Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Pharmakodynamik bei Älteren

Von

J. Mark Ruscin

, PharmD, FCCP, BCPS, Southern Illinois University Edwardsville School of Pharmacy;


Sunny A. Linnebur

, PharmD, BCPS, BCGP, University of Colorado Anschutz Medical Campus

Inhalt zuletzt geändert Jun 2014
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
Quellen zum Thema

Die Pharmakodynamik wird definiert als "das, was das Arzneimittel mit dem Körper macht", oder als Antwort des Körpers auf das Arzneimittel; sie wird beeinflusst durch Rezeptorbindung, Postrezeptor-Effekte und chemische Interaktionen ( Arzneimittel-Rezeptor-Wechselwirkungen). Die Wirkungen gleicher Arzneimittelkonzentrationen am Wirkungsort (Sensitivität) können bei Älteren größer oder geringer sein als bei jüngeren Menschen (s. Auswirkungen des Alterns auf die Arzneimittelreaktion). Unterschiede können auf Veränderungen der Arzneimittel-Rezeptor-Wechselwirkung, auf Ereignissen nach der Rezeptorbindung (Postrezeptor-Effekte) oder auf adaptiven homöostatischen Reaktionen und, bei gebrechlichen Patienten, häufig auf pathologischen Organveränderungen beruhen.

Ältere Patienten sind besonders empfindlich gegenüber anticholinergen Arzneimittelwirkungen. Manche Arzneimittel (z. B. trizyklische Antidepressiva, sedative Antihistaminika, Antimuskarinika im Urin, einige Antipsychotika, Antiparkinson-Medikamente mit atropinähnlicher Wirkung, viele freiverkäufliche Hypnotika und Zubereitungen von Erkältungsarzneimitteln) wirken anticholinerg. Ältere Menschen, besonders mit kognitiver Beeinträchtigung, sind besonders anfällig für unerwünschte Wirkungen solcher Arzneimittel auf das ZNS und können verwirrt und schläfrig werden. Anticholinergika verursachen i. Allg. zudem Obstipation, Harnretention (insbesondere bei älteren Männern mit benigner Prostatahyperplasie), Sehunschärfe, orthostatische Hypotonie und Mundtrockenheit. Selbst in geringen Dosen können diese Medikamente das Risiko für einen Hitzschlag durch Hemmung der Diaphorese erhöhen. Im Allgemeinen sollte Ältere wenn möglich Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung meiden.

Tabelle
icon

Auswirkungen des Alterns auf die Arzneimittelreaktion

Klasse

Arzneimittel

Wirkungsweise

Folge des Alterns

Analgetika

Morphin

Akute analgetische Wirkung

Pentazocin

Analgetische Wirkung

Antikoagulanzien

Heparin

PTT (partielle Thromboplastinzeit)

Warfarin

PT/INR

Bronchodilatoren

Albuterol

Bronchodilatation

Ipratropium

Bronchodilatation

Kardiovaskuläre Medikamente

Angiotensin II

Rezeptorenblocker

Blutdruckabfall

Diltiazem

Akute blutdrucksenkende Wirkung

Dopamin

Gesteigerte Creatinin-Clearance

Enalapril

Akute blutdrucksenkende Wirkung

Felodipin

Blutdrucksenkende Wirkung

Isoproterenol

Herzfrequenzsteigerung

Erhöhte Auswurffraktion

Venodilatation

Nitroglyzerin

Venodilatation

Noradrenalin

Akute Vasokonstriktion

Phenylephrin

Akute Venokonstriktion

Akute blutdrucksenkende Wirkung

Prazosin

Akute blutdrucksenkende Wirkung

Propranolol (und andere β-Blocker)

Herzfrequenzminderung

Verapamil

Akute blutdrucksenkende Wirkung, Effekte auf die kardiale Reizleitung

Diuretika

Bumetanid

Steigerung von Harnfluss und Natriumausscheidung

Furosemid

Latenz und Ausmaß der stärksten diuretischen Reaktion

Orale Antidiabetika

Glyburid

Chronische blutzuckersenkende Wirkung

Tolbutamid

Akute blutzuckersenkende Wirkung

Psychopharmaka

Diazepam

Sedierung

Diphenhydramin

Psychomotorische Störung

Haloperidol

Akute Sedierung

Midazolam

EEG-Aktivität

Sedierung

Temazepam

Standunsicherheit

Psychomotorische Wirkung

Sedierung

Thiopental

Anästhesie

Triazolam

Sedierung

Sonstige

Atropin

Eingeschränkte Magenentleerung

Levodopa

Unerwünschte Wirkungen

Metoclopramid

Sedierung

= unverändert; = erhöht; = verringert.

Adaptiert nach Cusack BJ, Vestal RE: Clinical pharmacology: Special considerations in the elderly. In Practice of Geriatric Medicine, herausgegeben von E Calkins, PJ Davis und AB Ford. Philadelphia, WB Saunders Company, 1986, S. 115–136; mit freundlicher Genehmigung.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN