Einige wichtige Episoden der psychotischen Symptome erfüllen nicht die Kriterien für andere Diagnosen innerhalb des Schizophrenie-Spektrums. Sie sind entweder spezifiziert oder unspezifiziert. Sie können mit Psychotherapie oder Antipsychotika behandelt werden.
Zu einer Psychose gehören Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Sprechen sowie bizarres und unangemessenes motorisches Verhalten, was einen Kontaktverlust mit der Realität aufzeigt.
Andere psychotische Störungen werden als spezifiziert oder unspezifiziert kategorisiert (1).
Diese Kategorien beziehen sich auf Symptome, die typisch für eine Schizophrenie-Spektrum-Störung oder eine andere psychotische Störung (z. B. Wahnvorstellungen, Halluzinationen, unorganisiertes Denken und Sprechen oder katatones Verhalten) sind, die erheblichen sozialen und beruflichen Stress und Beeinträchtigung verursachen, aber die nicht die vollen Kriterien für eine bestimmte Störung erfüllen. Diese Kategorien galten frühen manchmal bei einer Schizophrenie-Spektrum-Störung, bevor diese sich vollständig manifestiert hat.
Eine Störung wird klassifiziert wie angegeben, wenn der Arzt entscheidet wie die Eigenschaften der Symptome nicht die Kriterien für eine bestimmte Erkrankung erfüllen. Zum Beispiel kann ein Patient persistierende akustische Halluzinationen ohne weitere Symptome haben und erfüllt somit nicht die Kriterien für Schizophrenie, die das Vorliegen von zwei psychotischen Symptomen erfordert. Die spezifizierten Erkrankungen umfassen folgende:
Anhaltende auditive Halluzinationen („Stimmen hören")
Wahnvorstellungen mit überlappenden Episoden von Depression oder Manie
Leichte (abgeschwächte) psychotische Symptome
Wahnvorstellungen im Zusammenhang mit der Beziehung zu einer Person mit ausgeprägten Wahnvorstellungen (gemeinsame Wahnvorstellungen)
Die nicht spezifizierte Kategorie wird verwendet, wenn die erforderlichen Informationen, um eine Diagnose zu stellen, nicht ausreichend sind (z. B. in einer Notfallstation). Die Bezeichnung "psychotische Störung, nicht näher bezeichnet" wird nicht mehr als Diagnose verwendet.
Antipsychotika und eine psychiatrische Überweisung können je nach Bedarf eingesetzt werden.
Hinweis
1. American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition Text Revision, DSM-5-TR (DSM-5-TR). American Psychiatric Association Publishing, Washington, DC, 2022, p 139.
Gemeinsame Wahnvorstellungen
Eine gemeinsame psychotische Störung tritt auf, wenn die Menschen eine Wahnstellung von jemanden haben, mit dem sie eine enge persönliche Beziehung verbindet.
Zu einer Psychose gehören Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Sprechen sowie bizarres und unangemessenes motorisches Verhalten, was einen Kontaktverlust mit der Realität aufzeigt.
Die geteilte Psychose (früher als folie à deux bezeichnet) wurde früher als Untergruppe der wahnhaften Störung betrachtet, wird nun jedoch im DSM-5-TR unter Sonstige spezifizierte Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis und psychotische Störungen klassifiziert und als „Wahnsymptome im Zusammenhang mit einer Beziehung zu einer Person mit ausgeprägten Wahnvorstellungen" beschrieben (1). Sie tritt in der Regel bei einer Person oder einer Gruppe von Menschen (in der Regel einer Familie), die mit einer Person mit einer signifikanten wahnhafte Störung oder Schizophrenie in Zusammenhang stehen. Die Prävalenz der gemeinsamen Psychose ist nicht bekannt, aber die Erkrankung scheint selten zu sein. Der Patient mit der primären Erkrankung ist in der Regel das sozial dominierende Element in der Beziehung und bürdet die Wahnvorstellung dem Patienten mit der sekundären Störung auf oder überzeugt ihn von den ungewöhnlichen Überzeugungen.
Herauszufinden, wer in der Beziehung die primäre Psychose hat, ist wichtig, weil die Person mit der sekundären Störung in der Regel die Wahnvorstellung nicht aufrecht erhält, wenn sie von der Person mit der primären Erkrankung getrennt ist.
Eine Psychotherapie kann in der Regel Menschen mit einer induzierten wahnhaften Störung helfen. In der Regel benötigt die Person mit der primären psychotischen Störung eine pharmakologische Behandlung.
Hinweis
1. American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition Text Revision, DSM-5-TR (DSM-5-TR). American Psychiatric Association Publishing, Washington, DC, 2022, pp 105-109.



