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Sterilisation

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH,

  • Virginia Commonwealth University Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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In den USA wählt ein Drittel der Paare, die eine Schwangerschaft verhüten wollen, eine Vasektomie oder eine Tubenligatur, insbesondere wenn die Frau > 30 Jahre alt ist.

Die Sterilisation soll und sollte als dauerhaft angesehen werden. Wenn allerdings Kinderwunsch besteht, kann eine Reanastomosierung die Fertilität bei 45–60% der Männer nach Vasektomie und bei 50 bis beinahe 70% der Frauen nach Tubenligatur wieder hergestellt werden. Auch kann eine In-vitro-Fertilisation erfolgreich durchgeführt werden.

Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Für diese Methode werden die Vasa deferentia durchtrennt und die durchtrennten Enden ligiert oder elektrisch verschorft. Eine Vasektomie dauert < 20 Minuten, sie erfolgt unter Lokalanästhesie. Eine Sterilität tritt erst nach 20 Ejakulationen nach der Operation ein und sollte durch 2 spermienfreie Ejakulate dokumentiert werden, was gewöhnlich 3 Monate nach der Operation gemacht wird. Bis dahin sollte zur Sicherheit ein weiteres Verhütungsmittel verwendet werden.

Für 2 bis 3 Tage nach dem Eingriff kommt es häufig zu leichten Beschwerden. In dieser Zeit werden NSAR und ein Verzicht auf Ejakulation empfohlen.

Komplikationen der Vasektomie umfassen

  • Hämatom (≤ 5%)

  • Spermagranulome (entzündliche Reaktionen auf Spermienaustritt)

  • Spontane Reanastomose, die meist kurz nach dem Eingriff auftritt

Die kumulative Schwangerschaftsrate liegt nach 5 Jahren bei 1,1%.

Sterilisation der Frau

Für die weibliche Sterilisation kann mit den Eileitern Folgendes sein

  • Schneiden und ein Segment wird ausgeschnitten

  • Verschlossen durch Ligatur, Verschorfung oder verschiedene mechanische Materialien (Plastikbänder, Sprungfeder-Clips).

  • Vollständig entfernt

Die Schwangerschaftsraten sind bei gefederten Clips höher als bei Kunststoffbändern. Die Sterilisation mit mechanischen Geräten verursacht weniger Gewebeschäden und kann daher reversibler sein als der Verschluss durch Ligatur oder Fulguration. Die vollständige Entfernung der Eileiter kann das Risiko für das Auftreten von Eierstockkrebs verringern.

Folgende Methoden können durchgeführt werden:

  • Laparoskopie

  • Hysteroskopie

  • Minilaparotomie

Eine Tubenligatur kann während eines Kaiserschnitts oder 1 bis 2 Tage nach einer vaginalen Entbindung über einen kleinen Periumbilikalschnitt (via Laparoskopie) durchgeführt werden.

Laparoskopie

Laparoskopische Methoden der Tubenligatur werden traditionell als Intervallverfahren (unabhängig von einer Schwangerschaft) gewöhnlich > 6 Wochen nach der Entbindung im Operationssaal unter Vollnarkose durchgeführt.

Die kumulative Versagerquote der Tubenligatur beträgt etwa 1,8% nach 10 Jahren; allerdings haben manche Verfahren höheren Versagerquoten als andere. Postpartale Verfahren haben geringere Versagerquoten als manche laparoskopische Verfahren.

Hysteroskopische Sterilisation

Bis vor kurzem konnte die hysteroskopische Sterilisation mit gewickelten Mikroeinsätzen durchgeführt werden. Zum 31. Dezember 2018 ist die hysteroskopische Sterilisation in den USA nicht mehr verfügbar.

Für die hysteroskopische Sterilisation verschließen Ärzte unter Verwendung der hysteroskopischen Führung das Lumen der Eileiter, indem sie Mikroeinsätze mit Spulen durch die Vagina und die Gebärmutter und in die Eileiter einsetzen. Die äußere Schicht der Spiralen besteht aus einer Nickel-/Titan-Legierung und die innere Schicht aus rostfreiem Stahl und Polyethylenterephthalat (PET). Die PET-Fasern stimulieren das Einwachsen, wodurch sich die Eileiter verschließen.

Zu den Vorteilen der hysteroskopischen Sterilisation gegenüber der Tubenligatur gehören die folgenden:

  • Sie kann ambulant in einer Klinik durchgeführt werden.

  • Sie erfordert weder Schnitte, Abbinden noch Verschorfen der Tuben.

Ein Nachteil ist, dass nach Einsetzen der Mikroinserts die Sterilität noch für bis zu 3 Monate nicht besteht, da das Einwachsen, das die Tuben verschließt, mehrere Wochen dauert. Deshalb empfehlen die Ärzte meist eine andere Verhütungsmethode für die Dauer von 3 Monaten nach dem Eingriff. Frauen sollten eine Methode wählen (z. B. Depot-Medroxyprogesteron), die das Endometrium stabilisiert und die Visualisierung während Hysteroskopie ermöglicht. Diese Methode kann bis zum Nachweis des Tubenverschlusses durch Hysterosalpingographie 3 Monate nach der Sterilisation angewendet werden. Wenn eine Allergie gegenüber Kontrastmitteln besteht, kann zum Nachweis des Tubenverschlusses Ultraschall verwendet werden.

Minilaparotomie

Eine Minilaparotomie wird gelegentlich anstelle der laparoskopischen Sterilisation angewendet, meist dann, wenn die Frauen bald nach der Geburt des Kindes sterilisiert werden wollen. Es ist eine allgemeine, regionale oder örtliche Anästhesie erforderlich. Dafür wird ein kleiner Bauchschnitt (etwa 2,5–7,6 cm) gemacht und ein Teil eines jeden Eileiters entfernt. Verglichen mit der Laparoskopie ist die Minilaparotomie schmerzhafter, und eine Wiederherstellung dauert etwas länger.

Postoperative Empfehlungen

Komplikationen

Komplikationen einer Sterilisation bei Frau ensind selten. Diese umfassen:

  • Tod: 1–2/100.000 Frauen

  • Blutungen oder intestinale Verletzungen: etwa 0,5% der Frauen

  • Andere Komplikationen (z. B., Versagen des Tubusverschlusses): bis zu etwa 5% der Frauen

  • Ektope Schwangerschaft: Etwa 30% der Schwangerschaften, die nach einem Tubusverschluss auftreten.

Komplikationen bei der hysteroskopischen Sterilisation können auch Schmerzen im Beckenbereich, anormale Gebärmutterblutungen und entzündliche Störungen einschließen.

Wichtige Punkte

  • Sagen Sie den Patienten, dass die Sterilisation als dauerhaft angesehen werden sollte, obwohl die Reanastomose bei etwa der Hälfte der Männer die Fruchtbarkeit (falls gewünscht) wiederherstellen kann und, wenn die Sterilisation nur den Tubusverschluss betraf, bei noch mehr Frauen.

  • Bei den Männern werden die Vasa deferentia durchtrennt und die durchtrennten Enden ligiert oder elektrisch verschorft; die Sterilität wird durch 2 spermienfreie Ejakulationen, in der Regel nach 3 Monaten, bestätigt.

  • Bei Frauen werden die Eileiter geschnitten oder entfernt; dann wird ein Teil der Tuben entfernt oder die Tuben werden durch Ligatur, Ginguration oder mechanische Vorrichtungen wie Kunststoffbänder oder -ringe verschlossen; die angewandten Verfahren umfassen Laparoskopie und Minilaparotomie.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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