hause beendet wird.

Link zum CDC-Leitfaden: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/if-you-are-sick/care-for-someone.html

                                                                    

  20. Mai 2020

 Zum Verständnis der Immunität gegen SARS-CoV-2

Um die Immunantwort des Körpers auf SARS-CoV-2 besser zu verstehen, untersuchten Forscher an der La Jolla University die zelluläre Immunreaktion in einer Gruppe von 20 Erwachsenen, die sich von COVID-19 erholt hatten. In der Studie, die am 14. Mai 2020 online in Cell veröffentlicht wurde, stellten die Forscher eine solide zelluläre Immunreaktion auf das Virus fest. Die Forscher entschieden sich dafür, Personen zu untersuchen, die einen milden bis moderaten Krankheitsverlauf aufwiesen, der keine Hospitalisierung erforderlich machte, um einen Richtwert dafür zu liefern, wie eine normale Immunreaktion aussieht. Das Immunsystem erkannte das Virus auf vielfältige Weise sowohl mit humoraler (Antikörper-) als auch zellulärer (T-Zellen-) Immunität. Dies half, Befürchtungen zu zerstreuen, dass sich das Virus möglicherweise den Bemühungen entzieht, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Sie fanden eine solide T-Zellantwort nicht nur auf das Spike-Protein, sondern ebenfalls auf andere Proteine, und spekulierten, dass es sinnvoll sein dürfte, multiple Epitope in einem Impfstoffkandidat zu haben, anstatt nur das Spike-Protein. Interessanterweise entdeckten sie SARS-CoV-2−-reaktive CD4+ T-Zellen bei ~40-60 % der nicht exponierten Personen (Proben, die vor der gegenwärtigen Pandemie entnommen wurden), was auf eine kreuzreaktive T-Zell-Erkennung zwischen zirkulierenden ‘Erkältungsviren und SARS-CoV-2 hindeutet, wenngleich nicht bekannt ist, ob und in welchem Ausmaß diese Schutz bieten können.

Link zur Studie: https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(20)30610-3

                                                      

  19. Mai 2020

 COVID-19: Übertragung erklärt

In einem kürzlichen Blogeintrag „Die Risiken: sie kennen – sie vermeiden“ erklärt Erin S. Bromage, PhD und außerordentlicher Professor für Biologie an der University of Massachusetts Dartmouth, die Wissenschaft einer kontagiösen Dosis, wo und wie sich das Virus ausbreitet und welche Umgebungen am riskantesten sind.  Dr. Bromage leistet hervorragende Arbeit bei der Umwandlung von Daten und Ergebnissen in eine Prosa, die von Nicht-Wissenschaftlern leichter verstanden werden kann. Ein besseres Verständnis davon, wie sich das COVID-19-Virus ausbreitet, wird Personen hoffentlich helfen, Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie eine Infektion mit dem Virus vermeiden können.

Link zum Blogeintrag: https://www.erinbromage.com/post/the-risks-know-them-avoid-them

                                                              

  18. Mai 2020

 Vielversprechender COVID-19-Impfstoff mit inaktiviertem Virus 

Aufgereinigte inaktivierte Viren werden traditionell bei der Impfstoffentwicklung verwendet und liefern sichere und wirksame Impfstoffe zur Vorbeugung von Erkrankungen, die durch Viren wie Poliovirus und Influenzavirus verursacht werden. In einem wissenschaftlichen Artikel, der am 6. Mai 2020 in Science veröffentlicht wurde, berichtete eine Forschungsgruppe in China über einen aufgereinigten inaktivierten SARS-CoV-2-Impfstoff (purified inactivated SARS-CoV-2 vaccine, PiCoVacc), der neutralisierende Antikörper bei Mäusen, Ratten und nicht-humanen Primaten bildete. Die Antikörper neutralisierten nachweislich 10 repräsentative Stämme des Virus. Bei einer späteren Infektion mit SARS-CoV-2 wiesen diejenigen Rhesusaffen (eine nicht-humane Primatenart, die eine COVID-19-ähnliche Erkrankung entwickelt, die durch die SARS-CoV-2-Infektion verursacht wird), welche eine Dosis von 6 Mikrogramm erhielten, einen vollständigen Schutz auf. Der Impfstoff rief keine beobachtbaren oder biochemischen unerwünschten Wirkungen hervor. Bemerkenswerterweise gab es keinen Hinweis auf ein Phänomen, das als antikörperabhängige Infektionsverstärkung bekannt ist und in früheren Berichten als Anlass zur Besorgnis dargestellt wurde.

Die Autoren meinten: „Diese Ergebnisse deuten auf einen Weg nach vorn für die klinische Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen zur Anwendung beim Menschen hin.“ Klinische Studien mit PiCoVacc sollen voraussichtlich Ende dieses Jahres beginnen.

Link zur Studie:https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/06/science.abc1932

                                                          

  15. Mai 2020

 Höhere Konzentrationen des Angiotensin-konvertierenden Enzyms 2 (ACE2) bei Männern 

Männer sind anfälliger für COVID-19 als Frauen. Es gibt eine überwiegende Anzahl von Männern im Vergleich zu Frauen, die positiv auf COVID-19 getestet werden. Einem Bericht aus Italien zufolge waren 70 % der Patienten, die an COVID-19 starben, Männer.

Eine Studie an mehreren tausend Patienten mit Herzinsuffizienz in 11 europäischen Ländern stellte signifikant höhere Konzentrationen des Angiotensin-konvertierenden Enzyms 2 (ACE2) im Blut von Männern als von Frauen fest. ACE2 ist ein Rezeptor auf der Oberfläche gesunder Zellen. Das Coronavirus bindet sich an diesen Rezeptor und ermöglicht dem Virus, gesunde Zellen zu infizieren. Der stärkste Prädiktor für erhöhte Konzentrationen von ACE2 war männliches Geschlecht. Die Studie ergab außerdem, dass Patienten, die ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker (ARB) erhielten, keine höheren Konzentrationen von ACE2 aufwiesen. Dieser Befund von höheren Konzentrationen von ACE2 mag erklären, warum Männer anfälliger für COVID-19 sind als Frauen. Die Studie wurde am 10. Mai 2020 online im European Heart Journal veröffentlicht.

Link zur Studie:https://academic.oup.com/eurheartj/article/41/19/1810/5834647

                                                 

  13. Mai 2020

 Kawasaki-ähnliches Syndrom bei Kindern möglicherweise mitCOVID-19 verknüpft 

Das Boston Children‘s Hospital hat einen kurzen Überblick über ein kürzlich berichtetes pädiatrisches Syndrom veröffentlicht, das möglicherweise mit COVID-19 in Zusammenhang steht. In den vergangenen Wochen sind Berichte aus Europa und dem Osten der USA über eine geringe Anzahl schwerkranker Kinder mit einer entzündlichen Multisystemerkrankung eingegangen, die Kawasaki-ähnliches Syndrom (Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrome, PMIS) genannt wird. Die Berichte sind noch bruchstückhaft und die Beschreibungen der Symptome variieren, aber die Patienten scheinen Fieber, unterschiedliche Grade von Organdysfunktion und multiple Labormarker für schwere Entzündungen aufzuweisen. Das Syndrom entwickelt sich bisweilen zu einem starken Schock, der Medikamente zur Blutdruckkontrolle sowie eine mechanische Beatmung erfordert.

Es scheint ein Zusammenhang mit der aktuellen COVID-19-Pandemie insofern zu bestehen, als eine Reihe der betroffenen Kinder einen positiven PCR-Test auf SARS-CoV-2 haben und eine vergleichbare Anzahl von Antigen-negativen Kindern positive Antikörpertestergebnisse aufweisen. Bei einer signifikanten Anzahl von Fällen trat jedoch nichts davon ein. Der Zusammenhang bleibt unklar.

Das Syndrom steht außerdem in gewissem Zusammenhang mit der Kawasaki-Krankheit, da manche Kinder sämtliche oder einige Kriterien für Kawasaki erfüllen. Obwohl Myokarditis bei Kindern mit PMIS häufig vorkommt, scheint die Involvierung der Koronararterie (einschließlich Aneurysmen der Koronararterie), ein Kennzeichen für Kawasaki, jedoch nicht berichtet zu werden.

Obwohl sie selten auftreten, sind die Fälle recht schwerwiegend und scheinen auf Behandlungen wie Antikoagulation, IV-Immunglobulin, IL-1- oder IL-6-Blockade und Kortikosteroide anzusprechen. Kliniker sollten auf diese Manifestationen achten und potenziell betroffene Kinder an ein Fachzentrum überweisen.

