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Auswirkungen von Übergängen für ältere Menschen

Von

Daniel B. Kaplan

, PhD, LICSW,

  • Adelphi University School of Social Work
;


Barbara J. Berkman

, DSW, PhD,

  • Columbia University School of Social Work

Inhalt zuletzt geändert Aug 2016
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Späte Lebensstadien sind üblicherweise ein Zeitraum der Übergänge (z. B. Pensionierung, Umsiedlung) und eine Anpassung an Verluste.

Der Ruhestand ist oft der erste große Übergang, mit dem ältere Menschen konfrontiert werden. Seine Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit unterscheiden sich von Person zu Person, je nach Einstellung zum und Grund für den Ruhestand. Etwa ein Drittel der Rentner haben Schwierigkeiten, sich an bestimmte Aspekte des Ruhestands, wie reduziertes Einkommen und veränderte gesellschaftliche Rolle und Ansprüche, anzupassen. Manche Menschen gehen freiwillig in Ruhestand, weil sie sich darauf gefreut hatten, eine Arbeit zu beenden; andere sind gezwungen, in Ruhestand zu gehen (z. B. wegen gesundheitlicher Probleme oder Verlust des Arbeitsplatzes). Angemessene Vorbereitung auf den Ruhestand und Beratung für Rentner und Familien, die damit Schwierigkeiten haben, können hilfreich sein.

Standortwechsel können im höheren Alter mehrmals vorkommen, z. B. in ein Seniorenheim mit erwünschten Annehmlichkeiten, in kleinere Viertel, um die Belastung durch die Pflege zu verringern, zu Geschwistern oder erwachsenen Kindern oder in eine stationäre Pflegeeinrichtung. Der körperliche und der geistige Zustand sind signifikante Prädiktoren der Anpassung an den Standortwechsel, genauso wie eine durchdachte und angemessene Vorbereitung. Menschen, die schlecht auf eine Umsiedlung reagieren, leben eher alleine, sind sozial isoliert, arm und depressiv. Männer reagieren weniger stark als Frauen.

Je weniger die Menschen das Gefühl haben, die Umsiedlung kontrollieren zu können, und je weniger vorhersehbar die neue Umgebung zu sein scheint, desto größer ist der Umzugsstress. Die Menschen sollten sich im Vorhinein mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Für die kognitiv beeinträchtige Menschen kann ein Wegzug aus der vertrauten Umgebung die funktionelle Abhängigkeit und kontraproduktives Verhalten verschärfen. Aufgrund von finanziellen, sozialen und anderen Komplikationen sind einige ältere Erwachsene der Meinung, sie müssten trotz ihres Wunsches nach einem Umzug in der problematischen Wohnung oder Gegend bleiben. Sozialarbeiter können dabei helfen, die Optionen für einen Umzug oder Veränderungen des Zuhauses zu beurteilen.

Ein Trauerfall wirkt sich auf viele Lebensbereiche eines älteren Menschen aus. Soziale Interaktion und Kameradschaft können z. B. abnehmen, und der soziale Status kann sich ändern. Der Tod eines Ehegatten betrifft Männer und Frauen unterschiedlich. In den 2 Jahren nach dem Tod der Ehefrau erhöht sich die Sterblichkeit bei Männern tendenziell, insbesondere dann, wenn der Tod der Frau unerwartet kam. Für Frauen, die den Ehemann verlieren, gibt es nur weniger klare Angaben, sie deuten aber in der Regel nicht auf eine erhöhte Sterblichkeit hin.

Schlafstörungen und Angst sind bei einem Trauerfall normal; diese Effekte verschwinden üblicherweise innerhalb von Monaten ohne medikamentöse Behandlung. Im Gegensatz dazu wird andauernder, pathologischer Kummer durch folgende Merkmale charakterisiert:

  • Symptome, die typisch für eine depressive Episode sind und die > 2 Monate andauern

  • Schuldgefühle in Bezug auf Dinge, die nicht direkt mit dem Verlust zusammenhängen

  • Gedanken über den Tod, die nichts mit dem Überlebensfall zu tun haben

  • Krankhafte Besorgnis mit Wertlosigkeit

  • Halluzinationen, die sich nicht auf das Hören und Sehen des Verstorbenen beziehen

Pflegepersonen und medizinische Fachkräfte sollten auf solche Symptome achten und ein Bewusstsein dafür entwicklen, dass trauernde Patienten ein hohes Suizidrisiko und einen zurückgehenden Gesundheitszustand haben.

Ein rechtzeitiges Screening auf Depression und Selbstmordgedanken ist unerlässlich. Beratung und unterstützende Leistungen (z. B. Selbsthilfegruppen für Witwen) können schwierige Übergänge leichter machen. Der kurzzeitige Gebrauch von Anxiolytika kann Patienten mit übermäßiger Angst helfen. Allerdings sollte übermäßiger oder längerer Gebrauch vermieden werden, da er mit dem Trauerprozess und der Anpassung interferieren kann. Längere, pathologische Trauer erfordert in der Regel eine psychiatrische Abklärung und Behandlung.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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