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Candida-Vaginitis

Von

Oluwatosin Goje

, MD, MSCR, Cleveland Clinic, Lerner College of Medicine of Case Western Reserve University

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Candida-Vaginitis ist die Infektion der Vagina mit Candida Spezies, meistens C. albicans.

Die Mehrzahl der pilzbedingten Vaginitiden wird durch C. albicans (Kandidose) verursacht, welche bei 15–20% der nicht-schwangeren und 20–40% der schwangeren Frauen gefunden wird.

Zu den Risikofaktoren für Candida-Vaginitis gehören die folgenden:

  • Einnahme von Breitbandantibiotika oder Kortikosteroiden

  • Schwangerschaft

  • Eng anliegende Unterwäsche

  • Immunschwäche

  • Verwendung eines Intrauterinpessars

Außer bei systemischer Hormoneinnahme kommt die Candida-Vaginitis bei Frauen in der Postmenopause eher selten vor.

Symptome und Beschwerden

Vaginaler oder vulvärer Pruritus, Brennen oder Hautreizung (die sich während des Geschlechtsverkehrs verstärken kann) sowie Dyspareunie kommen häufig, die sich als dickflüssiger, weißer, Hüttenkäse-artiger Fluor, der den Vaginalwänden anhaftet, zeigt. Symptome und Befunde können in der Woche vor den Menses zunehmen. Rötung, Schwellung und Wundsein der Haut sind häufige Symptome.

Frauen mit vulvovaginaler Candidiasis können keinen Ausfluss, einen spärlichen weißen Ausfluss oder den typischen hüttenkäseartigen Ausfluss haben.

Eine Infektion des männlichen Sexualpartners kommt selten vor.

Rezidive nach Behandlung sind selten.

Diagnose

  • Vaginaler pH-Wert und Nativpräparat

Zu den Kriterien für die Diagnose einer Candida-Vaginitis gehören:

  • Typischer Ausfluss (ein dicker, weißer, Hüttenkäse-ähnlicher Ausfluss)

  • Vaginaler pH beträgt < 4,5

  • Sprossende Hefe, Pseudohyphen oder Myzelien, die auf einer feuchten Unterlage sichtbar sind, insbesondere mit Kaliumhydroxid (KOH)

Eine Pilzkultur wird angelegt, wenn die Symptome auf eine Candida-Vaginitis hinweisen, aber entsprechende Beschwerden (einschließlich Vulvabeschwerden) fehlen und keine Pilzbestandteile mikroskopisch nachgewiesen werden können. Bei Frauen mit häufigen Rezidiven ist das Anlegen einer Kultur erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen und eine Infektion mit einem anderen Erreger als Candida. albicans auszuschließen.

Außerdem sind einige relativ neue diagnostische Tests für den klinischen Einsatz kommerziell verfügbar (1).

Diagnosehinweis

  • 1. Schwebke JR, Gaydos CA, Nyirjesy P, et al: Diagnostic performance of a molecular test versus clinician assessment of vaginitis. J Clin Microbiol 56(6):e00252-18, 2018. doi: 10.1128/JCM.00252-18. Print 2018 Jun.

Behandlung

  • Antimykotika (vorzugweise orales Fluconazol als Einmalgabe)

  • Vermeidung überschäßiger Feuchtigkeit

Um Feuchtigkeit und Pilzwachstum an der Vulva zu reduzieren, sollte die Vulva sauber gehalten und lockere, saugfähige Baumwollunterwäsche getragen werden, die einen Luftaustausch erlaubt.

Topische oder orale Medikamente sind bei candidaler Vaginitis hoch wirksam (siehe Tabelle Medikamente bei candidaler Vaginitis). Die Einmalgabe von Fluconazol (150 mg) fördert die Compliance. Topisches Butoconazol, Clotrimazol, Miconazol und Tioconazol sind ohne Rezept erhältlich. Allerdings sollten die Patientinnen darauf hingewiesen werden, dass Cremes und Salben, die Mineral- oder Pflanzenöl enthalten, Latexkondome schädigen.

Bei Persistenz oder Verschlechterung der Symptome während der lokalen Therapie sollte die Möglichkeit einer Überempfindlichkeit gegenüber lokal applizierten Antimykotika bedacht werden.

Tabelle
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Einige Wirkstoffe gegen Candida-Vaginitis

Wirkstoff

Dosierung

Lokal oder vaginal

Butoconazol

2%ige Creme als Retardpräparat

5 g als Einmalgabe

Clotrimazol

1%ige Creme 5 g 1-mal pro Tag für 7 bis 14 Tage oder 2%ige Creme 5 g für 3 Tage

Miconazol

2%ige Creme 5 g 1-mal pro Tag für 7 Tage oder 4%ige Creme 5 g für 3 Tage

Vaginalzäpfchen 100 mg 1-mal pro Tag für 7 Tage oder 200 mg 1-mal pro Tag für 3 Tage oder 1200 mg einmalig

Terconazol

0,4%ige Creme 5 g 1-mal pr Tag für 7 Tage oder 0,8%ige Creme 5 g 1-mal pro Tag für 3 Tage

Vaginalzäpfchen 80 mg 1-mal pro Tag für 3 Tage

Tioconazol

6,5%ige Salbe 5 g einmalig

Oral

Fluconazol

150 mg einmalig

Häufige Rezidive erfordern eine Langzeitunterdrückung mit oralen Mitteln (Fluconazol, 150 mg 1-mal/Woche bis 1-mal/Monat, oder Ketoconazol, 100 mg 1-mal pro Tag für 6 Monate). Nur während der Arzneimitteleinnahme kommt es zu einer Unterdrückung. Diese Arzneimittelgruppe kann bei Patienten mit Lebererkrankungen kontraindiziert sein. Bei Einnahme von Ketoconazol sollten regelmäßig die Leberwerte kontrolliert werden.

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