Link zum Überblick: https://discoveries.childrenshospital.org/covid-19-inflammatory-syndrome-children/

                                                     

  12. Mai 2020

 Genetische Variabilität kann Anfälligkeit für COVID-19 beeinflussen

Eine Analyse der bekannten genetischen Variationen innerhalb des menschlichen Immunsystems deutet darauf hin, dass es Unterschiede gibt, welche die Reaktionsfähigkeit auf eine SARS-CoV-2-Infektion beeinflussen könnten. Die immune Variabilität mag erklären, warum manche Menschen schwerwiegende Symptome erleben, während andere nur leichte Symptome aufweisen oder asymptomatisch sind.

HLA-Proteine binden sich an körperfremde Peptide, markieren das fremde Peptid und aktivieren das Immunsystem, um die infizierte Zelle abzutöten. Je mehr Peptide ein Virus hat, die durch das HLA-System erkannt werden können, desto stärker ist die Immunantwort. Manche HLA-Proteine mögen besser auf SARS-CoV-2 zugeschnitten sein und daher ein Faktor dabei sein, wie effektiv das Immunsystem das Virus bekämpfen kann.

Forscher analysierten das humane Leukozytenantigen (HLA), um zu bestimmen, welche HLA-Allele sich am effektivsten an Coronavirus-Peptide binden. Der wissenschaftliche Artikel ist als akzeptiertes Manuskript online im Journal of Virology gepostet worden. Die Autoren verwendeten Computermodelle mit einer bekannten Datenbank der Proteine, die SARS-CoV-2 bilden, und verwendeten dann Algorithmen zur Vorhersage, wie gut sich verschiedene HLA an diese Coronavirus-Proteine binden. Von den 145 verschiedenen HLA-Allelen identifizierten die Forscher die drei besten (A*02:02, B*15:03, C*12:03) und die drei schlechtesten (A*25:01, B*46:01, C*01:02) beim Aufweisen viraler Antigene. Das Modell prognostizierte, dass ein HLA-Allel, B*46:01, beim Aufweisen von Antigenen von sowohl SARS-CoV-2 als auch SARS-CoV besonders schlecht abschnitt. Die Ergebnisse wurden dann mit denen aus früheren Studien verglichen. Der Vergleich offenbarte, dass Personen mit diesem Allel (B*46:01) dazu tendierten, schwerwiegendere SARS-Infektionen und höhere Viruslasten zu haben. Die Ergebnisse mögen helfen, die großen Unterschiede bei klinischen Präsentationen von COVID-19 zu erklären, Personen mit hohem Risiko zu identifizieren und diese Personen für eine Impfung zu priorisieren.

Link zur Studie: https://jvi.asm.org/content/early/2020/04/16/JVI.00510-20

                                               

  11. Mai 2020

 Kombination von antiviralen Medikamenten verbessert Ergebnis bei COVID-19-Patienten 

Eine Studie, die am 8. Mai 2020 online in The Lancet veröffentlicht wurde, umfasste 124 hospitalisierte Patienten in Hongkong mit SARS-CoV-2-positivem nasopharyngealen Abstrich. Die multizentrische, randomisierte (2:1) Open-Label-Studie verglich die Kombination von Lopinavir und Ritonavir, Ribavirin und drei Dosen von 8 Millionen internationalen Einheiten Interferon beta-1b mit einer Kontrollgruppe, der Lopinavir und Ritonavir allein verabreicht wurde. Die durchschnittliche Zeit zwischen dem Einsetzen der Symptome und der Aufnahme in die Studie betrug 5 Tage. Der primäre Endpunkt der Studie war die Zeit bis zu einem nasopharyngealen Abstrich, der mittels reverser Tanskriptase-PCR negativ für SARS-CoV-2-Virus war. Die Kombinationsgruppe wies eine signifikant kürzere durchschnittliche Zeit vom Beginn der Studienbehandlung bis zum negativen nasopharyngealen Abstrich auf (7 Tage) als die Kontrollgruppe (12 Tage; p = 0,001). Es gab außerdem eine signifikante Verbesserung der Symptome und der Verringerung der Dauer des Krankenhausaufenthalts. Unerwünschte Ereignisse unterschieden sich nicht zwischen den beiden Gruppen und waren im Allgemeinen leicht und selbstlimitierend. Sehr wenige Patienten benötigten eine Intensivpflege und nur ein Patient (Kontrollgruppe) benötigte eine Intubation und Beatmung. Es gab keine Todesfälle. Diese Studie ergab, dass die Behandlung mit einer Kombination von antiviralen Therapien bezüglich der Verkürzung der Dauer der Virusverbreitung bei Patienten mit leichtem bis moderatem COVID-19 effektiv war. Die Autoren erörterten den Vorteil dafür, Viruslasten negativ zu rendern und dadurch die Infektiosität des Patienten zu reduzieren. Sie empfahlen eine placebokontrollierte Folgestudie zur Ermittlung der Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombinationstherapie.

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31042-4/fulltext

                                               

  8. Mai 2020

 SARS-CoV-2 verbreitete sich in Frankreich bereits Ende Dezember 2019 

RT-PCR-Tests an einer eingelagerten Sputum-Probe eines Patienten, der Ende Dezember mit schwerem akuten respiratorischen Syndrom in Frankreich hospitalisiert wurde, waren positiv auf das Coronavirus. Dieses Resultat offenbarte, dass die Epidemie in Frankreich viel früher begann, als ursprünglich angenommen wurde. Dieses Ergebnis wurde am 3. Mai 2020 online im International Journal of Antimicrobial Agents veröffentlicht. Die Forscher überprüften die Krankenakten aller Patienten, die mit einer grippeähnlichen Erkrankung zwischen dem 2. Dezember 2019 und dem 16. Januar 2020 in ihre Intensivstation aufgenommen wurden (n = 124). Patienten mit einem positiven PCR-Assay für andere respiratorische Viren sowie Patienten mit für COVID untypischen Krankenakten wurden ausgeschlossen. Die nasopharyngealen Proben der verbleibenden 12 Patienten wurden untersucht. Eine Probe war positiv auf COVID-19. Die positive Probe stammte von einem 42-jährigen algerischen Einwanderer ohne Vorgeschichte einer Reise oder Verbindung nach China. Er wurde am 27. Dezember 2019 in der Notaufnahme mit Hämoptyse, Husten, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen und Fieber vorstellig, die sich seit vier Tagen entwickelt hatten. Es ist anzumerken, dass eines seiner Kinder vor dem Einsetzen seiner Symptome an einer grippeähnlichen Erkrankung litt. Die Akte enthält die Krankengeschichte, das klinische Erscheinungsbild, Laborbefunde, radiologische Befunde und den klinischen Verlauf seiner Erkrankung. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich die Krankheit bereits Ende Dezember 2019 in der französischen Bevölkerung ausbreitete.

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643

                                           

  7. Mai 2020

 Epidemiologische Studie zur Übertragung von SARS-CoV-2 bei engen Kontakten 

Eine epidemiologische Studie zu COVID-19 bei 391 Fällen und 1286 ihrer engen Kontakte in Shenzhen, China, die in The Lancet veröffentlicht wurde, liefert Informationen über die natürliche Entwicklung und Transmissibilität des SARS-CoV-2-Virus. Unter Verwendung eines umfangreichen primären Datensatzes konnten die Forscher Aufschluss über die Inkubationszeiten, die Zeit bis zur Genesung und die Transmissibilität des Virus erlangen. Interessanterweise stellten sie fest, dass die sekundäre Anfallsrate bei engen Kontakten rund 7 % betrug. Die Übertragung zwischen sehr engen Kontakten wie Personen, die einen Haushalt teilen, ereignete sich bei weniger als einem von sechs Kontakten (das bedeutet eine sekundäre Anfallsrate von 11 bis 15 %).

Die Studie hob das Ergebnis hervor, dass Kinder genauso wahrscheinlich infiziert werden wie Erwachsene. Obwohl Kinder oftmals nicht krank werden, sollten sie als wesentliche Quelle der Übertragung nicht übersehen werden. Die Studie zeigte außerdem den Stellenwert einer kontaktbasierten Überwachung bei der Reduzierung der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in der Gemeinschaft auf.

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/pdfs/journals/laninf/PIIS1473-3099(20)30287-5.pdf

                                           

  6. Mai 2020

 Verschlechtern ACE-Hemmer oder ARB das Ergebnis bei COVID-19?

