Eine Kehlkopfentzündung bzw. Laryngitis wird gewöhnlich durch Viren oder stimmliche Überbeanspruchung ausgelöst. Sie bewirkt eine akute Veränderung der Stimme (geringeres Volumen und Dysphonie). Die Diagnose erfolgt aufgrund von klinischen Kriterien. Falls die Symptome länger als 2 Wochen persistieren, ist eine Laryngoskopie erforderlich. Eine Viruslaryngitis klingt von selbst ab. Unter Umständen müssen andere infektiöse Ursachen oder eine Reizung noch gesondert behandelt werden.
Eine Laryngitis kann akut (in der Regel innerhalb einer Woche, manchmal bis zu 3 Wochen abklingend) oder chronisch (> 3 Wochen) sein (1). Die häufigste Ursache der akuten Laryngitis ist eine virale Infektion der oberen Atemwege. Bakterielle oder Pilzinfektionen sind seltener, können jedoch als Folgeinfektion nach einer Viruserkrankung auftreten.
Als Begleiterscheinung von Husten kann sie z. B. bei Bronchitis, Pneumonie, Grippe, Keuchhusten, Masern oder Diphtherie auftreten. Übermäßige Beanspruchung der Stimme (vor allem durch lautes Sprechen und Singen), allergische Reaktionen, gastroösophagealer Reflux, Bulimie oder Reizgasinhalation (z. B. Zigarettenrauch, bestimmte Medikamente in Aerosolform) können ebenfalls zu einer akuten oder chronischen Laryngitis führen. Seltener können Medikamente ein potenziell lebensbedrohliches Larynxödem auslösen, wie z. B. ein Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)-Hemmer-induziertes Angioödem der Atemwege (2). Rauchen und die Exposition gegenüber anderen erhitzten Dämpfen können ein Reinke-Ödem verursachen, eine wässrige Schwellung der Stimmlippen.
Literatur
1. Dworkin JP. Laryngitis: types, causes, and treatments. Otolaryngol Clin North Am. 2008;41(2):419-ix. doi:10.1016/j.otc.2007.11.011
2. Wilkerson RG, Winters ME. Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitor-Induced Angioedema. Immunol Allergy Clin North Am. 2023;43(3):513-532. doi:10.1016/j.iac.2022.10.013
Symptome und Anzeichen von Laryngitis
Das hervorstechendste Symptom der Kehlkopfentzündung ist in der Regel
Ein ständiger Wechsel der Stimmlage
Die Lautstärke kann vermindert sein; einige Patienten zeigen Aphonie (keine Tonproduktion). Es kann zu Dysphonie, einem Kribbelgefühl, Rauigkeit und ständigem Räusperzwang kommen. Die Symptome variieren mit der Schwere der Entzündung.
Bei schwereren Infektionen können Dysphagie und Halsschmerzen auftreten, zusammen mit systemischen Symptomen wie Fieber und Unwohlsein. Ein Larynxödem kann, obwohl selten, auftreten und Stridor sowie Dyspnoe verursachen.
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Diagnose der Laryngitis
Primär Anamnese und körperliche Untersuchung
Gelegentlich indirekte oder direkte flexible Laryngoskopie
Die Diagnose einer Laryngitis basiert in der Regel auf den vorliegenden Symptomen.
Falls die Symptome > 2 Wochen persistieren, empfiehlt sich eine indirekte oder direkte Kehlkopfspiegelung mit einem flexiblen Laryngoskop (1). Zu den Befunden bei Laryngitis gehört ein leichtes bis stärker ausgeprägtes Schleimhauterythem, das auch ödematös sein kann. Bei Reflux ist eine Schwellung der inneren Auskleidung des Kehlkopfes sowie eine Rötung des Aryknorpels vorhanden. Bei chronischer Reizung (z. B. durch Tabakkonsum) kann sich eine Leukoplakie entwickeln. Es wird nicht empfohlen, dass Ärzte Patienten mit Dysphonie routinemäßig Glukokortikoide verschreiben, bevor eine Visualisierung des Larynx erfolgt ist.
Als Folge einer Infektion kann sich im Pharynx oder Larynx eine Pseudomembran bilden; deren Vorhandensein sollte den Verdacht auf Diphtherie wecken (2).
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Literatur zur Diagnose
1. Stachler RJ, Francis DO, Schwartz SR, et al. Clinical Practice Guideline: Hoarseness (Dysphonia) (Update) [published correction appears in Otolaryngol Head Neck Surg. 2018 Aug;159(2):403. doi: 10.1177/0194599818766900.]. Otolaryngol Head Neck Surg. 2018;158(1_suppl):S1-S42. doi:10.1177/0194599817751030
2. Dworkin JP. Laryngitis: types, causes, and treatments. Otolaryngol Clin North Am. 2008;41(2):419-ix. doi:10.1016/j.otc.2007.11.011
Behandlung von Laryngitis
Symptomatische Behandlung (z. B. Hustenstiller, Stimmruhe, Hydratation, Dampfinhalationen)
Hustenstiller, Stimmbildung, Hydratation und Dampfinhalationen lindern die Symptome und fördern das Abklingen der akuten Laryngitis. Eine Laryngitis bessert sich manchmal auch, wenn mit dem Rauchen aufgehört oder eine akute bzw. chronische Bronchitis richtig behandelt wurde.
Falls eine gastroösophageale Refluxkrankheit, oder eine arzneimittelinduzierte Laryngitis als ursächlich angenommen wird, kann auch deren spezifische Behandlung hilfreich sein.
Für eine Viruslaryngitis gibt es keine spezifische Therapie. Antibiotika oder Antimykotika scheinen bei der Behandlung einer akuten Laryngitis keine wirksame Verbesserung der objektiven klinischen Ergebnisse zu bewirken, es sei denn, es besteht Verdacht auf eine bakterielle oder pilzbedingte Ursache (1).
Treatment reference
1. Reveiz L, Cardona AF. Antibiotics for acute laryngitis in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2015;2015(5):CD004783. Published 2015 May 23. doi:10.1002/14651858.CD004783.pub5



