Morbus Scheuermann

(Scheuermann-Krankheit)

VonNora E. Renthal, MD, PhD, Harvard Medical School
Reviewed ByMichael SD Agus, MD, Harvard Medical School
Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
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Der Morbus Scheuermann ist eine Osteochondrose, die lokalisierte Veränderungen in den Wirbelkörpern verursacht, was zu Rückenschmerzen und Kyphose führt. Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule gestellt. Die Behandlung besteht in der Reduktion der Belastung und anstrengender Aktivitäten; selten ist eine operative Korrektur von Fehlstellungen erforderlich.

Die Scheuermann-Krankheit bezeichnet eine juvenile Osteochondrose der Wirbelsäule und ist durch strukturelle Kyphose charakterisiert. Sie manifestiert sich in der Adoleszenz und ist bei Jungen etwas häufiger. In einer Beobachtungsstudie aus den Niederlanden wurde die Prävalenz in der Bevölkerung mit 1% bis 10% angegeben (1).

Der Morbus Scheuermann stellt vermutlich eine Gruppe von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen dar, deren Ätiologie und Pathogenese jedoch unklar sind. Die Ursache kann eine Osteochondrose der oberen und unteren Knorpelplatten eines Wirbels oder ein Trauma sein. Manche Fälle sind familiär bedingt.

Die meisten Patienten zeigen eine rundrückige Haltung (Kyphose) und können über persistierende, leichte Rückenschmerzen klagen. Manche ähneln einem Marfan-Syndrom, die Rumpf- und Gliedmaßenlängen sind nicht proportioniert. Die normale Brustkyphose ist diffus oder an einer Stelle verstärkt.

Allgemeiner Hinweis

  1. 1. Makurthou AA, Oei L, El Saddy S, et al. Scheuermann disease: evaluation of radiological criteria and population prevalence. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38(19):1690-1694. doi:10.1097/BRS.0b013e31829ee8b7

Diagnose von Scheuermann-Krankheit

  • Röntgenaufnahmen

  • Manchmal CT oder MRT

Einige Fälle werden im Rahmen von Routineuntersuchungen zur Erkennung von Wirbelsäulendeformitäten in der Schule entdeckt.

Eine laterale Röntgenaufnahme der Wirbelsäule bestätigt die Diagnose von Morbus Scheuermann und zeigt gewöhnlich in der unteren thorakalen und oberen lumbalen Gegend eine anteriore Keilbildung ≥ 5° von 3 oder mehr konsekutiven Wirbelkörpern. Später können die Deckplatten unregelmäßig und sklerotisch werden. Die Wirbelsäulenfehlstellung zeigt vorwiegend eine Kyphose, aber bisweilen sind skoliotische Anteile vorhanden.

Bei atypischen Verläufen müssen eine generalisierte Skelettdysplasie mittels Röntgenuntersuchung und, wenn ein klinischer Anhaltspunkt besteht, eine Spinaltuberkulose mittels Magnetresonanztomographie oder Computertomographie ausgeschlossen werden.

Behandlung von Scheuermann Disease

  • Reduzierung von schwerem Tragen und von anstrengenden Tätigkeiten

  • Manchmal eine Wirbelsäulenstütze

  • Selten chirurgischer Eingriff

Der Verlauf ist mild, aber lange und dauert oft einige Jahre (obwohl die Dauer stark variiert). Eine unbedeutende Wirbelsäulenfehlstellung bleibt oft übrig, nachdem die Krankheit zum Stillstand gekommen ist.

Eine leichte, nicht fortschreitende Erkrankung kann durch eine Verringerung der Belastung (z. B. durch Einschränkung von Sportarten mit hoher Belastung oder schwerem Heben) und durch Vermeidung anstrengender Aktivitäten behandelt werden, was zur Schmerzlinderung und zur Verhinderung einer Verschlimmerung der Deformität beiträgt.

Falls die Kyphose ausgeprägter ist, sind bisweilen ein Stützkorsett oder Ruhe und Schlafen auf einem harten Bett indiziert.

Bei progredienten Verläufen sind in seltenen Fällen eine operative Stabilisierung und Korrektur der Wirbelsäulenfehlstellung erforderlich.

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