Bedenken, ob Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) die Ergebnisse bei Patienten mit COVID-19 verschlechtern, haben zu zahlreichen diesbezüglichen Forschungsprojekten geführt. Das COVID-19 verursachende Coronavirus infiziert Lungenzellen, indem es sich an die membrangebundene Form des Angiotensin-konvertierenden Enzyms 2 (ACE2) bindet. Diese Erkenntnis hat zu Spekulationen Anlass gegeben, dass diese Medikamente für Patienten mit COVID-19 schädlich sein könnten. Ein am 1. Mai 2020 in The New England Journal of Medicine erschienener Leitartikel erörtert die Ergebnisse von drei kürzlich durchgeführten Datenbank-Studien, die keine unerwünschten Ergebnisse bei Patienten feststellten, welche ACE-Hemmer oder ARB einnahmen.

Link zum Leitartikel: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2012924

                                             

  5. Mai 2020

 Schlaganfälle aufgrund von Okklusion großer Gefäße bei jungen Patienten und Patienten mittleren Alters mit COVID-19 

Das New England Journal of Medicine berichtete am 28. April 2020 von fünf Schlaganfällen aufgrund von Okklusion großer Gefäße bei Patienten im Alter von 50 Jahren oder jünger mit COVID-19. Die jüngste war eine 33-jährige Frau. Der Bericht umfasste alle Schlaganfallpatienten unter 50 Jahren im Mount Sinai Gesundheitssystem in New York City während eines Zeitraums von zwei Wochen zwischen Ende März und Anfang April. Die Rate betrug fast das Siebenfache der Anzahl von Schlaganfallpatienten in dieser Altersgruppe während irgendeines durchschnittlichen Zeitraums von zwei Wochen im Laufe des vorangegangenen Jahres und deutet auf eine sehr starke Korrelation mit COVID-19 hin.

Link zum Artikel: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2009787

         


  4. Mai 2020

 COVID-19, eine Erkrankung des nikotinischen cholinergen Systems?

In China beträgt die geschätzte Prävalenz des Rauchens 31,3 %, Daten aus einer Fallserien-Analyse in China haben jedoch ergeben, dass lediglich 6,5 Prozent der mit COVID-19 hospitalisierten Patienten Raucher waren. Interessanterweise deutet dieses Ergebnis darauf hin, dass es potenziell positive Auswirkungen von Nikotin gibt. Ein Leitartikel, der in Toxicology Reports veröffentlicht wurde und am 30. April 2020 online verfügbar war, erörtert den Zusammenhang zwischen dem cholinergen und Immunsystem und der Art und Weise, wie Nikotin die Dynamik beeinflussen und möglicherweise eine Behandlung für COVID-19 darstellen kann.

                     

  30. April 2020

 Hypoxämie ohne Dyspnoe, ein neues bei COVID-19-Patienten beschriebenes Phänomen

Eine alarmierende Hypoxie ohne das erwartete Symptom einer Dyspnoe wurde in einem Online-Artikel erörtert, der von Jennifer Couzin-Frankel in der Ausgabe vom 28. April 2020 der Science News verfasst wurde. In dem Artikel berichtete sie über dieses Phänomen sowie über aktuelle Forschungen und Ansichten bezüglich seiner Ursache und Behandlung. Sie machte auf eine kleine, aber zum Nachdenken anregende Studie aufmerksam, die in Brasilien von Elnara Marcia Negri und Kollegen durchgeführt wurde (siehe unten stehenden Link zum medrxiv-Vorabdruck, veröffentlicht am 20. April 2020). Jene Studie umfasste eine Reihe von 27 konsekutiven Patienten mit respiratorischer Insuffizienz aufgrund von COVID-19, die mit Heparin behandelt wurden und eine bessere Rate positiver Ergebnisse aufwiesen, als an anderer Stelle berichtet wurde. Dr. Negri, eine Pulmonologin, legte nahe, dass eine disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) oder Mikroemboli in kleinen Blutgefäßen in der Lunge zu einer Diskrepanz der Perfusion oder einem Shunt führt und so eine Hypoxämie verursacht. Die pulmonale Compliance scheint aufrechterhalten zu sein, und die Patienten können Kohlendioxid emittieren. Der Atemantrieb wird durch die Kohlendioxid-Spiegel im Blutstrom beeinträchtigt, nicht durch den Sauerstoffgehalt. Dies erklärt, warum sich diese Patienten nicht außer Atem bei niedrigem Sauerstoffgehalt allein fühlen.

 Link zum Science-Artikel: https://www.sciencemag.org/news/2020/04/why-don-t-some-coronavirus-patients-sense-their-alarmingly-low-oxygen-levels

                      

  29. April 2020

 Yale University School of Public Health findet Speichelproben eine vielversprechende Alternative zum nasopharyngealen Abstrich

Die Yale University School of Public Health führte eine Studie zum Vergleich von Speichel- und Nasopharyngeal-Proben an 44 Patienten durch, die mit COVID-19 hospitalisiert waren, sowie an 98 in der Gesundheitsfürsorge Beschäftigten mit berufsbedingter Exposition gegenüber COVID-19-Patienten. Über die Studie berichtete Michael Greenwood am 24. April 2020 in Yale News. Obwohl die Studie klein und begrenzt war, waren ihre Ergebnisse vielversprechend für die Verwendung von Speichelproben anstelle der gegenwärtigen standardmäßigen Durchführung von nasopharyngealen Abstrichen.Die Studie ergab, dass Speichel eine größere Nachweisempfindlichkeit und Konsistenz im Verlauf der Infektion im Vergleich zu patientenangepassten Nasopharyngeal-Proben lieferte. Dies kann bei Tests auf COVID-19 transformativ sein. Speicheltests sind nicht-invasiv, sind nicht auf nasopharyngeale Abstriche angewiesen und können leicht selbst durchgeführt werden. Daher schließen sie die Risiken, Engpässe und Verwendung von Hilfsmitteln wie Abstrichstäbchen und persönliche Schutzausrüstung (PSA) aus, die den Patientenkontakt und die derzeitige Anwendung von Testverfahren bestimmen. Die Studie unterlag bisher keinem Peer-Review. Die Forschungsergebnisse sind gegenwärtig auf dem Preprint-Server medRxiv verfügbar.

 Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.16.20067835v1.full.pdf+html

 Link zur Pressemitteilung:https://news.yale.edu/2020/04/24/saliva-samples-preferable-deep-nasal-swabs-testing-covid-19

  28. April 2020

 WHO gibt Leitlinien zu „Immunitäts-Pässen“ heraus 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine kurze Warnung ausgegeben (24. April 2020), dass keinerlei Hinweise dafür existieren, dass das Vorhandensein von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2-Virus vor einer erneuten Infektion und der Entwicklung der COVID-19-Erkrankung schützt. Die WHO warnt Regierungen davor, Antikörpertests zu verwenden, die ihnen als Hilfestellung bei der Lockerung sozialer Maßnahmen und dem Ausstellen von „Immunitäts-Pässen“ oder „risikofreien Bescheinigungen“ dienen sollen, die es Personen ermöglichen, davon auszugehen, dass sie vor einer erneuten Infektion geschützt sind. Es gibt keine Garantien dafür, dass Personen, die an COVID-19 erkrankt waren oder positiv auf Antikörper getestet wurden, zur Arbeit zurückkehren oder risikofrei reisen können. „Zu diesem Zeitpunkt der Pandemie gibt es keine ausreichenden Hinweise bezüglich der Wirksamkeit einer durch Antikörper vermittelten Immunität, um die Genauigkeit eines „Immunitäts-Passes“ oder einer „risikofreien Bescheinigung“ zu gewährleisten“, sagte die WHO.

Die WHO betonte außerdem, dass Labortests, die Antikörper gegen SARS-CoV-2 bei Personen entdecken, einschließlich schneller immundiagnostischer Tests, eine weitere Überprüfung erfordern, um deren Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu ermitteln. Immundiagnostische Tests können Personen fälschlicherweise auf zwei Arten kategorisieren. Die erste besteht darin, dass sie Personen, die infiziert worden sind, fälschlicherweise als negativ (falsch-negativ) kennzeichnen, und die zweite besteht darin, dass Personen, die nicht infiziert worden sind, fälschlicherweise als positiv (falsch-positiv) gekennzeichnet werden. Jeder Antikörpertest wird seine Genauigkeit (falsch-negative und falsch-positive Raten) bestimmen lassen müssen. Beide Irrtümer haben schwerwiegende Konsequenzen und werden die Bemühungen zur Kontrolle beeinträchtigen.

