Mangelhafte Medikamenteneinnahme bei Kindern

VonErin Tibbetts, PharmD, Boston Children's Hospital
Reviewed ByMichael SD Agus, MD, Harvard Medical School
Überprüft/überarbeitet Geändert Juli 2025
v1085321_de
Aussicht hier klicken.

Das Nichteinhalten von Medikamentenempfehlungen (siehe auch Adhärenz) kann in jedem Alter auftreten, aufgrund von:

  • Kosten

  • Schmerzhafte oder unbequeme Verabreichung

  • Die Notwendigkeit häufiger Dosen, komplexer Therapien oder beides

Bei Kindern tragen noch ganz spezifische Faktoren zur mangelnden Compliance bei.

Kinder < im Alter von 6 Jahren können Schwierigkeiten haben, Tabletten zu schlucken, und neigen eher dazu, die Einnahme von Arzneiformen mit unangenehmem Geschmack zu verweigern, insbesondere einiger flüssiger Medikamente (z. B. Clindamycin).

Ältere Kinder lehnen Medikamente oft ab (z. B. Insulin, Inhaler), die es erforderlich machen, dass sie den Klassenraum oder ihre Aktivitäten verlassen bzw. unterbrechen und die sie von den Gleichaltrigen abgrenzen.

Jugendliche können durch die Ablehnung der Therapiemaßnahmen ihre Rebellion ausleben und erheben so Anspruch auf die Unabhängigkeit von ihren Eltern. Sie können auch eine Dosis des Medikaments überspringen, ohne irgendwelche unmittelbaren Nebenwirkungen zu sehen, und dann falsch begründen, dass sie das verschriebene Medikament nicht benötigen. Dies kann zu vermehrten Dosierungsausfällen und einer erhöhten Nicht-Einhaltung der Therapie führen. Jugendliche wollen wie ihre Freunde sein und zu ihrer Peer-Group gehören. Eine chronische Erkrankung kann sie als anders im Vergleich zu ihrer Altersgruppe kennzeichnen, und sie sind häufig nicht therapietreu, um von ihren Freunden nicht als anders wahrgenommen zu werden.

Die Eltern/Betreuer erinnern sich möglicherweise nicht oder verstehen den Hintergrund bzw. die Bedeutung der Therapie nur teilweise oder aber haben gar aufgrund ihrer Arbeitszeiten keine Zeit, ihrem Kind das Medikament zum richtigen Zeitpunkt zu verabreichen. Manche versuchen zunächst Volks- oder Kräuterheilmittel. Einige verfügen nur über ein begrenztes Einkommen und sind gezwungen, ihr Geld für andere Prioritäten wie Nahrung auszugeben; andere haben möglicherweise bestimmte Überzeugungen und Einstellungen, die sie daran hindern, ihren Kindern Medikamente zu geben. Zu den Hindernissen für die Verabreichung von Medikamenten in Schulen, Ferienlagern und/oder anderen Einrichtungen außerhalb des häuslichen Umfelds zählen die unterschiedliche Verfügbarkeit von Schulkrankenschwestern oder anderem autorisierten Personal für die Verabreichung, Vorschriften bezüglich des Besitzes von Notfallmedikamenten (z. B. Adrenalin-Autoinjektoren) durch Schüler, mangelnde klare Kommunikation zwischen Eltern und Schul- oder Ferienlagerpersonal über den Medikamentenbedarf sowie ein allgemeiner Mangel an Notfallvorsorgeprotokollen.

Um die Nichteinhaltung zu minimieren, kann ein verschreibender Arzt Folgendes tun:

  • Sichergehen, dass der Patient und die Eltern/Betreuungsperson die Diagnose und den Schweregrad der Krankheit verstanden haben und daran glauben, dass die Behandlung wirkt

  • Missverständnisse ausräumen und verlässliche Informationsquellen empfehlen

  • Motivierende Faktoren für die Adhärenz ermitteln.

  • Sowohl schriftliche als auch mündliche Anweisungen sollten in einer Sprache geben werden, die der Patient und die Pflegeperson verstehen und nachvollziehen können.

  • Frühe Telefonate mit den Eltern führen, um restliche Fragen zu beantworten

  • Validierung der Besserung des Zustandes und Erinnerung der Eltern an die Kontrolltermine

  • Untersuchung der Medikamentenbehälter, um die verbliebenen Tabletten zu zählen

  • Patienten und das Pflegepersonal darüber aufklären, wie man ein tägliches Symptom- oder Medikamententagebuch führt.

  • Stellen Sie sicher, dass die Medikamentenregime sicher und wirksam sind, und berücksichtigen Sie dabei die Häufigkeit der Dosierung und die Darreichungsform.

Gerade Jugendliche müssen das Gefühl haben, ihre Erkrankung und Behandlung unter Kontrolle zu haben. Sie sollten ermutigt werden, offen zu kommunizieren und so viel Verantwortung wie möglich für ihre eigene Therapie zu übernehmen, um Non-Adhärenz zu vermeiden.

Wenn möglich, sollten Behandlungsschemata vereinfacht werden (z. B. durch Synchronisierung mehrerer Medikamente und Minimierung der täglichen Einnahmen bei gleichbleibender Wirksamkeit) und an die Zeitpläne der Patienten und Betreuungspersonen angepasst werden. Kritische Aspekte der Therapie sollten betont werden (z. B. die Bedeutung der konsequenten Einnahme eines Antibiotikums). Wenn Veränderungen des Lebensstils erforderlich sind (z. B. bezüglich der Diät oder körperlicher Aktivitäten), sollten diese Veränderungen langsam im Laufe mehrerer Behandlungstermine besprochen und angeraten sowie realistische Ziele formuliert werden, um den Patienten oder die Pflegekraft nicht zu überfordern. Wenn ein Ziel erreicht wurde, sollte dies durch Lob positiv verstärkt und erst dann das nächste Ziel vorgegeben werden.

Für Patienten, die teure Langzeitbehandlungen benötigen, steht bei NeedyMeds eine Liste von pharmazeutischen Patientenhilfsprogrammen in den Vereinigten Staaten zur Verfügung.

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_QR_Pro_326iOS ANDROID