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Überblick zur kongenitalen Nebennierenhyperplasie

(Adrenogenitales Syndrom; adrenaler Virilismus)

Von

Andrew Calabria

, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Die kongenitale Nebennierenhyperplasie gehört zu einer Gruppe von genetischen Störungen, die durch eine inadäquate Synthese von Kortisol, Aldosteron oder beidem gekennzeichnet ist. In der häufigsten Formen, werden akkumulierte Hormon-Vorstufen in die Androgenproduktion abgezweigt, was zu einem Androgenüberschuss führt; in selteneren Formen ist die Synthese von Androgenen auch unzureichend.

Bei den verschiedenen Formen der kongenitalen Nebennierenhyperplasie ist die Produktion von Kortisol (einem Glukokortikoid), Aldosteron (Mineralokortikoid) oder beidem beeinträchtigt. Ursache ist ein autosomal-rezessiver Gendefekt an einem der Nebennierenenzyme, das an der Synthese von Nebennierenhormonen aus Cholesterin beteiligt ist. Das Enzym kann fehlen oder in zu geringen Mengen vorhanden sein und somit die Synthese von Kortisol, Aldosteron oder beidem teilweise oder komplett unterbinden. Bei den Formen, bei denen die Kortisolsynthese fehlt oder vermindert ist, wird Kortikotropin (ACTH), das sonst durch Kortisol unterdrückt wird, vermehrt ausgeschüttet.

Die häufigsten Formen der kongenitalen Nebennierenhyperplasie sind 21-Hydroxylasemangel und 11-beta-Hydroxylasemangel. Bei diesen Formen häufen sich Vorläufer vor dem Enzymstopp an und werden auf den Stoffwechselweg der adrenalen Androgene umgeleitet. Die daraus resultierende überschüssige Androgensekretion führt zu einer unterschiedlichen Virilisierung der äußeren Genitalien der betroffenen Frauen; bei den äußeren Genitalien der Männer sind keine Defekte erkennbar.

Bei den selteneren Formen der kongenitalen Nebennierenhyperplasie außer der 21-Hydroxlase und der 11-beta-Hydroxylase, kann der Enzymstopp die Androgensynthese beeinflussen (Dehydroepiandrosteron [DHEA] oder Androstenedion). Infolgedessen ist die Virilisierung der Männer unzureichend, aber bei den Frauen ist kein Defekt erkennbar.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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