 Link zur Ankündigung der WHO: https://www.who.int/news-room/commentaries/detail/immunity-passports-in-the-context-of-covid-19
                 

  27. April 2020

 Merkmale von Patienten, die mit COVID-19 hospitalisiert wurden

Eine umfangreiche Fallserie von 5.700 sequenziellen Patienten, die zwischen dem 1. März und dem 4. April 2020 mit bestätigtem COVID-19 in Krankenhäuser in New York City aufgenommen worden waren, wurde am 22. April 2020 in JAMA Network veröffentlicht. Die Studie liefert eine umfassende Beschreibung ihrer Merkmale, Begleiterkrankungen und Ergebnisse. Am bemerkenswertesten ist, dass zahlreiche Patienten zusätzlich weitere gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck (57 %), Fettleibigkeit (42 %) und Diabetes (34 %) aufwiesen. Bei der Triage hatten nur 31 % Fieber. Die Studie konzentrierte sich auf die 2.643 Patienten, welche entweder entlassen wurden (2.090) oder während des Studienzeitraums verstarben (553). In dieser Gruppe von Patienten, welche diese Ergebnisse erzielten, erhielten 320 eine mechanische Beatmung, von denen 88 % verstarben; unter denjenigen im Alter von über 65 Jahren, die eine mechanische Beatmung erhielten, verstarben 97 %. Es ist zu erwähnen, dass 3.066 Patienten zum Zeitpunkt der Erfassung der Ergebnisdaten hospitalisiert blieben, und dies umfasst sicherlich eine Reihe von Patienten im Alter von über 65 Jahren, die eine mechanische Beatmung benötigten und bis zu diesem Zeitpunkt überlebt hatten.

 Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765184

  24. April 2020

 Zusätzliche Daten zu Malariamitteln für COVID-19

Die anfängliche Begeisterung und frühe Akzeptanz von Hydroxychloroquin ist aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und möglicher unerwünschter Effekte gedämpft worden. Mehrere jüngste Studien und Berichte sind in einem Online-Übersichtsartikel vom 21. April in Science (1) zusammengefasst (und werden nachstehend erwähnt), der die Gründe für diese Bedenken herausstellt:

Eine am 21. April veröffentlichte retrospektive Analyse (2) von 368 hospitalisierten Veteranen, die mit Hydroxychloroquin (HCQ), HCQ + Azithromycin (AZ) oder ohne HCQ behandelt worden waren, zeigte keine Vorteile hinsichtlich einer reduzierten Mortalität oder der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung in den Gruppen, die HCQ allein oder in Kombination mit AZ erhielten. Die Todesraten in den HCQ-, HCQ + AZ- und Nicht-HCQ-Gruppen betrugen 27,8 %, 22,1 % bzw. 11,4 %. Die Gruppe, die nur HCQ erhielt, wies eine Zunahme der Mortalität aufgrund jeglicher Ursache auf.

Eine Publikation zu Mayo-Klinik-Verfahren am 7. April (3) erörterte den Mechanismus einer QTc-Verlängerung durch Chloroquin und Hydroxychloroquin und lieferte einen Leitfaden zur Überwachung und Vermeidung dieser potenziell letalen Komplikation. Der wissenschaftliche Artikel beschreibt detailliert die Pharmakologie von Chloroquin und Hydroxychloroquin und zeigt auf, dass beide Medikamente den KCNH2-kodierten HERG/Kv11.1-Kaliumkanal blockieren, der das QTc-Intervall verlängern kann, und dabei das Risiko für gefährliche Arrhythmien (z. B. Torsades de pointes) und plötzlichen Herztod erhöhen. Die Autoren führen Risikofaktoren auf und empfehlen ein Screening für diese vor der Behandlung, um modifizierbare Risikofaktoren zu korrigieren und die QTc-Verlängerung während der Behandlung zu überwachen.

Eine Studie an der New York University School of Medicine (4) untersuchte die Veränderung im QT-Intervall bei 84 erwachsenen Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion, die mit Hydroxychloroquin + Azithromycin behandelt wurden. Bei 30 % der Patienten erhöhte sich QTc um > 40 ms. Bei 11 % der Patienten erhöhte sich QTc auf > 500 ms, was ein hohes Risiko für Arrhythmie darstellt.

In Brasilien wurde eine verblindete, randomisierte klinische Studie (5) zu hoch und niedrig dosiertem Chloroquin (verabreicht mit Ceftriaxon und Azithromycin) an wegen COVID-19 hospitalisierten Personen frühzeitig unterbrochen, nachdem sich lediglich 81 Patienten registriert hatten, als die Prüfärzte mehr Todesfälle in der Gruppe feststellten, welche die höhere der beiden Dosen Chloroquin erhalten hatte.

 

Quellen

 1. Servick K.: Antimalarials widely used against COVID-19 heighten risk of cardiac arrest. How can doctors minimize the danger? Science 21. April 2020. https://www.sciencemag.org/news/2020/04/antimalarials-widely-used-against-covid-19-heighten-risk-cardiac-arrest-how-can-doctors

2. Magagnoli J., Siddharth N., Pereira F. et al.: Outcomes of hydroxychloroquine usage in United States veterans hospitalized with Covid-19. 23. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.16.20065920v2. doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.16.20065920

3. Giudicessi JR., Noseworthy PA., Friedman PA. et al.: Urgent Guidance for Navigating and Circumventing the QTc-Prolonging and Torsadogenic Potential of Possible Pharmacotherapies for Coronavirus Disease 19 (COVID-19). Mayo Clin Proc 7. April 2020 doi: 10.1016/j.mayocp.2020.03.024 [Epub vor Druck]

4. Chorin E., Dai M., Schulman E. et al.: The QT interval in patients with SARS-CoV-2 infection treated with hydroxychloroquine/azithromycin. 3. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.02.20047050v1. doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.02.20047050

5. Silva Borba MG., de Almeida Val F., Sampaio VS. et al.: Chloroquine diphosphate in two different dosages as adjunctive therapy of hospitalized patients with severe respiratory syndrome in the context of coronavirus (SARS-CoV-2) infection: Preliminary safety results of a randomized, double-blinded, phase IIb clinical trial (CloroCovid-19 Study). 16. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.07.20056424v2  doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.07.20056424

       


  23. April 2020

 Vorgeschlagener nationaler COVID-19-Test-Aktionsplan

Die Rockefeller Foundation hat einen umfassenden Plan (mit Datum vom 21.4.2020 – siehe unten stehenden Link) zur Wiedereröffnung von Arbeitsplätzen und Gemeinden bereitgestellt, der auf Tests auf COVID-19 und gründlicher Nachbeobachtung positiver Ergebnisse basiert. Ziel des Plans ist die Erstellung eines staatlich gelenkten, nationalen Programms für COVID-19-Tests, das die Wiedereröffnung der Wirtschaft mittels Überwachung der Arbeitskräfte, Früherkennung von sich wiederholenden Ausbrüchen sowie diagnostischer und häuslicher Tests unterstützt. Der Plan umfasst drei Hauptkomponenten:

  • Drastische Ausdehnung der COVID-19-Tests von den derzeitig 1 Millionen Tests pro Woche auf 3 Millionen pro Woche über die nächsten 8 Wochen und dann auf 30 Millionen Tests pro Woche über die nächsten 6 Monate. Dies erfordert die Investition in die Testkapazität und deren Unterstützung auf nationaler Ebene, an Universitäten und in Tausenden von kleinen lokalen Labors landesweit.
  • Schulung und Lancierung einer Armee von Beschäftigten im Gesundheitswesen, um die Tests sowie eine Ermittlung von Kontaktpersonen für diejenigen mit positiven Tests durchzuführen. Es wird vorgeschlagen, dass dies um die staatlichen Gesundheitsabteilungen organisiert wird. Es ist beabsichtigt, 100.000 bis 300.000 Mitarbeiter einzustellen, die durch Computernetzwerke unterstützt werden müssen, welche mit zahlreichen elektronischen Gesundheitsakten verknüpft sind.
  • Integration und Erweiterung nationaler, staatlicher und privater Datenplattformen zur Vereinfachung der Echtzeit-Analysen und Nachverfolgung der Erkrankung. Dadurch werden sich wiederholende COVID-19-Ausbrüche sowie direkte Anstiege der Testvolumina und der Nachbeobachtungen ermittelt.

Diese von der Rockefeller Foundation bereitgestellte Informationsschrift enthält viele gute Ideen und ist unbedingt lesenswert. Der massive Plan erfordert die Integration zahlreicher verstreuter computergestützter Datenplattformen. Bei all diesem muss die Privatsphäre mit der Notwendigkeit einer Infektionskontrolle abgewogen werden.

