Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Campylobacter - und Verwandte Infektionen

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Perez

, MD, Wellington Regional Medical Center, West Palm Beach

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.

Campylobacter führt häufig zu Diarrhö und gelegentlicher Bakteriämie, gefolgt von Endokarditis, Osteomyelitis oder septischer Arthritis.

Campylobacter sp. sind bewegliche, gekrümmte, mikroaerophile gramnegative Stäbchen, die zur physiologischen Flora des Gastrointestinaltrakts vieler Nutztiere und von Geflügel gehören.

Verschiedene Arten sind in der Lage, menschliche Krankheiten auszulösen. Die häufigsten Pathogene sind C. jejuni und C. fetus. C. jejuni führt bei allen Altersgruppen zu einer Diarrhö, der Häufigkeitsgipfel scheint jedoch zwischen 1 und 5 Jahren zu liegen. C. jejuni verursacht in den USA mehr Diarrhöen als Salmonella und Shigella zusammen. C. fetus und verschiedene andere können typischerweise bei Erwachsenen eine Bakteriämie und systemische Manifestationen hervorrufen, insbesondere wenn prädisponierende Grunderkrankungen, wie z. B. Diabetes, Leberzirrhose, Krebserkrankungen oder HIV/AIDS vorhanden sind. Bei Patienten mit Mangel an Immunglobulinen können diese Erreger schwierig zu behandelnde rezidivierende Infektionen verursachen. C. jejuni kann bei Neugeborenen eine Meningitis auslösen.

Die Folgenden wurden mit Ausbrüchen verbunden

  • Kontakt mit infizierten Tieren (z. B. Welpen)

  • Der Kontakt mit kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser (z. B. Umgang mit kontaminierten Lebensmitteln)

  • Die Einnahme von kontaminierten Lebensmitteln (besonders nicht durchgekochtes Geflügel) oder Wasser

Eine Übertragung zwischen Personen durch fäkal-orale und sexuelle Kontakte kann ebenfalls auftreten. Bei Einzelfällen bleibt jedoch die Infektionsquelle häufig verborgen.

Komplikationen

Durchfallerkrankungen durch C. jejuni stehen im Zusammenhang mit einer anschließender Entwicklung des Guillain-Barré-Syndroms (GBS), aufgrund der Kreuzreaktion zwischen C. jejuni-Antikörpern und menschlicher Ganglioside. Obwohl geschätzt nur ein Fall von GBS pro 2000 C. jejuni-Infektionen auftritt, hatten etwa 25 bis 40% der Patienten, die GBS entwickeln, zuvor eine C. jejuni-Infektion.

Eine Postinfektiöse (reaktive) Arthritis kann bei HLA-B27-positiven Patienten ein paar Tagen bis zu mehreren Wochen nach einer Episode von C. jejuni-Diarrhö auftreten. Andere demyelinisierende Komplikationen sind Uveitis, hämolytische Anämie, hämolytisch-urämisches Syndrom, Myoperikarditis, immunoproliferative kleine Darmerkrankung, septische Abtreibung und Enzephalopathie.

Fokale extraintestinale Infektionen (z. B. Endokarditis, Meningitis, septische Arthritis) treten mit C. jejuni selten auf, sind aber mit C. fetus häufiger.

Symptome und Beschwerden

Als häufigste Manifestation der Campylobacter-Infektion findet sich eine wässrige und manchmal blutige Diarrhö. Das einzige konstante Merkmal einer systemischen Campylobacter-Infektion ist ein rezidivierend oder intermittierend verlaufendes Fieber (38-40 °C), obwohl abdominelle Schmerzen (in der Regel im rechten unteren Quadranten), Kopfschmerzen und Myalgien auch häufig vorkommen.

Patienten könne auch von einer subakuten bakteriellen Endokarditis (häufiger aufgrund von C. fetus), septischer Arthritis, Meningitis oder indolentem FUU betroffen sein. Gelenkbefall mit reaktiver Arthritis ist in der Regel monoartikulär und betrifft die Knie; die Symptome verschwinden spontan nach einer 1 Woche bis zu mehreren Monaten.

Diagnose

  • Stuhlkultur

  • Manchmal Blutkulturen

Für die Diagnosestellung, insbesondere zur Differenzierung einer Campylobacter-Infektion von einer ulzerativen Kolitis, ist eine mikrobiologische Untersuchung erforderlich. Es sollten Stuhlkulturen und bei Patienten mit Zeichen einer fokalen Infektion oder schweren systemischen Krankheit auch Blutkulturen untersucht werden. In gefärbten Stuhlausstrichen lassen sich Leukozyten nachweisen.

Auch molekulare Stuhl-Schnelltests sind möglich.

Therapie

  • Manchmal Erythromycin

Die meisten enteralen Infektionen lösen sich spontan auf; wenn nicht, kann eine der folgenden Maßnahmen hilfreich sein:

  • Erythromycin 500 mg p. o. alle 6 Stunden für 5 Tage

  • Alternativ dazu einmal täglich Azithromycin 500 mg p. o. für 3 Tage

Weil die Resistenz für Ciprofloxacin zunimmt, sollte dieses Medikament mit Bedacht eingesetzt werden.

Bei Patienten mit extraintestinalen Infektionen sollten Antibiotikat (z. B. Imipinem, Gentamicin, Ampicillin, ein Cephalosporin der 3. Generation, Erythromycin) zur Vermeidung von Rezidiven über 2-4 Wochen gegeben werden.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Wie man sich die Hände wäscht
Video
Wie man sich die Hände wäscht
3D-Modelle
Alle anzeigen
SARS-CoV-2
3D-Modell
SARS-CoV-2

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN