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Einklemmung des Nucleus pulposus

(Eingeklemmte, rupturierte oder prolabierte Bandscheibe)

Von

Michael Rubin

, MDCM, Weill Cornell Medical College

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Quellen zum Thema

Eine Einklemmung des Nucleus pulposus ist der Vorfall einer Bandscheibe durch einen Riss im umgebenen Annulus fibrosus. Der Riss verursacht Schmerzen; wenn die Bandscheibe Druck auf eine anliegende Nervenwurzel ausübt, resultiert daraus eine segmentale Radikulopathie mit Parästhesien und Paresen im Innervationsgebiet der betroffenen Wurzel. Die Diagnose erfolgt üblicherweise durch MRT oder CT. Die Behandlung von leichten Fällen wird nach Bedarf mit Analgetika durchgeführt. Bettruhe ist selten angezeigt. Patienten mit progressiven oder schweren neurologischen Defiziten, unerträglichen Schmerzen oder Sphinkterstörungen können einen sofortigen oder elekiven operativen Eingriff (z. B. Diskektomie, Laminektomie) benötigen.

Die Wirbel werden durch knorpelige Scheiben getrennt, die aus einem äußeren Annulus fibrosus und einem inneren Nucleus pulposus bestehen. Wenn degenerative Veränderungen (mit oder ohne Trauma) zu einer Protrusion oder Ruptur des Nukleus durch den Annulus fibrosus im lumbosakralen oder zervikalen Bereich führen, prolabiert der Nukleus nach posterolateral oder posterior in den extraduralen Raum.

Eine Radikulopathie entsteht, wenn ausgetretenes Bandscheibengewebe die Nervenwurzel komprimiert oder irritiert. Eine posteriore Protrusion kann das Rückenmark oder die Cauda equina komprimieren, besonders bei einem angeborenen engen Spinalkanal (Spinalstenose). Im Lumbalbereich betreffen > 80% der Bandscheibenrupturen die Nervenwurzeln L5 oder S1; im Zervikalbereich sind C6 und C7 die am häufigsten betroffenen Segmente.

Bandscheibenvorfälle sind häufig.

Symptome und Beschwerden

Bandscheibenvorfälle rufen oft keine Symptome hervor, oder sie können Symptome und Anzeichen im Innervationsgebiet der betroffenen Nervenwurzeln verursachen. Der Schmerz tritt üblicherweise plötzlich auf, und die Rückenschmerzen werden typischerweise durch Bettruhe gelindert. Im Gegensatz dazu beginnen Nervenwurzelschmerzen durch einen epiduralen Tumor oder Abszess schleichender, und die Rückenschmerzen werden durch Bettruhe verschlimmert.

Bei Patienten mit einem lumbosakralen Vorfall kann das Anheben des ausgestreckten Beins die unteren lumbalen Wurzeln dehnen und einen Rücken- oder Beinschmerz hervorrufen (beidseitig, wenn der Vorfall zentral liegt); Strecken des Knies im Sitzen verursacht ebenfalls Schmerzen.

Ein zervikaler Vorfall verursacht Schmerzen während der Beugung oder Neigung des Nackens. Eine Kompression des Halsmarks manifestiert sich, wenn sie chronisch ist, durch spastische Lähmung der unteren Gliedmaßen, und wenn sie akut ist, verursacht sie eine Tetraparese.

Eine Kompression der Cauda equina führt oft zu Harnverhalt oder Inkontinenz durch den Ausfall der Sphinkterfunktion.

Diagnose

  • MRT oder CT

Mit MRT oder CT kann die Ursache und die genaue Höhe der Läsion identifiziert werden. Selten (d. h., wenn die MRT kontraindiziert und die CT nicht schlüssig ist), ist eine CT-Myelographie notwendig. Die elektrodiagnostische Testung kann bei der Identifizierung der betroffenen Wurzel helfen.