Link zum Plan: https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/2020/04/TheRockefellerFoundation_WhitePaper_Covid19_4_21_2020.pdf


  22. April 2020

 Hervorhebung der Bedeutung von Gerinnungsstörungen bei COVID-19

Thrombotische Komplikationen sind ein aufkommendes Problem bei Patienten mit COVID-19. Es ist wichtig, sich der signifikanten Komplikationen bewusst zu sein, welche durch die Morbidität und Mortalität der Erkrankung entstehen und dazu beitragen. Eine Dysregulation der Gerinnungskaskade durch die Infektion erzeugt einen prothrombotischen Zustand. Dies kann zu disseminierter intravaskulärer Gerinnung, Thromboembolie, Hämorrhagie oder offenkundiger Gerinnselbildung führen.Ein wissenschaftlicher Artikel, der online (siehe unten stehenden Link) für das Journal of Clinical Virology (Juni 2020) veröffentlicht wurde, betont die Bedeutung von Gerinnungsstörungen bei Patienten mit COVID-19 und überprüft vergangene Erfahrungen mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 1 (Sars-CoV-1) und dem Middle East respiratorischen Syndrom Coronavirus (MERS-CoV). 

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1386653220301049

   

  21. April 2020

 28.000 fehlende Todesfälle: Verfolgung des wahren Ausmaßes der Coronavirus-Krise

Eine Überprüfung der Mortalitätsdaten in 11 Ländern, die aufzeigt, dass weit mehr Menschen in diesen Ländern starben als in den vergangenen Jahren, wurde von Jin Wu und Allison McCann in der New York Times am 21. April 2020 berichtet. Sie schätzten die Übersterblichkeit für jedes Land durch einen Vergleich der Anzahl an Personen, die in diesem Jahr aufgrund jeglicher Ursachen starben, mit dem historischen Durchschnitt während desselben Zeitraums. Es ergab sich, dass mindestens 28.000 weitere Personen während der Coronavirus-Pandemie im letzten Monat verstarben, als die offiziellen Todeszahlen aufgrund von COVID-19 vermelden. Da die meisten Länder nur diejenigen COVID-19-Todesfälle berichten, welche sich in Krankenhäusern ereignen, existieren zahlreiche COVID-19-Todesfälle, die nicht berichtet werden. Die in dieser Studie festgestellten zusätzlichen 28.000 Todesfälle umfassen Todesfälle aufgrund von COVID-19 sowie solche aufgrund von anderen Ursachen, darunter wahrscheinlich Personen mit anderen Erkrankungen, die nicht behandelt wurden, da die Krankenhäuser überlastet wurden. Dieser Artikel legt nahe, dass die globale Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von COVID-19 wesentlich höher sein wird als die Berichte der Todesfälle aufgrund von COVID-19, die durch Tests bestätigt wurden. Zur eindrucksvollen grafischen Darstellung dieser Trends in jedem Land verwenden Sie bitte den folgenden Link zum Artikel.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html?smid=em-share

 

  20. April 2020

 60 Prozent der positiv getesteten Seeleute sind asymptomatisch

Eine von Idress Ali und Phil Stewart von Reuters am 16. April 2020 berichtete Geschichte offenbart eine Ahnung von der Pandemie. Obwohl bekannt ist, dass Patienten infiziert und asymptomatisch sein können und ein Übertragungsrisiko darstellen, ist das Ausmaß der asymptomatischen Infektion unbekannt und wird möglicherweise unterschätzt. Die Tests der Marine an allen 4.800 Mitgliedern der Crew des Flugzeugträgers Theodore Roosevelt waren zu 94 % abgeschlossen. Von den über 600 Seeleuten, die positiv getestet wurden, waren 60 % asymptomatisch. Diese Zahl wurde Reportern in einem Telefongespräch mit Vizeadmiral Phillip Sawyer, dem stellvertretenden Leiter der Marineoperationen, die im Mittelpunkt der Bemühungen der Navy im Kampf gegen das Coronavirus stehen, präsentiert und in einem Fernsehinterview von Verteidigungsminister Mark Esper kommentiert. Der Artikel erklärt, dass die Zahl höher ist als der von Dr. Anthony Fauci am 5. April offerierte Bereich von 25 % bis 50 %. Die Ergebnisse sind von besonderem Interesse und bieten Einblicke in das mögliche Ausmaß der asymptomatischen Infektion.

Link zum Zeitungsartikel: https://taskandpurpose.com/news/uss-theodore-roosevelt-sailors-coronavirus-asymptomatic

 


   17. April 2020

 Scoring-Modell prognostiziert das Progressionsrisiko bei COVID-19

Forscher in China entwickelten ein Vier-Faktorenmodell basierend auf Komorbidität, Alter, Lymphozytenzahl und LDH(Laktatdehydrogenase)-Spiegel, das prognostizierte, welche Patienten mit bestätigten COVID-19-Infektionen Fortschritte machten und welche nicht. Das Modell zielt darauf ab, Ärzten dabei zu helfen, die optimale therapeutische Strategie für einen bestimmten Patienten zu identifizieren. Das Risikomodell wurde von Dr. Enqiang Qin und Kollegen entwickelt und online in der Fachzeitschrift Clinical Infectious Diseases am 9. April 2020 veröffentlicht.

Daten von 208 konsekutiven Patienten wurden retrospektiv erhoben und mittels einer multivariaten COX-Regression analysiert, die vier Faktoren bei der Vorstellung, Komorbidität, Alter > 60 Jahre, niedrige Lymphozytenzahl und hohe LDH-Werte, identifizierte, die unabhängig mit der Progression der COVID-19-Erkrankung assoziiert waren. Basierend auf diesen Faktoren wurde ein Scoring-Modell entwickelt, um Einzelpersonen in eine von drei Kategorien einzustufen:

  • Geringes Risiko mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 % für Progression
  • Intermediäres Risiko mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 bis 40 % für Progression
  • Hohes Risiko mit einer Wahrscheinlichkeit von > 50 % für Progression

Dieses Modell wird in prospektiven Studien validiert werden müssen, um die Befähigung dieser Risikofaktoren, die Progression von COVID-19 zu prognostizieren, zu bestätigen.

Link zur Studie: https://academic.oup.com/cid/article/doi/10.1093/cid/ciaa414/5818317


 

  16. April 2020

 Sero-Umfrage durch das NIH sucht Freiwillige

Um ein klareres Bild des Ausmaßes der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten zu erhalten, rekrutiert das NIH nicht weniger als 10.000 Freiwillige. Personen mit einer bestätigten Vorgeschichte von COVID-19 oder aktuellen Symptomen von COVID-19 sind nicht für die Teilnahme geeignet. „Diese Studie wird…uns sagen, wie viele Personen in verschiedenen Gemeinschaften infiziert worden sind, ohne es zu wissen, weil sie eine sehr leichte, nicht dokumentierte Erkrankung hatten oder sich keinem Test unterzogen, während sie krank waren“, sagte Anthony S. Fauci, MD und Direktor des NIAID. Die Forscher werden Blutproben nehmen und auf Antikörper gegen das Sars-CoV-2-S-Protein analysieren. Die Ergebnisse werden helfen, das Ausmaß zu beleuchten, in dem sich das Virus unerkannt in der Bevölkerung ausgebreitet hat. Den Teilnehmern werden Blutentnahme-Sets für Zuhause zugeschickt mit detaillierten Anweisungen zur Entnahme einer Mikro-Blutprobe und Rücksendung zwecks Analyse. Personen, die sich für eine Teilnahme an der Studie interessieren, sollten sich an folgende E-Mail-Adresse wenden:clinicalstudiesunit@nih.gov

Link zur Pressemitteilung: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-begins-study-quantify-undetected-cases-coronavirus-infection

 


 

 

 14. April 2020

 Warum die Sterblichkeitsraten für Coronavirus nicht in einer einfachen Zahl zusammengefasst werden können

Johnathan Fuller, MD, PhD, offeriert einen klaren Artikel, in dem er die breitere Perspektive bezüglich der sich ständig ändernden COVID-19-Statistiken erklärt. In einem am 10. April 2020 online in der Fachzeitschrift The Conversation erschienenen Artikel erklärt Dr. Fuller, warum sich Statistiken und Modelle unterscheiden. Sein Wissen liefert dem Leser einen Rahmen und eine Perspektive, um den großen Umfang an epidemiologischen Informationen interpretieren zu helfen, die über die COVID-19-Pandemie berichtet werden. Die beste Entscheidungsfindung für die öffentliche Gesundheitspolitik und individuelle Fälle erfordert ein tieferes Verständnis der Modelle als nur der Zahlen allein.

Link zum Artikel: Warum die Sterblichkeitsraten für Coronavirus nicht in einer einfachen Zahl zusammengefasst werden können

 


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


9. April 2020

COVID-19 kann das Herz betreffen und mit kardiovaskulären Symptomen einhergehen. Vier sehr interessante Fälle

Patienten mit COVID-19 weisen häufig respiratorische Symptome auf, die sich zu einer Pneumonie und in schweren Fällen zum akuten respiratorischen Distresssyndrom (ARDS) und Schock entwickeln können. Es ist nun offensichtlich, dass eine COVID-19-Infektion das Herz betreffen kann. Dyspnoe ist ein häufig auftretendes Symptom bei sowohl pulmonaler als auch kardialer Involvierung, und die Unterscheidung zwischen kardialer und respiratorischer Ätiologie kann eine Herausforderung darstellen. Es ist wesentlich, zu erkennen, wann eine kardiale und eine pulmonale Involvierung koexistieren, und es gibt eine Vielzahl von kardiovaskulären Präsentationen der COVID-19-Infektion. Ein wissenschaftlicher Artikel, der am 3. April online in Circulation veröffentlicht wurde, erörtert vier Fälle, die diesen Punkt veranschaulichen. 

Link zur Studie: https://www.ahajournals.org/doi/pdf/10.1161/CIRCULATIONAHA.120.047164

 


9. April 2020

Ein neues antivirales Medikament, das klinischen Studien unterzogen wird, lässt auf eine Behandlung von COVID-19 hoffen

Ein neues Medikament namens EIDD-2801 zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Lungenschäden, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen werden.  EIDD-2801, ein Ribonukleosid-Analogon mit antiviraler Aktivität auf der RNA-abhängigen RNA-Polymerase, wurde von Forschern an der UNC-Chapel Hill Gillings SChool of Global Public Health entwickelt. Die Ergebnisse der jüngsten Studie wurden am 6. April 2020 online von der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht. Die veröffentlichte Studie ergab, dass EIDD-2801 kultivierte humane Lungenzellen schützen kann, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Das Medikament scheint ebenfalls bei der Behandlung anderer schwerer Coronavirus-Infektionen effektiv zu sein. Experimente mit Mäusen ergaben, dass, wenn EIDD-2801 zwischen 12 und 24 Stunden nach Beginn der Infektion mit Viren verabreicht wird, welche mit COVID-19 verwandt sind, Lungenschäden und Gewichtsverlust signifikant reduziert waren. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass das Medikament oral verabreicht werden kann, im Gegensatz zu anderen Behandlungen, die intravenös verabreicht werden müssen. Die Einfachheit der Behandlung bietet das Potenzial für eine Behandlung weniger kranker Patienten oder zur Prophylaxe.

Link zur Studie: https://stm.sciencemag.org/content/early/2020/04/03/scitranslmed.abb5883


8. April 2020

Forschungsergebnisse zeigen, dass der COVID-19-Impfstoffkandidat vielversprechend ist

Interessante Nachrichten aus einer Geschichte, die in ScienceDaily veröffentlicht wurde

Wissenschaftler an der University of Pittsburgh School of Medicine kündigten einen potenziellen Impfstoff gegen COVID-19 an. Bei Tests an Mäusen produzierte der Impfstoff Antikörper spezifisch für Sars-CoV-2 in Mengen, die zur Neutralisierung des Virus ausreichend waren. Der wissenschaftliche Artikel mit detaillierten Angaben zu der Studie erschien am 2. April 2020 in der Fachzeitschrift EBioMedicine, die von Lancet veröffentlicht wird. Unter Verwendung von Grundlagen, die während früherer Coronavirus-Epidemien geschaffen wurden, visiert der Impfstoff das Spike-Protein des Coronavirus an. Der Impfstoff wird unter Verwendung von laborgefertigten Teilen des viralen Proteins hergestellt, um Immunität aufzubauen. Dies geschieht auf die gleiche Art und Weise, wie die derzeitigen Grippeimpfungen funktionieren. Die Forscher verwenden einen neuartigen Ansatz zur Verabreichung des Medikaments namens Mikronadel-Array, um dessen Potenz zu erhöhen. Der Senior-Co-Autor der Studie erklärte, dass „Tests an Patienten normalerweise mindestens ein Jahr und wahrscheinlich länger dauern würden.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352-3964(20)30118-3/fulltext#coronavirus-linkback-header

Link zum Zeitungsartikel: https://www.sciencedaily.com/releases/2020/04/200402144508.htm


6. April 2020

Neuer Bericht stellt keinen Nutzen aus der Kombination von Hydroxychloroquin und Azithromycin bei schwer kranken COVID-19-Patienten fest

Eine kleine Studie, in der das Medikament Hydroxychloroquin in Kombination mit Azithromycin bei Patienten mit schweren Symptomen untersucht wurde, ergab keinen Hinweis auf eine starke antivirale Aktivität oder einen klinischen Nutzen aus der Kombination der Medikamente.  Die Studie umfasste lediglich elf Patienten, und acht davon hatten Grunderkrankungen, die sie einem schlechten Risiko aussetzten. Diese Studie ist zu klein, um aussagekräftige statistische Analysen oder Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wirksamkeit oder Sicherheit der Medikamente zu erlauben. Dieser Bericht zieht jedoch die antivirale Wirksamkeit dieser Kombination bei schwer kranken COVID-19-Patienten in Zweifel, worauf eine frühere französische Studie hindeutete.

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0399077X20300858?via%3Dihub


6. April 2020

CDC empfiehlt die Verwendung von Gesichtsbedeckungen aus Stoff, insbesondere in Zonen mit signifikanter Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein signifikanter Teil der mit Coronavirus infizierten Personen weist keine Symptome auf, und selbst diejenigen, welche schließlich Symptome entwickeln, können das Virus auf andere übertragen, bevor sich Symptome zeigen.  Dies bedeutet, dass sich das Virus zwischen Personen verbreiten kann, die in unmittelbarer Nähe interagieren – zum Beispiel durch Sprechen, Husten oder Niesen –, selbst wenn diese Personen keine Symptome aufweisen.  Angesichts dessen empfiehlt die CDC das Tragen von Gesichtsbedeckungen aus Stoff in öffentlichen Einrichtungen, wo andere Maßnahmen zur sozialen Distanzierung schwierig aufrechtzuerhalten sind (z. B. Lebensmittelgeschäfte und Apotheken), insbesondere in Zonen mit signifikanter Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Die Verwendung einfacher Gesichtsbedeckungen aus Stoff wird die Ausbreitung des Virus verlangsamen und Personen, die das Virus möglicherweise haben und dies nicht wissen, davon abhalten, es auf andere übertragen.  Gesichtsbedeckungen aus Stoff, die aus Haushaltsartikeln gefertigt oder zu Hause kostensparend aus gebräuchlichen Materialien hergestellt werden, können als zusätzliche, freiwillige öffentliche Gesundheitsmaßnahme verwendet werden.

Es ist wesentlich, hervorzuheben, dass die Einhaltung einer sozialen Distanz von 2 Metern wichtig ist, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. 

Die empfohlenen Gesichtsbedeckungen aus Stoff sind keine chirurgischen Masken oder N-95-Atemschutzmasken.  Jene stellen einen wichtigen Bedarf dar, der, wie in aktuellen CDC-Richtlinien empfohlen, weiterhin für medizinische Fachkräfte und andere medizinische Ersthelfer reserviert werden muss.