Weil ein asymptomatischer Bandscheibenvorfall häufig ist, müssen die klinischen Symptome sehr sorgfältig mit den pathologischen Befunden im MRT verglichen werden, bevor invasive Maßnahmen erwogen werden.

Behandlung

  • Konservative Behandlung zu Beginn

  • Invasive Verfahren bei progredienten oder schweren neurologischen Ausfällen

  • Sofortige chirurgische Abklärung, wenn das Rückenmark komprimiert wird

Weil eine prolabierte Bandscheibe mit der Zeit austrocknet und schrumpft, klingen die Symptome tendenzeill unabhängig von der Behandlung ab. Bis zu 85% der Patienten mit Rückenschmerzen erholen sich–unabhängig von der Ursache– innerhalb von 6 Wochen ohne Operation.

Konservative Behandlung

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls sollte konservativ sein, es sei denn, die neurologischen Ausfälle sind progressiv oder schwer. Schwere oder heftige körperliche Aktivität sollte vermieden werden, aber Gehen und leichte Tätigkeiten (z. B. Heben von Gegenständen < 2,5–5 kg mit der richtigen Technik) sind erlaubt, soweit sie toleriert werden; längere Bettruhe (inkl. Traktionsbehandlung) ist kontraindiziert.

Acetaminophen, NSAR oder andere Analgetika sollten je nach Bedarf verwendet werden, um Schmerzen zu lindern. Werden die Symptome durch Nichtopioidanalgetika nicht gelindert, können Kortikosteroide systemisch oder als epidurale Injektion verabreicht werden; die Analgesie ist jedoch eher moderat und vorübergehend. Methylprednisolon, das über 6 Tage ausgeschlichen wird, kann gegeben werden: Beginn mit 24 mg/d p.o., Dosisreduktion um 4 mg/d.

Physiotherapie und Übungen zu Hause können die Körperhaltung verbessern und die Rückenmuskulatur stärken und somit Bewegungen der Wirbelsäule reduzieren, die die Nervenwurzel weiter reizen oder komprimieren.

Invasive Verfahren

Invasive Verfahren sollten in Betracht gezogen werden, wenn

  • Lumbale Radikulopathien zu dauerhaften oder sich verschlechternden neurologischen Defiziten, v. a. objektiven Defiziten (z. B. Schwäche, Reflexausfälle), führen.

  • Die Patienten starke, unerträgliche Nervenwurzelschmerzen oder sensorische Störungen haben.

Mikroskopische Disskektomie und Laminektomie mit operativer Entfernung des prolabierten Materials sind meist die Methoden der Wahl. Perkutane Zugänge zur Entfernung des vorgewölbten Bandscheibenmaterials werden noch evaluiert.

Die Auflösung von prolabiertem Bandscheibenmaterial durch lokale Chymopapain-Injektionen wird nicht empfohlen.

Läsionen, die akut das Rückenmark oder die Cauda equina komprimieren (und z. B. Inkontinenz oder Harnverhalt verursachen), erfordern eine sofortige chirurgische Abklärung ( Rückenmarkkompression : Diagnose).

Wenn zervikale Radikulopathien zu Symptomen einer Rückenmarkläsion führen, ist eine sofortige chirurgische Dekompression indiziert. Andernfalls wird wahlweise operiert, wenn die konservative Therapie nicht erfolgreich war.

Wichtige Punkte

  • Bandscheibenvorfälle sind häufig und betreffen in der Regel die Nervenwurzeln in C6, C7, L5 oder S1.

  • Wenn die Symptome plötzlich auftreten und sich die Rückenschmerzen in Ruhe bessern, gehen Sie von einem Bandscheibenvorfall aus anstatt von einem epiduralen Tumor oder Abszess.

  • Empfehlen Sie Schmerzmittel, leichte körperliche Tätigkeit wie verträglich und Übungen, die Körperhaltung und Festigkeit verbessern; jedoch sollten, wenn Schmerzen oder Defizite schwerer sind oder sich verschlimmern, invasive Verfahren in Betracht gezogen werden.

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