Bezüglich der vollständigen CDC-Empfehlungen siehe: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/prevent-getting-sick/cloth-face-cover.html


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8. April 2020

Forschungsergebnisse zeigen, dass der COVID-19-Impfstoffkandidat vielversprechend ist

Interessante Nachrichten aus einer Geschichte, die in ScienceDaily veröffentlicht wurde

 

Wissenschaftler an der University of Pittsburgh School of Medicine kündigten einen potenziellen Impfstoff gegen COVID-19 an. Bei Tests an Mäusen produzierte der Impfstoff Antikörper spezifisch für Sars-CoV-2 in Mengen, die zur Neutralisierung des Virus ausreichend waren. Der wissenschaftliche Artikel mit detaillierten Angaben zu der Studie erschien am 2. April 2020 in der Fachzeitschrift EBioMedicine, die von Lancet veröffentlicht wird. Unter Verwendung von Grundlagen, die während früherer Coronavirus-Epidemien geschaffen wurden, visiert der Impfstoff das Spike-Protein des Coronavirus an. Der Impfstoff wird unter Verwendung von laborgefertigten Teilen des viralen Proteins hergestellt, um Immunität aufzubauen. Dies geschieht auf die gleiche Art und Weise, wie die derzeitigen Grippeimpfungen funktionieren. Die Forscher verwenden einen neuartigen Ansatz zur Verabreichung des Medikaments namens Mikronadel-Array, um dessen Potenz zu erhöhen. Der Senior-Co-Autor der Studie erklärte, dass „Tests an Patienten normalerweise mindestens ein Jahr und wahrscheinlich länger dauern würden.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352 - 3964(20)30118-3/fulltext#coronavirus-linkback-header

Link zum Zeitungsartikel: https://www.sciencedaily.com/releases/2020/04/200402144508.htm

                                                              

  19. Mai 2020

 COVID-19: Übertragung erklärt

In einem kürzlichen Blogeintrag „Die Risiken: sie kennen – sie vermeiden“ erklärt Erin S. Bromage, PhD und außerordentlicher Professor für Biologie an der University of Massachusetts Dartmouth, die Wissenschaft einer kontagiösen Dosis, wo und wie sich das Virus ausbreitet und welche Umgebungen am riskantesten sind.  Dr. Bromage leistet hervorragende Arbeit bei der Umwandlung von Daten und Ergebnissen in eine Prosa, die von Nicht-Wissenschaftlern leichter verstanden werden kann. Ein besseres Verständnis davon, wie sich das COVID-19-Virus ausbreitet, wird Personen hoffentlich helfen, Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie eine Infektion mit dem Virus vermeiden können.

Link zum Blogeintrag: https://www.erinbromage.com/post/the-risks-know-them-avoid-them


8. April 2020

Forschungsergebnisse zeigen, dass der COVID-19-Impfstoffkandidat vielversprechend ist

Interessante Nachrichten aus einer Geschichte, die in ScienceDaily veröffentlicht wurde

 

Wissenschaftler an der University of Pittsburgh School of Medicine kündigten einen potenziellen Impfstoff gegen COVID-19 an. Bei Tests an Mäusen produzierte der Impfstoff Antikörper spezifisch für Sars-CoV-2 in Mengen, die zur Neutralisierung des Virus ausreichend waren. Der wissenschaftliche Artikel mit detaillierten Angaben zu der Studie erschien am 2. April 2020 in der Fachzeitschrift EBioMedicine, die von Lancet veröffentlicht wird. Unter Verwendung von Grundlagen, die während früherer Coronavirus-Epidemien geschaffen wurden, visiert der Impfstoff das Spike-Protein des Coronavirus an. Der Impfstoff wird unter Verwendung von laborgefertigten Teilen des viralen Proteins hergestellt, um Immunität aufzubauen. Dies geschieht auf die gleiche Art und Weise, wie die derzeitigen Grippeimpfungen funktionieren. Die Forscher verwenden einen neuartigen Ansatz zur Verabreichung des Medikaments namens Mikronadel-Array, um dessen Potenz zu erhöhen. Der Senior-Co-Autor der Studie erklärte, dass „Tests an Patienten normalerweise mindestens ein Jahr und wahrscheinlich länger dauern würden.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352 - 3964(20)30118-3/fulltext#coronavirus-linkback-header

Link zum Zeitungsartikel: https://www.sciencedaily.com/releases/2020/04/200402144508.htm



 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


 

  29. Mai 2020

 Kein Vorteil von Hydroxychloroquin oder Chloroquin allein oder mit Makroliden in großer multinationaler retrospektiver Datenbank-Studie

Eine große, multinationale Studie, welche die stationären Ergebnisse für Patienten mit COVID-19 analysierte, die mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Makroliden behandelt wurden, ist am 22. Mai 2020 in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht worden. Ein multinationales Register mit Daten von 671 Krankenhäusern auf sechs Kontinenten wurde analysiert. Die Daten umfassten Patienten, die zwischen dem 20. Dezember 2019 und dem 14. April 2020 mit einem positiven Laborbefund von SARS-CoV-2 hospitalisiert waren. Das Register lieferte die Daten von 96.032 Patienten für die Aufnahme in die Studie; 14.888 Patienten erhielten eine der relevanten Behandlungen innerhalb von 48 Stunden nach der Diagnose, und 81.114 Patienten befanden sich in der Kontrollgruppe und erhielten kein Chloroquin oder Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Makroliden. Die Ergebnisse erbrachten keinerlei Hinweise für die Bestätigung eines Vorteils von Hydroxychloroquin oder Chloroquin bei alleiniger Anwendung oder mit einem Makrolid in Bezug auf Ergebnisse für COVID-19 im Krankenhaus. Die Studie zeigte eine Verknüpfung jedes dieser Arzneimittelregimes mit reduziertem Überleben im Krankenhaus und erhöhter Häufigkeit ventrikulärer Arrhythmien im Vergleich zur Kontrollgruppe. Aufgrund des Designs der retrospektiven Beobachtungsstudie kann die Möglichkeit ungemessener Störfaktoren nicht ausgeschlossen werden. Eine solche Möglichkeit besteht darin, dass die Kliniker kränkere Patienten mit den Medikamenten behandelten. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass „randomisierte klinische Studien erforderlich sein werden, bevor eine Schlussfolgerung hinsichtlich des Vor- oder Nachteils dieser Wirkstoffe bei COVID-19-Patienten gezogen werden kann.“ Die Autoren gaben außerdem an, dass „diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass diese Arzneimittelregimes nicht außerhalb klinischer Studien eingesetzt werden sollten.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)31180-6/fulltext?rss=yes

  23. April 2020

 Vorgeschlagener nationaler COVID-19-Test-Aktionsplan

Die Rockefeller Foundation hat einen umfassenden Plan (mit Datum vom 21.4.2020 – siehe unten stehenden Link) zur Wiedereröffnung von Arbeitsplätzen und Gemeinden bereitgestellt, der auf Tests auf COVID-19 und gründlicher Nachbeobachtung positiver Ergebnisse basiert. Ziel des Plans ist die Erstellung eines staatlich gelenkten, nationalen Programms für COVID-19-Tests, das die Wiedereröffnung der Wirtschaft mittels Überwachung der Arbeitskräfte, Früherkennung von sich wiederholenden Ausbrüchen sowie diagnostischer und häuslicher Tests unterstützt. Der Plan umfasst drei Hauptkomponenten:

  • Drastische Ausdehnung der COVID-19-Tests von den derzeitig 1 Millionen Tests pro Woche auf 3 Millionen pro Woche über die nächsten 8 Wochen und dann auf 30 Millionen Tests pro Woche über die nächsten 6 Monate. Dies erfordert die Investition in die Testkapazität und deren Unterstützung auf nationaler Ebene, an Universitäten und in Tausenden von kleinen lokalen Labors landesweit.
  • Schulung und Lancierung einer Armee von Beschäftigten im Gesundheitswesen, um die Tests sowie eine Ermittlung von Kontaktpersonen für diejenigen mit positiven Tests durchzuführen. Es wird vorgeschlagen, dass dies um die staatlichen Gesundheitsabteilungen organisiert wird. Es ist beabsichtigt, 100.000 bis 300.000 Mitarbeiter einzustellen, die durch Computernetzwerke unterstützt werden müssen, welche mit zahlreichen elektronischen Gesundheitsakten verknüpft sind.
  • Integration und Erweiterung nationaler, staatlicher und privater Datenplattformen zur Vereinfachung der Echtzeit-Analysen und Nachverfolgung der Erkrankung. Dadurch werden sich wiederholende COVID-19-Ausbrüche sowie direkte Anstiege der Testvolumina und der Nachbeobachtungen ermittelt.

Diese von der Rockefeller Foundation bereitgestellte Informationsschrift enthält viele gute Ideen und ist unbedingt lesenswert. Der massive Plan erfordert die Integration zahlreicher verstreuter computergestützter Datenplattformen. Bei all diesem muss die Privatsphäre mit der Notwendigkeit einer Infektionskontrolle abgewogen werden.

Link zum Plan: https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/2020/04/TheRockefellerFoundation_WhitePaper_Covid19_4_21_2020.pdf


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert dieser die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/



  21. April 2020

 28.000 fehlende Todesfälle: Verfolgung des wahren Ausmaßes der Coronavirus-Krise

Eine Überprüfung der Mortalitätsdaten in 11 Ländern, die aufzeigt, dass weit mehr Menschen in diesen Ländern starben als in den vergangenen Jahren, wurde von Jin Wu und Allison McCann in der New York Times am 21. April 2020 berichtet. Sie schätzten die Übersterblichkeit für jedes Land durch einen Vergleich der Anzahl an Personen, die in diesem Jahr aufgrund jeglicher Ursachen starben, mit dem historischen Durchschnitt während desselben Zeitraums. Es ergab sich, dass mindestens 28.000 weitere Personen während der Coronavirus-Pandemie im letzten Monat verstarben, als die offiziellen Todeszahlen aufgrund von COVID-19 vermelden. Da die meisten Länder nur diejenigen COVID-19-Todesfälle berichten, welche sich in Krankenhäusern ereignen, existieren zahlreiche COVID-19-Todesfälle, die nicht berichtet werden. Die in dieser Studie festgestellten zusätzlichen 28.000 Todesfälle umfassen Todesfälle aufgrund von COVID-19 sowie solche aufgrund von anderen Ursachen, darunter wahrscheinlich Personen mit anderen Erkrankungen, die nicht behandelt wurden, da die Krankenhäuser überlastet wurden. Dieser Artikel legt nahe, dass die globale Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von COVID-19 wesentlich höher sein wird als die Berichte der Todesfälle aufgrund von COVID-19, die durch Tests bestätigt wurden. Zur eindrucksvollen grafischen Darstellung dieser Trends in jedem Land verwenden Sie bitte den folgenden Link zum Artikel.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html?smid=em-share

 


  21. April 2020

 28.000 fehlende Todesfälle: Verfolgung des wahren Ausmaßes der Coronavirus-Krise

Eine Überprüfung der Mortalitätsdaten in 11 Ländern, die aufzeigt, dass weit mehr Menschen in diesen Ländern starben als in den vergangenen Jahren, wurde von Jin Wu und Allison McCann in der New York Times am 21. April 2020 berichtet. Sie schätzten die Übersterblichkeit für jedes Land durch einen Vergleich der Anzahl an Personen, die in diesem Jahr aufgrund jeglicher Ursachen starben, mit dem historischen Durchschnitt während desselben Zeitraums. Es ergab sich, dass mindestens 28.000 weitere Personen während der Coronavirus-Pandemie im letzten Monat verstarben, als die offiziellen Todeszahlen aufgrund von COVID-19 vermelden. Da die meisten Länder nur diejenigen COVID-19-Todesfälle berichten, welche sich in Krankenhäusern ereignen, existieren zahlreiche COVID-19-Todesfälle, die nicht berichtet werden. Die in dieser Studie festgestellten zusätzlichen 28.000 Todesfälle umfassen Todesfälle aufgrund von COVID-19 sowie solche aufgrund von anderen Ursachen, darunter wahrscheinlich Personen mit anderen Erkrankungen, die nicht behandelt wurden, da die Krankenhäuser überlastet wurden. Dieser Artikel legt nahe, dass die globale Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von COVID-19 wesentlich höher sein wird als die Berichte der Todesfälle aufgrund von COVID-19, die durch Tests bestätigt wurden. Zur eindrucksvollen grafischen Darstellung dieser Trends in jedem Land verwenden Sie bitte den folgenden Link zum Artikel.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html?smid=em-share

 


                                                                                                                                             

  1. Juni 2020

 In New York City könnte die Haushaltsgröße eine wichtigere Determinante für die Infektionsrate von COVID-19 sein als die Bevölkerungsdichte

In den gesamten Vereinigten Staaten und sogar in derselben Stadt variiert die Anzahl der bestätigten COVID-19-Fälle im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße in starkem Maße. Es ist wichtig zu wissen, welche Faktoren diese Variation steuern, da dies bedeutende politische Auswirkungen auf die Art und Weise der Eindämmung der Epidemie hat. Eine statistische Studie (am 20. Mai 2020 als Preprint in medRxiv veröffentlicht; noch nicht Peer-begutachtet) dieser Variation quer durch New York City verwendete verfügbare Daten zur Untersuchung dieser Faktoren über die Postleitzahl. Die Studie ergab, dass sich unter Berücksichtigung wichtiger Faktoren wie Bevölkerungsdichte, durchschnittliche Haushaltsgröße, Prozentsatz der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze und Prozentsatz über einem Alter von 65 Jahren die Haushaltsgröße als wichtigste mit der Rate von bestätigten Fällen korrelierende Variable herauskristallisierte. Der Prozentsatz der Bevölkerung über 65 Jahre sowie die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze waren zusätzliche Indikatoren, die sich auf die Inzidenzrate der Fälle auswirkten. Interessanterweise hatte die Bevölkerungsdichte selbst entgegen der allgemeinen Auffassung keine signifikante Auswirkung auf die Fallrate bei einer bestimmten Postleitzahl. Tatsächlich ergab die Studie, wenn die anderen Faktoren mitberücksichtigt wurden, dass Bevölkerungsdichte und Inzidenz der Fälle negativ miteinander korrelierten. Die Studie verwendete allerdings statistische Daten von 2018, die keine Veränderungen in der Bevölkerung während des Ausbruchs berücksichtigten. Es war ebenfalls unklar, wie Pflegeheime und ihre Bewohner für die Zwecke dieser Studie klassifiziert wurden, was die Studienergebnisse beeinflusst haben könnte.

Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.25.20112797v1.full.pdf+html

 

  18. Mai 2020

 Vielversprechender COVID-19-Impfstoff mit inaktiviertem Virus 

Aufgereinigte inaktivierte Viren werden traditionell bei der Impfstoffentwicklung verwendet und liefern sichere und wirksame Impfstoffe zur Vorbeugung von Erkrankungen, die durch Viren wie Poliovirus und Influenzavirus verursacht werden. In einem wissenschaftlichen Artikel, der am 6. Mai 2020 in Science veröffentlicht wurde, berichtete eine Forschungsgruppe in China über einen aufgereinigten inaktivierten SARS-CoV-2-Impfstoff (purified inactivated SARS-CoV-2 vaccine, PiCoVacc), der neutralisierende Antikörper bei Mäusen, Ratten und nicht-humanen Primaten bildete. Die Antikörper neutralisierten nachweislich 10 repräsentative Stämme des Virus. Bei einer späteren Infektion mit SARS-CoV-2 wiesen diejenigen Rhesusaffen (eine nicht-humane Primatenart, die eine COVID-19-ähnliche Erkrankung entwickelt, die durch die SARS-CoV-2-Infektion verursacht wird), welche eine Dosis von 6 Mikrogramm erhielten, einen vollständigen Schutz auf. Der Impfstoff rief keine beobachtbaren oder biochemischen unerwünschten Wirkungen hervor. Bemerkenswerterweise gab es keinen Hinweis auf ein Phänomen, das als antikörperabhängige Infektionsverstärkung bekannt ist und in früheren Berichten als Anlass zur Besorgnis dargestellt wurde.

Die Autoren meinten: „Diese Ergebnisse deuten auf einen Weg nach vorn für die klinische Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen zur Anwendung beim Menschen hin.“ Klinische Studien mit PiCoVacc sollen voraussichtlich Ende dieses Jahres beginnen.

Link zur Studie:https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/06/science.abc1932


  21. April 2020

 28.000 fehlende Todesfälle: Verfolgung des wahren Ausmaßes der Coronavirus-Krise

Eine Überprüfung der Mortalitätsdaten in 11 Ländern, die aufzeigt, dass weit mehr Menschen in diesen Ländern starben als in den vergangenen Jahren, wurde von Jin Wu und Allison McCann in der New York Times am 21. April 2020 berichtet. Sie schätzten die Übersterblichkeit für jedes Land durch einen Vergleich der Anzahl an Personen, die in diesem Jahr aufgrund jeglicher Ursachen starben, mit dem historischen Durchschnitt während desselben Zeitraums. Es ergab sich, dass mindestens 28.000 weitere Personen während der Coronavirus-Pandemie im letzten Monat verstarben, als die offiziellen Todeszahlen aufgrund von COVID-19 vermelden. Da die meisten Länder nur diejenigen COVID-19-Todesfälle berichten, welche sich in Krankenhäusern ereignen, existieren zahlreiche COVID-19-Todesfälle, die nicht berichtet werden. Die in dieser Studie festgestellten zusätzlichen 28.000 Todesfälle umfassen Todesfälle aufgrund von COVID-19 sowie solche aufgrund von anderen Ursachen, darunter wahrscheinlich Personen mit anderen Erkrankungen, die nicht behandelt wurden, da die Krankenhäuser überlastet wurden. Dieser Artikel legt nahe, dass die globale Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von COVID-19 wesentlich höher sein wird als die Berichte der Todesfälle aufgrund von COVID-19, die durch Tests bestätigt wurden. Zur eindrucksvollen grafischen Darstellung dieser Trends in jedem Land verwenden Sie bitte den folgenden Link zum Artikel.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html?smid=em-share